Hands-on: MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible–Teil 1

Anfang März hatte Aldi-Süd das MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible für 399 Euro im Angebot. Ich hatte in diesem Artikel darauf hingewiesen. Durch Zufall ist mir letzte Woche ein Gerät für ein paar Tage in die Finger gefallen. Daher nutze ich nun die Chance, noch ein paar Blog-Beiträge rund um dieses Notebook – Tablet PC – Konvertible-Gerät zu veröffentlichen. Hilft möglicherweise dem einen oder anderen Käufer weiter.


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Der Preis von 399 Euro für die Kombination aus Tablet PC und Basisstation mit Tastatur und 500 GByte-Festplatte ist schon gut (sofern im Gerät nicht die allerletzten Komponenten verbaut wurden). Aber 4 GByte RAM, eine 64 GByte SSD und eine 500 MByte-Festplatte sind nicht unbedingt als “Sparvariante” anzusehen, auch wenn im Rechner eine Celeron CPU werkelt. Zu den Details der Geräteparameter werde ich hier nichts mehr schreiben, die finden sich in diesem Artikel. Nachfolgend geht es mehr um eigene Eindrücke und Antworten auf Fragen, die ggf. auftauchen.

Der Lieferumfang – typisch Medion

Das aus Tablet PC und Basisstation mit Tastatur bestehende MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible kommt in einer kompakten Box daher. Auf der Box sind nochmals die wichtigsten Daten aufgedruckt.

Nach dem Auspacken ergibt sich dann folgender, aus dem Tablet PC, der Basisstation, einem Netzteil, einem Handbuch und zwei DVDs bestehender Lieferumfang.

Bei den beiden DVDs, von denen eine die Anwendungen sowie Treiber und die andere das Recovery für Windows 8.1 enthält, habe ich erst einmal gestutzt. Medion hat eine Recovery-Partition auf der SSD der Tablet-Einheit abgelegt, so dass ein Zurücksetzen auf Werksauslieferungszustand möglich ist. Wozu dann noch zwei DVDs, wo das Gerät doch kein DVD-Laufwerk aufweist? Aber das Ganze hat schon Sinn – bzw. ist für Kunden, die die Recovery-Partition auf der SSD geschlachtet haben, möglicherweise ganz hilfreich. Man kann ja ein externes DVD-Laufwerk über USB an das Tablet anschließen. Zudem besteht die Möglichkeit, die DVD in einem anderen Rechner mit DVD-Laufwerk einzulesen. Dann lässt sich der Inhalt ggf. auf einen USB-Stick bringen – oder man gibt das DVD-Laufwerk im Netzwerk frei und kann dann aus Windows 8.1 vom Tablet PC auf die Inhalte zugreifen. Ich habe dann aber vorsichtshalber mal bei Medion nachgefragt, warum man die DVDs beilegt. Hier die Antwort:

Die beiden DVD’s legen wir als einer der wenigen Hersteller noch zusätzlich mit bei. Wir sehen das als einen Mehrwert an. Zudem sind alle Treiber und Inhalte der Support DVD auch auf einer Partition der Festplatte hinterlegt.  Mittels eines externen Laufwerkes kann die Recovery DVD genutzt werden. Alternativ können die Daten über einen anderen PC oder Notebook mit Laufwerk auf einen USB Stick kopiert werden.

Da gehe ich mit konform – und zusammen mit den 36 Monaten Garantie/Gewährleistung, die Aldi bei den Geräten bietet, ist das eine runde Sache.

Inbetriebnahme und erster Eindruck vom Gerät


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Nach dem Auspacken habe ich das Gerät in Betrieb genommen. Die Schritte sind in wenigen Minuten durchlaufen: Im Einrichtungsassistenten die gewünschte Sprache wählen (Medion konfiguriert Windows 8.1 für bis zu 16 europäische Sprachen vor) und dann die Setup-Schritte befolgen. Im Windows-Setup-Teil lassen sich ein Name für den PC, die WLAN-Zugangsdaten und zum Schluss ein Konto zur Administration einrichten. Hier mein Tipp, kein Microsoft Konto anzulegen. In der betreffenden Seite zur Konteneinrichtung gibt man keine Microsoft Kontendaten an, sondern geht auf “Neues Konto anlegen” und wählt in der Folgeseite den unten angezeigten Hyperlink zum Erzeugen eines lokalen Benutzerkontos. Alternativ kann man für die Zeit des Einrichtens auch die Internetverbindung kappen (z.B. WLAN-Kennwort nicht eingeben oder Router abschalten). Dann wird automatisch die Einrichtung eines lokalen Kontos angeboten.

In obigem Foto ist das ausgepackte und eingerichtete MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible (Tablet PC und Basisstation) zu sehen. An dieser Stelle gleich einige Bemerkungen, da ich da durchaus angenehm von dem Konvertible überrascht war.

  • In diesem Beitrag hatte ich erwähnt, dass das Tablet alleine 840 Gramm wiegt (im Vergleich der iPad Air kommt auf 469 Gramm). Die Basiseinheit wiegt nochmals 860 Gramm. Meine Befürchtung, dass das Ganze ein “Ziegelstein” wird, trat nicht ein. MVP-Kollegin Ute Simon wies mich auf Facebook in einem Kommentar darauf hin, dass das Surface Pro in der gleichen Klasse (900 Gramm) läge.
  • Das Tablet ist gewichtsmäßig kein iPad, lässt sich aber durchaus auf dem Schoß ganz gut handhaben, ohne dass die Arme abfallen. Und der 11,6 Zoll Touch-Bildschirm hat auch Größenvorteile. Wenn mir das alles zu schwer wird, greife ich persönlich eher auf ein Android-Smartphone (130 Gramm) zum Surfen oder zum Abrufen von E-Mails zurück.
  • Die Kombination aus Basiseinheit und aufgestecktem Tablet kommt zwar auf 1,5 kg, fungiert dann aber i.d.R. als Notebook-Ersatz – und liegt dann auch in einer Größenordnung, die für diese Geräte gilt. Das Tablet lässt sich auch leicht in die Basiseinheit einstecken, das Scharnier erscheint mir solide. Von manchen Testern wird der Entsperrhebel an der Basisstation als diffizil kritisiert. Diesen muss man zur Seite schieben, um das Scharnier zu entriegeln und das Tablet entnehmen zu können. Da kann ich das Urteil der Tester verstehen – der Entsperrhebel muss schon gezielt mit dem Finger verschoben werden, damit der mechanische Haken, der von der Basisstation in das Tablet PC-Gehäuse eingreift und das Ganze arretiert, ausgeklinkt wird. Andererseits: So kann man davon ausgehen, dass die Verbindung Tablet PC und Basiseinheit mechanisch stabil miteinander verbunden sind – und nichts ungewollt beim Tragen des geöffneten “Notebook” herausfällt.
  • Der Touch-Bildschirm wackelt zwar leicht, wenn man im Konvertible-Modus etwas auf dem Windows-Desktop per Doppeltippen anwählen will – funktioniert aber durchaus. Im Betriebsmodus, bei dem das Tablet auf der Basiseinheit aufgesteckt ist, würde ich eh die Tastatur und das eingebaute Touchpad verwenden.
  • Hier hatte ich übrigens den kuriosen Effekt, dass nach der Erstinbetriebnahme im “Notebook- bzw. Konvertible-Modus” weder ein Mauszeiger vorhanden war noch das Touchpad an der Basisstation funktionierte. Die Tastenkombination Fn+F9 blieb ohne Wirkung – und auch ein Zurücksetzen des Systems per Recovery brachte nichts. Jetzt wisst ihr auch, warum ich das Gerät in die Finger bekam – ich dachte schon an einen Transportschaden oder einen Fertigungsfehler und wollte die Rückgabe empfehlen. Aber kurioserweise funktionierte es plötzlich, nachdem ich das Tablet mehrfach während es Tests von der Basisstation ab- und wieder angestöpselt hatte. Keine Ahnung, was da los war.
  • In einem Kommentar zu diesem Beitrag hat jemand angemerkt: “Die Blickwinkelstabilität ist auch nicht so berauschend, hab da einige Videos zu gesehen”. Dazu kann ich nur anmerken, dass die Blickwinkelstabilität für meinen Geschmack ausgezeichnet ist – und ich habe einige Android-Tablet PCs ohne IPS-Display in den Händen gehalten, wo genau das zum Problem wurde. Die Bildschirmhelligkeit sollte auch in Ordnung gehen, wenn man nicht gerade im Sonnenlicht arbeiten mag.
  • Was im abgeschalteten Zustand auffällt, ist das spiegelnde Display (wird in obigen Fotos sichtbar). Das ist aber eine Eigenschaft, die man eigentlich auf allen Touchgeräten antrifft und nicht dem Akoya speziell anzulasten. Bei Touchdisplays werden m.W. bisher keine matten Displays verbaut, da sonst die Helligkeit zu gering ist und Fingerabdrücke noch störender wirken. Zudem ist mir dieses Spiegeln beim Arbeiten mit dem Gerät weder auf dem Desktop noch in Apps noch auf der Startseite wirklich aufgefallen.
  • Das Display der Tablet-Einheit löst mit 1.920 x 1.080 Pixel sehr gut auf – allerdings wirkt der Mauszeiger da etwas klein. Auf der Startseite und bei Apps ist das alles kein Problem. Aber auf dem Windows-Desktop sind Menüeinträge oder Elemente im Explorerfenster doch etwas klein und bei Touchbedienung trifft man nicht. Hier ist Mausbedienung (per Touchpad) eigentlich Pflicht.
  • Das Tablet besitzt einen microHDMI-Ausgang – daher dachte ich, dass man recht einfach einen größeren Monitor anhängen und damit quasi stationär arbeiten kann. Ich war auch der Meinung, dass ich hier einige microHDMI-zu-HDMI-Adapter herumfliegen hätte. Ich musste aber zu meiner Überraschung erkennen, dass es miniHDMI-Adapter waren – ein Praxistest musste daher also ausfallen. Falls ein microHDMI-zu-HDMI-Adapter benötigt wird, über die Amazon.de-Anzeige in der Seitenleiste kann man nach entsprechenden Adaptern suchen lassen. Diese liegen im einstelligen Euro-Bereich.
  • Dass das Tablet beim Drehen um 90 Grad immer so seine 2-3 Sekunden Gedächtnispause einlegt, bevor die Anzeige etwas verkleinert wird und dann rotiert, ist kein Problem des Medion-Geräts. Der Effekt, der mich persönlich schon arg stört, ist ein generelles Design-Problem von Windows 8/Windows 8.1. Android- und iOS-Geräte drehen da durchaus performanter.
  • Bei der Tastatur hatte ich sofort den Eindruck, dass ich damit im 10-Finger-Blindsystem Texte eingeben kann. Die Tasten fühlen sich zwar gummiert an und sind nicht mit den Tastenkappen einer Desktop-Tastatur vergleichbar, aber für mein Gefühl (zumindest im Kurztest) ganz brauchbar.

Das Tablet reagiert unter Windows 8.1 zügig, der Intel® Bay-Trail Celeron® Prozessor N2920 (1,86 GHz, 2 MB Intel® Smart Cache), die Intel® HD-Grafikeinheit, die 4 GByte-RAM und die 64 GByte SSD zeigen da schon Wirkung. Softwaremäßig ist Windows 8.1 mit Aldi-typisch, einigen weiteren Beigaben (siehe diesen Beitrag), installiert. Die Kaspersky Internet Security Suite, die als 90-Tage-Trial vorinstalliert ist, kann man direkt deinstallieren (um ggf. diese Probleme und hier beschrieben, zu vermeiden). Der in Windows 8.1 im Windows Defender integrierte Virenscanner sowie die Windows-Firewall reichen zur Absicherung aus. In meinem Artikel [a8] gebe ich noch einige Tipps zum Einrichten eines Medion-Geräts, die auch für das Konvertible herangezogen werden können.

Auf einen Rundumtest mit Benchmarks, Vermessung der Bildschirmparameter etc. habe ich hier verzichtet. Interessierte Leser möchte ich auf die nachfolgend unter Links aufgeführten Artikel verweisen – die diesbezüglich noch einige Infos beinhalten. Ich plane aber noch einige weitere Beiträge, in denen ich auf speziellere Fragestellungen zum MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible eingehe. Nur soviel abschließend: Was ich in der kurzen Zeit so gesehen habe, gefällt mir ausgesprochen gut. Da könnte es mir schon ein bisschen leid tun, dass ich da bei diesem Angebot nicht zugeschlagen habe. Mich persönlich hat die fehlende iCore-CPU aber vom Kauf abgehalten, da ich diese für Hyper-V gebraucht hätte (und ich eh genügend Hardware herum stehen habe und somit bezüglich Rechnern eingedeckt bin).

Links:
1: Kurztest bei tabtech.de mit Video
2: Test in ComputerBild
3: Sehr ausgiebiger Test bei notebookcheck.de

Artikelreihe:
x1: MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible am 6.3 bei Aldi Süd
x2: Hands-on: MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible–Teil 1
x3: Hands-on: MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible–Teil 2

x4: MEDION AKOYA P2212T: Windows 8.1-Backup im Hands-on – 1
x5: MEDION AKOYA P2212T: Windows 8.1-Restore im Hands-on – 2

x6: Medion Akoya P2212T Konvertible: Installationsfragen – Teil 1
x7: Medion Akoya P2212T Konvertible: Installationsfragen – Teil 2
x8: Medion Akoya P2212T Konvertible: Installationsfragen – Teil 3

x9: Medion Akoya P2212T: Auf Media Center aufrüsten
x10: Medion Akoya P2212T: Streaming per DLNA – Teil 1
x11: Medion Akoya P2212T: Streaming mit Miracast – Teil 2
a12: Medion Akoya P2212T: 3G-Anbindung
a13: Medion Akoya P2212T: Screenshots anfertigen

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a8: Medion Akoya P6640 Notebook: Tipps zum Einrichten
a9: Enträtselt: Windows 8 auf Medion-Systemen auffrischen

 


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3 Responses to Hands-on: MEDION® AKOYA® P2212T Konvertible–Teil 1

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  2. Erwin sagt:

    Ich war auch noch mal kurz in Versuchung, das Akoya zu kaufen, da es selbst nach einer Woche noch bei uns verfügbar war. Die Zeiten scheinen wirklich vorbei, wo man sich morgens um 7 Uhr zum Aldi begeben musste, um noch einen PC ergattern zu können.
    Ich hab mich dann doch gegen ein Windows-System entschieden, da ich auch schon genügend PC-Hardware rumstehen habe und mir ein Android Gerät zum Konsumieren einfach besser gefällt. So schreibe ich diese Zeilen jetzt auf meinem neuen ASUS New Tranformer Pad TF701T. Bin schon ziemlich begeistert von dem Teil. Erinnert mich ein wenig an mein erstes Netbook, nur dass dieses Gerät hier viel schneller ist und eine tolle Auflösung hat.
    Du meintest aber in deinem Bericht sicher “3 Jahre Garantie” und nicht Gewährleistung! Ansonsten ein schöner Bericht über das Teil, freue mich schon auf weitere Berichte zu diesem Gerät.

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  4. Hans Wurst sagt:

    Ne, ne, ist schon Garantie

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