EaseUS Partition Master 10.8 Free angetestet

In diesem Blog-Beitrag möchte ich einen kurzen Blick auf das Partitionierungstool EaseUS Partition Master (Free) werfen und ein paar Hinweise geben.


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Unter Windows benötigt man als Benutzer ja gelegentlich ein Partitionierungstool, welches MBR- und GPT-Partitionen anpassen und verwalten kann. In Foren wird häufig EaseUS Partition Master als Tipp herumgereicht, ist die “Free-Variante” für Privatanwender doch kostenlos einsetzbar. Und der Funktionsumfang verspricht wesentlich mehr als das, was die Windows-Funktion der Datenträgerverwaltung kann.

Nachdem der Anbieter EaseUS mich mehrfach angemailt hat, ob ich nicht das Tool mal testen will – und auch gratis Lizenzen avisiert hatte – habe ich vor einiger Zeit einen Kurztest durchgeführt. Die Ergebnisse schlummern seit diesem Zeitpunkt auf der Festplatte – die waren nicht so, dass ich “muss jeder haben” konstatiert hätte. Gleichzeitig habe ich die chinesischen EaseUS-Entwickler über meine Eindrücke informiert, ohne dass substantielle Rückmeldungen kamen. Nachdem nun einige Zeit verstrichen ist, publiziere ich jetzt mal einen Kurzbeitrag.

Downloads und Vorbemerkungen

Der Download der Free-Edition von EaseUS Partition Master 10.8 ist auf dieser Webseite des Herstellers möglich. EaseUS wirbt mit 30 Millionen Anwendern aus der ganzen Welt und Sites wie chip.de, ComputerBild aber auch heise.de bieten die Software zum Download an. Da würde ich aber auf jeden Fall die Finger von lassen, da möglicherweise Downloader mit Adware-Installern beigepackt werden.

Ich muss auch gestehen, dass ich im Zusammenhang mit Windows 10 sogar zeitweise vor EaseUS Partition Master 10.5 gewarnt habe – siehe Links am Artikelende. Ich war daher sehr zurückhaltend, was den Test betraf. Habe dem Teil aber nochmals eine Chance gegeben.

Installation vor ein paar Wochen –  einige Merkwürdigkeiten

Als ich das Tool vor einigen Monaten in der Version 10.8 getestet habe, wählte ich die Option Benutzerdefinierte Installation. Dabei fiel mir auf, dass beim Setup versucht wurde, einige Zusatzprogramme zu installieren.

Mit SHAREIt konnte ich nichts anfangen, aber TuneUp war ein No Go für mein System.


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Beide Optionen ließen sich aber abwählen und das Tool wurde ohne diese Goodies installiert. Allerdings war die Lokalisierung des Tools sowie die Fontanzeige nur als grässlich zu bezeichnen.

Eine Analyse der Installationsdatei ergab, dass im Installer ein OpenCandy-Modul integriert war, um Adware zu installieren. Ich habe damals die Entwickler informiert und mitgeteilt, dass das ein No Go sei.

Neuer Installationsversuch

Beim Schreiben des Blog-Beitrags habe ich den Installer von EaseUS Partition Master 10.8 Free erneut von der Webseite der Entwickler heruntergeladen. Eine kurze Analyse mit Trend Micro Housecall (siehe TrendMicro HouseCall: Ad- und Malwarescan für Windows) ergab aber keine Auffälligkeiten mehr. Der aktuelle Installer scheint also kein OpenCandy mehr zu enthalten. Beim Setup bot der Installer an, die vorherige Version von EaseUS Partition Master 10.8 zu deinstallieren und begann dann mit der Installation der aktuellen Version.

Bereits beim Aufruf des Installers zeigten sich geänderte Dialogfelder. Als erstes wird man darauf hingewiesen, was die Free-Version alles – im Vergleich mit der Partition Master Pro nicht kann – was durchaus legitim ist.

Dann sind die Lizenzbedingungen zu akzeptieren und man kann in nachfolgendem Installationsschritt das Zielverzeichnis sowie weitere Optionen wählen.

Als letztes verlangt der Installer noch einen Benutzernamen sowie eine E-Mail-Adresse – die Felder kann man aber auch mit beliebigen Buchstabenkombinationen füllen.

Dann läuft die Installation durch und man wird im Anschluss auf die EaseUS-Webseite geleitet, wo man Infos zum Featurevergleich zwischen Free- und Pro-Version angezeigt bekommt – auch das ist legitim.

Scheinbar haben die Entwickler den Installer gravierend überarbeitet – die Installationsdialogfelder waren transparent und gut lesbar.

Kurzeindruck des Programms

Nach dem Start meldet sich das Programm mit einer Übersichtsseite. Dass der Installer da neben dem Partition Master Free auch noch Backup-Funktionen einrichtet, kann mit der Vorversion zusammenhängen, die ich installiert hatte. Unschön ist das auf jeden Fall.

Nach Anwahl der Schaltfläche Anwendung starten erscheint dann das Fenster des Partition Master, in dem MBR- und/oder GPT-Partitionen, die auf dem Rechner gefunden wurden, angezeigt werden. Dabei unterstützt das Programm sowohl SSDs als auch Festplatten.

Die Menübezeichnungen der Art “die Partition”, “Fortschrittlich” oder “Rückkopplung” kann nur als abenteuerlich bezeichnet werden. Aber der Partition Master bietet Funktionen an, um Partitionen verlustfrei zu vergrößern, zusammen zu führen, zu kopieren oder zu verwalten. Also das, was man gelegentlich so braucht.

Ich habe nicht mehr allzu viel getestet. Die Lokalisierung des Tools für die deutsche Sprache ist verbesserungsfähig. Aber zumindest die Adware-Installation ist entfernt worden. Wer dringend mal ein Partitionierungstool braucht, kann EaseUS Partition Magic wohl ins Auge fassen. Alternativen wären möglicherweise aber IOMEI Partition Assistant (werde ich demnächst mal testen) oder der Paragon Partition Manager 2014 Free Edition, der aber nur bis Windows 8.1 freigegeben ist (zudem wird der Download auf die Chip.de-Seiten umgeleitet). Hier setze ich allerdings eher auf die kostenpflichtige Version der Paragon Festplatten Manager 15 Suite.

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7 Responses to EaseUS Partition Master 10.8 Free angetestet

  1. Nobody sagt:

    Vielen Dank für die kurze, informative Rezension.
    Für den Privatrechner braucht man solche Tools ja eher selten. Die portable Version 10.0 des Programms ist bei mir schon seit geraumer Zeit auf einem Stick. Bisher gab es keine Probleme.

  2. Fred sagt:

    Vor kurzem habe ich die Pro-Version getestet. Ich wollte die Festplatte 1:1 klonen, wie ich es mit HDclone gewohnt bin. Ich verwende Festplatten stets mit 7 Partitionen. Nachdem C fertig war, kam eine Fehlermeldung zu einem Treiber, der nicht gestartet werden konnte und die Aufforderung “Starten Sie den PC neu, um es nochmals zu versuchen”. Fazit: NEIN DANKE!

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  4. Michael Bormann sagt:

    Moin,
    ShareIt ist wohl das gleichnamige Tool von Lenovo das kürzlich durch unangenehme Löcher auffiel.
    Siehe
    http://www.heise.de/security/meldung/Lenovos-Datentausch-App-Shareit-12345678-als-Standardpasswort-3085250.html

    Downloads von Chip würde ich auf jeden Fall vermeiden, die verpacken zum Teil neu und schieben dir per AutoIt ungewolltes unter was nur zum Teil von Scannern erkannt wurde. Habe die Jungs schon in g+ vor Zeiten darauf hingewiesen “uns ist nichts bekannt” aber der Account der benutzt wurde & den ich ausgelesen hatte gehört eindeutig zu Chip GmbH.

  5. Paul Kröher sagt:

    Hallo Günter,
    kenne das Tool schon seit etlichen Jahren.
    Alles, was du geschrieben hast, kann ich so unterschreiben.

    Benötige das Tool inzwischen deutlich weniger, als vorher.
    Da habe ich häufiger neue Testpartitionen erstellt.
    Mit Windows 10 -als Insider- läuft bei mir alles auf der Originalpartition.
    Ein gutes externes Backup ist aber im vorhanden.

    Ab und zu gibt es die Professional Edition auch kostenlos.

  6. Mirko Heilmann sagt:

    Guten Morgen,
    diese Erfahrungen habe ich mit den Tools von EaseUS auch gemacht. Zum Partitionieren benutze ich seit längerer Zeit den Minitool Partition Wizard. Ist zwar auf Englisch und muss installiert werden, aber ist sehr klein ca. 31MB (für heutige Verhältnisse) und lässt sich rückstandsfrei deinstallieren. Eine Boot-CD kann man auch erstellen, das war früher im Programm, jetzt muss man da was separates runterladen.

  7. Also ich benutze zum Partitionieren nun schon seit Jahren den Acronis DiskDirector, in seltenen fällen auch mal Parted Magic, grundsätzlich benutze ich nur Boot CDs.

    Acronis DiskDirector nutze ich am Liebsten das sich das mit Acronis True Image eine Boot CD Teilt und so ist man für alle Eventualitäten gewappnet, ist halt nicht für lau.

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  9. Dietmar Allstadt sagt:

    Auf meinem Rechner habe ich festgestellt, dass das Tool die Einstellung “Fensterinhalt beim Ziehen anzeigen” deaktiviert…

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