Microsoft kappt Support für ältere IE-Versionen …

Unter Windows 7 lassen sich ja diverse IE-Versionen (IE 8, IE 9, IE 10, IE 11) betreiben. Und Microsoft ist gezwungen, Sicherheits-Updates für diese Browserversionen bereitzustellen. Damit ist 2016 Schluss, denn Microsoft kappt den Support für Alt-Versionen des Internet Explorer.


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Als Nutzer diverser Microsoft-Produkte hat man es wirklich nicht leicht. Ständig läuft irgendwo ein Support aus: Windows XP, Windows Server 2003, Office 2003 und was weiß ich. Was beim Mitbewerb „still und heimlich“ passiert und die gleiche Aufmerksamkeit bekommt, als wenn ein Sack Reis in China umfällt, wird bei Microsoft thematisiert. Hängt wohl auch damit zusammen, dass es einfach eine riesige Installationsbasis für diverse Microsoft Produkte gibt.

MVP-Kollege Ed Bott wiest gestern in diesem Artikel darauf hin, dass Nutzer älterer Versionen des Internet Explorers ihr Aufmerksamkeit auf den Lebenszyklus dieser Software werfen sollen. Tifft vor allem Nutzer bzw. IT-Administratoren in Firmen. Dort werden häufiger ältere Versionen des Internet Explorers eingesetzt und das Update auf die aktuelle IE 11-Version unterbleibt aus Kompatibilitätsgründen. Vorhandene Dritt-Hersteller Intranet-Anwendungen laufen in neueren IE-Versionen nicht mehr korrekt.

IE-Anteil
(Quelle: Netmarketshare.com)

Generell hat der IE in den verschiedenen Version laut Netmarketshare.com einen Anteil von knapp 60% am Browsermarkt. Und gemäß dem obigen Diagramm ist der IE 8.0 mit 21.56% der verbreitetste Browser. Hätte ich eigentlich nicht erwartet, da die „Kompatibilitätsproblematik“ beim Internet Explorer 11 nach meiner Einschätzung durch die Einführung des Unternehmensmodus entschärft wurde. Ich hatte dies im Artikel thematisiert. Offenbar scheint es aber Gründe zu geben, warum Unternehmen und Nutzer nicht aktualisieren.

Da für Microsoft der Supportaufwand für die Altversionen nicht unbeträchtlich ist, hat man jetzt in diesem MSDN-Blog-Beitrag deren Unterstützung abgekündigt. Das folgende Schaubild zeigt die Betriebssystem- und höchsten Browserversionen, die noch unterstützt werden (die Live-Cycle-Dauer kann in dieser Webseite ermittelt werden, die Ausführungen hinsichtlich „Beginning January 12, 2016 … After January 12, 2016“ im Artikel sind zwar etwas irritierend, aber im Kontext verständlich).

IE-VersionenOS(Quelle: Microsoft)

Ab dem 12. Januar 2016 wird Microsoft nur noch die aktuellste, für eine Betriebssystemplattform verfügbare Internet Explorer-Version mit (Sicherheits-)Updates versehen. Bei Windows 7 SP1, Windows 8.1 und Windows Server 2012 R2 ist dies aktuell der Internet Explorer 11. Für Vista endet der Support 2017, ähnliches gilt für die restlichen Betriebssysteme.

Firmen, die dem nicht folgen können oder wollen, hätten natürlich noch die Möglichkeit, mit Microsoft über einen individuellen Support-Vertrag zu verhandeln. Ich denke, die gestrige Ankündigung hat auch etwas damit zu tun, dass Microsoft künftig auf allen Plattformen mit seinen Produkten vertreten sein will (ob’s für den IE gilt, weiß ich nicht). Da muss man sein Portfolio im Support bereinigen. Frage: Seid ihr irgendwie von dieser Thematik in eurem Arbeitsumfeld oder privat betroffen? Und falls ja, warum hakt’s beim Umstieg auf die aktuelle IE-Version?


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5 Antworten zu Microsoft kappt Support für ältere IE-Versionen …

  1. Marc sagt:

    die Unternehmen (in meinem direkten Umfeld KMU) sehen Updates für nicht notwendig und kostenintensiv an, da Fachleute evtl. den rollout durchführen müssen.
    selbst Privatleute haben es mit der Aktualisierung nicht ganz so, denn es könnte sich ja irgendetwas im/am System verändern, was zu Komplikationen führt.
    Credo insgesamt: warum läuft doch
    In diesem Zusammenhang kommen dann noch die selbst ernannten Fachleute, die das changelog studieren und sagen, hat sowieso kein Vorteil oder keinen wesentlichen usw.

    im Vergleich iOS bzw. Android zeigen Aufmerksamkeitsstark entsprechende Updates an, sodass der Endkunde bspw. einfach den „roten Punkt mit Zahl“ weg haben möchte.

    Es stellst sich daher die Frage, warum MS keine Zwangsupdates durchführt und dem Kompatibilitätsmodus mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

  2. Tim sagt:

    >>> Es stellst sich daher die Frage, warum MS keine Zwangsupdates durchführt und dem Kompatibilitätsmodus mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

    Seh ich indirekt ähnlich und kann auch nicht verstehen wie man, wie man stark veraltete Browser weiter nutzen mag und das für besser hält. Wär theoretisch ja schlauer die neuen zu nutzen, die grundsätzlich ja schon verbesserungen enthalten, und deren Fehler entsprechend zu korrigieren.

    Wobei Zwangsupdates… sollen sie doch einfach nur die letzte Version weiter unterstützen und fertig… Der ie 8 ist ja nun echt schon nen paar Tage alt, war das Windows ME *hust* oder 2000 was zu der Zeit aktuell war?

    Aber wie oft, liegt es halt auch an in Firmen eingesetzter Software, die nie vernünftig weiterentwickelt wurde, weil vor 10 Jahren mal einer da war, der was laufendes für Windows 98 zusammengestrickt hat und heute schon in Rente, oder gefeuert ist…
    Da steht dann irgendwo son oller Pentium erster Generation in der Ecke, den keiner mehr anfasst, damit er nicht stirbt… der muss nur laufen und bei Gewitter beten alle brav…

    Sowas mal auf aktuellen Stand zu bringen, kostet die Firmen dann Zeit, Nerven und vor allem Geld… wenn sich überhaupt eine spontan, mögliche Lösung anbietet, denn das gefrickelt läuft halt nur auf altem Kram und altem Browser…

    Ich wäre zum Beispiel auch gerne mal Mäuschen was in den Schulen im Land grad so abgeht nach dem großen XP Tod… Ob die Eltern Fördervereine mal wieder geschröpft werden, oder unsere Neuland Politik da diesmal was gebacken bekommt?

    • Marc sagt:

      in Sachen Zwangsupdate:
      bei Android/iOS kommt keiner auf die Frage und sagt, ich möchte das Handy auf Stand 01.01.201x halten, sondern hier erfolgen die Updates bis nichts mehr geht.
      Dh. bspw. dass iPhone 3GS-User (Vorstellung Juni 2009) – aktuelles/letztes iOS 6.1.3 nun an Ihre Nutzungsgrenzen stoßen, denn viele Apps verlangen zwischenzeitlich iOS7.
      Verwunderlich in diesem Zusammenhang ist, dass hier die Unternehmen vollstes Verständnis haben bzw. aufrüsten/austauschen.

  3. Thomas sagt:

    Liegt das an der Größe der Firma? Bei MS vergehen gefühlt Monate oder Jahre ehe etwas passiert. Bei MS geht man zum Bahnhof und wundert sich dann warum der Andoid Zug vor Monaten schon abgefahren ist. Dann kauft man verzweifelt Firmen und Know How ein und wundert sich dann das es keiner mehr will. Der neue CEO von MS hat das gesehen und handelt. Ich bin gespannt.

    • Marc sagt:

      Das bezweifel ich stark, denn sonst würde man um die OS/bzw. allgemein Software-Versionen nicht so einen hype machen, sondern einfach ein regelmäßigen rollout. wenn man sich nur mal google chrome und IE im Vergleich die Update-Häufigkeit usw. anschaut.
      Die Unternehmen kommen Entwicklungstechnisch aus zwei unterschiedlichen Lagern, MS will planen, entwicklen, testen und dann ein fertiges Produkt auf den Markt bringen – wo hingegen google versucht Idee schnell umzusetzen und am Markt zu stabilisieren/optimieren und zwar am/mit dem Markt.
      Bei Google hat dies leider den Nachteil, dass manche Produkt schnell vom Markt verschwinden, obwohl diese funktionieren, genügend Anhänger/User haben usw. (bspw. google RSS-Reader)

      auch in anderen Bereichen ist die og. Entwicklung sichtbar
      ehemals Siemens/Gigaset AVM
      Banken (inkl. Giropay) paypal/Sofortüberweisung o.ä.

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