Angetestet: KitKat-x86 in Virtualbox und VMware – I

Letzten Freitag hatte ich ja im Beitrag RC1 von Android-x86 Version 4.4 Kitkat freigegeben berichtet, dass eine Build von Android 4.4.2 KitKat für x86-Maschinen als Release Candidate vom Android-x86.org-Projekt freigegeben wurde. Diese Build kann auf Windows-Rechnern als Life-System gebootet und bei Bedarf auch installiert werden. Ich habe die Build mal kurz in Virtualbox, VMware Workstation und auf einem Netbook Medion Akoya Mini E1210 angetestet. In einer zweiteiligen Artikelfolge zeigt ich, was geht – hier ein Überblick über den Test in Virtualbox 4.3 und VMware Workstation 10.


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Die gut 300 MB große ISO-Datei android-x86-4.4-RC1.iso des RC1 von KitKat-x86 findet sich im Download-Bereich des Android-x86-Projekts. Die Entwickler bieten nun nur noch eine Universalversion an, statt wie bei früheren Androix-x86-Versionen Varianten für unterschiedliche Maschinen zu erstellen. Die RC1 lässt sich als Live-System, direkt aus der ISO-Datei in einer virtuellen Maschine booten. Man kann sie aber auch auf eine CD brennen oder auf einen USB-Stick bringen und das Live-System booten. Zudem ist ein Installer dabei, um das Android-x86 4.4.2 auf einer Maschine zu installieren. Ich habe im ersten Durchlauf nur das Live-System angetestet.

Virtualisierung unter Virtualbox und VMware Workstation

Der Standardtest ist natürlich sofort, ob die Build unter Virtualbox oder VMware Workstation läuft. In beiden Virtualisierungsplattform lässt sich die ISO-Datei direkt in eine virtuelle Maschine einbinden. Nach dem Booten von der ISO-Datei erscheint auch die Auswahlseite mit den Optionen zum Starten des Live-Systems oder der Installation.

Bei Auswahl des Live CD-Befehls beginnt die VM auch mit dem Boot-Vorgang. Es wird dann dieser Bildschirm gezeigt.

Anschließend sollte Android booten und man gelangt nach kurzer Zeit zu den Einrichtungsseiten, in denen die Sprache, die WLAN-Einbindung etc. gewählt werden kann. Hier ist die Seite zur Auswahl der Betriebssystemsprache zu sehen. Mittels der Cursortasten hoch und runter lässt sich die Oberfläche auf Deutsch einstellen.


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Anschließend ist per Maus das Dreieck in der rechten oberen Ecke anzuwählen. In VMware Workstation hatte ich zwar einen Mauszeiger – dieser ließ sich aber nicht bewegen. Daher habe ich dort den Test wieder angebrochen. Nachfolgend beziehen sich die Schritte auf Virtualbox.

Tipps zum Arbeiten in Virtualbox

Bei Virtualbox wird standardmäßig überhaupt kein Mauszeiger eingeblendet – und der Mauszeiger ist auch im Fenster der VM gefangen. Dies ist aber kein wirkliches Problem, die folgenden Tipps helfen beim Arbeiten.

  • Falls kein Mauszeiger zu sehen ist, wählen Sie im Menü Maschine den Befehl Mauszeiger-Integration deaktivieren. Dann wird der Mauszeiger sichtbar und sollte per Maus im Fenster der VM bewegbar sein.
  • Die rechte Strg-Taste gibt den Mauszeiger wieder frei, so dass Elemente auf dem Host-System angewählt werden können (die VM besitzt keine Mauszeigerintegration).
  • Die Tastatur des Host-Systems wird direkt an die virtuelle Maschine mit Android-x86 weitergereicht. Aber trotz einer gewählten deutschen Benutzeroberfläche und einer deutschen Android-Tastatur gilt ein englisches Tastaturlayout. Die Tasten X und Z sind vertauscht, Umlaute sind nicht vorhanden etc. Bei Wikipedia findet sich auch ein Bild der US-Tastaturbelegung.
  • Das Aufwecken aus dem Ruhezustand klappt in der virtuellen Maschine irgendwie nicht richtig (zumindest habe ich beim Live-System nichts gefunden). Man kann in Virtualbox über das Menü Maschine die Tastenkombination Alt+Strg+Entf senden lassen. Irgendwann habe ich es geschafft, nach ein paar Sekunden wieder auf die Benutzeroberfläche zu kommen – das klappte aber nicht immer. Der Test sollte aber trotzdem zügig durchgezogen werden.

Mit diesen Hinweisen sollte sich das Life-System in der virtuellen Maschine halbwegs bedienen lassen.

Weitere Inbetriebnahmeschritte

Nach Auswahl der Betriebssystemsprache erscheint als nächstes die Formularseite mit den WiFi-Netzwerken. In der virtuellen Maschine wird vermutlich kein WiFi-Netzwerk gefunden und angezeigt.

Sie können mit Skip den betreffenden Schritt überspringen. Werden Netzwerke angezeigt, wählen Sie diese per Mausklick an und geben den Netzwerkzugangsschlüssel per Tastatur ein. Beim Überspringen erfolgt eine Warnung, die Sie mit Skip übergehen können. Dann verwendet Android die LAN-Verbindung von Virtualbox.

Anschließend haben Sie Gelegenheit, sich in dieser Seite an einem bestehenden Google-Konto anzumelden. Beachten Sie dabei die englische Tastaturbelegung.

Wählen Sie Nein, um die Anmeldung zu überspringen, erhalten Sie in diesem Formular die Möglichkeit, ein Google-Konto anzulegen.

Auch das kann über die Schaltfläche Später übersprungen werden. Auf der folgenden Seite sollten Sie die Markierung der beiden Kontrollkästchen für die Standortnutzung in Apps deaktivieren und auf das rechte Dreieck klicken.

Die folgende Abfrage der Uhrzeit und des Datums korrigieren Sie ggf. oder bestätigen das durch Anwahl der Weiter-Schaltfläche (rechtes Dreieck).

Das folgende Formular ermöglicht Ihnen den Namen des Besitzers einzutragen. Der Schritt lässt sich aber über die rechte Dreieck-Schaltfläche überspringen.

Bestätigen Sie die Nutzungsbedingungen der Google-Dienste in folgender Seite über die rechte Dreieck-Schaltfläche.

Dann ist das Setup abgeschlossen und Sie werden mit folgenden Screens begrüßt, die Sie über die OK-Schaltfläche bestätigen.

In dieser Seite können Sie ggf. Google Now über die Weiter-Schaltfläche herunterladen – mit der Android Zurück-Schaltfläche am unteren Rand geht es zum letzten Screen.

Android KitKat-x86 im Kurzüberblick

Sie gelangen nach den obigen Einrichtungsschritten zum Android-Homescreen, auf dem Sie die Symbole anwählen können.

Am unteren Rand finden Sie die Android-Schaltflächen Zurück, Home und Tasks, um zwischen den Seiten zu blättern, den Homescreen aufzurufen oder laufende Apps einzublenden. Das Browser-Symbol öffnet den Browser, der auch ohne WiFi-Netzwerk Seiten anzeigen sollte (es wird die WLAN-Schnittstelle genutzt). Über das Musik-Symbol sollten Sie Musikstücke abrufen können (auf einem Live-System dürfte aber keine Dateien zu finden sein). Hier ist die App-Seite, die Sie durch die Schaltfläche (Kreis mit 6 Punkten) erreichen.

Ich habe kurz getestet, YouTube funktioniert einwandfrei – der Play Store sollte sich mit einem Google Konto nutzen lassen (nicht jede App wird aber unter Android-x86 funktionieren). Und der Browser funktioniert auch. Eine Kamera ist in der virtuellen Maschine nicht vorhanden.

Über Settings lässt sich die Einstellungsseite aufrufen – und der unterste Befehl ermöglicht Android-x86 herunterzufahren.

Und der nachfolgende Screenshot zeigt die Seite, die bei Anwahl About tablet auf dem Desktop der VM erscheint.

Weitere Tipps zum Umgang mit der VM in Virtualbox

Beim Herunterfahren gehen natürlich die Einstellungen des Live-Systems verloren, d.h. Sie müssen beim nächsten Test die obigen Inbetriebnahmeschritte erneut durchführen. Sie können sich aber eine virtuelle Maschine mit 2 GByte Festplattenspeicher einrichten und dann Android 4.4.2 auf dieser Festplatte installieren lassen.

Nach dem Booten der VM sollte bei installiertem Android der Lock-Screen erscheinen. Anschließend kann man den Bildschirm per Maus entsperren.

  • Zum Herunterfahren lassen sich die Befehle im Menü Maschine/Schließen, der Befehl Power Off in der Settings-App oder eine Shutdown-App verwenden. Einige Hinweise zum Umgang mit Virtualbox als Device Emulator finden sich in der Liste ähnlicher Artikel (hier und hier).
  • Tut sich beim Ziehen des Schloss-Symbols per Maus nichts? Dies tritt auf, wenn das Entsperren nicht sofort nach dem Booten erfolgt. Versuchen, Sie ob das Entsperren nach dem Drücken der ESC-Taste klappt.

Anschließend erscheint der Android-Homescreen. Über die Schaltflächen in der unteren Zeile lässt sich zum Home-Screen oder ein Schritt zurück navigieren. Damit möchte ich den Kurztest in einer virtuellen Maschine abschließen. Mit Virtualbox haben Sie eine nette Umgebung, um Kitkat auf ihrem Windows-Rechner zu testen und mit dem Betriebssystem zu experimentieren. Unter dem Strich haben die Entwickler bei Android-x86.org mit der RC1 bereits einen guten Job gemacht.

In Teil 2 zeige ich, wie man die ISO auf einen USB-Stick bringt und auf realen Maschinen als Live-System ausprobiert. Ich gehe dann der Frage nach, wie sich die RC1 auf einem Netbook Akoya Mini E1210, auf dem Eee PC 701G und ggf. auf dem WeTab Tablet PC so schlägt.

Artikelreihe:
1: Angetestet: KitKat-x86 in Virtualbox und VMware – I
2: Angetestet: KitKat-x86 auf Medion Akoya E1210 und WeTab–II

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a1: Android x86 ICS RC1 für Eee PC 701 und Netbooks
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a3: Honeycomb auf dem Eee PC 701G
a4: Android x86: Angry Birds auf dem Eee PC 701G
a5: Test: Ice Cream Sandwich in Virtualbox Teil II
a6: Testing Android x86 ICS 4.0.3 Build (1.1.2012)
a7: Android x86 4 RC2 auf dem Eee PC 701G installieren
a8: Android x86 in Virtualbox als Device Emulator I
a9: Android x86 in Virtualbox als Device Emulator II
a10: Android x86: Apps installieren Teil 1
a11: Android x86: Apps installieren Teil 2
a12: WeTab Tablet mit Android Ice Cream Sandwich I

b1: Testversion von Android-x86 4.2 Jelly Bean da
b2: Neue Testbuild von Android-x86 4.2 JB-x86
b3: Android-x86 4.2 Jelly Bean angetestet
b4: RC1 von Android-x86 Version 4.4 Kitkat freigegeben


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3 Antworten zu Angetestet: KitKat-x86 in Virtualbox und VMware – I


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  3. volker sagt:

    android-x86,v4.4 in VB-4.3

    Hallo Günter,
    danke für Deinen ausführlichen Bericht; ich war auch ganz begeistert von der Version 4.4-rc1!
    Du sagst:
    “Eine Kamera ist in der virtuellen Maschine nicht vorhanden”
    Du meinst wohl, die Kamera App crasht, vermutlich wegen fehlender OpenGL ES Hardware Acceleration in VB?

    Alles Beste,
    volker

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