Überhitzung beim Surface Pro 3 im Leerlaufmodus und kein Miracast?

Donnerstag, den 28. August, ist ja das Microsoft Surface Pro 3 in Deutschland erhältlich. Wird sich – angesichts des Preises – zwar nicht wie „geschnitten Brot“ verkaufen, aber ich denke, so Mancher liebäugelt mit einem Exemplar. Überschlaft diese Entscheidung nochmals, denn es scheint, als ob das Gerät ein paar Probleme hat. WiFi-Probleme scheinen durch Firmware-Updates gefixt. Aber auf meiner Agenda stehen die Stichworte: Überhitzung und Miracast-Support. Hier ein kurzer Blick auf diese beiden Themen. [Update: Einige Ursachen scheinen identifiziert zu sein und möglicherweise gibt es Fixes für das Überhitzungsproblem.]


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Letzte Woche hatte ich über ein zweites Firmware-Update für das Surface Pro 3 berichtet. Dieses aktualisiert das Surface Pro UEFI (v3.9.150.0), um den BIOS Password-Status anzuzeigen und die Boot-Zeit in bestimmten Szenarios zu verkürzen. Bereits am 12. August gab es ein Update der Firmware, um die Zusammenarbeit mit dem Surface Power Cover zu verbessern, die Stromaufnahme der LifeCam-Probleme zu reduzieren und Probleme mit dem Surface Ethernet Adapter zu fixen. Geht man die Link-Liste am Artikelende durch, drängt sich mir der Eindruck auf, dass das Surface Pro 3 alles andere als durchentwickelt ist.

Kein Sommer 2014, aber das Surface Pro 3 hat Hitzewallungen

Soweit, so schlecht. Über diesen Artikel meines MVP-Kollegen Damian Dandik bin ich auf diesen Microsoft Answers-Forenthread zum Surface Pro 3 aufmerksam geworden. Scheinbar haben manche Nutzer eines Surface Pro 3 mit iCore i7 CPU massive Hitzeprobleme. Der Thread-Starter berichtet, dass bei ihm der Lüfter unheimlich laut läuft und es Überhitzungsprobleme beim Leerlauf oder leichter Prozessorbelastung geben. Der Benutzer hat folgendes Foto im Microsoft Answers-Forum gepostet.

SurfacePro3-02
(Quelle: Microsoft Answers)

Nach drei Minuten surfen im Internet bekommt er die hier sichtbare Temperaturwarnung angezeigt. Der Benutzer beklagt sich, dass er ca. 2.000 US $ für ein Gerät rausgehauen hat, und das nun nicht mal mehr im Leerlauf nutzen könne. Vom Bauchgefühl her hätte ich gesagt: Bedauerlicher Einzelfall, Gerät ist kaputt, tauscht es um, und gut ist. Passt hier aber wohl nicht, denn der Nutzer hat wohl bereits den vierten Surface Pro 3 bekommen, das Problem ist immer noch da.

Dann hat der Benutzer begonnen, Fälle von weiteren Surface Pro 3-Besitzern in seinem Thread zu dokumentieren – und weitere Betroffene haben sich im Forenthread gemeldet. Einer berichtet, dass nach zahlreichen Firmware-Updates das Hitzeproblem etwas gemildert wurde – behoben scheint es aber nicht. Andere Nutzer berichten, dass das Hitzeproblem nach Firmware-Updates aufgetreten sei. Der Forenthread hat mittlerweile 27 Seiten. Es scheint wohl ein Serienproblem zu sein. Mein MVP-Kollege Damian Dandik schreibt, dass Microsoft die Kühlung beim Surface Pro 3 mit Intel Core i7 Prozessor komplett überarbeitet habe, um die Lautstärke zu reduzieren. Scheint nicht bei allen Modellen geklappt zu haben – zumindest scheint es Geräte mit Überhitzungsproblemen zu geben. Ob das bei den in Deutschland angebotenen Geräten der Fall ist, kann ich nicht sagen.

Update: Möglicherweise Ursache und Fixes für das Überhitzungsproblem

Im Microsoft Answers-Forum schreibt Nutzer STep_001 das bei ihm das Windows Installer Module und der Windows Installer Module Worker die CPU-Last und damit das Hitzeproblem mit voll drehendem Lüfter verursachen. Sobald er die beiden Prozesse im Task-Manager beendet, geht die CPU-Temperatur zurück und die Lüftergeschwindigkeit sinkt. Möglicherweise ist seit dem letzten Firmware-Update was im Argen. Ein zweiter Benutzer RFOG hat allerdings Microsoft Spiele-Apps als Ursache identifiziert. Auch ein Chrome-Browser oder die Microsoft Reader App können ein Problembär sein, weil viele Prozesse geöffnet werden. Overall: Ziemliche Crapware auf dem Surface. Also: Werft mal die ominösen Metro-Apps runter und schaut im Task-Manager, was die CPU-Last erzeugt.


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Kann das Surface Pro 3 kein Miracast?

Ich habe mal bei Amazon.de nachgeschaut, dort wird das Surface Pro 3 für 1299 Euro angeboten. Was mich geschockt hat: Im verlinkten Amazon.de-Angebot gibt es einen Questions & Answers-Abschnitt mit folgendem Hinweis:


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F: Ist surface 3 Intel WiDi-kompatibel?
A: Nein. Um WiDi-kompatibel zu sein muss es einen Intel Wireless Chip haben. Leider hat das Gerät hat stattdessen einen Marvell AVASTAR Chip.

Heißt das, dass das Surface Pro 3 keine Miracast-Unterstützung bieten würde? Ok, die Intel WiDi-Technologie ist nicht Miracast. Aber so was macht mich immer stutzig bzw. ganz hibbelig. Und im aktuellen Fall ärgert es mich – bei einer Schnellrecherche konnte ich bei Microsoft nicht herausfinden, ob der Surface Pro 3 Miracast kann.

Die Info zum Marvell AVASTAR Chipsatz für WiFi konnte ich hier in MS Answers bestätigt finden. Allerdings gibt es auch diese Marvell-Seite, die angibt, dass der Marvell AVASTAR 88W8897 Chipsatz Miracast unterstützt. Ob der im Surface Pro 3 verbaut ist, kann ich nicht sagen.

Diese Amazon-Supportanfrage nach Miracast vom 23. Juli 2014 ist bisher unbeantwortet. Diesen Technet Blog-Beitrag transportiert mir zuviel Marketing-Sprech. Bei Reddit.com habe ich diesen Thread gefunden, wo wohl jemand Probleme hat. MVP-Kollege Frank Garcia hat hier einen Hinweis als Video geliefert, dass es wohl mit Miracast und dem Surface Pro 3 funktioniert (aber es gab Probleme). Auch hier berichtet jemand von Problemen mit einem Miracast-Adapter. Grundsätzlich sollte der Marvell WiFi-Chip also Miracast unterstützen  – wie es konkret ausschaut, kann ich aber nicht beurteilen.

Möglicherweise könnte mein MVP-Kollege Martin Geuß was sagen. Er hat sich ein Surface Pro 3 besorgt und besitzt auch einen Netgear Push2TV PTV 3000, wenn meine Erinnerung mich nicht trügt. Aber Martin weilt momentan im wohlverdienten Urlaub an der „südlichen“ Nordsee. Aber vielleicht gibt’s noch einen von den Blog-Lesern, der näheres zum Thema sagen kann. Also lasst mich nicht dumm sterben …

Artikellinks zum Surface Pro 3 im Blog:
Microsoft stellt Surface Pro 3 und neues Zubehör vor
Surface Pro 3-Review: Fast perfekt
Surface Pro 3: Noch ein paar Antworten und Insights
Surface Pro 3 in den USA und Kanada verfügbar
Nutzerstimmen zu Microsoft Surface Pro 3

Surface Pro 3: Probleme mit WiFi 802.11ac
Wi-Fi-Fix für das Surface Pro 3 kommt
Surface Pro 3: Hyper-V und Connected Standby unkompatibel
Surface Pro 3 im Anflug, neues Firmware-Update schon jetzt

 


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11 Antworten zu Überhitzung beim Surface Pro 3 im Leerlaufmodus und kein Miracast?

  1. Ingo sagt:

    Laut Paul Thurrott kann das SP3 definitiv Miracast.
    http://winsupersite.com/mobile-devices/surface-pro-3-audio-and-video

    Dass es nicht Intels WiDi unterstützt, sagt ja über Miracast auch zuerst mal nichts aus. Warum Microsoft auf den Marvell Chip statt einen von Intel sitzt, kann ich auch nur mutmaßen. Der Marvell Chip unterstützt mehr Funktionen in einem einzelnen Chip, insofern vermutlich Platzgründe.

    • Günter Born sagt:

      @Ingo: Danke für die Info – ist mir entgangen – aber ich Noob bin gestern am Rätseln gewesen, was der Service Pack 3 (SP3) mir im Zusammenhang mit Miracast und Surface Pro 3 sagen sollte – bis mir dämmerte, was SP3 wohl meinen können täte. Ich werde langsam zu alt für dieses Abkürzungsgeraffel – TIPP, TISA, CETA – verheißt auch alles nichts gutes ;-).

  2. Matthias sagt:

    Hallo

    Ich wollte nur mal darauf hinweisen, das sich in dem Artikel ein Abschnitt wiederholt:

    1.te vor dem Werbeblock

    Mein MVP-Kollege Damian Dandik schreibt, dass Microsoft die Kühlung beim Surface Pro 3 mit Intel Core i7 Prozessor komplett überarbeitet habe, um die Lautstärke zu reduzieren. Scheint aber nicht bei allen Fertigungslosen geklappt zu haben.

    2.te nach dem Werbeblock

    Laut meinem MVP-Kollegen Damian Dandik hat Microsoft die Kühlung des Surface Pro 3 mit Intel Core i7 Prozessor komplett überarbeitet, um die Lautstärke zu reduzieren. Scheint nicht bei allen Modellen geklappt zu haben

    MfG
    Matthias

    • Günter Born sagt:

      @Matthias: Danke für den Hinweis – beim Erstellen im Writer hat es mir irgend was zerschlagen und die Doublette eingefügt. Ich habe den Text nochmals überarbeitet – müsste jetzt passen.

      • Matthias sagt:

        Ja jetzt passt alles.

        Ich verfolge den Thread über das Hitzeproblem, im Microsoft Forum, auch schon länger und ist für mich auch ein Grund das Gerät vorerst nicht zu kaufen. Man wird ja im deutschen Forum sehen, ob dann Käufer von dem Problem betroffen sind.

        MfG
        Matthias

  3. Martin Geuß sagt:

    Auch im Urlaub habe ich immer ein wachsames Auge auf Dich, Günter ;-).
    Miracast hat sich ja schon geklärt, das Überhitzungsproblem scheint sich dummerweise nicht auf das i7-Modell zu beschränken.
    Ich konnte es schon zwei Mal gezielt reproduzieren, und ich hab einen i5. Schreibe gleich was dazu.

    • Seadon sagt:

      uff…
      Da warte ich aber gespannt auf Deine Antwort.
      Will/wollte mir Ende der Woche ebenfalls das I5 Modell mit 256 GB und 4 GB Ram holen. Freue mich ja schon seit langem darauf.
      Wichtigster Haupzweck wird Nutzen von OneNote per Stift, Office und zeichnen mit dem Stift per Sketchbook pro sein.
      Aber langsam werde ich das Gefühl nicht los, das das Geld nicht so gut angelegt ist, wenn ich von überall im Internet die Probleme einfliegen sehe.

    • Günter Born sagt:

      @Martin: Mach aber mal Pause – oder regnet es an der südlichen Nordsee? Wünsche euch – jeden Tag mindestens ein Kilo Granat (gepult oder ungepult), einen frischen Räucherfisch, viel Sonne und Erholung pur. Zum Surface Pro 3 kannst Du auch noch nach dem Urlaub bloggen, bis die Tasten abfallen ;-).

  4. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Martin Geuß hat (trotz Urlaub) hier bei Dr. Windows einen Artikel mit seinen Erfahrungen zum Surface Pro 3 mit iCore i5 CPU veröffentlicht. Mal schauen, was aus der Geschichte noch wird.

  5. Sam sagt:

    Spannend würde ich vor allem finden, ob es auch Modelle ohne Hitzeprobleme gibt.

    Also ob es ein Serienmäßiges Problem ist, dass jedes i7-Modell hat, oder ob die Qualitätsschwankungen zu hoch sind und man nach ein paar Umtauschen ein ordentliches Gerät hätte.

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