Kuppy Caesar K1000: AirPlay, DLNA & Miracast-HDMI-Stick – II

In Teil 1 hatte ich den Kuppy Caesar K1000-HDMI-Stick vorgestellt, den mir der Hersteller für einen Test zur Verfügung gestellt hat. Im folgenden Beitrag reflektiere ich die Testergebnisse in Punkto Übertragung per AirPlay, DLNA und Miracast mit verschiedenen Geräten.


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Ich hatte in Teil 1 ja vermutet, dass der Kuppy Caesar K1000 identisch mit dem Pearl TVPeCee MMS-895mira+ mit Miracast & iOS-Airplay–Teil 1 HDMI-Stick sei. Diesen Stick habe ich ausgiebig in einer Artikelreihe beschrieben (siehe Links am Artikelende). Ich erspare mir daher hier die Anleitungsschritte und die Beschreibung, wie sich AirPlay, DLNA oder Miracast z.B. auf diversen Geräten nutzen lässt.

Ergebnisse der Miracast-Tests

Vorab: Ich kann hier keinen zertifizierten Miracast-Konformitätstest durchführen. Aber im Vergleich mit vielen anderen Webseiten, die mal den einen oder anderen HDMI-Empfänger testen, kann ich die Geräte durch einen Testparcours mit mehreren Android- und Windows 8.1-Geräten jagen. Ein Windows Phone 8.1 ist leider nicht mehr vorhanden, da ich diese Teststellung an Microsoft zurücksenden musste. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht, was ich hier bezüglich einer Miracast-Kopplung getestet habe und welche Ergebnisse dabei heraus kamen. Bei den rot eingefärbten Angaben in der Ergebnisspalte gibt es Einschränkungen.

Gerät Erg. Bemerkungen
Akoya P2214T Ja Windows 8.1 Update, funktioniert eingeschränkt, siehe Text
Akoya S6214T Ja Windows 8.1 Update
Nexus 7 (2013) Ja Android 5.0.2 Lollipop
Nexus 4 Ja Android 5.0.1 Lollipop
Samsung Galaxy S4 Ja Android 4.4.2 KitKat
Medion Lifetab E7332 Ja Android 4.4.4 KitKat

Ich konnte letztendlich mit allen Geräten eine Miracast-Kopplung mit dem Kuppy Caesar K1000 durchführen. Ein HDCP-Kopierschutz scheint nicht implementiert, da der Empfänger mit einem HDMI-zu-VGA-Adapter funktionierte (der Netgear Push2TV PTV3000 streikt wegen der fehlenden HDCP-Unterstützung in dieser Kombination). Die Kopplung per Miracast verläuft bei manchen Gerätekombinationen unkompliziert und schnell, bei anderen Geräten musste ich experimentieren.

  • Beim Nexus 7 (2013) waren beispielsweise mehrere Ansätze erforderlich, bis die Kopplung stand. Danach funktionierten wiederholte Kopplungsversuche plötzlich – warum auch immer.
  • Beim Samsung Galaxy S4 habe ich bemerkt, dass der Kuppy-Stick plötzlich neu bootete. Das ist dann aber bei weiteren Tests nicht mehr passiert.
  • Ein wirklicher Problembär war der Akoya P2214T mit Windows 8.1, den ich im ersten Testdurchlauf nicht zum Koppeln bekam. Der Vorgang bliebt schlicht hängen (siehe folgendes Bild). Erst als ich den Kuppy-HDMI-Empfänger in mein lokales WLAN eingebucht hatte, war eine Kopplung nach mehreren Ansätzen möglich.

Hier scheint die Firmware noch Schwächen zu haben, da ich diese Effekte bei der Medion Zoombox oder dem Netgear Push2TV PTV3000 so nicht beobachtet habe. Zu Windows 8.1 ist anzumerken, dass der Patchstand Februar 2015 vorhanden war.

Fazit meines Tests: Der Kuppy Ceasar K1000 ist mit allen meinen Geräten per Miracast koppelbar, wenn es gelegentlich auch mehrere Versuche erfordert. Generell ist es hilfreich, wenn der HDMI-Empfänger im lokalen WLAN eingebucht ist. Steht die Kopplung, lassen sich Musik, Fotos und Videos mit guter Geschwindigkeit und geringen Latenzzeiten an den TV-Bildschirm oder –Monitor übertragen.


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Konfigurierung nur per App

Wo ich etwas gestrauchelt bin, war die Umschaltung zwischen den Empfangsmodi und der Zugriff auf die Einstellungen zum Einbuchen in ein lokales WLAN. Beim Pearl MMS-895mira+ ist der Zugriff auf die Konfiguration direkt per Webbrowser (siehe TVPeCee MMS-895mira+: Konfigurierung – Teil 3a) möglich. Zudem lässt sich dort über die Reset-Taste zwischen den Modi Miracast und DLNA/AirPlay umschalten. Beides funktioniert beim Kuppy Ceasar K1000 nicht. Die Reset-Taste ist eine Reset-Taste – fertig. Und zum Browserzugriff auf das Konfigurations-Interface, sofern vorhanden, fehlte mit die IP-Adresse. Diese wird nicht auf dem Display angezeigt. Man braucht also zwingend die AirFun-App, die ich mir aus dem Google Play Store auf mein Nexus 7 (2013) heruntergeladen habe.


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Danach muss man das Android-Gerät in den vom K1000 aufgespannten Hotspot einbuchen. Das geht bei der ungeschützten WLAN-Verbindung ohne Schlüssel. Anschließend startet man die AirFun-App und hofft, dass eine Verbindung möglich ist. Hier waren in meinem Test teilweise mehrere Ansätze erforderlich.

Wenn alles klappt, sollte die obige Anzeige erscheinen und man kann auf die Konfigurierung sowie die Einstellungen des K1000 zugreifen. Über WiFi-Connection gelangt man zu einem Formular, in dem sich das Funknetz des WLAN-Routers auswählen und der Netzwerkschlüssel eingeben lässt. Das hat hier gut geklappt.

Über die Symbole der Kopfzeile lässt sich auf verschiedene Funktionen des HDMI-Sticks zugreifen. Diese sind in der Artikelreihe zum Pearl MMS-895mira+ (TVPeCee MMS-895mira+: Konfigurierung – Teil 3a) beschrieben. Subjektiv habe ich das Gefühl, dass die vom Webinterface eingeblendete Fernsteuerung intuitiver und präziser als die Fernsteuerung der AirFun-App funktioniert. Bei der App hatte ich immer wieder den Effekt, dass Tasten der angezeigten Fernsteuerung beim Antippen nicht reagierten. Zusammen mit dem Effekt, dass die AirFun-App nicht immer Verbindung mit dem K1000 beim lokalen Einbuchen bekam (ich habe bestimmt 3 Mal probieren müssen), braucht es da da ggf. einige Geduld – oder ich habe beim Test etwas übersehen (denn ich wollte diesen nicht über Stunden ausdehnen).

Was mir noch aufgefallen ist: Der HDMI-Stick scheint wohl gelegentlich die Verbindung mit dem WLAN-Router zu verlieren und bucht sich dann wieder ein. Und ich hatte den HDMI-Stick einmal vor dem Einschalten des WLAN-Routers gestartet. Dann konnte sich die Firmware nicht mehr in das lokale WLAN einbuchen. Ziehen der Netzversorgung mit Neustart des HDMI-Sticks löste das Problem.

Positiv: Sobald der HDMI-Stick in das lokale WLAN eingebucht ist, kann man mit dem Mobilgeräten wieder eine Verbindung zum WLAN aufnehmen und hat nicht nur Internet. Auch die Kopplung funktionierte ab diesem Moment (gefühlt) zuverlässiger und die Umschaltung zwischen den Modi AirPlay/DLNA sowie Miracast erfolgt automatisch.

DLNA-Kopplung mit Android und Windows

Ich habe nach dem Einbuchen des Kuppy HDMI-Sticks einen schnellen DLNA-Test mit dem Nexus 7 (2013) durchgeführt. Hierbei kam die App AllCast zum Einsatz, die mir sowohl einen DLNA- als auch einen AirPlay-Empfänger anzeigte.

Ich habe dann mit dem DLNA-Renderer gekoppelt und konnte Fotos, Musik und Videos streamen. Dann habe ich den gleichen Test unter Windows 8.1 gefahren und konnte mit Bordmitteln aus der Fotos-App Bilder auf den HDMI-Stick streamen.

Die genaue Vorgehensweise entnehmt ihr meinen Artikeln zu MMS-895mira+ am Ende des Beitrags (siehe TVPeCee MMS-895mira+: DLNA im Test – Teil 6). Was mir aufgefallen ist, sind die langen Übertragungszeiten, um ein Foto an den Monitor zu übertragen. Das kenne ich von anderen HDMI-Sticks deutlich schneller und unter Miracast geht das auch ganz fix. Hier ist die Übertragung wohl noch nicht optimal.


Werbung – meine Windows 8.1 Titel –

AirPlay: Kopplung mit dem iPad

Nachdem der HDMI-Stick in das lokale WLAN eingebucht war, habe ich mein iPad 3 für die Kopplung mit AirPlay verwendet. Der K1000 wurde in der Kontrollleiste unter AirPlay direkt erkannt und ließ sich anwählen (siehe auch diese Beschreibung).

Auch die Option zum Spiegeln wurde angeboten und war anwählbar. Dies ist in folgendem Bild zu sehen.

Als ich dann aber über die Home-Taste des iPad zum Startbildschirm umschaltete, zeigt der TV-Monitor dieses Bild.

Irgend etwas war schief gegangen. Ich habe dann das Mirroring abgeschaltet und einen Streaming-Test mit Musik und Fotos/Videos per Fotos-App probiert. Das klappte mit folgenden Ergebnissen:

  • Fotos und Bilder lassen sich korrekt auf den Kuppy HDMI-Empfänger übertragen.
  • Musik-Streaming funktioniert auch, es wird aber kein Bild auf dem TV-Gerät angezeigt.

Ein paar Stunden später habe ich den Caesar K1000 sowie das iPad nochmals für einen Test hochgefahren. Dann konnte auch ein Mirroring per AirPlay einwandfrei auf den TV-Bildschirm ausgeführt werden. Ich habe dann die YouTube-App aufgerufen und versucht, ein Video zu streamen. Im Mirroring-Modus hatte ich nur Klötzchen-Bildung auf dem Bildschirm, bei abgeschaltetem Mirroring war kein Bild zu sehen. Im Safari Browser konnte ich aber YouTube-Videos ohne Mirroring streamen. Als ich das Mirroring dort aktiviert habe, kam es wieder zur Bildung von Artefakten. Der Mirroring-Modus ist also nur sehr eingeschränkt nutzbar.

Das deckt sich mit einem Leserkommentar, den ich zum Pearl MMS-895mira+ bezüglich AirPlay bekommen habe. Beim Leser trat bei diesem Stick wohl der gleiche Effekt auf, während ich dies bei meinem Exemplar so nicht beobachten konnte. Möglicherweise streuen da die Hardware-Parameter der einzelnen Sticks, was die WLAN-Emfangsqualität betrifft.

Mein Kurzfazit zum Kuppy Caesar K1000

Der Stick ist für Miracast, DLNA und AirPlay nutzbar, aber nicht wirklich perfekt. Gerade der AirPlay-Modus hat deutliche Schwächen und bei DLNA sowie Miracast würde ich mir noch Firmware-Verbesserungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Miracast-Kopplung und der Schnelligkeit der Bildwechsel bei DLNA wünschen. Hier steht der Kuppy-HDMI-Stick aber dem Pearl MMS-895mira+ in nichts nach.

Hinsichtlich des Zwangs, die AirFun-App zur Konfigurierung verwenden zu müssen, gebe ich kein Urteil ab, denn das ist letztendlich Geschmacksache. Ich bevorzuge das Web-Konfigurationsinterface, da ich dann flexibler bin.

Wer alle drei Streaming-Standards in einem HDMI-Stick nutzen möchte, hat mit dem Kuppy Caesar K1000 zumindest schon mal eine Basis. Ich werde der Kuppy GmbH vorschlagen, vom OEM ein Firmware-Update entwickeln zu lassen. Gerade bei Firmware-Updates trennt sich bei HDMI-Empfänger die Spreu vom Weizen. Auch bei anderen HDMI-Empfängern gab es immer mal wieder Koppelprobleme, speziell bei Miracast, die dann per Firmware-Update behoben wurden. Sollten zukünftig Firmware-Update bereitgestellt werden, die die angesprochenen Schwächen beheben, ist der HDMI-Empfänger auf jeden Fall ein interessanter Ansatz. Denn momentan ist mir kein anderer HDMI-Stick bekannt, der AirPlay, DLNA und Miracast besser unterstützt – alle von mir getesteten Empfänger (Andoer, iPush, MMS-895mira+) zeigen Schwächen an der einen oder anderen Stelle.

Artikelreihe:
Kuppy Caesar K1000: AirPlay, DLNA und Miracast-HDMI-Stick – I
Kuppy Caesar K1000: AirPlay, DLNA und Miracast-HDMI-Stick – II

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1 Antwort zu Kuppy Caesar K1000: AirPlay, DLNA & Miracast-HDMI-Stick – II

  1. Günter Born sagt:

    Seit den geänderten AirPlay-Protokollen in iOS 9 geht die AirPlay-Übertragung nicht mehr (siehe Desaster: iOS9 killt AirPlay…). Jetzt wurde ich durch ein Plug-In informiert, dass die Kuppy-Website nicht mehr existiert – das Angebot also eingestellt ist.

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