Bloatware auf Smartphones muss deinstallierbar sein

Wer ein Smartphone erwirbt, soll ein Anrecht darauf haben, dass dessen Funktionen anpassbar sind. Und was man nicht braucht, sollte deinstallierbar sein. Das gilt insbesondere für Apps auf Android-Systemen, die von Herstellern oder Anbietern gerne als “Goodies” mitgeliefert werden. Jetzt gibt es sogar ein Vorschrift, dass Bloatware deinstallierbar sein muss.


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Wer kennt es nicht und ist nicht genervt davon? Da kommt das neue Smartphone mit Android daher – und auf dem Homescreen sowie auf der App-Seite tummelt sich eine unendliche Zahl an sinnbefreiten Apps (als Bloatware bezeichnet) des Herstellers oder des Providers. Und oft bekommt man das Zeugs als Endanwender nicht deinstalliert.

Der Begriff “Bloatware” wurde bereits in Zeiten von DOS-Computern geprägt. Und auf PCs mit Windows ist das nicht besser – der x-te Free-/Trial-/Adware-Virenscanner, die Foto-Anwendung und was weiß ich, findet sich auf dem neuen Windows-Rechner und ist kaum runter zu kriegen.

Wer fit ist, haut sich ggf. ein AOSP-ROM drauf und ist glücklich – funktioniert aber nicht bei allen Geräten. Bei Huawei-Testgeräten, die exklusiv von Vodafone vertrieben wurden, half manchmal ein Zurücksetzen von Android, um unliebsame Apps los zu werden. Und manchmal kann man per ADB-Schnittstelle was machen, braucht i.d.R. aber Root-Rechte.

Das ganze Gefrickel könnte zumindest mittelfristig ein Ende haben, da es ein erstes Regelwerk dazu gibt. Offenbar haben es die Hersteller zu “dolle” mit der Bloatware getrieben. Auf Samsungs Galaxy S4 sind in Korea wohl 80 Apps vorinstalliert, wobei 25 Apps von den Mobilfunkanbietern stammen. Ganze 16 Apps stammen von Google und die restlichen 39 Apps kommen von Samsung.

Zu Google und wie die das Open Source Android über Dienste und Apps kontrollieren, gibt es übrigens aktuell einen netten Artikel vom Guadian. Es wurde kolportiert, dass immer mehr APIs und Funktionen aus dem Open Source-Android zu Googles Closed-Source übergehen und Google Lizenzgebühren für die Nutzung von Diensten und Apps wie Play Store, Maps etc. von den Herstellern verlangen könne (siehe auch). Führte sofort zu dieser Stellungnahme bei 9to5google.com, das Google keine Lizenzgebühren für Androids Dienste erhebe. Ist aber eine Baustelle, die zeigt, dass der Platz auf dem Homescreen und der App-Seite heiß umkämpft ist.

Süd-Korea, die Heimstatt von Samsung, hat laut diesem Bericht nun neue “Guidelines” (also Richtlinien) für die Smartphone-Hersteller herausgegeben. Laut diesen Richtlinien sollen Smartphone-Käufer die Option erhalten, nicht gebrauchte, aber mit dem Gerät ausgelieferte Apps deinstallieren zu können. Damit soll der unvernünftigen Praxis der Hersteller, die Geräte mit Apps vollzumüllen und den Benutzer zu nerven oder das Gerät sogar fast unbenutzbar zu machen, ein Riegel vorgeschoben werden.

Die neuen Richtlinien sehen vor, dass vorinstallierte Apps durch den Benutzer löschbar sein müssen. Ausnahmen sind nur zum Betrieb des Geräts notwendige Apps zur Wi-Fi-Verbindungsverwaltung, zur near-field communication (NFC), für den App-Store und für eine Verbindungsaufnahme mit dem Kundendienst des Herstellers. Klingt gut – und wann kommt das in D-Land zum Tragen?


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2 Antworten zu Bloatware auf Smartphones muss deinstallierbar sein


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  2. Manuel sagt:

    Ganz zum Schluss, für Deutschland ist das wohl wieder alles Neuland ;-)

    Ich finde es richtig so, dass sich da gewisse Richtlinien aufbauen, die ganzen Müllapps die vorinstalliert sind braucht doch kein Mensch. Gut, wer Root-Rechte auf’m Smartphone hat, der wird nicht das große Problem haben, aber das wird dann wohl doch eher die Minderheit sein bzw. sind das diejenigen, die sich mit ihrem Smartphone beschäftigen. Für mich war es das erste und letzte Samsung-Smartphone. Im Bekanntenkreis wurde Samsung hochgejubelt ohne Ende, aber so toll sind die nun auch nicht. Ich bleibe dabei: Wenn man ein ordentliches Smartphone haben will, dann sollte man zum Google Nexus greifen, weil da ist man selber der “Herr” vom Smartphone und da kommt das drauf, das ich installiere.

    Noch ein abschließendes Wort zu den Richtlinien: Die Apps sollen nicht deinstallierbar sein, sondern der User selbst soll bei der Inbetriebnahme des Smartphones entscheiden können, ob er diese Zusatzapps installieren möchte. Sonst werden die Smartphones erst wieder langsam, wenn zu Beginn alle Apps deinstalliert werden. Ich kauf mir doch auch nicht einen neuen Windows-PC und deinstalliere dann die gesamte Bloatware, sondern nach der ersten Inbetriebnahme wird der direkt neu aufgesetzt.

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