Microsoft-Nachrichten-Splitter zum Wochenende (31. Januar)

Zum Wochenabschluss noch ein paar Nachrichtensplitter aus dem Microsoft-Cosmos, denn nicht alles konnte ich diese Woche sauber aufwischen und in Blog-Beiträge gießen (das Aufzeichnen eine Videotrainings für Windows 7 Tipps, Tricks und Troubleshooting hat diese Woche doch viel Zeit gefressen – ich bin meist erst gegen 21:00 bis 22:00 Uhr aus dem Videostudio rausgekommen).


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Nicht nur Windows 8 floppt, auch andere Produkte stottern …

“Halb zog man sie, halb sank sie hin” – drängt sich mir so in den Sinn, wenn ich lese, was alles so “in the cloud” hinein will. Ich versuche ja möglichst wenig mit dem Zeugs zu tun, bekomme aber häufig die Probleme der Anwender in den Microsoft-Foren mit. Letzten Mittwoch hat es dann die Microsoft-Konten, SkyDrive und Outlook.com erwischt – die waren partiell gestört (wie Martin Geuß hier berichtet). Und die XBox-Dienste Musik und Video waren auch betroffen. Da hat so mancher doof aus der Wäsche geschaut, wenn Live.com-Anmeldungen zur Nutzung diverser Dienste erforderlich waren. Google hat’s ja vorige Woche erwischt – da ging Google+, GMail, Google Drive etc. irgendwann nicht mehr (siehe). Gehässiger Gedanke: Ich hätte ja da gerne Mäuschen bei der NSA gespielt – O-Ton “Oh verdammt, da hat jetzt jemand den Stecker beim Internet gezogen. Jim, wirf mal den Datenbagger an, wir müssen die Daten jetzt auf anderem Weg reinbekommen …”. Aber dackelt ihr nur weiter in Richtung Cloud.

Skurril: Microsoft lässt sich Startbildschirm patentieren

Als ich diese Nachricht (Link entfernt) bei Martin auf Dr. Windows gelesen habe, musste ich doch sofort in den Infobereich meiner Taskleiste schauen, ob wir den 1. April haben. War aber nicht – und so ist die Meldung wohl echt. Microsoft hat jetzt ein Patent auf die Startseite von Windows 8 erhalten. Wie kaputt sind die eigentlich in Ami-Land – oder welches Gras rauchen die denn da?

IE 11 bekommt Enterprise-Mode – ist in Windows 8.1 Update 1 drin

Mary Foley berichtet hier bei ZDNet, dass Microsoft dabei ist, einen sogenannten “Enterprise-Mode” in den Internet Explorer 11 einzubauen. Hintergrund: Häufig verhindern Browser-Inkompatibilitäten, dass Firmen auf eine neue Betriebssystemversion upgraden. Bei Windows XP sorgten der IE 6 und die in Firmen benutzten IE 6-basierenden Anwendungen dafür, dass ein Wechsel unmöglich wurde. Bei Windows 7 war der IE 8 ursprünglich dabei – Microsoft hat den Browser zwischenzeitlich zur Version 11 hochgeschraubt.

Kleiner Seitenhieb: Ist nicht als Gold, was so update-mäßig und in Richtung IE 11 so glänzt. Da sind ne Menge Fehler eingebaut. Ich habe hier das Problem, dass beim Schließen eines Tabs der IE 11 unter Windows 7 das System sporadisch für ein paar Sekunden einfriert. Dachte, es läge an einer vergurkten Windows 7-Installation und habe das System zum Jahreswechsel neu aufgesetzt. Der Effekt bliebt – na gut, hätte meine Software-Umgebung sein können. Und nun sitze ich diese Woche bei video2brain im Videostudio und nehme auf einer Windows 7-Maschine ein Videotraining zu Windows 7 auf. Was passiert? Der IE 11 friert mir beim Schließen der Tabs die Maschine für jeweils gut 10 Sekunden ein – da geht dann nix mehr.

Kein Wunder, dass Firmen da einen Release-Wechsel scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Hier hatte ich berichtet, dass Microsoft einen ganzen Sack an virtuellen Maschinen bereitstellt, damit Entwickler die diversen Browserversionen in Website-Tests einsetzen können.

Zurück zum Kernproblem: Da Unternehmen Geschäftsanwendungen für Windows 7 und den IE 8 zertifiziert haben, hängen die jetzt auf dieser Versionskombination fest. Das ist natürlich ein massives Problem, nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für Microsoft. Mary Foley berichtet jetzt hier von einem neuen IE-Feature EMIE (steht für Enterprise Mode IE). Wie Foley aus Insider-Quellen gesteckt wurde, ermöglicht der EMIE-Mode einem Firmenadministrator vorzugeben, welche Webseiten im IE8-Kompatibilitätsmodus zu laden sind und welche nicht. Damit könnten Benutzer, die auf den IE 8 angewiesen sind, den IE 11 einsetzen, um Intranet-Seiten oder spezielle Web-Anwendungen aufzurufen. Twitter @AngelWZR bestätigt, dass der Enterprise-Mode im der gerade geleakten Windows 8.1 Update 1 enthalten sei. Der Enterprise-Mode ist im IE 11.0.3 integriert.

Wie lange hält eigentlich OneDrive?

Im Artikel Aus für Nexus und für Skydrive … hatte ich ja berichtet, dass Microsoft seinen Dienst SkyDrive in OneDrive umbenennt. In der gerade geleakten Windows 8.1 Update 1 findet sich die SkyDrive-Kachel der Startseite bereits als “OneDrive”-Symbol. Martin Geuß hat in diesem Artikel die Frage gestellt, ob Microsoft diesen Namen bald wieder abgeben muss. Der Hosting-Anbieter One.com will prüfen, ob eine Namensrechtsverletzung vorliegt. Die hätten das Teil ja auch MSCloudDrive taufen können – notfalls auch “Claude” rauslassen, falls sich Frauen mit dem Vornamen “Cloude” verunglimpft sehen.

Produktsterben I: Aus für InfoPath …

Nicht nur Google lässt Produkte sterben, auch Microsoft ist im Reigen um eingestellte Produkte immer wieder vertreten. Hier berichtet Mary Foley bei ZDNet (netten Output hat das Mädel übrigens), dass Microsoft das Produkt InfoPath einstellt.

Produktsterben II: Windows XP stirbt auf Raten …


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Ab 8. April 2014 ist mit Windows XP Schluss, endgültig, finito – zumindest ein bisschen. Ab dem genannten Datum endet der Support durch Microsoft – zumindest für normale Kunden (es geht ja das Gerücht, dass Großkunden Windows XP Updates und Patches gegen Bares auch weiter erhalten könnten). Windows XP Embedded (läuft in Kassenterminals, Geldautomaten etc.) wird ja noch bis 2017 gepflegt.

Und da noch knapp 30 % der Windows-Nutzer mit Windows XP unterwegs sind, bieten Virenscanner-Hersteller die Produkte bis 2015 auch für Windows XP an. Google Chrome gibt es auch noch bis 2015 für Windows XP. Da kann Microsoft nicht zurückstehen und wird das Tool zum Entfernen bösartiger Software bis Mitte 2015 pflegen. Allerdings gilt auch: Windows XP: Keine Updates für Security Essentials mehr.

Sicherheit II: Sysinternals: Process Explorer mit Virus Total Bewertung

Der Process Explorer ist ja ein nettes Tool aus den Sysinternals, welches den Taskmanager ersetzen kann. Die Woche wurde die neue Version 16 des Tools veröffentlicht. Sowohl heise.de als auch Dr. Windows berichteten, dass dort eine Bewertung laufender Prozesse durch Virus Total (gehört zu Google) möglich ist. Der Abgleich erfolgt per Internet – und Virus Total lässt gleich mehrere Virenscanner über die betreffende Task laufen.

ProcessExplorer

Sicherheit III: Microsoft Security Essentials wieder auf Platz 1

Der Microsoft Virenscanner Security Essentials kam ja in Tests “unabhängiger” Virentestlabors oft nicht so gut weg. Hier mein Artikel Microsoft Security Essentials bei AV-Test durchgefallen. Jetzt lese ich bei Dr. Windows, dass der Marktanteil der Microsoft Security Essentials zwar rückläufig sei. Aber trotzdem hält der kostenlose Virenscanner immer noch beim Marktanteil den ersten Platz.

Office 365 wird 1 Jahr – und petzt geheime Daten …

Ach, ich verwurschtle jetzt mal zwei Sachen, die nix miteinander zu tun haben – der Nachrichten-Fleischwolf wird’s schon richten. Vor einem Jahr ist Office 365 an den Start gegangen und keine hat’s gemerkt. Die Microsoft Answers-Community-Moderatoren wurden von Microsoft erst am 2. Februar gebrieft. So what …

Jetzt ist das Kleine bereits ein Jahr alt – mit kleineren und größeren Skandälchen. So kriegt Microsoft immer was wegen der Lizenzpolitik auf die Mütze – und unter iOS oder Android kommen die Office 365-Apps auch nicht wirklich zu Fliegen. Und überhaupt, ich will keine Mietsoftware. Sieht also so aus, dass mit das testweise überlassene Office 365 Home Premium-Jahresabo demnächst ausläuft.

Und nun kommt die schlechte Nachricht: Wer in Word Texte erstellt, diese markiert, in die Zwischenablage kopiert und dann in Outlook-Mails einfügt, riskiert mitunter Kopf und Kragen. Wie ZDNet.com hier berichtet, überträgt Outlook dabei auch eventuell versteckt im Word-Dokument untergebrachte, und möglicherweise vertrauliche, Informationen in die Mail. Der Absender sieht das nicht unbedingt, aber beim Empfänger werden die versteckten Informationen mit angezeigt. Man sollte also keine verborgenen Texte verwenden oder auf Outlook verzichten.

Und sonst so?

Gehe ich jetzt eine Runde schlafen – und träume mich an der Frage entlang, ob nun der VLC Player für Windows RT diese Woche kommt oder nicht. Dabei habe ich gar kein Windows RT, um den Player auszuprobieren. Aber die App läuft ja auch unter Windows 8. 


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1 Antwort zu Microsoft-Nachrichten-Splitter zum Wochenende (31. Januar)


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  2. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Zum Enterprise-Mode hat Microsoft nun diesen Artikel veröffentlicht.

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