Chromecast in der Praxis: Nutzung unter iOS & OS X- Teil 6

ChromecastNachdem das Streamen von Medieninhalten unter Android und Windows in Teil 3 bis Teil 5 abgehandelt wurde, möchte ich in diesem Artikel noch einen kurzen Blick auf Apples iOS und OS X werfen. Zudem ist es Zeit, ein Fazit zum Chromecast-HDMI-Stick zu ziehen.


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Chromecast unter OS X, geht das?

Spannende Frage: Klappt die Chromecast-Technologie auch in der Apple-Welt. Erinnerungsmäßig hatte Google 2013 bei der Chromecast-Vorstellung gesagt, dass man verschiedene Plattformen unterstützen wolle. Auf der Google Seite ist auch beschrieben, wie man mit OS X ab 10.7 den Chromecast-HDMI-Stick mittels der Chromecast App einrichten kann. In diesem englischsprachigen Artikel sind die Schritte zum Einrichten unter OS X bebildert aufgeführt. Und in diesem englischsprachigen Artikel sind alle Schritte, vom Einrichten bis zur Verwendung unter OS X und iOS beschrieben.

Zum Streamen aus OS X benötigen Sie den Google Chrome-Browser, den Sie hier herunterladen können. Gehen Sie anschließend wie für Windows in Teil 5 beschrieben vor, starten Sie den Google Chrome-Browser und laden Sie aus dem Chrome App-Store die App Google Cast.

Anschließend können Sie, wie für Windows in Teil 5 beschrieben, YouTube-Videos über die Chromecast-Schaltfläche des Playerfensters auf den Chromecast ausgeben. Und auch das Streamen eines Browser-Tabs auf den Chromecast funktioniert wie unter Windows (siehe obiges Foto).

Chromecast unter iOS 7

Zum Einrichten des Chromecast lässt sich die gleichnamige App aus dem iTunes-Store herunterladen. Unter iOS haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um Medieninhalte auf den Chromecast-HDMI-Stick zu streamen. Gehen Sie in den iTunes-Store und lassen Sie nach “Chromecast” suchen, werden Ihnen eine Menge iOS-Apps, angefangen von der Google Chromecast-App zum Einrichten bis hin zu diversen Apps mit Chromecast-Unterstützung.

Im obigen Foto ist die YouTube-App von Google zu sehen, in der ein Video abgespielt wird. Im oberen Teil des Videofensters findet sich das Chromecast-Symbol. Bei Anwahl wird die Liste der Chromecast-Empfänger sichtbar. Durch Anwählen des Empfängers lässt sich die Audio- und Videowiedergabe auf den Chromecast-HDMI-Stick umleiten. Zum Trennen der Verbindung wählen Sie das Chromecast-Symbol erneut an und bestätigen im Popup-Menü das Trennen der Streaming-Übertragung. Mit der kostenlosen App Photo Cast lassen Fotos von einem iPad oder iPhone auf den Chromecast-HDMI-Stick streamen. In diesem Artikel finden sich noch einige Erläuterungen.

Licht und Schatten beim Feldtest


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Was mir bei meinem Feldtest aufgefallen ist? Der Chromecast-HDMI-Stick wird im Betrieb gut handwarm – allerdings hatte ich einige HDMI-Sticks im Test, die deutlich heißer wurden. Von daher ist die Temperatur sicherlich kein Problem. Und wie sieht es mit der Funktionalität aus?

Fangen wir mit der Android-Welt an. Klasse finde ich, dass ich quasi mit fast jedem Android-Gerät aus der YouTube-App auf den Chromecast streamen kann. Ich habe ein altes Simvalley SP-140 Smartphone von Pearl mit Android 4.0.1 getestet. Hat mit YouTube und BubbleUPnP geklappt. Mit der App AllCast ist sogar das Streamen lokaler Mediendateien möglich. Ein Google Nexus 4 oder ein Galaxy S4 unterstützt natürlich auch das Screen-Mirroring. Insgesamt eine schöne Sache, die mich schon ein Stück weit begeistern kann.

Aber es gibt auch einiges, was mich stört bzw. was mir persönlich nicht so gut gefällt – ich habe ja zwischenzeitlich AirPlay von Apple, DLNA und Miracast als herstellerübergreifende Standards ausgiebig getestet und im Blog beschrieben (siehe Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.). Was mir nicht so wirklich gefallen hat: Ich muss zwangsweise mit dem Internet verbunden sein (bei deaktivierter Internetverbindung funktionierte die Chromecast-Schaltfläche hier im Chrome-Browser nicht mehr) und über ein WLAN-Netz verfügen, um Medieninhalte an den Chromecast-HDMI-Stick übertragen zu können.

Ob das nur ein Implementierungsfehler ist (das Streaming per WLAN-Router lief weiter, wenn ich den DSL-Zugang trennte, aber es ließ sich nichts mehr steuern), und ob Daten über das gestreamte Material übertragen werden, habe ich nicht mehr getestet. Der Chromecast-HDMI-Empfänger ist jedenfalls dafür konzipiert, Medieninhalte (YouTube, Netflix etc.) aus dem Internet zu streamen. Damit werden Daten gesammelt. Ich persönlich möchte jedenfalls nicht, das von mir angesehenen Medien bei Google mit registriert werden. Auch wenn ich den in diesem Artikel thematisierten Sachverhalt nachvollziehen kann, zeigt der Fall exemplarisch, wohin die Reise gehen könnte. Wo Daten gesammelt werden, wachsen Begehrlichkeiten – stört momentan die jungen Techfuzzies nicht, sollte sich jeder aber gut überlegen, ob er das möchte.

Was mich persönlich auch stört: Die Synchronisation mit dem Chromecast dauert mitunter elendiglich lange. Drei, vier Sekunden und mehr musste ich immer warten. Ich habe einige low cost Streaming-Sticks mit Miracast getestet, die ähnlich lahm waren. Aber mit einem Netgear Push2TV PTV 3000 war mit Miracast binnen einer halben Sekunde Fotowechsel möglich. Auch Airplay reagierte da wesentlich fixer. Gefühlt rangiert der Chromecast-HDMI-Empfänger am unteren Leistungsende.

Was mir auch nicht gefallen hat, ist der Umstand, dass ich auf meinem Android-Gerät keine Kontrolle über die Audiolautstärke habe. Es wurde ein Google Nexus 4 verwendet und der Lautstärkeregler war auf der maximalen Position fixiert.

Ich musste am HDMI-Empfänger die Lautstärke regeln. Während das bei einem TV-Gerät per TV-Fernbedienung wohl noch geht, ist das bei einem Computermonitor (Flachbildschirm) nur noch nervig.

Da ich dieses Problem auch schon beim SlimPort-Adapter hatte (siehe SlimPort-HDMI-Adapter für das Nexus 4 im Test) tippte ich auf ein Problem des Google Nexus 4. Bei einem Test mittels des Samsung Galaxy S4 ließ sich die Lautstärke zwar irgendwie regulieren. Aber die Einstellung war Glücksache. Manchmal reagierten beide Tasten der Lautstärkewippe mit der Leiser-Funktion. Ein anderes Mal sprang die Lautstärke zurück, wenn ich den eingeblendeten Schieberegler per Finger verschob. So richtig überzeugend ist das alles nicht – und ich habe keinen Plan, ob ich was falsch mache.

Was bei mir auch keine Begeisterung erzeugt, ist der Umstand, dass ich bei jeder Android-App schauen muss, ob die Chromecast unterstützt. Erst Apps wie AllCast oder BubbleUPnP lassen da etwas mehr Freude aufkommen. AirPlay unter iOS geriert sich da, zumindest nach meinen Erfahrungen im Kurztest, erfreulich kooperativer. Mit dem Screen-Mirroring ist das zwar alles entspannter geworden – allerdings werden nur wenige Android-Geräte offiziell unterstützt. Unter Windows, iOS oder OS X klappt das Screen-Mirroring auf einen Chromecast-HDMI-Empfänger nicht. Und das Streamen eines Chrome Browser-Tabs ist nur für bestimmte Inhalte möglich (ein Tab mit laufendem YouTube-Player lässt sich nur direkt über das Player-Fenster streamen).

Im Vergleich mit AirPlay, DLNA und Miracast (siehe Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.) fehlen Chromecast doch noch einige Features. Das deckt sich auch mit der Einschätzung in diesem Welt-Artikel (und hier sowie hier), den ich im Nachgang noch entdeckt habe. Ich denke, Google muss noch einige Nachbesserungen vornehmen, ehe Chromecast wirklich rund wird.

Im Abschnitt Links finden Sie noch einige Verweise auf Artikel mit Tipps zum Umgang mit Chromecast. Damit möchte ich die Artikelreihe rund um Chromecast abschließen. Ich hoffe, ich konnte einige Informationen und Anregungen rund um Chromecast bereitstellen. In den kommenden Wochen plane ich noch ein Videotraining rund um Streaming-Technologien zu erstellen, wo der Chromecast-HDMI-Stick ebenfalls einbezogen wird.

Chromecast-Artikelreihe:
Neues Spielzeug: Chromecast-HDMI-Stick – Teil 1
Chromecast in der Praxis: Ersteinrichtung – Teil 2
Chromecast in der Praxis: Nutzung unter Android – Teil 3
Chromecast in der Praxis: Nutzung unter Android – Teil 4
Chromecast in der Praxis: Nutzung unter Windows – Teil 5
Chromecast in der Praxis: Nutzung unter OS X – Teil 6

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Hands on: Streamcasting mit DLNA, Miracast, Airplay & Co.
AirPlay mit Apple-TV und HDMI-Sticks nutzen – Teil 1
Android als AirPlay-Empfänger verwenden – Teil 5

Links:
Chromecast-Seite von Google
Chromecast FAQ von Google
Chromecast-Seite von WikiPedia

Google Chromecast für 35 Euro im Praxistest
How to use Chromecast to share desktop screen (and audio) to TV?
Enable Mirroring from any device

Die 10 besten Apps für den Google Chromecast
7 Browser Tricks, um das Beste aus Ihrem Chromecast bekommen
Die besten Tipps und Tricks für Chromecast
10 Apps für den Google Chromecast im Überblick
Dashboard Cast macht Chromecast und euren TV zur Info-Zentrale


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3 Antworten zu Chromecast in der Praxis: Nutzung unter iOS & OS X- Teil 6


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  2. Thomas sagt:

    Alles was dieser Stick kann kann das gute alte HDMI Kabel viel besser. Hat man Miracast oder WIDI dann ist der Stick ohnehin überflüssig. Ich bin enttäuscht denn der Chromecast benötigt immer einen externen Zuspieler.

  3. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Gerade auf diesen Thread in meinen Google+ Kreisen gestoßen, wo es um Problembehandlung geht.

    Bald will Google das Erstellen von Warteschlangen von YouTube.com-Casts vereinfachen. Infos gibt’s bei Google+.

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  5. Christian sagt:

    Neben Photo Cast gibt es jetzt für iOS auch die kostenlose App Video & TV Cast zum Abspielen von Webvideos aus dem Internet auf dem Chromecast

    Die App ist hier zu finden: https://itunes.apple.com/de/app/video-tv-cast-browser-for/id907405413?mt=8&uo=4&at=10lNY2&ct=Other

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