Der Fluch der App-Stores …

Heute noch ein kleiner Beitrag rund um das Thema App-Store. Apple hat’s mit iOS vorgemacht und dann kam Google mit Android – und zuletzt ist Microsoft mit Windows 8.x sowie Windows Phone nachgeklappert (die restlichen Anbieter nenne ich mal nicht explizit). Mal ein kurzer Blick (quasi ein Sammelsurium), wo es knirscht.


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Verkauft wurde uns das App/App-Store-Konzept mit riesigen Vorteilen, weil Apps ja kontrolliert in den Store wandern (ergo höhere Sicherheit, und Kompatibilität wird getestet) und zudem in einer Sandbox laufen (also noch höhere Sicherheit, weil da nix böses ausbrechen kann, ob wohl ja laut Definition schon nix böses in den Store kommt). Und noch was “tolles” ist passiert: Die Apps sind plötzlich extrem billig (im Vergleich zu den Preisen ausgewachsener Mac- und Windows-Anwendungen). Vielleicht sollte ich auch noch die One-Stop-Shop-Geschichte erwähnen. Du brauchst nur bei Apple iTunes oder bei Windows den Windows Store zu besuchen, um sofort alle Apps verfügbar zu haben …

Die Mär mit der Sicherheit …

… ist längst enttarnt. Bei Apple gibt es immer wieder Probleme rund um die Apps. Bei Android schwappen von Zeit zu Zeit sogar ganze Malware-Wellen – und das Abgreifen von Benutzerdaten durch Apps kommt auch immer wieder vor. Hier eine kleine (unvollständige) Linkliste, was ich diesbezüglich so im Blog hatte.

iPad: Sicherheit von Apps überprüfen
Apple arbeitet an Sicherheitsfix für iOS-Exploit
Desaströse Sicherheitsinfos zum Wochenstart
iOS-Sicherheitslücke: App-Austausch per Masque-Angriff
iCloud- und inApp-Browser-Sicherheitsprobleme & Bash-Bug
Android und die Adware-Risiken

On Stop Shop: App-Store, da werden Sie gefunden?

Man kann ja noch argumentieren, dass der App-Store einem die mühsame Suche im Web nach Apps und Anwendungen abnimmt. Man geht in seine iTunes-, Windows Store- oder Google Play Store-App, gibt den Begriff ein und hat sofort die relevanten Apps zur Auswahl. Klingt gut, hat aber den Nachteil, dass man auf die Suchfunktion des jeweiligen Stores angewiesen ist. Eine falsche Begriffsauswahl oder ein Fehler in der App-Beschreibung, und schon sieht man ggf. die Perlen abseits des Weges nicht. Denn Du bekommst nur das in die Anzeige gespült, was die Masse kauft.

Es gibt zwar den Spruch “Eine Million Fliegen können nicht irren, und setzen sich auf den Kuhfladen”. Wer aber mal nach Apps sucht, wird den Effekt kennen: Du probierst zig Suchbegriffe, in der Hoffnung auf einen sinnvollen Treffer, aber Du hast einfach Pech. Gelegentlich recherchiere ich für Bücher nach Apps – das ist oft ein Graus. Mein Trick: Ich bemühe Google, wenn es um die Suche nach relevanten Apps geht. Deren Algorithmus findet auch Apps, die mir der Windows Store z.B. wegen der gewählten Ländereinstellung nicht anzeigt. Also: Den Vorteil des One Stop Shops kann ich noch nicht wirklich erkennen.


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Verlustängste plagen den Anwender

Und nur mal so gesagt: Wenn dir der Account für den betreffenden Account verloren geht, siehst Du alt aus. Dann kommst Du nicht mehr an die Apps heran. Wird beispielsweise ein Microsoft Konto (aus welchen Gründen auch immer) gesperrt, kann es sein, dass man nicht mal an den App-Store und seine gekauften Apps herankommt. Den Effekt gibt es natürlich auch bei Apple, wenn ein iTunes-Konto gesperrt, gehackt oder was auch immer ist: Dann gibt’s keine neue Apps. Und den Google Play Store sollte man nicht ausnehmen – obwohl bei Android die App-Installation aus anderen Quellen noch möglich ist.

Auch beliebt: Geld klauen ist da am attraktivsten, wenn die Chancen am höchsten sind. Die App-Stores sind natürlich der zentrale Filter, um App-Käufe zu tätigen. Gelingt es Kriminellen, an die Zugangsdaten für Konten heranzukommen, ist das natürlich ein gefundenes Fressen. Oft sind dort auch Zahlungsinformationen (Kreditkartendaten) hinterlegt. Und so plagen manchen Anwender Verlustängste hinsichtlich Kreditkartenabbuchungen.

Trittfalle für Entwickler …


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Kommen wir nun noch zum Auslöser für diesen Blog-Beitrag. Als Entwickler siehst Du doof aus, wenn der Türsteher dich nicht rein lässt. Jeder der Store-Betreiber formuliert eine lange Latte an Bedingungen, was deine App erfüllen muss. Manche sind so schwammig, dass Du auch nachträglich rausgeworfen werden kannst. Kürzlich bin ich auf einen Tweet von Brenden Mulligan (@mulligan) gestoßen.

iOSApp

Ist natürlich krass – wenn der Hausmeister dich mit “Du sollst keine fremden Götter neben mir haben” rauswirft. So was ist bei Apple an der Tagesordnung – manchmal hilft Benutzerprotest und “es denkt um”. Aber das ist ein Glückspiel.

Zeigt auch ganz glasklar, warum das App-Modell in der bisherigen Form für Nutzer und Entwickler ziemlicher Mist ist. Vom Umstand, dass die meisten App-Entwickler nichts verdienen, mal ganz abgesehen. Dass bei Apps oft nur eine lausige Funktionalität implementiert und so gut wie nichts dokumentiert oder beschrieben wird, ist eine logische Entwicklung.

Und wo sind die wirklichen Vorteile?

Es gibt einen alten Spruch “wenn Du die Wahrheit kennen willst, folge der Spur des Geldes”, den man beherzigen sollte. Schaut man aus dieser Perspektive auf den Ansatz, haben Apps, die über einen Store vertrieben werden, nur für einen Vorteile: Den Store-Betreiber. Aktuell kann man z.B. hier bei neowin.net die neuesten Jubelarien zum Apple App-Store nachlesen.

Oder wie seht ihr das? Bin ich mal wieder total auf dem Holzweg und die App-Stores sind doch cool und die App-Preise klein? Und mit “Preisdrücken” wird das Ganze noch cooler? Seid ihr der Meinung, dass eh niemand App-Bedienungsanleitungen liest und das Zeugs daher berechtigt obsolet ist? Eure Meinung ist gefragt. Ihr wisst schon, es geht um die Frage “Ist das Glas schon halb leer, oder immer noch halb voll?”.


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3 Antworten zu Der Fluch der App-Stores …


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  2. somaro sagt:

    Ich persönlich finde in dem Artikel wird zu viel in einen Haufen geworfen.

    Da werden Sicherheitslücken im System als Beweis für die Unsicherheit von App Stores genutzt und ebenso werden iOS und Android in einen Topf geworfen, obwohl beide unterschiedliche Ansätze bei der “Benutzerführung” haben.

    Was der Punkt “One-Stop-Shop” da soll verstehe ich überhaupt nicht. Es ist faktisch ein Shop für alle Apps. Ob man die findet oder suchen muss, war nicht die Frage. Oder anders gesagt, drückt der Begriff nicht aus.

    Die Sache mit dem Account-Diebstahl – 1) kann man einen neuen Account machen, 2) ist Sicherheit ein zentrales Problem. Ist es jetzt plötzlich Schuld der App Stores, wenn der Nutzer sein Konto verliert? Nein, natürlich nicht. Denn das kann bei jedem Konto passieren.

    Auch der letzte Punkt – was hat das mit App Stores zu tun? Haben Sie schon mal versucht einen Artikel in einem Verlag zu veröffentlichen? Rhetorische Frage, aber dann sollte Ihnen die Türsteher-Mentalität doch bekannt sein.

    Irgendwie verstehe ich den Artikel nicht. Da wird auf den App Stores rumgehauen, obwohl es eigentlich um die Themen “Systemsicherheit”, “Kontoschutz”, “Übersättigung des Marktes” und ähnliches geht. Setzen Sie mal “Windows” ein, da merken Sie, dass Sie überhaupt nicht über App Stores schreiben.

    Geld wäre ein Punkt gewesen, das Problem der In-App-Käufe zum Beispiel. Oder die Sache mit den lebenslangen, kostenlosen Updates, auch ein Punkt der explizit App Stores betrifft, ohne ein einzelnes System zu bashen. Schade, darüber hätte ich gerne was gelesen.

  3. Stephan Hahn sagt:

    Hallo Günter,

    zum Thema “Verlustängste plagen den Anwender … Oft sind dort auch Zahlungsinformationen (Kreditkartendaten) hinterlegt. Und so plagen manchen Anwender Verlustängste hinsichtlich Kreditkartenabbuchungen. ”

    : => bei mir habe ich dieses Problem seit ca. 3 Jahren mit einer Pre-Paid Kreditkarte gelöst. (Kreditkartendatenklau)
    und
    hinsichtlich Kreditkartenabbuchungen:

    ich habe die Pre-Paid KKarte nur mit einem geringen Betrag “geladen” und wenn der Kauf Betrag nicht ausreicht buche ich kurzfristig auf.
    LG

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  5. Der kleine Nils sagt:

    Ich denke auch, dass in dem Artikel zu viel verallgemeinert und in einen Topf geschmissen wird.

    Es ist mit Sicherheit nicht alles schlecht in den App Stores und oftmals auch ein Problem der Anwender. Man darf eben nicht alles Blind anklicken und muss sich vorher eben ein bisschen Mühe geben und nicht nur im App Store selbst suchen. Gibt genügend Portale im Netzt, bei denen man sich mit Testberichten versorgen kann. Eine Windows Anwendung kaufe ich mir doch auch nicht blind.

    Und das Problem mit der Sicherheit von Kreditkartendaten habe ich bei jedem Online Shop. Das ist kein explizites Problem der App Stores.

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