Windows 10 und der Batteriereport Bug …

Shit happens, jeden Tag und in jeder Ecke. Und in Windows 10 schlummert so mancher Bug. Gemäß dem Motto “jeden Tag ein Skandälchen, damit’s hier auch klickt”, zaubere ich heute mal den Batteriereport (Lokalisierungs-)Bug hervor Zwinkerndes Smiley.


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Ich muss gestehen, den Blog-Beitrag schreibe ich mit einem zwinkernden Auge – und es hätte ihn nicht gegeben, wenn mir nicht dieser dünne Faden-Artikel samt einiger Nutzerkommentare (hinsichtlich der Journaille und Klicks) unter die Augen gekommen wären. Gehöre zwar nicht zum betreffenden Kreis dazu, sondern bin nur Hobby-Blogger. Aber gewurmt haben mich die teilweise recht flachen Kommentare trotzdem. Und ja, auch mir passieren dicke Fehler – gestern hatte ich sogar kurzzeitig gepostet, dass Windows 95 so 1/4 Jahrhundert auf dem Buckel habe – bis mir beim Gegenlesen im Web auffiel, dass es nur 2 Jahrzehnte waren, hatte es schon zwei Kommentare gegeben.

Teuer werden solche Fehler (wenn Zahlen nicht stimmen) bei der Euro-Rettung oder in der Raumfahrt, wie Mariner 1, der Mars Climate Orbiter und die Ariane 5 zeigen. Von daher, sollten wir nicht allzu hart mit der Sache umgehen, die rauhe Wirklichkeit  ist noch viel grausamer. Aber den einen oder anderen Seitenhieb kann ich mir dann doch nicht ersparen. Doch alles der Reihe nach.

Ich habe mal gegoogelt: Windows 10 und die Akkulaufzeit

Zuerst muss ich folgendes vorausschicken: Mir huschen ja immer wieder Artikel, die sich mit der Akkulaufzeit unter Windows 10 befassen, so in den Augenwinkel vorbei. Meist lese ich es nicht – aber, um ein Gefühl für den Blog-Beitrag zu bekommen, habe ich mal kurz in Google recherchiert. Hier ein kleiner Abriss, was mir vom Web in Punkto Akkulaufzeit bei Windows 10 vor die Füße gespült wurde:

Da ist dieser Artikel, der mehr Akkulaufzeit für das Surface Pro 3 prophezeit, wohl “einzisch”. Also bessere oder schlechtere Akku-Laufzeit durch Windows 10? Keine Ahnung!

Interessiert mich nicht wirklich, da ich Desktops mit Windows 7 nutze, Windows 10 in einer VM darauf laufen lasse und nur ein paar Testrechner mal mit Akkus im Tabletmodus für wenige Minuten unter Windows 10 betreibe.

Gefühlte Wirklichkeit: Der Akku ist immer leer – wobei ich sagen muss, seit es DECT-Telefone gibt und das Gesprächsgegenüber auf die Frage “warum piept’s bei dir” regelmäßig mit “mein Akku ist gerade leer” zu antworten pflegt, bin ich auf “Akku ist immer leer” konditioniert. Und als ganz schlichtes Gemüt habe ich mir aus obigen Links mitgenommen: Windows 10 kommt mit doller Energieoptimierung, die den Akku (oder dessen Kapazität) frisst Zwinkerndes Smiley. Das es aber noch doller kommt, hätte ich nicht gedacht.

Voodoo, oder der Akku-Kapazitätsschwund per Windows 10-Upgrade

Es war mir bekannt, dass man in einer administrativen Eingabeaufforderung mit dem Befehl:

powercfg /batteryreport /output <pfad>


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einen erweiterten HTML-Bericht mit einem Batteriereport abrufen kann (z.B. powercfg /batteryreport /output  c:\t.html). Ging bereits bei Windows 7 (siehe) und Windows 8/8.1. Aber wie bereits oben geschrieben, brauche ich das nicht.

Heute kam ein Hinweis von Michael Bormann “schau dir mal die Daten des Batteriereports” in diesem Artikel an, der mich zum Staunen brachte. Daher habe ich es mal selbst an einem Medion Akoya P2214T, den ich auf Windows 10 aktualisiert hatte, getestet.

Da hat’s mir wirklich die Schuhe ausgezogen und die Fußnägel hochgerollt. Das Akoya hat zwei Akkus, die durch das Windows 10-Update kapazitätsmäßig nur so pulverisiert wurden. Und die Stromspartechnik von Windows 10 muss revolutionär sein … 

Nur mal kurz angemerkt: Meine billigen Android-Handy-Akkus haben Kapazitäten von 1.400 mAh und das Akku eines Samsung Galaxy S4 kommt auf 2.600 mAh – bei 3,8 Volt wären das so 5,32 bis 9,88 Wh – und Windows 10 erzählt mir, dass die Akkus im Akoya bei 25 bis 31 mWh (also grob um den Faktor 1.000 schlechter) liegen. Von der seltsamen Angabe Wh statt Ah ganz zu schweigen (aber machen Notbook-Hersteller jetzt so).

Nach meinem Dafürhalten haben sich die Leutchen bei Microsoft beim Programmieren des Akku-Berichts schlicht um drei Zehnerpotenzen vertan. Statt 31 mWh wäre es 31 Wh – deckt sich dann auch mit meinen Angaben in diesem Bericht, wo der Tablet-Teil mit 25 Wh (statt der oben angezeigten 25 mWh) Akku-Kapazität angegeben ist.

Bei den Amis rechnet es richtig …

Dann kam ich auf die Idee, dass dies ein Lokalisierungsfehler sein könnte. Also mal schnell an meinem US-Profil auf dem Windows 10-Testsystem angemeldet und die Akkudaten abgerufen. Ihr erlebt mir sprachlos – und icke staune nur noch.

Dat gleiche Akku hat im Tablet-Teil (bei 25.900 mWh) fast 1 Wh Kapazität mehr bekommen und die Angaben liegen wenigstens im realistischen Bereich. Da stellt sich mir die Frage: Rechnen die intern mit Yards, Inches oder was, so dass die Lokalisierung solchen Unsinn macht?

Lasst es mich mal so formulieren: Mit einem Windows 10 System würde ich nicht unbedingt zum Mars fliegen und Kursberechnungen durchführen wollen. Könnte wie beim Mars Polar Orbiter ausgehen. Also ein Update bitte …

Mir sitzt nun ein wenig der Schalk im Nacken. Microsoft lässt Gabe Aul Updates nur noch per Twitter verkünden. Und Leute, die gescheite Dokumentation fordern, werden leicht als Spinner belächelt (braucht kein Mensch, die Infos findet man im Internetz). Daher drehe ich den Spieß jetzt um.

Kleiner Tipp für die Microsoftler, die hier mitlesen: Gebt den Jungs von der Windows 10-Produktgruppe den Tipp, dass im Deutschen der Punkt das 1.000er Trennzeichen darstellt und nicht dem amerikanischen Komma entspricht. Dann klappt’s auch mit der Umrechnung. Die sollen mal in den .NET-Framework-Internationalisation-Aufrufen nachsehen, wo der Bug steckt. Irgend jemand hat da ziemlich geschlampt. Mal schauen, in wie vielen Versionen nach Windows 10 der Bug noch zu finden ist.

PS: Mein zweites System mit Windows 8.1 (aktueller Patchstand) hat diesen “Bug” ebenfalls (bei Windows 8 scheint es noch nicht aufzutreten).

PPS: Wäre natürlich tragisch, wenn die Nachfolger von Alexander Gerst bei der ersten internationalen Marsmission kurz vor Phobos “Ups, Akku-Kapazität zu gering, Zwangs-Shutdown eingeleitet” zu sehen bekommen und dann bei Mars verschollen gehen – und das alles nur, weil sich jemand im Bordcomputer an seinem deutschen Benutzerkonto eingeloggt hatte, um einen Neujahrsgruß im Facebook-Nachfolger zu posten. In diesem Sinne – gutes Gelingen Zwinkerndes Smiley.

Was mich abschließend zur Frage bringt, habe ich einen kolossalen Denkfehler begangen, oder nutzt keine Sau den Batteriebericht und daher ist das niemandem aufgefallen? Oder braucht das niemand, weil “dat findet man ja in Google”? Kommentare?

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8 Responses to Windows 10 und der Batteriereport Bug …

  1. Günter Born sagt:

    Nachtrag: Gab einen FB-Kommentar, dass der Bug in Build 10525 entfernt sei. Kann ich nicht testen, da sich die Maschine nicht auf diese Build heben lässt – warum habe ich noch nicht ergründet – so wichtig ist die Build auch nicht.

    Von denen, die die Build 10525 auf einem Notebook laufen haben: Ist die Benutzeroberfläche lokalisiert, also in Deutsch? Und ist der Bug wirklich behoben? Falls die Build nur in Englisch vorliegt, wäre der Fall klar.

  2. Matthias G. sagt:

    Also bei mir auf einem Panasonic CF-19 ist der Report weiterhin in englisch und auch weiterhin so falsch.

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  4. Thomas Bauer sagt:

    Gilt nur zu hoffen das der Fehler sich nur auf den Batteriereport beschränkt und nicht in der Leistungsüberwachung oder anderen Komponenten auch zu finden ist.

  5. info sagt:

    Stand 04/2016 auf einem frischen und komplett deutschen System:

    Installed batteries
    Information about each currently installed battery
    BATTERY 1
    NAME CP656340-01
    MANUFACTURER Fujitsu
    SERIAL NUMBER xxxxxxxx
    CHEMISTRY LION
    DESIGN CAPACITY 72 mWh
    FULL CHARGE CAPACITY 71 mWh
    CYCLE COUNT –

    Bin eher zufällig hier drauf gestoßen, da die Akkuanzeige durchgängig bei 92% steht und dazu “wird nicht geladen”, selbst nach einer Nacht am Strom im Standby… Werd die Lösung dafür hoffentlich woanders finden.

  6. watz sagt:

    Bei meinem Windows 10 Laptop (Build 10586.218) ist der Bug immernoch. Ursprung dürfte der Bug in den verschiedenen Zahlendarstellungen im englischsprachigen Raum und Hierzulande haben (Komma als Tausendertrennzeichen).
    Darüber hinaus ist die Einheit Wh bzw. mWh nicht nur untypisch sondern sogar falsch. Mein Akku hat laut Aufdruck 6700mAh bei einer Nennspannung von 10,8V. Ergibt also eine Kapazität von rund 72Wh. Im Baterryreport steht 6mWh.
    Vielleicht rührt auch daher die falsche Zeit, die Windows bei mir zur Ladung des Akkus anzeigt (wenn Akku leer zeigt es mir 6 Minuten bis vollständig geladen an). Beim Arbeiten ohne Netzstrom stimmt die verbleibende Zeit jedoch im Rahmen der Vorhersagbarkeit.

  7. Andreas B. sagt:

    Grundsätzlich ist die Angabe der Energie (mWh) statt der el. Ladung (mAh) eigentlich gar nicht so verkehrt, denn ansonsten müsste man wohl immer auch noch die Spannung mit angeben! – Aber die Sache mit “milli” und Komma oder Punkt ist schon etwas peinlich und bis dato ungefixt. (W10 1607 Anniversary)

    • Andreas B. sagt:

      Beim MEDION Akoya S6214T gibt’s 2 Akkus:
      • Tableteinheit, 3 Zellen, 11.4 Volt, 3355 mAh
      • Dockingstation, 2 Zellen, 7.4 Volt, 4150 mAh
      Welcher ist größer? – Der obere (Tableteinheit) mit 3355 mAh.
      quod erat demonstrandum.

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  9. Micobaki sagt:

    Stand Januar 2019 auf ist der Bug immer noch vorhanden.
    Ich hatte mir auch den Kopf zerbrochen was denn das m vor WH bedeuten soll, da es Milli ja eigentlich nicht sein konnte :-)
    Da bin ich hier auf den Artikel gestoßen.
    Alexander Gerst war ja wieder in 2018 ziemlich lange im Weltraum. Er ist aber zum Glück wieder heil auf der Erde angekommen, trotz BatteryReport Bug.
    Daher vermute ich mal, dass MS es auch nicht mehr korrigieren wird. Ist ja alles gut gegangen!

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