Lufthansa stattet Piloten mit Surface Pro 3 aus

PR-Erfolg für Microsoft – die Lufthansa wird ab Februar 2015 sein Cockpit-Personal mit Surface Pro 3-Geräten ausstatten. Spezielle Applikationen sollen dann für eine gesteigerte Effizienz sorgen. Beim Lesen konnte ich dann allerdings nicht umhin, die PR-Mitteilung, gewürzt mit einer Prise Humor, hier in den Blog rein zu spülen …


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Die Info als solches geht jedenfalls aus einer Pressemitteilung Microsofts hervor, die mich die Nacht erreichte. Fand ich spontan nicht schlecht und klingt auch logisch. Ich finde es allerdings erstaunlich, dass Europas größte Fluglinie sein Cockpit-Personal mit so etwas kurzlebigem wie einem Tablet PC ausstattet. Wäre mal spannend, zu verfolgen, wie die Technik mit so einem kurzlebigen Gadget in einer Flotte auf Dauer zurecht kommt. Vor gut 2 Jahren gingen US-Fluggesellschaften dazu über, iPads für die Piloten auszugeben. Seit dem ist es ruhig um das Thema geworden.

Wie dem auch sei, gönnen wir Microsoft den Erfolg. Der Rollout in der Ausstattung der Piloten mit Surface Pro 3 beginnt im Februar 2015 und soll bis zum Frühling abgeschlossen sein. Darüber hinaus weitet Lufthansa den Einsatz der 2in1-Geräte von Microsoft auch auf seine Tochtergesellschaft Austrian Airlines AG aus. Die Integration von 950 Surface Pro 3 als Electronic Flight Bag (EFB) für die Cockpit-Crew läuft bereits.

Bis dahin ist alles logisch und nachvollziehbar. Brennende Frage: Was machen die Lufthansa Piloten so mit den Surface Pro 3? Moorhuhn ist ja seit Jahren “out”. Und was kriegen die Cockpit-Besatzungen für ein Surface?

Surface Pro 3 unterstützt Lufthansa-Piloten an Bord und am Boden

Dazu schreibt Microsoft, das Lufthansa-Flugkapitäne und -Copiloten ein Surface Pro 3 mit Intel Core i5 und 128 GB Speicherplatz bekommen, mit dem sie auch auf ihr Firmennetzwerk zugreifen können. (So denn WiFi klappt, denn aktuell rollt Microsoft ja – zum x-ten Mal – das Firmware-Update mit dem WiFi-Fix aus.)

Microsoft schreibt weiter: Mit den Suface Pro 3 kann die Crew alle flugrelevanten Informationen wie Flugplan, Streckenerlaubnis oder Wetterinfos direkt auf dem Surface Pro 3 vom Cockpit aus einsehen und aktualisieren. Als zentrales Arbeitsinstrument am Boden dient das Surface Pro 3 gleichzeitig zur Vor- und Nachbereitung eines jeden Flugs. Für die Umschulung auf einen neuen Flugzeugtyp stehen der Cockpitcrew interaktive Trainingsprogramme zur Verfügung. Über die spezielle Applikation stehen weiterhin Karten für die Ankunft- und Abflugrouten elektronisch bereit. Die Karten bieten der Crew ein Tool, um neue Flughafenrouten aufzunehmen.

Das klingt vernünftig und ist für mich auch nachvollziehbar. Beim folgenden Abschnitt sind den Marketing-Leuten aber die “Pferde durchgegangen”.

Surface Pro 3 erfüllt alle Anforderungen


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Bei der Verbesserung der Crew-Infrastruktur bei der Deutschen Lufthansa AG gab es eine Reihe Kriterien an die neuen Geräte für die Piloten. Das Surface Pro 3 erfüllt mit Windows 8.1, der vierten Generation von Intels® Core™ Prozessoren, einem hochauflösendem Display und einer Akkulaufzeit von bis zu 9 Stunden die hohen Anforderungen von Lufthansa im Bereich Performance und Flexibilität im Einsatz.

Bei den 9 Stunden hat’s bei mir etwas gezuckt – als normaler Mensch denkst Du ja über so was nicht nach. Auf Kurzstrecke reicht die Akkuladung – aber bei Langstrecke stelle ich mir das etwas kurios vor: ‘Liebe Fluggäste an Bord, hier spricht ihr Kapitän. Leider wird sich ihre Ankunftszeit um ca. 10 Stunden verschieben, denn wir sind zur Zwischenlandung gezwungen. Unsere Surfaces müssen aufgeladen werden …’

Weiterhin bietet es die Mobilität eines Tablets sowie die Vorteile eines PCs wie USB-3.0-Anschluss, MicroSD-Karten-Slot und Mini-DisplayPort für die einfache Datenübertragung.

Unabhängig davon, dass ich das Surface Pro 3 schon nicht schlecht finde – was wollen mir die Schreiber der Pressemittelung damit sagen? Eine defätistische Bemerkung ob des obigen Satzes kann ich mir denn doch nicht verkneifen. Co-Pilot an Käptn: ‘Übernehmen Sie mal das Steuer, mir ist grad die MicroSD-Karte runter gefallen und ich muss das verdammte Ding suchen. Neee Co, geht nicht, ich muss gerade meinen USB 3.0-Port zurücksetzen, der ist ausgefallen – und wegen der WiFi-Probleme habe ich auch schon seit Wochen kein Firmware-Update mehr machen können – vom SChannel-Bug ganz zu schweigen. Ach übrigens, hast Du schon rausgefunden, was wir mit dem Mini-DisplayPort während des Fluges machen können? Ach, scheiß der Hund drauf, lass uns noch ne Runde Flappy Bird spielen.’  Ich weiß, war jetzt gemein. Aber bei so einem Pressetext konnte ich nicht anders. Entweder die Kiste hat genug SSD-Speicher, dass die Funktionen gewährleistet sind. Oder es handelt sich um eine Fehlentscheidung der Lufthansa IT. Infos zu Display-Port, Mikro-SD-Kartenslot und USB 3.0 haben imho in einer Gerätespezifikation für ein Gerät, was in das Flight-Bag hinein soll, herzlich wenig zu suchen. Aber vielleicht sehe ich das falsch. Eine Pressemitteilung von Kingston, dass Lufthansa seine Cockpit-Besatzung mit 64 GB USB 3.0-Sticks ausgestattet habe, ist mir auch noch nicht untergekommen.

Microsoft ist sich aber sicher: Das Gesamtpaket des Surface Pro 3 überzeugte Lufthansa bei der Wahl als idealen Partner für besten Service und modernste Arbeitsbedingungen sowohl im Cockpit als auch am Boden. Daher hat man im Surface Blog weitere Informationen zum Einsatz der Geräte bei der Lufthansa zusammen geklöppelt. Mehr zu der Autorisierung des Surface Pro 3 für die professionelle Nutzung als EFB durch die Flugsicherheitsbehörden FAA und EASA finden Sie zudem hier – denn alles muss seinen Stempel haben. Nachtrag: Bei heise.de ist noch ein Artikel zum Thema zu finden. Priceless sind auch die Kommentare unter dem heise.de-Artikel.

 


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1 Antwort zu Lufthansa stattet Piloten mit Surface Pro 3 aus

  1. Marc sagt:

    die Lufthansa-IT liest halt nicht dein Blog, sonst würden die das Wifi-Problem kennen.
    :-)

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