Asus Eeebook X-205TA: Partitionierungserfahrungen – Teil 1

Über Windows 8.1 with Bing, Installationsfallen, Partitionierungsklippen und fehlende Recovery-Medien habe ich hier im Blog ja häufiger berichtet. Nun ist mir von Blog-Leser Mirko Heilmann ein Erfahrungsbericht zum Asus Eeebook X-205TA und dessen Partitionierung zugegangen, den ich als Gast-Beitrag veröffentlichen möchte.


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In meinem Blog-Beitrag Windows with Bing künftig nur für Geräte bis 14 Zoll-Bildschirm hatte er einen Kommentar gepostet, der meine Aufmerksamkeit weckte.

… haben mir gerade in den letzten beiden Tagen sehr geholfen ein Asus X205 wieder flott zu bekommen, nachdem ich nach der Konfiguration die Recovery-Partition gelöscht hatte. Da ging nichts mehr, denn Asus legt dort zusätzlich den Bootmanager ab und hat natürlich das TPM-Modul aktiviert und das Laufwerk gesperrt. Und da das nicht reicht machen die das UEFI so dicht, das nichts an dieser Kiste startbar ist (kein DVD, USB), wenn nicht ein 32-Bit Windows 8.1 vorgefunden wird. Da steht man dann mit seiner Datenträgersicherung des Drittanbieters ganz schön im Regen wenn kein Medium an dem Ding startet. Ich hatte aber glücklicherweise die install.wim extra gesichert und kam dann damit zurecht. Das verrückte ist, daß es bei Asus ein Tool gibt, mit welchem man das Recovery auf einen USB-Stick bringen kann und das dann diese Partition löscht. Um das Tool muß man sich aber selbst kümmern (Asus Support fürs Gerät, da findet man es sogar mit Manual als Download), mitgeliefert wird da nichts und der Anwender läuft ins Messer.

Ich habe Mirko angemailt und nachgefragt, ob er da ein paar Details zusammenschreiben und hier als Gast-Beitrag publizieren mag. Hier nun der Beitrag von Mirko Heilmann.

Das Asus Eeebook X-205TA für meine Zwecke

Aufmerksam auf das Asus Eeebook X-205TA bin ich erstmalig hier im letzten Jahr geworden. Ich hatte in der Vergangenheit schon mit diversen EeeBook-Modellen zu tun. Auch den Urvater 701 mit Xandros-Linux, der 2008 einen Umbruch einleitete, gehörte dazu. Kleine Notebooks, die hochportabel, günstig in der Anschaffung und dennoch durch den normalen Anwender einfach zu bedienen sind, haben mich schon immer interessiert. Damit kann das ganze Tablet-Geraffel einfach nicht mithalten. Ich habe auch Tablets in meinem „Fuhrpark“ in diversen Größen und verschiedenen Plattformen, aber um mal eben produktiv zu sein, ist das alles nichts.

Ich habe bisher noch keinen Menschen gesehen, der sich freute, eine Excel-Tabelle mit 20 Spalten und 4000 Zeilen an einem Tablet zu analysieren. Nein auch nicht mit einem Apple Produkt. So ein Netbook kann man dazu aber problemlos benutzen. Jedes Gerät hat eben seine Vorzüge und ein Gespann aus Netbook und Tablet ist zum Konsumieren und Arbeiten meiner Meinung nach eine brauchbare Kombination.

Ich brauchte außerdem ein Notebook als Leihgerät für eine Kundin, die mit einem Lenovo Yoga 2 Probleme bei der Reparatur (abgewiesene Gewährleistungs- und Garantieansprüche trotz Herstellungsmangel, aber das wäre Stoff für einen eigenen Beitrag) hat. Das Gerät ist mittlerweile seit 12 Wochen zur Reparatur und sie braucht irgendwas zum Arbeiten.

Die Restriktionen des Asus Eeebook X-205TA

Über die Ausstattung des Asus EeeBook X205TA kann sich der interessierte Leser hier und hier einen Überblick verschaffen. Ich möchte in diesem Beitrag vielmehr aufzeigen, was für Fallstricke lauern und welche Klippen zu umschiffen sind, falls man das Gerät von seinen Speicherfesseln befreien will.

  • Das Asus X205TA kommt mit einem eingelöteten eMMC-Speicherchip mit 32 GB Brutto daher. Eine problemlose und kostengünstige Erweiterung des Festspeichers ist damit ausgeschlossen.
  • Ein Weg der Erweiterung ist das Stecken einer Micro-SD Karte bis 128 GB. Ein weiterer wäre die Nutzung von diversen Online-Speichern.

Im Lieferumfang befindet sich eine Office365 Personal Lizenz, die, wenn aktiviert (aber Vorsicht) einen unbegrenzten Microsoft OneDrive Speicher mitbringt. Voraussetzung ist allerdings die Einrichtung des X205 mit einem Microsoft Online Konto, sonst wird das nix mit dem Speicherzugriff unter Windows 8.1. Diesen hat Microsoft nämlich ins System integriert und das unter Windows 7 noch eigenständig funktionierende Programm kann man zwar installieren, aber ohne besagtes Konto nicht nutzen.

Ein Blick auf die Partitionierung des Asus Eeebook X-205TA

Nach der Inbetriebnahme und Einrichtung des X205TA verschaffte ich mir erstmal einen Überblick über den zur Verfügung stehenden Speicherplatz. Was mir sofort auffiel, es wurden im Systemlaufwerk nur 20,8 GB Gesamtkapazität angezeigt. Da haben die Brüder wohl eine riesige Recovery-Partition versteckt, war mein erster Gedanke. Also erst Mal in die Datenträgerverwaltung gesehen, und richtig: 8 GB Recovery standen da.


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Es ist schon eine tolle Sache, wenn ein Gerät mit 32 GB Speicher beworben wird, davon sowieso nur „29, irgendwas“ netto übrigbleibt, dann auf ca. 6 GB das System installiert wird, welches nach allen Updates auf 8-10 GB anschwillt und dann noch eine 8 GB große Recovery-Partition eingerichtet wird. Da hat man dann noch 10 GB effektiv zur Verfügung, allerdings ohne eigene Software und ohne temporäre Dateien. Die müllen das System ja in nullkommanix auch zu.

Anmerkung G.Born: Das ist der Grund, warum ich vor den Mickersystemen mit 32 GB SSD warne. Das macht einfach keine Laune, längerfristig mit zu arbeiten. Spätestens, wenn Updates nicht mehr installiert werden, weil zu wenig freier SSD-Speicher vorhanden ist (habe ich hier beim WeTab-Testsystem), kommt Frust auf.

Nach der Installation des Office 365 Pakets, einiger weniger Software (Classic Shell, Firefox, Windows Fotogalerie), Synchronisation meines OneDrive und Einrichtung eines zweiten Benutzerkontos für meine Kundin blieben noch jämmerliche 4,98 GB übrig.
Gut, zum Arbeiten für meine Kundin (Office und Internet) reicht das allemal, aber für die Zukunft hatte ich mir da schon etwas Anderes vorgestellt.

Also muss die Recovery-Partition weg

Als erstes habe ich mir nochmal das Partitionsschema angesehen. Mit der systemeigenen Datenträgerverwaltung konnte ich die Recovery nicht löschen. Das war komisch und hätte zu denken geben müssen. Gut, dann eben auf die harte Tour. Da mir Acronis True Image zur Datenträgersicherung für diesen Fall zu übertrieben schien, benutzte ich die Paragon Backup & Recovery 2014 Free Edition. Das ist ein wesentlich schlankeres Programm zur Sicherung von Partitionen oder kompletten Datenträgern in virtuellen Containern und bringt einen Assistenten zum Erstellen eines bootfähigen USB-Sticks oder einer ISO-Datei zum Brennen auf CD mit.

Nach Installation der Software habe ich den gesamten Datenträger in einen virtuellen Container auf einer externen Festplatte gesichert. Das kann die Software nicht im laufenden Betrieb, dazu ist ein Neustart notwendig. Es wird ein Minimalsystem (WinPE oder Linux, war so nicht ersichtlich) geladen und die Aufgaben werden ausgeführt. Danach habe ich noch den USB-Stick für die Wiederherstellung der Datenträgerstruktur, falls etwas schiefgeht, erstellt.

Ich muss sagen, das ist heute alles kein Hexenwerk mehr, lässt sich auch vom Laien problemlos bewerkstelligen, wenn er die Abläufe halbwegs versteht. Das klickt man sich sozusagen zusammen, war früher wesentlich komplizierter und kryptischer auf Kommandozeilenebene (gibt’s aber heute für die harten Fälle auch noch).

Sensibilisiert fürs Thema durch diesen Artikel und diesen Blog-Beitrag habe ich nach dieser Anleitung die Recovery-Partition ins System eingebunden und die install.wim Datei gesichert.

Wie man im obigen Bild sieht, ist in dem Ordner zusätzlich noch eine Datei custom.wim enthalten. Diese Datei wird wahrscheinlich für den eigentlichen vom Hersteller festgelegten Recovery-Prozess benötigt, um Treiber und Software zu installieren.


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Partition weg – oh, alles so schön blau hier

Nach dem Ende der Sicherungen startete ich die Paragon Software im erweiterten Modus, ließ mir die Laufwerksübersicht anzeigen, markierte die Recovery-Partition und löschte diese. Noch ein Klick auf „Ausführen“ und nochmalige Bestätigung mit „OK“, dass ich wirklich diese Partition löschen will und dazu ein Neustart erforderlich ist und das Unheil nahm seinen Lauf.

Was mich als nächstes begrüßte, war ein blauer Bildschirm (obiges Bild) mit der Meldung, dass das System nicht gestartet werden konnte und ich solle meinen Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel eintragen (folgende zwei Bilder).

Nach kurzer Recherche bei Google sah ich dann in meinem Online-Konto die Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssel meiner Geräte mit vorinstalliertem Windows 8 bzw. Windows 8.1 (folgendes Bild).

Nun ist es so, dass Bitlocker erst mit den Pro-Versionen von Windows ausgeliefert wird, was hat es also mit dem Wiederherstellungsschlüssel auf sich? Dieses Rätsel und das weitere Vorgehen wird in Teil 2 aufgelöst.

Artikelreihe:
Asus Eeebook X-205TA: Partitionierungserfahrungen – Teil 1
Asus Eeebook X-205TA: Partitionierungserfahrungen – Teil 2
Asus Eeebook X-205TA: Partitionierungserfahrungen – Teil 3

Anwendererfahrung Asus X205Ta

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Ein Kommentar zu Asus Eeebook X-205TA: Partitionierungserfahrungen – Teil 1

  1. Sherlock sagt:

    > nachdem ich nach der Konfiguration die Recovery-Partition gelöscht hatte.
    > Da ging nichts mehr, denn Asus legt dort zusätzlich den Bootmanager ab

    Das ist schon mal ne saubere Leistung, die Partition zu löschen, die den Bootmanager enthält.

    > Der Fall zeigt wieder einmal mehr, dass man als Feierabend-Admin nicht mal
    > schnell an seinen Systemen rumschraubt und die Partitionierung platt macht.

    Ich hab’s gerade auch in den MS-Mickimaus-Answers-Foren geschrieben:
    Auf diversen Systemen finden sich Recovery- und OEM-Partitionen zuhauf. Es wird mit dieser Idiotie ja immer schlimmer. Vor lauter Murks-Partitionen bleibt dem User kaum noch Platz für seine Daten. Und wenn er an der Partitionsstruktur Änderungen vornimmt, läuft er Gefahr, dass der gesamte Recovery-Murks dann nicht mehr funktioniert. Man sollte sich nur noch Geräte ohne OS kaufen und sich sein im Handel gekauftes OS dann selbst installieren. Keine Keys im BIOS, keine nicht deaktivierbaren TPMs… immer vorher schön fragen und dann dankend ablehnen, der Hersteller möge sich sein “Oho” zuhause an die Wand nageln oder sonstwas damit machen.

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