Android-x86 6.0 Release Candidate 1

Von Android-x86.org wurde bereit am 8. Juni 2016 der Release Candidate 1 von Android x86 6.0 (Marshmallow) freigegeben werden. Bei Android x86 handelt es sich um eine Portierung von Android, die auf Intel- und AMD-Prozessoren läuft.


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Ich hatte hier im Blog ja häufiger über Android x86-Builds, die in virtuellen Maschinen oder auf realen PCs laufen, berichtet. In letzter Zeit war es aber still um die Portierung von Android auf die x86-Architektur geworden. Speziell die Portierung von Marshmallow (Android 6.0), die bereits letztes Jahr begann, hat doch länger auf sich warten lassen. Nun hat das Open Source-Projekt den ersten Release Candidate von Android x86 6.0 angekündigt (siehe The Android-x86 6.0-rc1 released).

Features von Android x86 6.0 RC1 (Marshmallow)

Die Portierung von Android x86 6.0-rc1 setzt auf dem Android Marshmallow-MR2 Release (6.0.1_r46) auf. Bezüglich der RC1 ergeben sich folgende, hervorzuhebende Features:

  • Unterstützt 32- und 64-Bit Kernel und Userspace.
  • Update des Kernels auf Version 4.4.12.
  • Support für OpenGL ES 3.x Hardware Beschleunigung; Intel/AMD(radeon/radeonsi)/Nvidia(nouveau) Chipsets, sowie VMware und QEMU(virgl).
  • Support OpenGL ES 3.0 via Software Rendering für andere GPUs oder falls die GPU fehlt.
  • Support für Secure Booting von UEFI-Systemen und Installationa uf GPT-Datenträgern.
  • Datenträger lassen sich im textbasierten GUI-Installer in den Dateisystemen ext4/ntfs/fat32 anlegen.
  • Das Upgrade von älteren Android-x86 Installationen wurde verbessert. Diese unterstützen ext2/ext3-Formate, die dann in ext4 konvertiert werden (bessere Stabilität).
  • Support für Multitouch, Audio, Wifi, Bluetooth, Sensoren, Kameras und Ethernet (DHCP only).
  • Auto-mount für externe USB-Sticks und SD-Karten.
  • Support für Fremd-Architekturen (Arm / Arm64) über den Native Bridge-Mechanismus (Settings -> Apps Compatibility).

In der RC1 gibt es noch folgende Einschränkungen:

  • Google Play Dienste stürzen gelegentlich auf Intel Gen8+ GPUs ab
  • Google Play Dienste und der Built-in Browser stürzen bei Geräten mit Software-Renderung ab.
  • Der Ruhemodus und dessen Reaktivierung (suspend und resume) funktioniert auf manchen Geräten nicht.

Verfügbare Builds

Es wurden Universal Images erzeugt, die auf den meisten x86-Plattformen laufen sollten. Dabei stehen 32- und 64-Bit-ISOs mit Live-System und Installer zur Verfügung. Diese können sowie von BIOS- als auch von UEFI-Systemen gebootet werden. Für BIOS-Systeme sollte bevorzugt die 32-Bit-Variante verwendet werden, während die 64-Bit ISO für UEFI-Geräte gedacht ist. Hier die Infos zu den Installationsdateien:

  • 32-Bit:  Android-x86-6.0-rc1.isosha1sum: 74ef1b507a348df878a8ca1046b548e5ac5d63da
  • 64-Bit:  Android-x86_64-6.0-rc1.isosha1sum: 5938bfd258c3fcf3b745f5aa6dec8cb016988fd1

Die ISO-Dateien der Android 6.0 RC1-Builds stehen auf folgenden Webseiten zum Download zur Verfügung:

Unter Windows kann man Tools wie Rufus oder UNetbootin verwenden, um einen bootbaren USB-Stick zu erzeugen. Unter Linux lässt sich der Inhalt der ISO-Datei mittels des Befehls:

$ dd if=android-x86-6.0-rc1.iso of=/dev/sdX


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auf einen USB-Stick dumpen, wobei sdX den Geräteanschluss für den USB-Stick angibt. Wer mit der RC1 experimentieren will, findet in nachfolgenden Blog-Beiträgen genügend Anleitungen.

Gründer des Open Source-Projekts Android-x86 geht zu Jide

Für mich stellt sich die Frage, wie es beim Android-x86-Projekt weiter geht. Der Gründer des Projekts, Chih-Wei Huang, kündigt hier die Zusammenarbeit mit Jide Technology, dem Entwickler von Remix OS an. Konkret wird Chih-Wei Huang als Chef-Entwickler bei Jide die auf Android-x86 basierende Remix OS-Weiterentwicklung verantworten (siehe auch mein Artikel Acer kündigt Notebook mit Remix OS in China an).

Gleichzeitig hat Google ja die Verschmelzung von Android und Chrome OS verkündet. Mit Android N und dessen Nachfolgern werden wir Apps in Fenstern direkt in Android finden – und über den Chrome OS-Teil kommt Android auch auf den Desktop. Bleibt die Frage, wie sich Remix OS dann positioniert.

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