Medien(-angebots-)sterben bei der Telekom

Zurück zu den eigenen Wurzeln? So lässt sich momentan die Geschäftsstrategie der Telekom AG-Geschäftsführung wohl kategorisieren. So gibt es momentan wieder Gerüchte, dass der US-Mobilfunkanbieter Sprint Interesse am Kauf der Mobilfunktochter T-Mobile US habe. Parallel dazu werden alle Geschäftsaktivitäten eingestellt oder verkauft, die nicht so richtig vom Umsatz her “zünden”. Dazu gehören auch Medienangebote, die die Telekom in ihrem Gemischtwarenladen so im Portfolio hat(te).


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Momentan kommen die Todesnachrichten “Knall auf Fall” – alle paar Tage liest man, dass die Telekom ein Angebot dicht macht oder weg geben will.

Aus für eBook-Shop Pageplace

Ende letzter Woche ging die Meldung um, dass die Telekom den eBook-Shop Pageplace dicht macht. Auch der Verkauf des von der Tolino-Allianz mit der Telekom als Technologiepartner entwickelten Tolino-Shine eBook-Readers wird eingestellt. Das hat natürlich richtig im Karton gerappelt.

  • Benutzer, die eBooks über Pageplace gekauft hatten, müssen sich nun recht fix überlegen, wie sie ihre digitalen Buchbestände über die Schließung des Shops hinaus retten. Denn es besteht das Risiko (DRM sei Dank), dass man nach dem Ende des Shop-Betriebs nicht mehr auf seine gekauften eBooks zugreifen kann.
  • Die Tolino-Allianz bekommt nun, nach dem Rückzug der Telekom, den Anstrich eines “blutleeren Zombies”. Bei Weltbild läuft die Insolvenz, Hugendubel soll ja auch nicht mehr so richtig frisch sein (da ist Weltbild dran beteiligt) und von Thalia hört man gerüchteweise auch, dass die sich gelegentlich einen “Schnupfen” eingefangen haben sollen.

Blogger Johannes Haupt hat auf seiner Site lesen.net die Details der Pageplace-Schließung veröffentlicht. Interessant finde ich auch die Kommentare der Blog-Besucher.

Next Impact: Gamesload, Musicload und Softwareload fliegen raus

Die nächsten Einschläge kommen nun näher. Ging bereits gestern durch’s Web: Die Telekom will die drei genannten Dienste nicht mehr unter eigener Regie fortführen. Wie heise.de hier schreibt, stehen die zwei Dienste Videoload und Erotic-Lounge wirtschaftlich zwar gut da. Aber die Telekom will sich aus diesem Bereich zurückziehen.

Laut Telekom finden zur Zeit Gespräche mit Interessenten über den Verkauf von Gamesload und Musicload statt. Der Dienst  Softwareload, über den man Programme beziehen kann, wird hinsichtlich der “Vertriebssteuerung” von der Nexway GmbH übernommen. Mit denen hatte die Telekom bereits eineinhalb Jahre zusammen gearbeitet.

Videoload und Erotic-Lounge bleiben …

Das Portal Videoload will die Telekom dabei weiter betreiben (gehört ja irgendwie auch etwas zum Kernthema, wenn man Entertainment anbieten will). Wie heise.de hier schreibt, profitiert der Videodienst von der Anbindung an das konzerneigene Internet TV-Angebot Entertain. Und die Erotic Lounge will die Telekom wohl im Portfolio behalten (da gebe ich jetzt keinen Kommentar zu ab).

Abschließende Gedanken

Aber soviel sei angemerkt: Momentan ist es nicht einfach, Telekom-Kunde zu sein. Da wirst Du DSL-mäßig zwangsgedrosselt, oder auch nicht. Du sollst demnächst auf IP-Telefonie umsteigen – oder auch nicht. Du wurdest bisher animiert, in deren Laden Telefone, eBooks, Software, Videos und Telekom- bzw. Mobilfunkverträge und was weiß ich zu kaufen. Und jetzt dreht man dir eine Nase und sagt: Sorry, war Schnee von gestern – aber hey, wir hätten da was heißes im Angebot – kommen se mal näher …


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Und noch etwas macht mich nachdenklich: Apple, Google, Amazon und Microsoft versuchen momentan ihre Angebote auszuweiten. Gerade Amazon steht ja für die Strategie, möglichst viele Medienangebote zu bündeln – und Apple ist ja auch ganz erfolgreich, Musik, Videos, eBooks und Apps im Store anzubieten. Entweder hat die Telekom keine erfolgreiche Geschäftsstrategie entwickeln können – oder der lokale Markt ist einfach noch zu schwierig – und auf internationalem Parkett kann man nicht richtig mitspielen. Am Ende des Tages wohl auch eine Erkenntnis.


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1 Antwort zu Medien(-angebots-)sterben bei der Telekom

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