Stoppt die App-Bloatware und den App-Update-Wahn

Aktuell noch ein Beitrag, der sich auf das Thema Apps bei den großen Drei, Apple, Google und Microsoft und deren App-Handhabung samt Update-Politik betrifft.


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Ich weiß nicht, wie es euch geht. Aber kaum schaltest Du dein iPad, dein Android-Gerät oder eine Windows-Kiste ein, wirst Du darüber informiert, dass zig App-Updates im Megabyte-Bereich anstehen und heruntergeladen werden sollen. Und dann die ganze Bloatware an Apps, die auf den Geräten vorhanden ist. Zwei kurze Meldungen, die mir kürzlich unter die Augen gekommen sind, haben mich zu diesem Artikel bewogen.

Google besteht bei Android Neugeräten nicht mehr auf Google+ & Co.

Nimmst Du ein Android-Gerät in Betrieb, flattert dir einerseits jede Menge Bloatware der Hersteller in Form von Apps entgegen. Aber auch so Unsinniges wie Google+ oder Keep ist auf dem Gerät zu finden – und lässt sich auch nicht deinstallieren. Mal ehrlich, für mich ist Google Hangouts nicht mehr als ein Kropf – kompliziert zu bedienen, Hangouts habe ich bisher nie gemacht und SMS-Versand ist ein Krampf. Die Google+-App nutze ich nicht, obwohl ich recht aktiv auf Google+ bin. Keep, da muss ich lange nachdenken, was das Teil macht – und Google Bücher & Co. habe ich nie benutzt.

Da kommt die Meldung (siehe hier), dass Google die Hersteller nicht mehr zwingt, bestimmte Google Play-Dienste auf Neugeräten zu installieren, gerade recht. Nicht mehr vorinstalliert werden müssen nun folgende Apps: Google Play Kiosk, Google Play Bücher, Google Play Spiele, Notizen und die Google+-App. Ich fürchte nur, die Hersteller kippen dafür andere Krappware auf’s Gerät.

Microsoft aktualisiert mal wieder Apps: OneNote, PowerPoint und Excel

Zweite Meldung betrifft die Apps für OneNote, PowerPoint und Excel, die laut dieser Meldung gerade einmal mehr aktualisiert wurden. Infos gibt es wenige, irgendwelche Gimmicks hat man an die Apps dran gestrickt. Ist aber nicht der Punkt.

Ich weiß nicht, wie es euch geht. Zuerst war ich ja begeistert, als es hieß: Microsoft macht die Mobile First-Biege und bringt Office-Apps auf Android und iOS. Zwischenzeitlich bin ich ernüchtert und habe den Krampf gelöscht, wo es ging. Ups, warum?

  • Als erstes sind die Mobile-Apps von Office überflüssig wie ein Kropf. Ohne Office 365-Abo kann man die eigentlich nur als Viewer benutzen. Dafür nudele ich mir aber nicht mehrere hundert Megabyte pro App auf das Gerät.
  • Eigentlich hätte ich die Apps für kurze Tests ja gerne auf dem iPad und den Android-Tablets gelassen. Mich hat am Ende aber nur noch genervt, dass fast bei jedem Einschalten irgend eine App aktualisiert werden wollte. Sowohl beim iPad als auch bei Android brachten Word, Excel, PowerPoint und OneNote gute und gerne 180 bis weit über 200 MByte pro Update auf die Wage.

Hat dazu geführt, dass ich Tabula Rasa gemacht habe. Unter Android gibt es ausgewachsene Office-Suites, die funktionieren, für weniger als 100 Kbyte und gratis. Da brauche ich keine Microsoft Office-Bloatware, die ich als Viewer nutzen darf.

Fazit: App-Deinstallation und Bescheidenheit wäre angesagt

Diese ganze App-Geschichte zeigt eigentlich, wie vergurkt das Ganze zwischenzeitlich ist und wie weit die Entwickler von dem weg sind, was Nutzer eigentlich wollen. Denny Fischer hat es vor einigen Wochen im Artikel Liebe App-Entwickler, stoppt den Update-Wahn! auf den Punkt gebracht. Wer kein WLAN, sondern eine Mobilfunkverbindung hat, ist schier aufgeschmissen an dem, was per Update da geladen werden soll. Und selbst bei WLAN nervt es.


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Und was auch fehlt, in Android, iOS und Windows: Eine Möglichkeit für den Nutzer, die vom Hersteller als wichtig erachteten System-Apps vom Gerät mit einfachen Schritten runter zu werfen. Dass ein Store zwingend ist, kann ich ja akzeptieren. Aber dass eine YouTube-App auf meinem iPad 1 dümpelt, die (wegen Umstellungen beim YouTube-Dienst) nicht mehr funktioniert, zeigt, wie krank das App-Konzept ist. Wie häufig nutze ich YouTube bei Android, wenn die App nichts im Hintergrund abspielen kann? Und was hält man von Microsofts Mail-App, News und Co.? Gut, in Windows kann ich per DISM-Befehl Hand anlegen (siehe Windows 10: Built-in Apps per PowerShell entfernen) – überfordert aber den normalen Anwender hoffnungslos. Warum gibt es da keinen Kontextmenübefehl Deinstallieren?

Wann kommen die Entwickler endlich in der Wirklichkeit an und denken wieder an ihre Kunden? Wie sehen eure Gedanken aus? Anmerkungen, Kritik, Kommentare willkommen.

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5 Kommentare zu Stoppt die App-Bloatware und den App-Update-Wahn

  1. Thomas sagt:

    Bei Android Apps meine ich mal gelesen zu haben das man manche vorinstallierten Apps erst deaktivieren muss ehe die sich deinstallieren lassen.

  2. Marc sagt:

    grundsätzlich kommt es doch erstmal auf die Nutzung der Technik an.
    manche User kommen wollen einfach nur telefonieren, hierfür bedarf es kein Smartphone – andere wollen nur große Tasten, wie beim doro-primo und dann gibt es viele Abstuftung bis zu den highend-Geräten, wobei bei einigen dann nicht mehr die Nutzung im Vordergrund steht, sondern das “must have”. (aber anderes Thema)
    Das gleiche (ähnliche) gibt es aber auch bei Tablett/PCs, manchen reicht das eine, andere benötigen in Sachen Produktivität dann doch einen PC und wiederum andere…

    Ebenfalls auf allen Geräten sind (Anbieter-Voreinstellungen) bzw. Apps/Tools vorhanden, aus unterschiedlichen Gründen. Von angedachten sinnvollen System-Tools, über Testversion (damit Kunde später nutzt bzw. kauft) bis zu tolle Apps/Sondereditionen die man sich sonst nicht leisten könnte bzw. schon garnicht kennen würde.
    Die Hardware-Hersteller machen das teilweise aus wirtschaftlichen Gründen, da nur hierdurch eine Marge bzw. Preisreduktion möglich ist, was dem Endkunden zu Gute kommt. Neben den vorgenannten kann es auch sein, dass schnell eine gewisse User-Anzahl erreicht werden muss, um überhaupt ein Produkt am Markt zu halten.

    Zu guter Letzt wurden Updates angesprochen, an vielen Stellen immer wieder heiß diskutiert, wo von “never touch a running System” bis “gib mir jeden Tag meine Updates” alles dabei ist. Auch hier muss man doch differenzieren, was die Produkte machen, ein Editor oder snipping Tool erfährt alle x-Jahre mal ein Update, bankingtool regelmäßig und ein sicherheitsrelevantes (OS oder Virensoft) halt täglich.
    Wie an anderer Stelle bereits besprochen, kommt es zudem noch drauf an, dass sich die Entwicklungszeit stark minimiert hat, da es die Mitbewerber/Markt so fordert.

  3. Marc sagt:

    Google Hangouts (vormals Google Talk)
    wie hast du es angetestet? im Mail-Account, Browser-Erweiterung, in “Google +”
    bzw. welches Kommunikations-Tool verwendest du persönlich, mit wieviel Leuten und welche Funktionen? weil es kann ja ua. Chat, Video-Telefonie usw.

    YouTube bei Android .. nichts im Hintergrund abspielen kann?
    Video-Plattform = sehen ;-) nicht nur hören

    YouTube-App auf meinem iPad 1 dümpelt… zeigt, wie krank das App-Konzept ist.
    dachte YT wird nicht genutzt, dann ist es doch auch egal ob es funktioniert ;-)
    und das Problem muss dich ja richtig ärgern, denn bereits https://www.borncity.com/blog/2015/05/05/bullshit-aus-fr-youtube-auf-lteren-ios-gerten/ hast du es ja erwähnt.
    des weiteren liegt es nicht an der App, sondern am OS*
    *= aber diese Thematik würde zu weit führen, denn hier haben viele Unternehmen aktuell Probleme bzw. schlussendlich der Endkunde.

    Google + /Facebook usw.
    auch hier kommt es auf die Nutzung an (Beispiele nachstehend)
    facebook = News-Stream, Direktkontakt Hersteller (keinen Freund aktiviert)
    Google + = newsstream innerhalb einer Gruppe bspw. Familie, geht Netzweit mit 1-Click, sprich von borncity, über News, bis zu Kaufempfehlungen alles landet dort

  4. Steffen sagt:

    Ich finde Updates gut. Da sieht man wenigstens dass der Entwickler nicht das Handtuch geworfen hat und man noch was virtuelles für sein (virtuelles) Geld bekommt.
    Bloatware von Google ist mir 10x lieber als der Scheiß, den Samsung, HTC und Co. Auf ihren Geräten Installiert.
    Die GApps kann man wenigstens deinstallieren (seit Google die Diensteverzahnung untereinander getrennt hat). Zudem liefert Google mit den Nexus Geräten keine Crapware mit, wie es ebenfalls andere Hersteller machen mit irgendwelchen “vergüteten” Apps für Hotels, Autovermietung, Bücherläden und so weiter. DAS nervt mich richtig!
    Aber noch mehr nerven mich vorinstallierte Programme auf PCs und Laptops (Tablets zähle ich in diesem Punkt zu den Smartphones).
    Es ist alles eine Frage der Sichtweise.
    Ich weiß, daß YouTube eine reine online App ist – wie groß wäre der Aufschrei wenn YouTube Massen und abermals Massen an Daten zum offline schauen Puffern würde auf dem meist eh schon begrenzten speicherplatz der Geräte?
    Wenn ich etwas offline bei oder von YouTube schauen möchte muss ich den unbequemen weg des vorherigen Downloads gehen.
    SMS via Hangouts ist wahrlich ein Graus. Keine Frage. G+ habe ich persönlich nie richtig “verstanden”, nutze ich auch nicht wirklich als soziales Netzwerk. Und Google Keep ist eine guteg,nette kleine Alternative zu evernote (wenn es um blitzschnelle Notizensyncro zwischen Android-Geräten gehen soll).
    Und wenn ich kein wlan habe, habe ich kein wlan. Muss ich dann Updates übers 3g machen? Nein, die apps laufen auch ohne aktuelles update weiter – YouTube ist ne Ausnahme. Dann werden die Updates eben aufgeschoben bis zum Rendezvous mitm heimischen wlan… So What? Und wer YouTube unterwegs nutzt dem sind auch die MB an Daten für die Updates wohl egal… Habe ich begrenzt 3g Volumina Suche ich mir eben die apps raus die dringend ein update auch benötigen – für anderes gibt (freies) wlan…
    Bei Windows X den Spagat zwischen mobilem und stationären Geräten zu finden ist sicher nicht einfach.
    Auch mich stören die installierten apps bei Windows, habe aber noch keine zeit gefunden mich denen anzunehmen….
    Die eierlegende Wollmilchsau gibt es es nicht und wird es auch nicht geben.
    Allen kann man es nicht recht machen können. Niemals.

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  6. Bernd sagt:

    Manche Apps, wie z.B. Facebook, Twitter, G+ usw. belegen unnützen Speicherplatz. Wenn man sie deinstallieren will sagt das System: Kann nicht deinstalliert werden, weil “System App” :-(
    Als ob diese Apps wichtig für das System wären. Denke eher, dass der Hersteller des Smartphones Geld von den Herstellern der Apps bekommt. Damit er die Apps diese Hersteller möglichst fest im System verankert.
    (Habe aus Datenschutzgründen keinen Facebook Account. Brauche deshalb auch keine Facebook App).

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