Telekom Qivicon Server-Ausfall: Smart Homes kaputt

Erst Facebook (Schock! Drama! Facebook.com hatte Blackout #facebookdown) und nun der Ausfall der Telekom Qivicon Server. Bei Facebook gingen auch die Facebook-Website-Anmeldungen nicht mehr. Der Qivicon Server-Ausfall sorgt dafür, dass die Smart Homes kaputt sind.


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Stell dir vor, Du musst schnell auf’s Klo, aber kriegst die Haustür nicht auf – nicht, weil der Schlüssel nicht zur Hand ist, sondern weil dir eine simple Error-Nachricht Einlass verwehrt. Oder Du sitzt kalt und im Dunkeln in deinem Wohnzimmer und schaust dir die lustig blinkenden Fehler-LEDs deiner Smart Home-Controller an.

Wenn ich mal in älteren Blog-Beiträgen Cloud ist Mist und Smart Home ein tot geborenes Kind geschrieben habe, welches Fehlfunktionen, Sicherheitsmängel aufweist und Kosten verursacht, wurde ich als “old school” belächelt.

Heute ist es für einige Smart Home-Besitzer Wirklichkeit geworden: Wer auf die Telekom Qivicon Server zur Smart Home-Automatisierung setzt, hat ein Problem. Deren Server sind ausgefallen – und eine Anmeldung am Portal ist nicht möglich. Bei heise.de hat man diesen Artikel zum Thema. Und im Forum gibt es Nutzer, die berichten, dass die Heizung kalt geblieben ist. Einen hat es besonders hart getroffen – der musste wohl nicht auf’s Klo (hat er jedenfalls nix von geschrieben), kam aber nicht ins eigene Büro, weil die Alarmanlage nicht abschaltbar war. Die Lektüre der Forenbeiträge ist der beste Slapstick, den ich seit langem zu sehen bekommen habe.

Nur mal so angemerkt: Ich bin eigentlich recht froh, wenn meine Heiztherme nur solide Regelungstechnik aufweist und nicht durch kompromittierbare Fernwartungsanschlüsse oder windige Smart Home-Funktionen auf Ausfallbereitschaft getrimmt wird. Aber die Doofen Innovativen trifft es gleich drei Mal: Beim Kauf muss das Zeugs bezahlt werden, beim Ausfall sieht man alt aus und bei Defekten muss der Kram repariert werden. Da bin ich eigentlich ganz gerne “old school” – auch wenn ich bei meiner aktuellen Junker-Gastherme nicht unbedingt mehr mit einem Vielfach-Messgerät aktiv werden und einen Notbetrieb fahren kann. Und wie geht es euch so mit dieser neuen Technik? Muss ich haben – oder eher “was soll der Klump”?


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12 Antworten zu Telekom Qivicon Server-Ausfall: Smart Homes kaputt


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  3. Mirko Heilmann sagt:

    Hallo Herr Born,
    schöner Beitrag, ich habe mir dann direkt mal die Kommentare im Forum durchgelesen und mich fast weggeschmissen. Es ist immer wieder erstaunlich wie blind und naiv viele unserer Zeitgenossen sind. Mir würde nicht im Traum einfallen eine Heizungsregelung oder Alarmanlage oder was auch immer wichtiges über irgendeinen Internetserver kontrollieren zu lassen wenn es sich vermeiden lässt. Aber die markigen Werbeversprechen über dieses sagenumwobene IoT (schon beim Begriff gruselts mich) zeigen langsam ihre Wirkung in der breiten Masse. Als die Meldung über die Insolvenz von Wink kam las ich in einem Forum einen Kommentar, daß es ja Mist wäre wenn man bei einem Ausfall kein Licht mehr einschalten könne. Der User schlug vor, man könne ja eine Backup-Möglichkeit einbauen, die immer funktioniert. Da dachte ich nur: Ja, mein Jung nennt sich Lichtschalter und gibt es seit über hundert Jahren, und macht genau das was er soll, nämlich Licht an und aus. Ist aber nicht so hipp wie auf dem Smartphone rumwischen. Was für eine kaputte Welt.

    Einen schönen Abend und gute Nacht!

    • Günter Born sagt:

      Bin da eine schlechte Referenz – mit einem klassischen Gesellenbrief des Elektrohandwerks in der Tasche habe ich Ende der 60er Jahre so manchen Lichtschalter aus den 1920er Jahren getauscht. Ging ohne Kompatibilitätsprobleme, nur die Dübellöcher passten nicht. Und die Schalter taten es nach 40 bis 50 Jahren ohne Upgrade einfach so – An, Aus – das war (aus heutiger Sicht) so richtig irre. Kein Booten vor dem Betätigen – Diagnose war mit einem Spannungsprüfer möglich. Aber halt richtig Old School – igitt.

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  5. Mirko Heilmann sagt:

    Scheint dann wohl am Gesellenbrief zu liegen, diesen habe ich auch im Schrank, allerdings erst von Anfang der Neunziger. Ändert aber wohl nichts an der Einstellung. Ich habe in den letzten 3 Monaten mein EG saniert und trotz aller Begeisterung für Rechentechnik alles klassisch installiert. Die können mir mit diesem ganzen Zeug erstmal gestohlen bleiben, selbst KNX ist in meinen Augen zu wenig flexibel bei sich kurzzeitig ändernden Bedingungen. Da ist man dann nur am rumspielen. Wer es nicht glaubt kann den Test recht simpel machen. Einfach das Heizkörperthermostat gegen so ein “intelligentes” mit Schaltzeiten im Schlafzimmer tauschen und dann programmieren. In der Woche kein Problem bei starren Zeiten, aber am Wochenende gibts nur Streß mit der Direktion. Und dann ist nicht einfach mal runterdrehen, nein dann muß man immer wieder Knöpfe drücken. Wo es paßt ja, aber meistens paßt es eben nicht, weil wir keine Computer sind.
    Sollte eine Antwort werden, ich hab den Button aber übersehen, brauch wohl ne neue Brille :-)

  6. Frank Bell sagt:

    “was soll der Klump”: Genau, das denke ich dann auch immer!

    Lieber Old School und im Warmen sitzen.

    Aber leider wird man uns diesen MIST aufzwingen, siehe “intelligente” Stromzähler. Die Drecks-Lobbyisten haben mal wieder ganze Arbeit geleistet.

  7. Peter Meier sagt:

    Guten Morgen,
    Ich bin einer, der sein Haus voll automatisiert hat.
    Ich kann dem geunke nicht zustimmen, denn bei mir funktioniert seit Jahren alles zuverlässig. Natürlich gibt es hier und ein kleines Problemchen, aber das kenne ich auch von meinet alten mechanischen Schreibmaschine (da hing immer das b).
    Bei mir sind meine Steuerungsdaten in meiner Homebox und deshalb bin ich von sochen Rechneraufällen nicht betroffen.
    Ich möchte aber nicht mehr auf meine automatische Gartenbewässerung, oder meine Rolladensteuerung verzichten. Sicherlich kann man sich der Technik verweigern, aber hier ins internet müssen wir ja auch kommen und das klappt mit der alten Schreibmaschine eben auch nicht.

    • Günter Born sagt:

      @Peter: Deinen Kommentar finde ich Klasse – ehrlich! Er zeigt mir aber, welche Welten zwischen uns beiden liegen. Ich lache mich immer schlapp, wenn im Sommer die Gartenbewässerung des Nachbarn bei strömendem Regen angeht. Und meine automatische Rolladensteuerung läuft auch ohne Homebox. Was mich nervt: Ich muss alle paar Jahre die Knopfzelle wechseln. Und wenn mechanisch was am Rolladenkasten ist, zerreißt es die Lamellen bzw. die Bandaufhängung. Automatisierung hat schon einen hohen Preis. Und das sagt einer, der einen Teil seines Berufslebens genau auf diesem Feld geackert hat. Meine persönliche Devise: Keep it as simple as possible. Und nein, mit meiner elektrischen Schreibmaschine hatte ich nie das Bedürfnis, ins Internet zu müssen – liegt auch daran, dass es damals das Internetz noch nicht gab. Und 1972, als ich einen Schreibmaschinenkurs auf einer mechanischen Schreibmaschine absolviert habe, wussten wir noch nicht mal was von E-Mail ;-). Aber die Teile haben zuverlässig gearbeitet.

      I need to confess – I’m really old school :-)

    • T. Förderer sagt:

      Darf ich fragen, welches System Sie benutzen?
      MfG T. Förderer

  8. Dekre sagt:

    Ich, als Elektronikfacharbeiter mit Spezialisierung Elektronenröhren und Lichtquellen (1983, danach andere Ausrichtung) finde alles lustig und auch nachdenklich. Ich gehe mal davon aus, dass wir alle nicht darauf vorbereitet sind, wenn mal der Strom so richtig ausfällt und das ist nicht so selten wie man meint in Deutschland, wenn auch nur sehr temporär. Dann nützt alles nichts. Die Telekom hat ja umgestellt (bzw. stellt um) auf IP-Telefonie. Ich bin auch betroffen. Das alleine sorgt schon für genug Ärger mit der Telekom.
    Ich sage ja immer: Wenn die Sonne mal richtig pupst, also Sonneneruptionen sich mal wieder ereignen (kommt zyklisch vor), dann ist hier (auf der Erde) generell was los; alleine schon wegen den Satelliten etc. Da will ich nicht gerade Fahrstuhl fahren. Sonneneruptionen stehen schon für genug Störungen in der Vergangenheit. Bin nicht ängstlich, aber manchmal ein wissender optimistischer Pessimist, manchmal auch umgekehrt.
    Grüße

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  10. Peter Meier sagt:

    @Günter Naja, die Gartenbewässerung eingebunden in meine Astrodaten, dass funktioniert schon wirklich gut. -Kein bewässern, wenn es regnet oder regnen wird.
    Aber ich denke, es ist wie mit den ganzen Dingen, die heute fast jeder benutzt, aber zu Beginn immer abgelehnt hat. Das Handy hat heute fast jeder dabei und macht damit Fotos. Und wenn man abends im Lokal eine illustre Runde zusammen sitzen sieht, tauschen sie die Fotos ihrer Enkelkinder via Handy aus.
    Mir war es nur immer so lästig, je nach Jahreszeit, die Auf- und Abfahrzeiten der Rolläden, an jedem einzelnen Rolladen verstellen zu müssen, den das geht jetzt bequem vom Sofa, wenn man nicht auf die Astrodaten zurückgreifen möchte.
    Jedes System ist eben nur so gut, wie der, der es benutzt, oder besser, die vielen Möglichkeiten die es einem bieten kann zu nutzen versteht.

  11. Pingback: SmartHome: Seniorenwohnung und Sicherheit … | Günnis Seniorentreff 50+

  12. Philipp F. sagt:

    Ach inzwischen ist das alles doch relativ angenehm. Ich habe bereits mehrere Smart Home Produkte erworben. Gefunden habe ich diese via. smart-home- expert.com und bin überglücklich. iSmartHome ist die Marke welche ich ganz klar empfehle. Habe den ganzen Vorgarten und den Wintergarten bereits mit Kamera der Serie bestückt.


    GB: Den Link habe ich deaktiviert, da der Kommentar mit dem Zweck der reinen Werbung daherkommt.

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