Angetestet: Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 2

[English]In Teil 1 habe  ich im Blog über die Android x86-Variante Remix OS berichtet. Diese steht als Alpha in der Version 2.0 zum kostenlosen Download bereit, läuft aber auf meinen Systemen wegen fehlendem 64-Bit-CPU-Support oder nicht vorhandener UEFI-Unterstützung nicht. Für einen Kurztest habe ich das Ganze daher mal in einer virtuellen Maschine probiert. Hier ein paar Infos, wie ihr das nutzen könnt und ein erster Eindruck.


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Ich hack dich – ab in eine VM

Um einen ersten Eindruck von Remix OS zu erhalten, habe ich dann auf einer Intel Q8300 Quad Core-CPU unter Windows 7 SP1 eine virtuelle Maschine in VMware Workstation 10.5 aufgesetzt. Wichtig ist, dass der Host VT-X-Support bietet und eine 64-Bit-Virtualisierung möglich ist.

Da eine ISO-Datei im Download-Paket vorhanden ist, sollte sich diese für einen Test als Live-System in eine VM einbinden lassen. Ich habe in VMware Workstation also eine neue Maschine mit individuellen Einstellungen für den Gast anlegen lassen.

Es ist die Option zur späteren Installation auszuwählen, da ja ein Live-System verwendet werden soll.

Als Betriebssystem habe ich ein Linux gewählt, wobei das eigentlich egal ist, da die Optionen nachträglich angepasst werden.


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Beim Speicherbedarf habe ich der VM 1 GByte-RAM zuweisen lassen, da die Standardvorgaben zu knapp erschienen.

Bei der Festplatte habe ich ein 200 MByte “Phantom-Disk” einrichten lassen – diese wird aber nicht wirklich gebraucht und könnte gelöscht werden.

Als DVD-Laufwerk wird die ISO-Abbilddatei (siehe oben) angegeben – von dieser wird gebootet.

Hier ist die Remix OS VM in VMware Workstation 10.5 zu sehen. Der Ansatz sollte auch mit Virtualbox funktionieren – habe ich aber nicht getestet. Notfalls meine Hinweise aus den nachfolgenden Artikeln zu Android-x86 verwenden.

Eine erster Test in der VM

Im Anschluss habe ich die VM gebootet und konnte Remix OS auch testen. Der Boot-Vorgang ist zwar recht langsam, aber es läuft. Nach dem Booten erscheint das aus Android x86 gewohnte Auswahlmenü.

Hier wählt man einfach den “Guest mode”, um das Live-System zu starten. Wie erwähnt, startet das Live-System etwas zäh und man sieht diverse Animationen.

Als mir der folgende Screen gezeigt wurde, dachte ich schon “prima, das war es”. Ich konnte das Dialogfeld aber per Mausklick schließen. Allerdings gab es die Beobachtung, dass ich beim Schreiben des englischen Blog-Posts die VM länger mit diesem Dialogfeld stehen ließ – worauf das Popup nicht mehr weggeklickt werden konnte – ich musste das Gastsystem neu booten. Dieses “Einfrieren” ist mir in der VM noch häufiger passiert.

Dann erscheint ein Menü zur Auswahl der Sprache (ich habe Englisch) gewählt und über Next bestätigt.

Natürlich darf auch die Anerkennung der Eulas nicht fehlen – sonst taugt das OS irgendwie nix …

BTW: Lesenswert ist die Eula schon – wie diese reddit.com-Diskussion zeigt. Man gibt die Rechte am User-Content ab … Fall von geht gar nicht!

Ah, jetzt ja – nö, noch ein Screen ist wegzuklicken …

Man beachte das kleine schwarze Viereck vor “Setup” – ein Problem der Alpha, wo wohl das Eingabefeld “gefangen” wird. Aber egal, endlich erscheint der Desktop, der stark an Windows erinnert.

Eine Taskleiste mit der Möglichkeit, auf ein Benachrichtigungscenter zuzugreifen, eine Jide-Start-Schaltfläche und Desktop-Symbole. Klickt man auf die Startschaltfläche, erscheint ein Applet-Fenster.

Es sind einige Apps vorinstalliert – wobei ein Symbol die Herkunft von Jide aus dem Mainland von China nicht verleugnen kann (der Download erfolgt ja auch von Baidu-Servern). Hier ist ein Screenshot eines Fensters mit dem Dateimanager.

Kommt einem irgendwie alles bekannt vor und sieht auf den ersten Blick “genial” aus. Eine deutsche Oberfläche lässt sich über die Settings-App unter Language & input einstellen – gilt auch für eine deutsche Android-Tastatur …

Daher sind die folgenden Screenshots in deutsch gehalten (na ja, teilweise). Ich habe gleich mal den Browser gestartet.

Während mir beim Dateimanager direkt ein Fenster mit Titelleiste und Schließen-, Minimieren-, Maximieren-Schaltfläche eingeblendet wurde, fehlte dies bei Google Chrome. Erst nach dem ersten Neustart gelang es mir, den Fenstermodus in Google Chrome zu aktivieren. Das ist aber wohl der VM geschuldet, die mit 800 x 600 Pixel skaliert. Da sich die Fenstergröße nur durch Ziehen der Maus am linken und unteren Rand sowie der rechten unteren Ecke anpassen lässt, ist das in der VM etwas kniffelig.

Aber: Ich hatte sofort eine Internetverbindung in der VM und sah die Google-Seite im Browser. Aber irgendwie war kein Google Play Store vorhanden. Es gibt einen reddit.com-Thread, wo jemand einen Weg beschreibt. Ist aber wohl nicht erforderlich – ich habe im Full Screen-Mode des Google Chrome-Browsers im Kopfbereich auf das Symbol mit den 9 Punkten geklickt und bekam folgendes Fenster angezeigt.

Na bitte, da ist doch das Play-Symbol zu finden. Also drauf geklickt und schon hätte ich mich am Google Play Store mit meinem Android-Konto anmelden können …

Hätte, hätte, Fahradkette, pflegte Peer Steinbrück zu sagen. Ich hatte zwar eine deutsche Benutzeroberfläche und eine deutsche Android-Tastatur.

Aber diese weist trotzdem ein US-Layout auf. Ich konnte auf der deutschen Tastatur kein @-Zeichen für die E-Mail-Adresse eingeben … was mir verdammt bekannt von Android x 86 vorkam. Ich habe das mal für eine ältere Android-Version auf dem Eee PC 701G angepasst und im Blog-Beitrag Tastaturanpassung für Android x86 4 RC2 beschrieben. Beim Live-System ist das natürlich witzlos, da beim nächsten Neustart die Änderungen weg sind. Und bei einer Installation ist der Ansatz auch nicht wirklich einfach – die Dateien des Live-Systems zu patchen ist fast unmöglich.

Man hätte sich zwar ein US Tastaturlayout ausdrucken und vor die Tastatur legen können, um das Tastatur-Mapping leichter vornehmen zu können. Aber bei hätte, hätte wäre ich wieder bei Fahrradkette gelandet. Daher habe ich den Test an dieser Stelle abgebrochen.

Update: Ich habe zwischenzeitlich die Option gefunden, um die Bildschirmtastatur einzublenden. Dann kann man Umlaute etc. abrufen – aber an einem Desktop-System mit physikalischer Tastatur finde ich das witzlos.

Meine 2 Cents …

Ich habe ein wenig mit Remix OS gespielt und dann “ab in die Tonne” als Fazit gezogen. Ok, das Konzept ist irgendwie schon genial, aber die Umsetzung lausig. Klar, die bloggenden deutschen Kollegen schrieben vorsorglich “ist noch eine Alpha, kann also noch haken”. Aber da hatte ich nicht den Eindruck, als ob irgend jemand die Build mal gebootet und intensiver getestet hat. Und zum Thema Alpha: Nur mal angemerkt – die setzen auf Android x86 auf – konkret auf Android 5.1.1 – das ist längst aus dem Alpha-Status raus.

Und die Remix OS-Oberfläche gab es auch bereits seit einiger Zeit – die haben per Kickstarter ja richtig Geld eingesammelt. Möglicherweise kommt jetzt wieder der Vorwurf, dass ich das Ganze zu stark durch die Born’sche Brille sehe und selbst an einer so perfekten Software wie Windows 10 was zu kritteln finde. Offen gesagt, ich hätte mir wirklich mehr erwartet.

Aber hey, Leute: Also ich so 1981 mit Intel Mikroprozessoren unter ISIS II programmiert habe, waren englische Tastaturlayouts mit UE, AE etc. für Umlaute Stand der Technik. Nur heute sind wir ein paar Jährchen weiter. Wenn mir jemand eine Alpha-Version auf den Rechner kippt, die mit Maus und Tastatur bedient wird, aber keine Bildschirmtastatur kann, hat da ein deutsches Tastaturlayout beizuliegen. Wenn das nicht der Fall ist –> ab in die Tonne.

Unter dem Strich: Es hätte so schön sein können – aber so wird das nix mit Remix OS. Da ist mir zu viel zu polieren – und auf Android 5.1.1 aufzusetzen, wenn wir Android 6.x Marshmallow haben – und Google im Mai die nächste Android-Versionen vorstellt, ist imho auch nicht geschickt. Der Bock mit dem 64-Bit-Kernel zeugt auch nicht davon, dass man sich richtig Gedanken gemacht hat. Update: Es gibt aber eine UEFI-Version zum Download – die ich aber nicht mehr getestet habe. Mich überzeugt Remix OS in der aktuellen Version noch nicht – speziell, da sich das Teil in der VM nach kurzer Zeit der Nichtbenutzung aufhängt. Aber möglicherweise habt ihr andere Erfahrungen gemacht – dann her mit den Kommentaren. Nachfolgend noch ein paar Links mit weiteren Infos.

Postscript: Ich kehre jetzt reumütig zu Windows zurück – da weiß ich, was ich habe. Und wenn ich da rantend unterwegs bin, erreiche ich sogar ein paar Blog-Leser mehr. Oh Mann, ich hätte doch Hufschmied lernen sollen – dann hätte ich nicht nur “Fahrradkette” rufen können, sondern wäre ggf. auch schon mal vom Gaul getreten worden Zwinkerndes Smiley.

Nachtrag: Hier gibt es den Beitrag Remix OS Beta: Ein erster Blick

Links:
Google group
Reddit

Artikelreihe:
Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 1
Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 2

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5 Antworten zu Angetestet: Remix OS V 2.0 angetestet – Teil 2


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  2. Ralf sagt:

    Vor allen Dingen, wie sieht es mit der Sicherheit aus? Android ist aufgrund der Verbreitung inzwischen eine der führenden Plattformen für Malware, besonders was die angebotenen Apps betrifft. Kann ich mir im Moment nicht als System der Zukunft vorstellen.

  3. berta sagt:

    Deinem Bericht ist nichts mehr hinzuzufügen ich erzielte sehr ähnliche Ergebnisse.
    Ist zwar eine Alpha Version aber das mit dem Kernel hätte man anders machen können.
    Mal sehen ob sich da noch etwas tut oder ob das Teil in der Versenkung verschwindet wie viele andere gute Ideen auch.

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  5. Günter Born sagt:

    Nachträge zum Testbeitrag

    Nach meinem Kurztest ergaben sich einige neuere Erkenntnisse, die ich hier als Kommentar kurz nachtragen möchte.

    Das Problem mit der Eula

    Bezüglich der EULA zeigt die Kritik Wirkung – man will die Passage für Nutzer “außerhalb Chinas” ändern – wie man in diesem Video sich erzählen lassen kann …

    Fehlende EFI-Version
    In Teil 1 hatte ich geschrieben, dass es keine EFI-Version gibt. Als ich auf der Download-Seite des Projekts war, habe ich weder die Torrent-Download-Links noch die EFI-Variante gesehen. Möglicherweise waren die da noch nicht vorhanden – oder ich habe es schlicht übersehen. Es sollte also ein Test auf einer modernen UEFI-Maschine möglich sein.

    Google Play Store
    Meine, oben im Text getroffene, Annahme, dass man im Chrome-Browser auf den Play Store zugreifen kann, ist zwar richtig, aber am Ende des Tages nutzlos. Leider ist es mir in den Einstellungen nicht gelungen, ein Google-Konto einzurichten (wohl weil die Play Store-App fehlt). Ergo wird im Chrome-Browser das Remix OS-Gerät im Play Store nicht angezeigt. Man kann also die ausgewählten Apps nicht dem Remix OS zuweisen.

    Die Lösung: In diesem reddit.com-Thread skizziert jemand den Weg, um die Play-Store APK zu installieren. Konnte ich in meiner VM nicht testen, da der Chrome-Browser abstürzte und mir auch fehlender Disk-Speicher gemeldet wurde.

    Am Wochenende geht noch ein Gast-Beitrag online, wo ein Leser Remix OS auf einer Festplatte getestet hat.

  6. volker sagt:

    Einige Erfahrungen mit Beta Version von Remix für PC 32 bit (stand:1.03.16):

    – in VirtualBox als VM eingerichtet (wie mehrfach im Netz beschrieben); deutsche Tastatur konnte ich einrichten,

    – Boot Vorgang wird nur abgeschlossen, wenn beim Start “Guest mode” eingestellt wird; macht aber nichts, weil ich einen Sicherungspunkt anlegen kann, und so der aktuelle Zustand der VM gespeichert wird und später wieder verwendet werden kann,

    -Playstore kann nicht installiert werden, da ein Reboot dabei gefordert wird; jedoch kann der Amazon Appstore installiert werden, was oft reicht,

    -Echtes Problem: an internem Speicher, also für die Installation von Apps, stehen nur 500MB zur Verfügung, die durch die vorinstallierten Apps weitgehend aufgebraucht sind. Dabei bin ich nicht weitergekommen.
    Hast Du dafür einen Tipp? Ob ich das mit “Gparted” ändern kann?

  7. Habe die Beta installiert und muss sagen läuft als DualBoot sehr gut! Ich weis nun nicht ob es an VM oder der Alpha bei dir liegt aber ich bin begeistert. Playstore habe ich übrigens installiert und der funktioniert auch. Interessant wird es wenn ich auf die anderen Partitionen zugreifen …. . :-)

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