Mal wieder spionierende Smart-TVs

Ich hatte hier im Blog ja bereits über Smart-TVs von LG berichtet, die Informationen über das TV-Verhalten der Nutzer an den Hersteller weiterreichen. Das Thema scheint aber noch tiefergehend zu sein, wie heise.de jetzt aufgedeckt hat.


Anzeige

In dem, letzte Woche veröffentlichten, Artikel Spion im Wohnzimmer: c’t ertappt schnüffelnde Fernseher veröffentlicht heise.de ihre Testergebnisse mit diversen Smart-TV-Geräten. Abweichend zum hier berichteten LG-Thema geht es nun um die Überwachung der Zuschauer durch TV-Sender, TV-Hersteller und Google. Ist Android auf dem Gerät installiert, erhält Google alle möglichen Informationen. TV-Gerätehersteller übertragen ggf. auch Informationen an eigene Server. Und der Traum eines jeden Senders ist es, zu wissen, welche Sendungen die Leute so anschauen.

Für letztgenanntes kommt der Dienst HbbTV ins Spiel. Dieser kann zusätzliche Informationen des Programmanbieters auf dem TV-Gerät anzeigen. Laut Wikipedia können diese Informationen über das Fernsehsignal oder per Internet bezogen werden. heise.de hat nun festgestellt, dass eine Reihe aktueller Smart-TV-Geräte (auch ohne Aktivierung von Online-Funktionen) beim Wechsel auf einen Sender per HbbTV eine bestimmte URL abruft. Laut heise.de stufen Datenschutzexperten dies als “ganz klar rechtswidrig ein”, da die ungefragt übertragenen Daten personenbeziehbar sind.

Hintergrund ist, dass der Umstand, dass die TV-Gerät wohl regelmäßig Daten über HbbTV senden, wie heise.de in diesem Artikel erläutert. Bei Spiegel Online wird der Sachverhalt noch etwas aufgeschlüsselt.

  • Alle bei heise.de analysierten Smart-TV-Geräte schicken Daten an die Hersteller.
  • Beim Senderwechsel tauschen die Geräte über den HbbTV-Dienst Daten mit den Servern des Senders aus.
  • Viele TV-Sender legen Dateien mit eindeutiger Kennung (Cookies) im Speicher des TV-Geräts ab.
  • Die TV-Sender überwachen die Nutzung des Internetkanals per Google Analytics (ohne dass der Zuschauer das mitbekommt).
  • Die Verschlüsselung der übertragenen Daten ist laut heise.de recht mangelhaft und weist gravierende Sicherheitslücken auf.

Ist natürlich sehr unschön (der Nutzer weiß nichts davon) und ist sogar rechtswidrig. Pikant wird das, wenn man annimmt, dass viele Nutzer die Funktionen des Smart-TV nicht wirklich nutzen, das Gerät aber am Internet (z.B. per WiFi) angeschlossen haben. ich hatte in diesem Artikel [a4] ein paar Infos über das Nutzungsverhalten von Smart-TVs genannt und berichtet, dass dieser Geräte-Typ mittlerweile 3/4 des Branchenumsatzes ausmacht. Heise.de berichtet, dass ein großer TV-Sender diese Datensammlung, auf Grund des Berichts, bereits zurückgefahren habe. Im Artikel empfiehlt heise.de, die HbbTV-Funktion des Geräts abzuschalten.

Ähnliche Artikel:
a1: Internet der Dinge: Wenn Kühlschrank und Toaster spammen
a2: Google+Nest und die feuchten Träume der “Analüsten”
a3: Trends der CES 2014
a4: AllSeen-Alliance will das Internet der Dinge pushen
a5: Statement von LG zu Informationsweitergabe durch LG Smart TV
a6: TVPeCee Internet-TV & HDMI-Stick MMS-884.quad – Teil 1
a7: Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Sicherheit, TV abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Mal wieder spionierende Smart-TVs


  1. Anzeige
  2. Thomas Bauer sagt:

    Dieses Thema ist gerade wieder aktuell. Die neue Firmware 04.24.08 ändert die AGB zu Ungunsten der Kunden und zwingt einen zur Zustimmung da man sonst die Smartfunktionen des Gerätes nicht mehr benutzen kann. Im LG Benutzerforum diskutieren wir darüber. Auch darüber wie man im Router das Ausspionieren blockt und den TV eine Kindersicherung verpasst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.