Remix OS im Lesertest

Ergänzend zu den Remix-Beiträgen hier im Blog ist mir noch ein Gast-Beitrag von Blog-Leser Malte zugegangen. Er hat die am 14.1.2016 freigegebene Version getestet und ein paar Eindrücke zusammen gefasst.


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Einige Vorbemerkungen

Ich hatte ja die Woche mehrere Artikel zum Android-Betriebssystem Remix OS hier im Blog (siehe Linkliste am Artikelende – allerdings habe ich die Version vom 12.1.2016 getestet). Die Idee der Entwickler, mit Remix OS ein auf Android x86 basierendes Betriebssystem für PCs zu bauen, welches Maus-, Tastatur- und Fensterunterstützungen bietet, ist eigentlich genial. Da ich hier in der Vergangenheit häufiger mit Android x86 experimentiert habe, hatte ich recht hohe Erwartungen an Remix OS 2.0 – auch wenn die Entwickler betonten, dass es eine Alpha-Version sei.

Mein Eindruck bei einem Kurztest war recht durchwachsen. Aber ich musste im Nachgang feststellen, dass mehr geht, als zuerst gedacht. Einmal wird vom Hersteller auf (entfernt) doch eine EFI-Variante zum Download angeboten, so dass ein Test auf modernen UEFI-Systemen möglich ist (ist vermutlich am 14.1.2016 mit dazu gekommen). Zudem lässt sich eine Bildschirmtastatur einblenden, über die man auch Umlaute und Sonderzeichen abrufen kann (das war einer meiner Kritikpunkte, wo ich den Test abgebrochen haben).

Auf einem realen System läuft Remix OS wohl besser – in meiner VM stirbt das Gast-Betriebssystem nach kurzer Inaktivität. Der in Teil 2 kritisierte Eula-Teil wird, laut einem Entwicklerstatement, für Nutzer außerhalb Chinas angepasst. Diese Infos habe ich teilweise in Kommentaren zu den nachfolgend verlinkten Beiträgen nachgetragen. Von daher fand ich es gut, dass ein Blog-Leser als “zweite Meinung” einen Gast-Beitrag mit eigenen Eindrücken verfasst hat. Eine dritte Meinung ist zudem als Leserkommentar (hier und hier) im Blog zu finden. Aber lassen wir den Blog-Leser jetzt zu Wort kommen. Die in […] gesetzten Texte sind Einfügungen meinerseits.

Remix OS im User-Test

Dieser Artikel soll ihnen veranschaulichen wie man Remix OS testen kann und was ich für Ergebnisse erzielt habe. Was benötigte ich zum Testen des Systems?

  1. Einen Computer (logisch sonst kein Test)
  2. Eine gebrauchte leere Festplatte
  3. Ein USB S-ATA Adapterkabel
  4. Die Software Rufus (unter Windows)
  5. Das Aktuelle Remix Os ISO Image

[Hier nun die Schritte zum Vorbereiten und Testen von Remix OS auf einer realen Maschine.]

  • Schritt 1: Als ersten downloadete ich die Iso-Datei von der (entfernt). [Achtet dabei darauf, ob eine “normale” Version oder die EFI-Fassung für den Test auf dem realen System gebraucht wird. Die normale Version bootet nur auf Systemen mit 64-Bit-Prozessor und BIOS – für moderne Windows-UEFI-Systeme wird die EFI-Fassung benötigt!]
  • Schritt 2: Das heruntergeladene Archiv entpacken. [Es ergibt sich dann das im folgenden Screenshot gezeigte Bild.]
  • Schritt 3: Die Software Rufus öffnen und das Iso-Image auf die Festplatte einspielen. [Hier weicht der Autor von dem Vorgehen, was die Remix-Entwickler vorsehen, ab. Ein paar Hinweise zur Verwendung von Rufus finden sich in meinem Artikel Windows To Go aus Windows 8/8.1/10 mit Rufus erstellen.]
  • Schritt 4: Den Computer neustarten und von der Festplatte booten. Sobald dann das Bootmenü erscheint, den Resident mode auswählen.

Der anschließende Bootvorgang kann ein wenig dauern. Dann mit wenigen Schritten das System einrichten und dann kann es auch schon losgehen. [Die Schritte zum Einrichten sind in Teil 2 meines Remix OS-Tests beschrieben.]

Ich brauche Apps ….


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Da dachte ich, ich könnte mich normal im App-Store anmelden und loslegen. Weit gefehlt, es taucht nirgends der [Google] Play Store auf. Die Apk von einer online Quelle runterladen und installieren ging leider nicht – also die letzte Möglichkeit nutzen…

Alle Apps, die man möchte, mit einem APK-Backup-Programm auf die Speicherkarte des Smartphone kopieren und dann die SD-Karte mit einer App als FTP-Server zur Verfügung stellen (lokales Netzwerk).

Und schon kann man alle die Apps, die man als APK Dateien hat, über den Browser runterladen und installieren. Das ist eine einfache aber gute Methode um an die Apps zu kommen.

[Anmerkung: Wie ich in Teil 2 meines Tests angemerkt habe, kann man im Chrome Browser auf den Play Store zugreifen.]

Zu den Apps: die Installation funktioniert wie bei Android, also muss man nicht umdenken. Natürlich muss man bei der oben genannten Methode [Android] erlauben, Apps aus unbekannten Quellen zu installieren. Man wird direkt danach gefragt, und es wird auch die Möglichkeit dieser Einstellung geöffnet.

Android-Apps angetestet

So, da hatte ich nun einige Apps installiert und testete sie ob sie auch funktionieren wie gewohnt. Leider war dieses nicht immer der Fall. Einige Apps stürzten leider ab, und Apps, die im Hintergrund weiter laufen, wie z.B. eine Firewall App, schlossen sich komplett, wenn man das App-Fenster schloss.

Dann konnte man sich bei einigen Apps nicht anmelden, die Apps stürzten ab, oder man bekam die Meldung falsches Passwort oder E-Mail.

Dann stellte ich noch fest, dass die Spracheinstellungen nicht funktionierten wie man das gerne möchte – und das zog sich durch das ganze System: mal war etwas auf Deutsch, doch sehr oft war vieles in Englisch.

Als nächstes fiel mir auf, das ich nur 4GB Speicher zur Verfügung hatte und nicht die ganze Festplatte – das ist sehr schade. [Anmerkung: Die Größe des Speichers sollte man in den Tiefen der Konfigurationsdateien anpassen können.] Man konnte nicht auf die im Computer verbaute Festplatte zugreifen.

Dann testete ich noch was passiert wenn ich mein Smartphone an das System anschließe. Es öffnete sich eine Galerie-App die alle Bilder und Videos zeigte die auf dem Smartphone gespeichert sind. Weitere Inhalte aus dem Smartphone konnte man leider nicht abrufen und es war auch nicht im Dateimanager sichtbar.

Zur Geschwindigkeit des Systems

Beim zweiten Start des Systems war die Geschwindigkeit gut und die Ladezeiten allgemein waren sehr gut. Apps wurden schnell geöffnet und Dateien schnell kopiert.

Fazit und Abschluss

Alles in allem [ist Remix OS] eine gute Sache. Aber es muss noch viel daran gearbeitet werden damit alles gut läuft. Und das Ganze muss auch auf älteren Rechnern mit geringerer Leistung laufen – dann ist es sehr gut zu verwenden.

Zum Test verwendete Remix OS Version 2016011402
Verwendete Festplatte 320GB WD Festplatte SATA
Verwendetes USB Kabel USB 2.0 (an USB 3.0 Port)
Und Notebook aus 2011

So viel zur Stimme aus dem Kreis der Blog-Leser – deckt sich also irgendwie mit dem oben verlinkten Nutzerkommentar und meinem Eindruck. Mein Dank an den Blog-Leser für den schönen Gast-Beitrag.

BTW: Wenn ihr ähnliche Gast-Beiträge zu Themen habt, einfach eine Mail (siehe Impressum) schicken – wenn das Thema halbwegs passt, gebe ich grünes Licht und stimme die Form mit euch ab.

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2 Antworten zu Remix OS im Lesertest

  1. User9999 sagt:

    Wird es auch einen Test mit Apps geben? das wäre mal interessant.

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