Miracast-Empfänger von Hama im Test – Teil 1

AmazonAuch Hama steigt in den Markt der Miracast-Empfänger ein und hat wohl auf der IFA 2014 den “Wireless Screenshare-Adapter” vorgestellt. Ich habe mir eine Teststellung von Hama besorgt, die vor ein paar Tagen eingetroffen ist. In einem mehrteiligen Beitrag möchte ich den Empfänger vorstellen und schauen, ob die Lösung funktioniert bzw. etwas taugt.


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Auf den Empfänger wurde ich im Juli 2014 durch einen Leserkommentar (danke @Marc) aufmerksam. Meine Anfrage bei Hama ergab, dass ich “etwas arg früh” dran war – der Empfänger war erst mit Verfügbarkeit nach der IFA 2014 eingeplant. Mitte September traf dann ein Testmuster ein, welches mir ein paar Tage zur Verfügung steht.

Hama Wireless Screenshare-Adapter vorgestellt

Der HDMI-Wireless Screenshare-Adapter soll laut Hama Urlaubsfotos, Blockbuster-Videos oder die neuesten Spiele auf ein TV-Gerät übertragen können. Und das vom Smartphone oder Tablet, alles drahtlos auf den HDTV streamen. Hama gibt folgende Highlights an:

  • drahtlose Spiegelung kompletter Bildschirminhalte vom Smartphone auf den HDTV
  • Videos und Fotos werden in hochauflösender 1080p-HD-Auflösung direkt auf den Fernseher übertragen
  • abnehmbare Zusatzantenne zur Reichweitenvergrößerung und Signalstabilisierung
  • unterstützt alle gängigen Übertragungsformate (Miracast, Allshare, Media LinkHD, AirSharing, SmartShare, Play to, u.v.m.)
  • nutzbar mit Android-Geräten ab Android 4.2.1 oder höher
  • passend für Multimediageräte (Smartphone, Tablet-PC) von Samsung, HTC, LG, Sony, Huawei u.v.m.
  • Plug-and-Play -Installation und Setup, wird direkt mit dem HDMI-Anschluss verbunden
  • Spannungsversorgung über mitgeliefertes USB-Kabel
  • kompaktes Design ermöglicht dezente und platzsparende Anbringung
  • WLAN 802.11 b/g/n bis 150 Mbit/s

Lieferumfang

– 1 Wireless Screenshare-Adapter
– 1 abnehmbare Antenne (Anschlusskabel 0,5 m)
– 1 USB-Kabel
– 1 Bedienungsanleitung

Technische Eigenschaften

Anschluss: HDMI™-Stecker
Vergoldet: Ja
Breite x Tiefe x Höhe: 3 x 7 x 1 cm
Gewicht: 50 g
Farbe: Schwarz

Das klingt alles recht verlockend, und der HDMI-Empfänger wird bei Amazon für 50 Euro angeboten.


Werbung – Miracast-Adapter –

Der HDMI-Empfänger besitzt die Größe eines UB-Sticks und verfügt über einen HDMI-Stecker, einen microUSB-Anschluss und eine Buchse für den Empfänger.


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(Quelle: Hama)

Eine Novität ist die abnehmbare Antenne, die an der hier sichtbaren Buchse angestöpselt werden kann und die Reichweite des Empfängers erhöhen soll.

(Quelle: Hama)

Finde ich spannend, da die in den gängigen Adaptern integrierte WLAN-Antenne oft zu wünschen übrig lässt. Hier ist noch ein Foto des an einem TV-Gerät angeschlossenen HDMI-Sticks.

(Quelle: Hama)

Klingt erst einmal alles ganz gut – obwohl ich gestehen muss, dass die Beschreibung auf der Hama-Seite und im Amazon-Angebot in der Art “unterstützt alle gängigen Übertragungsformate (Miracast, Allshare, Media LinkHD, AirSharing, SmartShare, Play to, u.v.m.)” nicht wirklich was sagte. Bis auf Miracast sind das irgendwie Hersteller-spezifische Bezeichnungen. Allshare ist was proprietäres von Samsung, Media LinkHD ist was von HTC, SmartShare kommt von LG, AirSharing ist was von Apple, aber wohl nicht AirPlay – und unter PlayTo muss ich mir vermutlich DLNA vorstellen. Und Miracast für Windows wurde auch nicht explizit erwähnt. Diese Beschreibung ließ mich leicht zweifelnd zurück, was der Adapter wirklich kann.

(Quelle: Hama)

Aber es gibt von Hama einen Screenshot im Web, der das WiDisplay-Logo zeigt. Das kannte ich von anderen Empfängern und natürlich stand sofort die Frage im Raum: Ist die Firmware auch so gichtig, wie bei diesen Empfängern, wo oft nichts funktionierte. Im Umfeld der IFA hat HAMA aber wohl zwei Videos erstellt und bei YouTube veröffentlicht, die den Adapter zeigen.


(Quelle: Hama)

Im nachfolgenden Video wird die Kopplung mit Miracast sowie die Inbetriebnahme des HDMI-Adapters am TV-Gerät kurz gezeigt.


(Quelle: Hama)

Sieht gut aus – aber an einem Test kommen wir nicht vorbei. Wie funktioniert der Empfänger mit einem Windows 8.1-System? Kann er mit einem Samsung Galaxy S4 oder einem Nexus 4 bzw. Nexus 7 (2013) gekoppelt werden? Kann der Adapter eventuell DLNA? Diese Fragen beantworte ich in den folgenden Beiträgen, denn ich habe den Adapter mit dem Medion Akoya P2214T also auch mit den obigen Android-Geräten getestet. Vorab soviel: Miracast funktionierte – und ich habe einige überraschende Feststellungen machen können. Zwischenzeitlich bin ich auch noch auf die HAMA PDF-Bedienungsanleitung gestoßen, die aber nicht allzu viel her gibt.

Artikelreihe:
Miracast-Empfänger von Hama im Test – Teil 1
Hama Wireless Screenshare: Miracast unter Windows 8.1  – Teil 2
Hama Wireless Screenshare: Miracast mit Android – Teil 3

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9 Responses to Miracast-Empfänger von Hama im Test – Teil 1

  1. Thomas sagt:

    Miracast the never Ending Story. Mein TV findet das Notebook nicht. Das Notebook und der TV sind wohl passiv und jeder wartet auf eine Verbindung. Es gibt wenn man 100 mal den TV aktualisiert (Suche) wohl ein Fenster wo man beide Verbinden kann aber das ist sehr kurz. Aber das hat nichts mit ihren Sticks zu tun. Das ist reine Hardware die es können sollte. Aber es gibt das wohl Sender und Empfänger Diskrepanzen. Startet ein Android System aktiv von sich aus eine Miracast Verbindung dann erkennt der TV das. Das passive Verhalten von Windows dagegen nicht. Man lernt eben nie aus und an ihren Test mit den Sticks nehme ich gerne Teil. Eventuell kaufe ich mir das Produkt.

  2. Thomas sagt:

    Mir tun sich da auch noch Fragen auf. Wie schaut das mit WIDI und Windows 7 aus? Koppelt da der Empfänger auch? Sie werden vielleicht Steine auf mich werfen aber diese Frage ist spannend. Das sollte geklärt sein.

    • Günter Born sagt:

      Werde ich persönlich aber nicht klären können. Einmal steht momentan hier iOS 8 ganz oben auf der Prioritätenliste (so von 5:00 Uhr bis 22:00 Uhr). Zudem unterstützen meine Windows 7-Rechner kein WIDI. Sorry – sind halt die Einschränkungen, denen ich als Blogger momentan unterliege – und für den Versuch, ein Windows 7 z.B. auf das Akoya P2214T zu zerren, fehlen mir Nerv und Zeit.

      Zum TV-Gerät: Ich gehe davon aus, dass das eine fehlerhafte Miracast-Empfangs-Firmware hat. Ohne Firmware-Update-Möglichkeiten wird’s bei Miracast schwierig. Das könnte auch beim Hama schwierig werden – in der Bedienungsanleitung ist nichts erwähnt, wie das gehen könnte.

    • Wolfgang sagt:

      Ich habe das ganze jetzt gerade mal mit Windows 7 (Lenovo X230) probiert, es kommt zwar eine Verbindung zustande (sehr kurz), aber bevor das Bild verschickt wird, meldet die Intel WiDi-Software (Version 4.2.29.0) “Das High-Definition-Anzeigegerät hat die erforderlichen Identifikationsdaten (EDID) nicht bereitgestellt.”

      Falls da jemand eine Idee hat – gerne melden…

      • Günter Born sagt:

        Mit Win 7 habe ich keine Erfahrungen. Daher einfach aus der Hüfte ein paar Tipps:

        – Stelle sicher, das kein Virenscanner oder eine VPN-Software da stört
        – Teste, ob das Einbuchen des Hama Stick in dein WLAN ein Ergebnis zeigt (den Tipp habe ich von einem Miracast-Entwickler).

        Ansonsten ist Miracast designtechnisch ein Desaster – ich tippe, es wird eine neue Spezifikation geben müssen, die z.B. eine Neuanforderung per UDP verlorener Datenpakete vorsieht.

        • Wolfgang sagt:

          Habe jetzt für den nächsten Test mal die Windows-Firewall und auch den Virenscanner deaktiviert.
          Nachdem der PC “wfd_trigger_method: TEARDOWN” schickt, antwortet der Stick noch kurz, verlässt dann aber das Netzwerk, daher konnte ich den Stick nicht dem W-LAN hinzufügen (das ist ja im DLNA-Artikel beschrieben, wenn ich das richtig gesehen habe).

          Habe mal per Wireshark den “Handshake” abgehört, scheinbar finden die beiden Geräte keine passende Formate?!
          Das Gerät schreibt:
          wfd_video_formats: 40 00 02 02 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 01 02 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 01 04 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 01 08 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 01 10 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 02 01 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 01 01 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 02 04 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 02 08 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none, 02 10 0001DEFF 157C7FFF 00000FFF 00 0000 0000 11 none none
          wfd_audio_codecs: LPCM 00000003 00, AAC 0000000F 00

          Der PC antwortet:
          wfd_audio_codecs: AAC 00000001 00
          wfd_video_formats: 00 00 02 10 00000020 00000000 00000000 00 0000 0000 11 none none

          Ich schaue mir das jetzt noch einmal etwas genauer an, aber richtig gut sieht das nicht aus…

          • Günter Born sagt:

            Ich bin nicht so weit in den Miracast-Protokollen drin, zumal die nicht öffentlich sind und ich mein Dokument beim letzten Disk-Crash verloren habe. Für Wireshark-Experimente fehlt mir die Muße – ich habe aber letztens in eine Debug-Session eines Miracast-Empfängers reinschauen können. Oft scheitert es daran, dass der Miracast-Standard diverse Initiatierungsmöglichkeiten für die Kopplung zulässt (z.B. mit oder ohne PIN). Fehlerhafte oder Teilimplementierungen sind dann der Grund für Koppelprobleme. Bei dir scheint es aber so, dass der als Audiocodec nur LPCM vom Stick geliefert wird, während der PC AAC erwartet. Ich bin aber nicht sicher, ob das aufgezeichnete Protokoll sich nicht auf den DLNA-Teil bezieht. Wäre auf jeden Fall an weiteren Infos interessiert, sofern Du noch was rausfindest.

          • Wolfgang sagt:

            Also, habe noch weitere Tests gemacht und mir einen Netgear PTV 3000 kommen lassen.

            Der PTV 3000 funktioniert einwandfrei. Im Handshake kommt derselbe Audio-Codec vor wie beim Hama-Stick, nur der Video-Codec ist anders (und deutlich kürzer). Allerdings antwortet der PTV auf “wfd_display_edid” mit einer langen ID, während der Hama-Stick “none” sagte. Ich vermute mal, dass das insbesondere an dieser ID liegt (die ist mir vorher gar nicht so aufgefallen – Upps), jedenfalls, wenn man der Fehlermeldung glauben schenken darf.

            Zusätzlich unterstützt der PTV ein paar Intel-Kommandos und antwortet passend darauf. So schickt er z.B. bei “intel_sink_manufacturer_logo” ein passendes kodiertes (sieht ähnliche wie BASE64 aus) Logo, welches dann auf dem Client (PC) in der Software angezeigt wird. :-)

            Zusammenfassung: Der Hama-Stick kann unter Windows 7 leider kein WiDi, Netgear PTV 3000 funktioniert.

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  4. Thomas sagt:

    Ich verstehe das. Hätte ich einen Windows 7 Rechner würde ich es testen und Ihnen einen Bericht schicken. Ich habe durch meine schwere Krankheit viel Zeit aber leider nur wenig Geldmittel. Es war ja nur als Idee gedacht. Was ich aber spannend finde. Der Stick ist als Miracast Stick für Smartphones deklariert. Ob der mit Windows 8.x funktioniert? Im Grunde ist bei Amazon nur von Android die Rede.

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