O&O ShutUp10: Gratis Anti-Spy-Tool für Windows 10

Mit Windows 10 liefert Microsoft ja ein Betriebssystem “as a service” mit starker Verzahnung in die Cloud. Da fließen jede Menge Daten ab, was von Datenschützern kritisiert wird. Der Softwareanbieter O&O will das mit ShutUp10 ändern. Update: Ist ShutUp10 eine 1:1-Kopie einer anderen Software?.


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Rückblick: Windows 10 ist nicht ganz dicht?

Es ging die letzten zwei Wochen durchs Internet, die Nutzerdatenübertragung von Windows 10 wurde auch von Datenschützern kritisiert. Und dann gab es noch die Horrormeldung, dass sich Microsoft in den Lizenzbedingungen das Löschen von geklauter oder illegaler Software abnicken lässt. Bei heise.de weist man in diesem Artikel zudem auf die mehr als lausige Implementierung der Datenübertragung mit fehlender Absicherung vor falschen Zertifikaten hin. Also die totale Kontrolle und Feind hört mit?

Da schossen die Artikel, wie man wenigstens die Datensammelwut begrenzen könne, wie Pilze aus dem Boden: gamestar.de, zeit.de, t-online.de usw. Hier geht man auf einige Punkte und Missverständnisse im Umfeld von Windows 10 ein, die auch die hier angerissene Thematik streifen. Wenn man den Staub mal sinken lässt, gibt es wohl einige Optionen, wo man die Datenübertragung “abstellen kann”. MVP-Kollege Martin Geuß wies zudem bereits vor einigen Tagen im Artikel Datenschutz: Windows 10 “funkt” auch bei deaktivierten Einstellungen auf Dr. Windows darauf hin, dass all die netten Artikelchen witzlos seien, weil bestimmte Daten und Informationen trotzdem an Microsoft-Server gehen.

O&O ShutUp10

Unter diesem Gesichtspunkt sollte auch die Antispy-Lösung O&O ShutUp10 betrachtet werden. Das Unternehmen wirbt mit folgendem Text:

Das neue Windows 10 will Ihnen die tägliche Bedienung so leicht und komfortabel wie möglich machen. Dieses Plus an Komfort geht aber leider einher mit der großzügigen Weitergabe Ihrer persönlichen Daten an Microsoft und verschiedene Apps. Einige Dienste protokollieren alle Ihre Tastatureingaben, teilen Ihre WLAN-Zugangsdaten mit Ihren Facebook-Kontakten oder verbinden Ihren Rechner ungefragt mit einem öffentlichen – und potentiell ungeschützten – Netzwerk. Das verhindert zwar, dass Sie oder Ihre Kontakte mit komplizierten WLAN-Passwörtern hantieren müssen, stellt aber auch ein Sicherheitsrisiko dar.

Windows 10 bietet Ihnen zwar die Möglichkeit, viele dieser Datenweitergabefunktionen per Hand zu deaktivieren, aber die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten sind nicht alle an einem zentralen Ort und dadurch oft nicht ganz leicht zu finden.

O&O will die Privatsphäre in Windows 10 schützen – kostenlos

Mit der neuen Freeware von O&O Software – O&O ShutUp10 kann man (laut Hersteller) gezielt ungewollte Funktionen unter Windows 10 und die Weitergabe sensibler persönlicher Daten an Microsoft deaktivieren – einfach per Mausklick. Empfehlungen sollen dem Nutzer dabei helfen und Tipps geben, welche Funktionen sicher deaktiviert werden können. Geworben wird damit, dass sich die deaktivierten Funktionen von Windows 10 später auch wieder reaktivieren bzw. alle gemachten Änderungen per Mausklick wieder rückgängig gemacht werden.

(Quelle: O&O)

Klingt vielversprechend. Das Paket O&O ShutUp10 ist komplett kostenlos (Freeware), und muss nicht installiert werden, sondern ist direkt lauffähig (portable). Es wird, laut Anbieter, keine weitere – ungewollte und unnötige – Software nachgeladen oder mitinstalliert.

Konklusio – oder was ich rate

Problem: Eingangs hatte ich erwähnt, dass sich mit diesen Einstellungen nun leider nicht die gesamte Datensammelei deaktivieren lässt. Von daher kann O&O ShutUp10 als Placebo ganz hilfreich sein – so mancher Nutzer fühlt sich sicherer. Aber an der Ausgangssituation ändert sich nichts.


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Von daher mein Rat, wie ihr die Datensammelwut von Windows 10 gratis und zuverlässig stoppen könnt: Einfach mal verzichten – auf Windows 10, meine ich. Meinungen, Anmerkungen, Kommentare sind willkommen.

Update: Ist ShutUp 10 eine Kopie von DoNotSpy10?

Bei Deskmodder.de findet sich dieser Artikel, dass ShutUp 10 von O&O eine Eins-zu-Eins-Kopie der aus Deutschland stammenden Anwendung „DoNotSpy10“ von Jonas Zimmermann sei. Ich habe den Autor mal wegen einer Stellungnahme angefragt. Bei Stadt-Bremerhaven.de weist man in diesem Artikel darauf hin, dass die werbefinanzierte Fassung des Pakets Open Candy im Installer enthalte. Nachtrag: Auf meine Anfrage herrscht “Schweigen im Walde” – keine Antwort ist auch eine Antwort.

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35 Antworten zu O&O ShutUp10: Gratis Anti-Spy-Tool für Windows 10


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  2. Schwarzes_Einhorn sagt:

    “Einfach mal verzichten – auf Windows 10, meine ich.” Der Rat gefällt mir, auch wenn ich mit der Umsetzung noch sehr kämpfe. Momentan verzichte ich daher auch viel aufs Internet.

  3. WinWiesel sagt:

    Ja verzicchten ist schwer, warten wir mal Win10 ist jung, vielleicht gibts es bald ne bessere Softwarelösung, die das Problem besser angeht….-oder LAN-Stecker raus
    und Windows 10 offline benutzen.

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  5. Charles sagt:

    “ShutUp 10”? ich kann mir da ein schmunzeln nicht verkneifen,denn der Wortsinn auf deutsch bedeutet doch: “Windows 10 abschiessen” !! Heisst mit anderen Worten,das System zur Sau machen! Na denn, Prost, oder doch eher , “Vom Regen in die Traufe”!

    • Eike sagt:

      Na ja, da fehlt bei dir wohl ein “L”, denn to shut heißt sch”l”ießen, nicht schießen (to shoot). Und “up” ist nicht “ab”, sondern meist “auf” (stand up, give up etc..)
      Nur Loddar benutzt es als “ab”: Give me the ball up! :-))

    • Günter Born sagt:

      Shut up ist mir nur als “halt die Klappe” von den Amis bekannt. Mag mich aber täuschen …

  6. Herr IngoW sagt:

    Naja wer nichts illegales auf dem Rechner hat oder sonst wie Dreck am Stecken, dem kann das ganze gesabbel doch Wurst sein. Aber wer sich verrückt machen lässt und mit solchen Tools beruhigt werden kann der muss es eben machen, oder er nimmt Android oder Apple da kriegt man es ja wenigstens nicht mit!!!

    • Ralf Lindemann sagt:

      Wer kein “Dreck am Stecken” hat? – Sagen wir, wer an einer unheilbaren Krankheit leidet und im Internet über seine Erkrankung recherchiert, darf wohl mit Fug und Recht erwarten, dass er dabei nicht ausspioniert wird.

      • Herr IngoW sagt:

        Ich meinte mit “Dreck am Stecken” so kriminelle Sachen und andere Betrügereien!! Deine Krankheiten interessieren wohl niemanden (wenn man nicht sowas bei irgendwelchen Sozialen Netzwerken postet, oder in irgendwelchen dubiosen Foren danach sucht in denen man sich ja anmelden muss um zu schreiben) Was die Versicherungen und Krankenkassen wissen wollen wissen sowieso mit anderen Mitteln zu besorgen!

      • Herr IngoW sagt:

        Eins noch, ich habe selbst Krebs und da ist mir das völlig Wurscht wer da was wissen will, die was wissen wollen wissen schon bescheid!!!

        • Ralf Lindemann sagt:

          Ich fürchte, mit Ihnen zu diskutieren, führt zu nichts. Dass Sie an Krebs erkrankt sind, ist schlimm. Gute Besserung.

    • Tim sagt:

      Ich weiß nicht, ob ich Ihre Einstellung so recht Teilen kann…
      Ich halte solche Aussagen schlicht für naiv und man hört sie an jeder Ecke.

      Auch als braver Bürger, können bestimmte Informationen, die z.B. Banken, oder Versicherungen zugänglich werden, durchaus zum persönlichen Nachteil geraten.

      Der DAU denkt aber halt nur von a nach b… Ich hab ja nix böses gemacht.

      Aber die anderen machen böses… wach mal auf! Haaaalloooo

      • Herr IngoW sagt:

        Die Versicherungen und Banken wissen schon Bescheid!!!
        Und besch…….. tun sie dich so oder so weil sie schon “fast” alles wissen. (Suchmaschinen Soziale Netzwerke und Co. wissen auch alles und verdienen seeeeehr viel Geld damit!!!)
        Das Problem ist bei manchen schon der Browser und/oder das Smartphone, Datensammler sind überall und wer zu viel über sich preisgibt bzw. alles im Internet erledigt braucht sich darüber nicht wundern wenn Leute über dich mehr wissen als du dängst!

  7. Oliver Bonrad sagt:

    Welches OS ist denn überhaupt nicht Sammelwütig? Ich kenn keines welches Massentauglich ist … Die ganzen Millionen iX Derivate zähle ich nicht, da ist mehr Defragmentierung in der Landschaft wie bei Android Devices.

    imho ist es “leider” normal, das alles was ein Zugang zum Inet hat, eine Sammelwut hat … Wenn die Waschmaschine in Zukunft den Techniker ordered weil bald ein Teil nicht mehr will, wird es keinen mehr interessieren was wer wie sammelt.

    Da fehlt es eher an einen Kickstarter Projekt welches ein Stück Raspi o.ä. mit einer Benutzerfreundliche Applikation läuft um gezielte Sammelwut zwischen LANInet unterbindet oder einfach ins leere schickt.

  8. Ralf Lindemann sagt:

    Einmal verzichten und abwarten, wie sich die Situation entwickelt…

    In der TAZ war vor einigen Tagen in einem Artikel, der die Datensammelwut von Windows 10 beleuchtet, zu lesen:

    „Eine Testversion von Windows 10 war einem Bericht des britischen Inquirer zufolge in der Lage, Tastatureingaben zu verfolgen. Wenn also jemand seinen Lebenslauf mit Word verfasst, kennt der Konzern nicht nur den beruflichen Werdegang, sondern weiß auch, wie schnell die Zielperson tippt.“
    Quelle: !5218515/

    Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde.

    • Eike sagt:

      Und das Schlimme daran ist, dass das vorher vielfach angekündigt war und jeder Interessierte wusste, dass die Insider Previews genau zu diesem Zweck verteilt wurden. Und Windows hat sicher kein Interesse am Inhalt eines Lebenslaufs, sondern an der Art und Weise, wie er technisch entstanden ist.
      Aber Inquirer und taz sind offensichtlich auch nur Testversionen für späteren seriösen Journalismus.
      Nur weil im OP ein Skalpell benutzt wird, ist ein Arzt noch lange nicht ein abartiger Schlitzer.

    • Paule21 sagt:

      Ja, bei den TEST-Versionen war das aber auch von Microsoft ganz klar kommuniziert! Wer sich zum Windows Insider anmeldete und die Testversionen nutze, der wusste das!

      • Ralf Lindemann sagt:

        Testversionen von Windows 10 sind der geschmolzene Schnee von gestern. Darüber müssen wir nicht mehr diskutieren. Aber die Tatsache für sich, dass in Windows 10 eine Art Keylogger implementiert sein könnte, fand ich erschreckend. Oder findest du es nicht beunruhigend, dass deine Tastatureingaben eventuell mitgelesen werden können?

        • Paule21 sagt:

          Das bezog sich doch aber die die Testversionen und nicht auf die finale Version. Steht doch auch im Artikel.

          Zitat: „Eine Testversion von Windows 10 war einem Bericht des britischen Inquirer zufolge in der Lage, Tastatureingaben zu verfolgen…”

          Testversion!

          • Ralf Lindemann sagt:

            Genau, die Meldung des Inquirer bezieht sich auf eine Testversion; der TAZ-Artikel, der die Inquirer-Meldung zitiert, bezieht sich auf die Final-Version von Windows 10. Dass der Autor des TAZ-Artikels, Joachim Jakobs, die Inquire-Meldung in eine Besprechung der Final-Version eingebaut hat, dürfte damit zu tun haben, dass zwischen Testversion und Final-Version eine Ähnlichkeit besteht. Das ist ja nichts grundsätzlich Verschiedenes: Die Final-Version ist Nachfolger der Testversion. Wenn also etwas in der Testversion technisch möglich war, dann liegt der Schluss durchaus nahe, dass das auch in der Final-Version technisch möglich sein könnte. Und allein die Möglichkeit, dass in der Final-Version eine Art Keylogger implementiert sein könnte, finde ich beunruhigend… Wenn sich dann am Ende hoffentlich herausstellt, dass dem nicht so ist, umso besser… Ich denke, wir alle wünschen uns ein Windows 10, bei dem man sich nicht fragen muss, ob meine Tastatureingaben gerade mitgelesen… Im Moment steht diese Frage zumindest im Raum.

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  10. Paule21 sagt:

    Auf was wollt Ihr denn warten wenn man auf Windows 10 verzichtet? Microsoft wird sein Verhalten nicht grundlegend ändern und künftige Windows-Versionen werden die gleichen Dinge tun. Wenn man die Verzichtsempfehlung ernst meint, bleibt ja nur noch auf Linux zu wechseln.

    • Ralf Lindemann sagt:

      Man kann zum Beispiel darauf warten, dass die Möglichkeiten der Privacy-Konfiguration in Windows 10 wirksam verbessert werden, entweder weil Microsoft an dieser Stelle selber nachbessert, oder weil andere Software-Entwickler eine externe Lösung präsentieren. Das von Günter vorgestellte Anti-Spy-Tool für Windows 10 ist ein Beispiel dafür, das aber offensichtlich noch nicht nachhaltig genug funktioniert. Aber wir stehen auch erst am Anfang einer Entwicklung. Windows 10 wurde ja gerade erst aus dem Ei gepellt…

      • Paule21 sagt:

        O&O ShutUp10 kann nichts, was Du nicht auch selbst unter Windows einstellen könntest! Das Tool stellt lediglich alle verfügbaren Einstellungen auf einer Seite zusammen, mehr nicht. Tools die in der Lage wären Systemfunktionen zu deaktivieren, würden als Malware eingestuft und solche Wundertools wird es nie geben! Bleibt höchstens die schwache Hoffnung, dass Microsoft selbst da etwas regelt.

        • Ralf Lindemann sagt:

          Stimmt, Tools, die nur die bekannten Einstellmöglichkeiten bündeln, sind ein (kleiner) Fortschritt, aber nicht wirklich zufriedenstellend.
          In einer anderen Liga scheint das Tool „xp-AntiSpy“ zu spielen. Der Entwickler der quelloffenen Software hat angekündigt, eine aktualisierte Version für Windows 10 vorzulegen. Auf der Website des Entwicklers heißt es:

          „Im Netz kursieren, wie zu Windows-XP Zeiten, diverse Registry-Einträge die diese Datensammelei einschränken sollen. Wenn der xp-AntiSpy also dazu beitragen kann, das es vielen Benutzern leicht gemacht wird diese Datensammelei einzuschränken, dann will ich gerne Teile meiner Freizeit dazu einbringen das Programm zu aktualisieren.“
          Quelle: http://xp-antispy.org/2015/08/lebenszeichen_/

          Man darf also gespannt sein, wie es weiter geht.

  11. Marc sagt:

    teltarif schreibt: Windows 10: Updates unter der Home-Version verschieben
    Unter dem Menüpunkt “Windows Update” lässt sich auch bei die Option “Aktiviere Aufschieben von Upgrades” aktivieren. Die Vermutung, dass die Deaktivierung der automatischen Windows Updates auch unter der Home-Edtion möglich ist, wurde uns durch die Pressestelle des Tool-Herstellers bestätigt. Da Microsoft wohl eher wenig Interesse daran haben dürfte, dass auch Home-User ihre Updates verschieben können, könnte ein kommender Patch diese Lücke schließen. Es empfiehlt sich daher die Änderung mit dem Shutup-Tool schnell durchzuführen.
    http://www.teltarif.de/windows-10-home-update-verschieben/news/60761.html

  12. Pingback: DoNotSpy10 - Windows 10 Daten-Sammel-Wut abschalten - Seite 7

    • Ralf Lindemann sagt:

      Herr Mercwuerden, das sind ja spannende Links mit interessanten Ergebnissen. Wenn das stimmt, das scheint für das gratis Anti-Spy-Tool O&O ShutUp 10 wohl zu gelten: Was nichts kostet, ist auch nichts wert.

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