Microsoft Surface: Prima Geldverbrennungsmaschine …

Es gibt den Spruch “Lieber eine Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende”. Könnte auch auf Microsofts Surface-Tablet gemünzt sein. Heute ist öffentlich geworden, wie viel Geld Microsoft mit den Surfaces bisher verbrannt hat.


Anzeige

Irgendwie gilt bei den Surface-Tablets ja: Nett anzusehen aber niemand will die haben und vor allem scheiß teuer. Während Apple mit den iPads das Yuppie-Moment im Rücken hatte, fehlt das Microsoft. Dass die Redmonder rote Zahlen mit der Produktion der Surface-Tablet PCs schreiben, war ja schon bekannt. Jetzt hat computerworld.com das Ganze mal durchdekliniert. Seit der Veröffentlichung des Microsoft Surface Pro und des Microsoft Surface im Jahr 2012 haben die Jungs und Mädels aus Redmond sage und schreibe 1,7 Milliarden US Dollar an Verlusten aufgehäuft.

Woher man das weiß? Die Amis haben so schöne Formulare (ein paar wurden mir auch immer zugesandt, um meine US-Einnahmen bei Microsoft unter meiner US-Steuernummer zu deklarieren – habe ich aber wegen des Doppelbesteuerungsabkommens in Ablage “P” abgeheftet). Unter anderem gibt es die FORM 10-K der SECURITIES AND EXCHANGE COMMISSION. Und da hat Microsoft dieses öffentlich einsehbare Dokument am 30. Juni 2014 abgegeben. Ist trockenes Zeugs für Erbsenzähler und Bürokraten. Computerworld hat sich durchgewühlt. Im letzten Quartal 2014 (4. Quartal des Geschäftsjahres von April bis Juni) hat Microsoft bei Kosten von 772 Millionen $ nur 409 Millionen US $ eingenommen – macht nach Adam Riese einen Verlust von 363 Millionen US Dollar.

Jongliert man dann noch eine wenig mit weiteren Zahlen, die auch bekannt sind, kommt man für das Fiskaljahr 2014 auf einen Verlust von 676 Millionen $ und für 2012 bis 2014 auf die Summe der genannten 1,7 Milliarden. Muss eine alte Frau lange für stricken. Aber mit Microsoft trifft’s keinen Armen. Alleine die Lizenzeinnahmen für Android, die Microsoft, ohne einen Finger krumm zu machen, einnimmt, werden auf über eine Milliarde pro Jahr geschätzt. Trotzdem möchte ich keine Controller – nicht mal bei Microsoft – sein. Weitere Details für Zahlenfresser finden sich hier.

Und damit das weiter bergab geht, kommt das Surface Pro 3 ab 28. August in weiteren 25 Ländern, u.a. auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Vertrieb, wie ich gerade bei Engadget lese. Eine Docking-Station kommt im September. Das Teil bekam zwar gute Kritiken in der Presse, ist aber ebenfalls schweineteuer und hat wohl Keyboard-Dock-Probleme. Liegt daher wie Blei in den Regalen. Ich denke aber, dass das Surface nicht so schnell aus dem Microsoft-Angebot verschwinden wird – wenn auch das Surface Mini kürzlich geerdet wurde. Und wie seht ihr das? Born schwätzt mal wieder dummes Zeugs? Ok, mache ich doch dauernd. Schickes Teil, muss man unbedingt haben? Oder eher: Ist mir egal, soll das kaufen wer will – ich jedenfalls nicht?

Gratulation an die ESA

Und noch eine Erkenntnis gibt’s: So sieht das Loch aus, in dem die Millionen verschwunden sind (im Foto unten rechts). Scherz beiseite, das Foto stammt von der ESA und wurde von der Raumsonde Rosetta aufgenommen. Die Sonde ist erfolgreich in eine Umlaufbahn des Kometenkerns 67P/Tschurjumow-Gerassimenko eingeschwenkt – und das trotz fehlendem Surface Pro 3.
(Quelle: Esa)

Von daher: Meine Gratulation nach Darmstadt, habt ihr gut hin gekriegt. Und jetzt schließt sich der Kreis. Bin zwar weder an der Entwicklung des Surface noch an der Rosetta-Mission beteiligt gewesen. Aber zumindest bin ich nach meinem Studium mal in der Luft- und Raumfahrttechnik gestartet.

 


Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Surface abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Microsoft Surface: Prima Geldverbrennungsmaschine …


  1. Anzeige
  2. Justus sagt:

    > hat wohl Keyboard-Dock-Probleme.

    Was meinst du konkret damit?

    > Liegt daher wie Blei in den Regalen

    Da habe ich anderes gelesen. Bisher waren die Verkaufszahlen des Surface Pro 3 in den USA wohl recht gut. Aber klar, bei dem Preis ist das eher ein Nischenprodukt. Zumal Microsoft nicht das gleiche positive Premiummarken-Image hat wie Apple. Die Apple-Kunden kaufen die Produkte auch wegen dieses positiven Marken-Images. Dabei spielt der Preis eine untergeordnete Rolle bzw. ist für manche Gutverdiener sogar eine Möglichkeit, sich vom gemeinen Volk abzusetzen (Snob-Effekt). Windows Rechner hingegen werden nicht wegen der Marke Microsoft gekauft, sondern weil die bekannte Software drauf läuft. Hier hat MS noch einen langen Weg vor sich, bis die neuen, sehr guten Ansätze in der Unternehmenspolitik auch zu einem besseren Image führen. Das Surface Pro 3 ist meiner Meinung nach aber ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung. Wenn ich jetzt einen Pc bräuchte, würde ich es mir kaufen.

    • Günter Born sagt:

      @Justus: Zu den Keyboard-Dock-Problemen (hätte ich Type-Cover und Touch-Cover schreiben sollen) – erinnerungsmäßig hakt es da immer wieder bei der Erkennung von Tastatur und Touchpad. Gibt da auch schon Firmware-Updates für.

      • Justus sagt:

        Auf meinem guten alten Surface RT wird die Tastatur immer erkannt. Was allerdings manchmal hakt, ist die Bildschirmtastatur, die bei Eingabefeldern nicht erscheinen will. Hier muss man dann die Hardwaretastatur kurz anklemmen und wieder abmachen.

  3. Paule21 sagt:

    Die Dinger sind einfach weiterhin viiieeell zu teuer! Das ist es mir echt nicht wert und da hole ich mir lieber ein preiswertes Android-Tablet.

    • Justus sagt:

      @Paule Das Surface Pro 3 ist im Gegensatz zu einem Android-Tablet kein reines Couch-Device, sondern auch noch ein vollwertiger Pc, mit dem man wesentlich flexibler ist. Nicht nur für die Freizeit, sondern auch zum Arbeiten.

      • Paule21 sagt:

        Mit nem Android-Tablet kann ich auch arbeiten, das alleine reicht als Verkaufsargument nicht. Mit Windows habe ich vielleicht ein paar Möglichkeiten mehr, aber das rechtfertigt den Preis auch noch nicht. Für mich kann ein Tablet auf keinen Fall meinen Arbeits-PC (Dektop-Rechner) ersetzen.

        • Justus sagt:

          >Für mich kann ein Tablet auf keinen Fall meinen Arbeits-PC (Dektop-Rechner) ersetzen.

          Ein Windows-Tablet mit i3/5/7 kann das schon, nur bist du nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen. :-)

          • Paule21 sagt:

            Wäre ja auch bekloppt wenn ich die gleiche Leitung mit einem Desktop-PC um ein vielfaches günstiger haben kann. ;-)

          • Justus sagt:

            @Paule
            Es gibt Leute, die mobil arbeiten müssen, denen ist dann ein Desktop zu schwer… ;-) Und du zahlst letztlich einen ähnlichen Preis, da du ja zwei Geräte kaufst.

  4. Anzeige

  5. Marc sagt:

    @Justus
    MS wollte den Massenmarkt in Angriff nehmen und somit Android/Google den Kampf ansagen und keinen Ersatz für einen mobilen Desktop PC, was ein Nischenprodukt darstellen würde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.