Verschiedene nTLDs für mehr Vielfalt im Internet

Wer eine Internetpräsenz erstellen möchte, braucht einen Domainnamen unter einer der verfügbaren Domains (.de, .com, .org etc.). Oft steht man aber vor dem Problem, dass die Wunschnamen längst belegt sind. Andererseits gibt es doch die neuen Top-Level-Domains (nTLDs). Können die einen Ausweg bieten? Im Blog-Beitrag beleuchte ich einfach mal Fragen wie: Hilft eine neue Top-Level-Domain dabei, Kunden besser zu erreichen? Was für Vorteile bringt sie? Was für Auswahlmöglichkeiten bieten sich? Und was sollte ich sonst noch wissen?


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Das Problem mit den Domainnamen …

Für eine Internetpräsenz geht kein Weg an einer guten und einprägsamen URL vorbei. URLs wie aldi.de, otto.de, microsoft.com und so weiter werden eigentlich von Jedermann intuitiv benutzt. Das Problem, vor dem man heute steht: Gute Domainnamen sind längst belegt und man sucht krampfhaft nach Alternativen. So stand ich bereits in den neunziger Jahren des vorherigen Jahrtausends vor dem Problem, dass die Domains born.de und born.com längst belegt waren. Damals habe ich mich für die Domainnamen borncity.de und borncity.com entschieden.


(Quelle: ©istock.com/NiroDesign)

Besonders Adressen mit länderspezifischen Domains (z.B. .de, .at, .ch etc.) sind beliebt und wer eine neue Domain erstellen möchte, muss sich oftmals damit zufriedengeben, dass die URL durchaus mal etwas länger ausfallen kann. Ein Ansatz wäre, kreativ bei der Domainnamenswahl zu sein – bleibt aber schwierig. Wer mit meister-mueller-heizungsreparaturen.de hantieren muss, hat das Problem, dass kein Kunde auf die Idee kommt, diese URL mal auf Verdacht im Browser einzugeben.

Gibt es einen Ausweg, außer eine passende und vakante Domain zu kaufen (was auch Risiken birgt und teuer werden kann)? Nun, seit die seit 2013 nach und nach eingeführt neuen TLDs bieten den Nutzern eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Wahl eines Domainnamen, um Kunden besser zu erreichen. Insgesamt wurden bisher knapp 2.000 Bewerbungen für nTLDs gestellt, die durch die Internet-Verwaltung ICANN koordiniert werden. Die nTLDs, die im Oktober voraussichtlich veröffentlicht werden, sind unter anderem die Geo-Domain .kyoto, .film für Filmeliebhaber oder .study.

Was bringt mir die nTLD?

Aber was genau bringt überhaupt eine neue Top-Level-Domain (nTLD), wenn es auch eine generische tut? Auf das Problem der Namenswahl hatte ich ja bereits hingewiesen. Kurze und gut einzuprägende URLs mit .com oder .de sind oftmals schon vergeben. Mit den nTLDs haben Sie die Möglichkeit, problemlos Ihre Wunschadresse auszuwählen (denn dort sind die Domainnamen meist noch frei). Bleibt die Frage: Ist mein Wunschname für eine solche Domain wirklich noch frei?

Wenigstens die Frage nach der Verfügbarkeit ist schnell zu klären, denn auf Portalen wie www.checkdomain.de können Nutzer nicht nur die Verfügbarkeit Ihrer Wunsch-Domain überprüfen, sondern sie auch sofort reservieren.

Beim Test habe ich festgestellt, dass ich born.berlin, born.tirol, born.nrw oder born.site noch haben könnte. Ist der Wunschname gefunden, steht dem Aufbau einer Webpräsenz dann eigentlich nichts mehr im Wege. Und wer sich noch nicht so gut auskennt und noch keine Erfahrung mit dem Erstellen von Internetseiten hat, findet unter Tipps und Tricks einige Beiträge samt HTML-Referenzen zum Thema, die ich so 1997 erstellt haben muss. Aber halt, ist da nicht noch was zu beachten?


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Wird meine Webseite durch die neuen TLDs schneller gefunden?

Die spannende Frage – zumindest aus meiner Sicht – ist doch, ob die neuen TLDs eine bessere Auffindbarkeit bei Suchmaschinen bieten. Diese Vermutung drängt sich zumindest auf, wenn die nTLD den Suchbegriff bereits enthält. Was auf den ersten Blick genial ausschaut, hat aber (bisher noch) einen Haken.


(Quelle: ©istock.com/ileezhun)

Offizielle Aussagen und konkrete Antworten lassen sich für die obige Aussage leider bis heute nicht geben. Auch bei der weltweit größten und bekanntesten Suchmaschine Google will man sich nicht festlegen. John Mueller, Webmaster Trends Analyst für Google, erklärte in einem Blogbeitrag, dass die neuen TLDs genauso verarbeitet würden, wie die generischen bisher auch. Wie so oft heißt es wohl auch hier: abwarten und beobachten.

Mögliche Probleme mit nTLDs im Blick behalten!

Über etwaige organisatorische Probleme sollte man sich ebenfalls im Vorhinein bereits im Klaren sein. Wer sich eine neue, aussagekräftige Internetadresse mit einer nTLD zulegt, könnte Gefahr laufen, dass die Nutzer aus reiner Gewohnheit ein .com, .de oder .net dahinter eingeben. Daher passen die oben erwähnten born.berlin, born.tirol, born.nrw oder born.site für mich nicht so wirklich. Aber mit borncity.de und borncity.com sowie mit meinem Namen bin ich zwischenzeitlich im Internet bekannt wie der sprichwörtliche “bunte Hund”. Das trifft aber auf den Handwerksbetrieb, den Gewerbetreibenden oder kleinere Firmen nicht unbedingt zu.

Also auf die neuen Top-Level-Domains setzen? Zumindest würde ich es mal prüfen. Man sollte aber, speziell im geschäftlichen Bereich, auch auf rechtliche Konsequenzen bei der Anmeldung einer neuen Domain achten. Firmen- oder Markennamen, die unter .com oder .de beispielsweise belegt, unter den nTLD aber noch frei sind, bergen ein hohes Risiko, verklagt zu werden. Hier sollte man ggf. anwaltlichen Rat vor der Registrierung einholen.

Kleine juristische Fußnote zum Abschluss – so nach dem Motto “auf See und vor Gericht sind wir alle in Gottes Hand”: So klagte der .com-Domain-Registrar VeriSign (verwaltet u.a. die Top-Level-Domains .com und .net) wegen der Verwechselungsgefahr gegen die Domain .cam. Die Klage wurde aber letztendlich abgewiesen.

Vielleicht helfen die obigen Ausführungen aber ein wenig weiter, wenn jemand von Euch vor der Frage einer Domain-Registrierung steht.


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