WordPress 3.8 veröffentlicht – mein ganz persönlicher Rant

Heute wurde mir die neue Version 3.8 von WordPress zum Update im Blog angeboten. Nachdem ich zur Sicherheit die Datenbank samt Blog-Inhalt gesichert hatte, habe ich dieses Update ausführen lassen. Das hat zwar alles reibungslos geklappt – aber am Ende des Tages habe ich mich trotzdem mal wieder geärgert. Hier mein persönlicher Rant.


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Beim t3n.de findet sich hier ein Artikel, der auf die Neuerungen bei WordPress 3.8 (Parker) eingeht. Fazit: Neue Admin-Oberfläche im Flat-Design und neues Standard-Theme. Ah so – also, nach iOS 7 machen wir jetzt alle in Flat-Design rum, oder was? Wie schreibt Moritz Stückler bei t3n:

Neue Admin-Oberfläche im Flat-Design und bunter … Die gesamte Optik kommt nun in einem angesagten und sehr flachen Look daher. Schatten und Farbverläufe sucht man vergebens. Zusätzlich lässt sich das Farbschema der Admin-Oberfläche nun einfach per Mausklick ändern. Acht Varianten sind ab Werk dabei.

Und die WordPress-Entwickler meinen dazu:

Moderne Ästhetik

Das neue WordPress Dashboard hat ein frisches, aufgeräumtes Design, das Klarheit und Einfachheit vermittelt.

Verbesserter Kontrast

Wir denken, dass ein schönes Design nie zu Lasten der Lesbarkeit gehen sollte. Im neuen Design sorgen ein verbesserter Kontrast und große, angenehme Schrift für eine bessere Lesbarkeit und machen die Navigation zu einem Vergnügen.

Ach so, also: Statt produktiv zu arbeiten, ergötzen wir uns an flachem Look, der nun bunter wird. Und mit dem “Wir denken” ist das so eine Sache. Das Ganze, was bei euch unter “Verbesserter Kontrast” segelt, sieht – nachdem ich es vom Standard umgestellt habe – bei mir nun so aus:

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Wer denkt sich bloß solche Farbschemata aus? Gut, die Fonts machen einen besseren Eindruck – aber die Visibility “weiße Schrift vor grauem Hintergrund” ist beschissen. Menschen mit reduziertem Visus werden da ihre Mühe haben, das zu lesen. Man kann über sein Profil zwar unterschiedliche Stile zuweisen. Hier die entsprechende Seite.

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Aber bei einem Update erwarte ich doch, dass zumindest mein altes Farbschema erhalten bleibt. Trifft zwar nur das Dashboard – aber ich möchte da nicht jeden Schlenker, den der Designer meint, machen zu müssen, durchleiden.


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Gut, man kann sich ein noch dunkleres Farbschema aussuchen, bei dem die weiße Schrift kontrastreicher hervorkommt. Ich habe es nun wieder auf “Standard” eingestellt, wodurch ich jetzt im Dashboard mit einem “Trauerflor” begrüßt werde. Hebt meine Motivation am Morgen ungemein – aber auch daran werde ich mich wohl gewöhnen (müssen).

Hallo Leute – wenn ihr etwas am Design ändert, dann sorgt doch gefälligst dafür, dass wenigstens das alte Farbschema als Option mit angeboten wird. So bleibt der Eindruck “da hat man ein paar Jungs mal wieder mit Förmchen im Sandkasten spielen lassen – und es ist Mist bei rausgekommen”.

Und wo wir gerade beim Rant auf WordPress sind: Die Entwickler tönen ja WordPress auf jedem Gerät – klingt erst mal gut. Dann sorgt dafür, dass auch jemand es jedem Entwickler bei euch einhämmert. So erinnert mich das Ganze an meine längst vergangene Zeit bei der Hoechst AG. Da hat der Vorstand auch immer von Zeit zu Zeit eine Imagebroschüre drucken lassen und die hehren Ziele verkündet. Alleine, die Beschäftigten haben ihren eigenen Stiefel gefahren. Anspruch und Wirklichkeit klafften weit auseinander.

Was das mit WordPress zu tun hat? Wenn ihr schon “auf jedem Gerät” im Fokus habt, dann sorgt auch gefälligst dafür, dass zumindest die Useability auf diversen Geräten hinhaut. In obigem Bild wird eine hirnrissige Verschlimmbesserung deutlich, die die Entwickler vor vielen Versionen eingebaut haben. Ich spreche von der Option zur Abmeldung. Früher war da eine Schaltfläche oder ein Hyperlink – angewählt und abgemeldet, fertig! Und heute? Vor längerer Zeit ist man auf ein Pulldown-Menü verfallen – ja geht’s noch? Und das, weil eBay, Amazon, Microsoft, Google & Co. jetzt Mist fabrizieren und mit Pulldown-Menüs arbeiten? Sorry, dümmer geht’s (n)immer!

Auf einem Desktop-PC mit Maus lässt sich das “Willkommen, Günter Born” ja noch halbwegs anwählen und ich treffe den Befehl Abmelden im Pulldown-Menü. Aber versucht das mal auf einem Android-Smartphone. Möglicherweise stelle ich mich ja dämlich an – aber auf diesen Geräten sind immer mindestens fünf Fehlversuche erforderlich, bis ich es schaffe, dass das Pulldown-Menü offen bleibt und der Abmelden-Befehl anwählbar ist.

Noch eine Ungereimtheit – in der WordPress-Seite, die einem nach einem Update vor den Latz geklatscht wird. In der WordPress-Intro tönt es “Twenty Fourteen, ein schnittiges neues Magazin-Theme”. Ähm, sorry Leute. Ich hole mir WordPress nicht, um da geile Themes zu bekommen, sondern weil ich eine Blog-Plattform haben will, die bedienbar, sicher, schnörkellos und effizient arbeitet. Speziell im Dashboard möchte ich es schlicht und einfach haben.

Ein Theme kann ich mir dazu laden. Und: ein Theme, welches ich ggf. angepasst habe, wechsele ich eigentlich nicht wie das Unterhemd.  Am Theme für dieses Blog habe ich ein paar Tage gefeilt, bis es halbwegs stand. Da werde ich einen Teufel tun, und das Blog als “schnittiges neues Magazin-Theme” präsentieren. Ich weiß nicht, wie es anderen WordPress-Benutzern geht – aber da habt ihr euer Hirnschmalz mal wieder in Ecken investiert, die kaum jemand (zumindest ich nicht) braucht.

Sorry, dass es jetzt ein Rant geworden ist – und viele Nutzer sehen es womöglich gänzlich anders. Und ich weiß, WordPress ist kostenlos und einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Läuft auch ganz passabel – und wenn es nicht Sicherheitslücken gäbe, würde hier immer noch ein WordPress 2.6 oder ähnlich werkeln – damit bin ich mal gestartet und das hat mir damals auf Anhieb gefallen. Normalerweise hätte ich auch nicht drüber gebloggt. Aber vermutlich lesen wir jetzt wieder Web-auf, Web-ab die Lobeshymnen, wie doll bunt dieses neue WordPress doch sei. So, als ob wir alle vor Weihnachten in trauter Gemeinsamkeit den Hut samt Hirn an der Garderobe aufgehängt haben. Da mich zwischenzeitlich so manches bei WordPress nervt, musste das heute einfach mal raus.

Ach: Einen Lichtblick gibt es doch noch zu vermelden. Sergej Müller, der Entwickler diverser Plug-Ins, hat diese auf WordPress 3.8 gehievt. Nach dem Update wurde mir die Aktualisierung seiner Plugins AntiSpambee und AntiVirus angeboten. Und noch ein kleines Lob spende ich doch an die WordPress-Entwickler: Mein Dashbord behauptet nun “Du benutzt die aktuelle Version von WordPress. Künftige Sicherheitsupdates werden automatisch durchgeführt.” – hoffen wir, dass das dann auch klappt, mit den automatischen Sicherheitsupdates.

Postscript: Dachte, dass ich gerade auf einen Bug gestoßen bin. Ich verwende den Windows Live Writer als Frontend zum Bloggen. Seit dem Upgrade auf WordPress 3.8 bekam ich beim Upload eines Beitrags nur noch folgende Fehlermeldung.

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Nun heißt es: Kommando zurück – scheint doch kein Bug zu sein – nach fünf Fehlversuchen habe ich es jetzt doch geschafft, diesen Rant zu posten. Scheint ein Problem im Netzwerk (Internet) zu sein – heute ist mal mistiges Wetter, da streikt das Internetz häufiger. Der Tag ist jedenfalls trotzdem erst einmal versaut. Mal schauen, wenn ich mich wieder an diese netten Schlenker gewöhnt habe, aber dann kommt sicher das nächste Update, was alles wieder über den Haufen wirft.


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7 Antworten zu WordPress 3.8 veröffentlicht – mein ganz persönlicher Rant

  1. Ralf sagt:

    Hallo Günter. Danke für deinen Beitrag. Ich selber nutze auch Windows Live Writer. Was würdest du empfehlen? Update nicht zu installieren oder eine Alternative zu Windows Live Writer suchen?

    • Günter Born sagt:

      @Ralf: Hast vermutlich mein Update nicht gelesen – scheint mit WordPress nichts zu tun haben – nach fünf Versuchen hat der Upload geklappt. Da wir momentan feucht, nebliges Wetter draußen haben und auch Google+, das Microsoft Answers-Forum sowie der Blog recht zäh bei Abrufen reagieren und Fehler melden, tippe ich auf die Internetverbindung. Möglicherweise reagiert da irgend eine Klemmverbindung in den Telekom-Verteilern auf Feuchtigkeit – habe ich immer mal wieder im Winter.

      Muss eine DSL-Störung sein – bekomme selbst bei SMTP-Anfragen einen Timeout – habe jetzt mal eine Störungsmeldung an 1&1 abgesetzt. Aber die werden die Augenkrebs verursachenden Styles in WordPress auch nicht heilen können.

      PS: Ich würde aber auf der vorherigen WP-Version bleiben – zumindest noch ein paar Tage – bis klar ist, dass meine Probleme mit dem XMLRPC-Zugriff nicht an der neuen Version liegen.

      Update: War in der Tat eine DSL-Störung, die mir zum Schluss sogar den SMTP-Versand von Mails verweigert hat. Mein Störabstand in der Leitung schwankte zwischen 7 und -2 dB. Also habe ich den DSL-Splitter getauscht und dann nochmals die Kabel im Telefonverteiler geprüft. Und da hatte sich doch glatt ein Draht der DSL-Verkabelung gelöst und saß nur noch locker in der Schneidklemme. Bei feuchtem Wetter gab es dann Störungen. Also neu aufgelegt und jetzt funktioniert mein DSL auch wieder. Und bei WP 3.8 lebe ich jetzt mit dem schwarzen Trauerrand. Aber die Anzeige der Kommentare samt Spam ist einfach beschissen – ich kann mir nicht helfen. Immer diese Verschlimmbesserungen. Ich weiß aber auch nicht, ob ich mir das antue und manuell auf WP 3.7.1 downgrade.

  2. Paul Kröher sagt:

    Hehe, Günter,
    hast den Sonnenaufgang verpaßt :-)
    Dieses Farbschema kannst ja auch einstellen und dir dann eine Sonnenbrille aufsetzen, weil sonst Augenkrankheit droht. Ich war auch entsetzt, plötzlich leichenschwarz vorzufinden. Habe erstmal Kaffee, nicht genommen als Farbschema sondern getrunken :-) Dann auf hell eingestellt. So ist es erträglich.
    Da ich nicht soviel wie du blogge, sind das aber für mich Nebensachen, denn WordPress gefällt mir sonst schon ganz gut. Kurzum: einfach zu bedienen, billig da kostenlos und Plugins, die ich super finde.

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  4. Günter Born sagt:

    Es ist einfach beschissen! Nach dem Problem mit XMLRPC habe ich jetzt auch Fehler in WP to Twitter – die Tweets werden nicht mehr angenommen. Hätte ich bloß nicht dieses doofe Update vorgenommen. Mal schauen, ob ich manuell auf die vorherige Version zurück kann – ich habe die Faxen dicke.

    Und schon schlagen die Problembären ein.

    weiße Seite beim Zugriff auf das Frontend
    weiße Seite im Blog

  5. Mario sagt:

    Hallo Leute, ich arbeite mit WordPress und wenn ich auf 3.8 aktualisieren will, kommt : “Du benutzt die aktuelle Version von WordPress.
    Erfahre mehr über WordPress 3.4.2.”. Was ist das für ein Müll. Ich habe aber seit gestern ein ganz anderes Problem. Ich bekomme keine Links mehr in meine Internetseite eingebaut. Wenn ich etwas schreibe, kann ich das “Zusammenklicksymbol” ( wie zwei Kettenglieder) zwar betätigen, doch weder färbt sich das Wort blau, noch ist es unterstrichen, noch entsteht daraus ein Link. Sonst klappte es immer. Liegt das an WordPress?

    Bin langsam verzweifelt. Viele Grüße Mario

    • Günter Born sagt:

      @Mario: Poste einfach das Problem im deutschen Forum von WordPress. Da sitzen Leute, die Ahnung von der Materie haben. Ich bin hier oft froh, wenn es läuft und hole mir ggf. auch Tipps im Forum oder per Suche im Web.

      Zu deinem Problem ist hier z.B. was geschrieben. Und den Hoster anzugehen, ist möglicherweise auch eine gute Idee – wenn Du auf deren Paketen aufsetzt.

  6. Mario sagt:

    Danke für den Tipp ! Ich versuch es mal hier: http://forum.wpde.org/

    Viele Grüsse

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