Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 1

[English]Ich hatte hier im Blog ja kurz über die Android x86-Variante Remix OS berichtet, die ab heute als Alpha in der Version 2.0 zum kostenlosen Download bereitsteht. Läuft auf x86-Systemen von einem 8 GByte USB Stick, wenn vom Stick gebootet werden kann. Für einen Kurztest habe ich das Ganze mal in einer virtuellen Maschine und per USB-Boot auf einer realen Maschine probiert. Hier ein paar Infos, wie ihr das nutzen könnt und ein erster Eindruck.


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Der Download ist seit heute (12.1.2016) von dieser Webseite möglich (auf die in Torrent-Börsen herumschwirrenden Varianten solltet ihr eher nicht aufsetzen). Die 692,15 MByte große ZIP-Datei enthält die Alpha-Version von Remix OS 2.0. Nach dem Entpacken ergibt sich folgendes Bild.

Die englischsprachige Textdatei enthält einige Infos zur Nutzung auf einem USB-Stick. Das remixos-usb-tool ermöglicht die ISO auf einen USB-Stick zu bringen. Und die .iso-Datei enthält das Installationsabbild des für Remix OS 2.0 angepassten Android x86.

So geht’s auf einen USB-Stick

Das Erzeugen eines bootfähigen USB-Sticks ist mit wenigen Handgriffen erledigt – man startet die remixos-usb-tool …exe und bestätigt die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung.

Dann gilt es, in obigem Dialogfeld die Lage der ISO-Datei mit dem Installationsabbild und das Laufwerk des USB-Sticks festzulegen. Hier gibt es bereits die erste Falle: Arbeitet man unter einem Standard-Benutzerkonto und entpackt die ISO-Dateien z.B. in den Ordner Downloads des Benutzerprofils, wird der vom Tool geöffnete Ordner Downloads nichts anzeigen. Denn dieser gehört zum Administratorkonto – also muss man in C:\users zum Benutzerkonto mit den Download-Dateien navigieren (ich erwähne das einfach mal, da erfahrungsgemäß einige Nutzer drüber stolpern).

Der Entwickler gibt an, dass man mindestens einen 8 GByte USB 3.0-Stick brauche – den Tool ist es aber wurscht, ob man USB 3.0 oder USB 2.0 verwendet. Bei USB 2.0 wird das Ganze halt langsamer ablaufen. Die 8 GByte sind auch reichlich hoch gegriffen – die Installationsdateien, die auf das Medium geschrieben werden, belegen gerade mal 2.3 Gbyte.

Klickt man im Assistenten (der aus dem Android x86-Projekt stammt) auf die OK-Schaltfläche, wird das Ganze auf den USB-Stick geschrieben.


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Dauert etwas (ich habe einen USB 2.0-Stick verwendet). Nach erfolgreichem Abschluss des Transfers erhält man diese Anzeige und kann den USB-Stick auswerfen lassen.

Auf DVD ginge auch …

Wer einen Rechner mit einem DVD-Laufwerk hat, könnte Remix OS auch von einer DVD booten. Einfach die ISO-Datei auf die DVD schreiben lassen, sollte funktionieren – das Linux-Live-System müsste booten – ich habe das aber nicht getestet.

Böse Überraschung – es braucht moderne CPUs …

Meine Idee war, den USB-Stick auf einem Medion Akoya 1210 Netbook zu booten, da ich diesen als Testmaschine für meine diversen Android x86-Experimente benutzt habe (siehe Linkliste). Das USB-Tool erzeugt ein Live-System auf dem Stick – zum Booten muss man eine Funktionstaste (wie F11 bei Akoya 1210) drücken, um das Bootmenü mit der Auswahl des Sticks zu bekommen.

Dann erscheint der Android x86-Boot-Screen, wo man ein Live-System oder einen Installationsassistenten wählen kann. Zum Test ist der “Guest Mode” auszuwählen, um das Live-System, welches vom Stick läuft, auszuwählen. Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht – bei Remix OS 2.0 hat man einen 64 Bit-Linux Kernel eincompiliert, der wohl einen besonderen Instruction Set braucht. Auf der Maschine wurde ich mit der Meldung:

This kernel requires an x86-64 CPU, but only detected an i686 CPU.
Unable to boot – please use a kernel appropriate for your CPU.

begrüßt. Ohne 32-Bit-Linux Kernel geht da mal nix – aber ich habe nicht nachgesehen, ob es eine 32-Bit-Variante von Remix OS V 2.0 gibt (aufgefallen ist mir nix). So viel zu den überschwänglichen Lobeshymnen der US-Press a la “läuft auch auf älterer Hardware”. Den Eee PC 701G mit Celeron-CPU, den ich hier zum Testen von Android x86 schon mal eingesetzt habe, brauchte ich gar nicht zu booten. Bereits bei Android 4.x (KitKat) oder früher wurde der Atom-Chipsatz als CPU vorausgesetzt. In diesem Google-Thread geht es bezüglich einer 32-Bit-Version ebenfalls ab.

Anmerkung: Bereits beim Schreiben des Blog-Beitrags schlug dieser Kommentar hier im Blog ein, wo die obige Beobachtung bestätigt wurde.

Den Test auf UEFI-Systemen kann man sich auch abschminken – denn, sofern mir kein Fehler unterlaufen ist – UEFI-Boot wird nicht unterstützt, der USB-Stick wurde auf einem Akoya P2214T nicht erkannt. Ob man mit Rufus oder ähnlichen Tools noch weiter kommt, weiß ich nicht. Auf dem Akoya habe ich auf die Schnelle auch keine Option gefunden, um einen CSM-Mode im UEFI einzuschalten. Also aus die Maus …

… wobei in diesem reddit-com-Tread jemand einen Workaround für EFI-Boot beschreibt – habe ich aber nicht getestet – meine Frickelleidenschaft hält sich bzgl. Remix OS in Grenzen.

In Teil 2 zeige ich, wie ich Remix OS in einer VM (unter VMware Workstation 10.5) unter Windows 7 getestet habe.

Links:
Google group
Reddit

Artikelreihe:
Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 1
Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 2
Remix OS im Lesertest
Remix OS User-Test: Diese Apps laufen (gut) oder auch nicht

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7 Antworten zu Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 1


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  2. berta sagt:

    Ich habe noch einmal den Versuchsaufbau verändert.
    Dazu habe ich mit Rufus den Remix auf eine S-ATA Festplatte eingespielt.
    Alles wie in meinem ersten Kommentar
    Nur das es etwas schneller war mit dem boot des Gastsystems
    Ich habe das ganze direkt an den S-ATA Anschluss angeschlossen.
    Externe Speicher gingen auch mit dem Gastsystem (USB-Stick 16GB Fat32)

  3. Pingback: #Remix OS V 2.0 test drive | Born's Tech and Windows World

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  5. Günter Born sagt:

    Nachtrag vom 14.01.2016: Jide hat die Downlod-Seite nun erweitert. Es gibt nun auch eine EFI-Version – und es sollten wohl GAPs enthalten sein. Es wird auch berichtet, dass ein deutsches Tastaturlayout möglich sei. Ich habe es bisher noch nicht geschafft, dieses abzurufen – lediglich die OnScreen-Tastatur lässt sich aktivieren.

    Tastaturschema

    Das war, also ich den Download gestartet hatte, so noch nicht im Angebot (auch keine Torrent-Downloads). Angesichts der doch diversen Probleme und der EULA, die die Rechte am User-Content fordert, werde ich Remix OS aber eher nicht mehr testen.

  6. mircoonline sagt:

    Mir fehlt dieses USB-Tool. Woran kann das liegen? Kann es auch nirgens lden. Habe den Download von der Jide Seite. Aber das USB Tool wird nicht mit entpackt.

  7. Markus sagt:

    Hallo an Euch,

    desweiteren gibt es nun auch schon eine Remix Os 2.0.102 für 32bit-CPUs!

    Ich selber nutze diese auf meinem Asus EeePC 1000H mit 2GB Arbeitsspeicher, als Standalone BS. (“rooted”) Ja, das geht auch, das rooten der Android-Version.

    Leider fehlen mir viele Optionen in den Einstellungen, die man vom regulärem Android gewöhnt is, die da wären:

    1. Es gibt keine Einstellungen im Sinne von Homescreen (Livewallpaper u.s.w.)
    2. Google-Play-Store ist nicht ersehbar, muss nachträglich installiert werden. Welches sich ein wenig umständlich erweist.
    3. Google-Play-Service ebenso
    4. Youtube läuft nur auf dem Dolphin-Browser flüssig. (Was schon seltsam is!)
    u.s.w. ich möchte ja dieses BS nicht schlecht machen, aber leider liest man ziemlich viel darüber, das bestimmte Optionen der Einstellungen versteckt sind, damit man KEINEN EINFLUSS auf im Hintergrund laufende Anwendungen hat.
    Diese werden dann zu meinem Erschrecken NuR dazu genutzt um Mich als User auszuspionieren. Gut ich hab nix zu verheimlichen, doch toll find ich das nicht.

    Alles in allem, eine gute Sache um gerade der älteren Generation, das Android näher zu bringen, sofern keine strengvertraulichen Dinge wie Internet-Banking oder Ebay-Geschäfte, PayPal u.s.w. getätigt werden.
    Viele Spiele funktionieren wie gewöhnt vom Handy oder Tablet. Einige nicht, das hängt von der Leistung des Rechners ab. Is klar das ein 3D-Game nur auf einem Rechner funktionieren kann, der eine ausreichende 3D-Grafikkarte hat.

    Als TIP für etwaige Fragen in Punkto Remix Os 2.0 gibt es eine Seite, die sich mit dem Thema speziell auseinandersetzt:

    forum.xda-developers.com (NuR Englisch!) dort Remix Os on PC suchen! (Ich bin dort unter MasterBoy71 zu finden bei fragen über Remix Os! per PN in deutsch)

    So das sollte als Beitrag dazu von meiner Seite ersteinmal reichen, ich danke für euer Verständniss.

    Markus V.

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