Wired: Startet werbefreies Angebot und sperrt Adblock-Nutzer

Die US-Site Wired.com wird wohl in den kommenden Wochen ein Abo-Modell einführen, bei dem Nutzer werbefreie Inhalte zu sehen bekommen. Hier ein paar Infos.


Anzeige

Werbung im Internet ist ja ein heißes Thema und Adblocker haben Hochkonjunktur. Ich kann es einerseits nachvollziehen, wenn Nutzer durch blinkende und sich vor den Inhalt legende Werbung so genervt sind, dass sie zu Adblockern greifen. Andererseits ist das Geschäftsmodell von Adblocker-Anbietern, dass ich Werbeanbieter “freikaufen” und in Whitelists aufgenommen werden – also “nicht störende Werbung” ausrollen dürfen.

Adblocker-Anteile im Vergleich

Einfach mal ein wenig ausgeholt, um euch die Bewertung diverser Adblocker-Anteile zu ermöglichen: Hier im Blog versuche ich in Punkto Werbung einen goldenen Mittelweg zu fahren. Ja, es gibt Werbung, aber ich verzichte auf Popups, Layer-Ads und ähnlichen Zinnober (auch wenn mir solche Angebote gemacht werden). Zudem versuche ich, bestimmte Angebote rauszufiltern (leider gibt es keinen Filter “ausschließlich Flash” oder nie “Audio und Video” zeigen). Zahlt sich bei meinen Besuchern langfristig aus.

Der allgemeine Vergleichswert im Internet liegt bei 17,6 % Besucheranteil mit Adblockern – was sehr gut ist. Der Vergleichswert für die Kategorie Techblog liegt bei 24,4 %. Diese Zahlen liefert mir ein Plugin, welches unter WordPress mitläuft.

Schaue ich konkret auf meinen Blog, lag ich in Hochzeiten bei einem Besucheranteil von 30%, die mit Werbeblockern hier auf der Site unterwegs waren. Also fast jeder Dritte Blog-Besucher hatte einen Werbefilter – was 1/3 der möglichen Werbeeinnahmen blockiert. Im Beitrag Selfie: Ein Blick hinter die Kulissen des Blogs konnte ich am Jahresende 2015 vermelden, dass der Anteil der Besucher mit Adblockern auf 19,2 % gesunken sei.

Aber das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Aktuell zeigt mir das Plugin an, dass der Besucheranteil mit Anzeigeblocker im Blog bei 17,8 % liegt, während der Kategorienvergleichswert bei 24,4 % und der allgemeine Vergleichswert bei 17,6 % liegt. An dieser Stelle also wieder ein fettes Danke an meine Blog-Leser.

Bei Wired.com war es laut diesem Bloomberg-Artikel so, dass mehr als einer von fünf Besuchern (also mehr als 20%) mit Adblockern unterwegs sind.

Wired stemmt sich gegen den Trend

Nachdem Apple im letzten Jahr Adblocker in iOS 9 zugelassen hat, war in den USA erwartet worden, dass größere Publisher entweder Adblocker-Nutzer ausblenden oder auf Payed Contend setzen. Wired beschreitet beide Wege. Nach dem Bloomberg-Artikel plant Wired.com ein Angebot, eine werbefreie Site für 3,99 US $ pro Monat anzubieten. Gleichzeitig will man Besucher mit Adblocker rigoros ausblenden. Der Verantwortlich bei Wired.com, McClusky, sieht wohl auch die Gründe für den Einsatz von Adblockern (schnellere Anzeige von Webseiten, verhindern von Tracking). McClusky weist aber auch darauf hin, dass die Site schlicht ihre Rechnungen begleichen und Gehälter zahlen muss. Ohne ausgewogenen Interessensausgleich zwischen Anbieter und Leser wird es wohl nicht gehen – die logische Konsequenz: Sites schließen oder aus altruistischen Motiven als Zuschussgeschäft betreiben. Letzteres wird aber für die große Masse der Redaktionen nicht funktionieren. Wired schreibt dazu:

“At WIRED, we believe that change is good. Over the past 23 years, we’ve pushed the boundaries of media, from our print magazine to launching the first publishing website. We even invented the banner ad. We’re going to continue to experiment to find new ways to bring you the stories you love and to build a healthy business that supports the storytelling. We hope you’ll join us on this journey. We’d really appreciate it.”


Anzeige

Eine für mich spannende Geschichte – ich bin gespannt, wie das Experiment ausgeht. Hier plane ich nicht, auf solche Modelle umzusteigen, da momentan Aufwand und Ertrag nicht ein Einklang zu bringen sind.


Anzeige
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Internet abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Wired: Startet werbefreies Angebot und sperrt Adblock-Nutzer


  1. Anzeige
  2. Tim sagt:

    “McClusky, sieht wohl auch die Gründe für den Einsatz von Adblockern (schnellere Anzeige von Webseiten, verhindern von Tracking)”

    …vermeidung von Befall des Rechners durch “schmutzige” Werbung, weil nur die Kohle und nicht die Qualität zählt, wird wieder mal unterschlagen? Schnelleres Anzeigen von Webseiten halte ich jetzt mal für das blödeste Argument seit 16000er Leitungen, außer der Gute übertreibt es wirklich heftigst mit Werbung auf seiner Seite… Redet der wirklich von der Zeitspanne eines Wimpernschlags?

    Dieser Packt mit dem Teufel, sich von Werbung finanziell abhängig zu machen, war schon immer ein Fehler… Wann lernt das mal wer? Wenns anders nicht geht, schließt endlich die Seiten und verdient wieder gegen Leistung! Es gibt eh zuviel von allem!

    Dies gejammer gegen die bösen Adblock User geht einem laaaangsam echt auf den Zeiger…

  3. Frank Bell sagt:

    Wenn ich diesen Blog besuche, ist AdBlock Plus abgeschaltet, ich sehe also die Werbung.

    BLÖD geht aber noch weiter: Man bekommt nur dann etwas zu sehen, wenn man AdBlock Plus deinstalliert!

    Das werde ich natürlich nicht tun. Ich bin froh, dass ich Drecks-BLÖD gar nicht mehr sehe, selbst bei einem versehentlichen Aufruf.

    P.S. Was extrem nervt, sind aufpoppende Werbe-Webseiten, die dann anderes überlagern. Und grelle Blink-Webseiten.

  4. Anzeige

  5. christian sagt:

    Ich blocke zwar Werbung, allerdings ist meine whitelist ebenfalls ordentlich gefüllt. Ansonsten gilt: Seiten welche für mich nicht interessant erscheinen besuche ich ohnehin nicht. Blogs und Seiten die mich interessieren dürfen gerne in normalem Maße werben. Mit normal meine ich, dass ich ohne den Artikel 2-3 lesen zu müssen, erkenne, was Inhalt und was Werbung ist. Und die Seiten welche lesenswerten Inhalt anbieten unterstütze ich gerne.
    Ich nutze uBlock Origin und uMatrix (als Ersatz für das schwerfällige und umständliche NoScript). Trotz der zugelassenen Werbung durch die Domains in den whitelists schränke ich alles ein wenig ein. Werbung wird angezeigt, Tracking und das gesamte SocialMedia-Zeug (und dazugehörige Domains) wird gnadenlos blockiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.