Windows 10 Upgrade-Dialog wird überarbeitet

Microsoft überarbeitet mal wieder das Dialogfeld, welches das Upgrade von Windows 7 SP1 und Windows 8.1 einleitet. Im Klartext: Es gibt also demnächst wieder ein neues KB-Pack, welches per Windows Update auf eure Maschinen gespült wird. Ein paar Informationen und Gedanken dazu.


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Über das unselige Upgrade-Dialogfenster für den Umstieg von Windows 7 SP1 und Windows 8.1 hatte ich ja häufiger berichtet. Es gab keinen Trick, den Microsoft ausgelassen hat, um den Benutzer beim Upgrade in diesem Dialogfeld auszutricksen (siehe Link-Liste am Artikelende).

Ein Urteil und die Folgen?

Gestern habe ich im Artikel Erster Schadenersatz wegen Windows 10 Zwangs-Upgrade berichtet, dass Microsoft den ersten Prozess in den USA wegen des Zwangs-Upgrades verloren habe und 10.000 US $ Schadenersatz zahlen musste. Und ich hatte im Beitrag auf den Satz:

The company denies wrongdoing, and a spokeswoman said Microsoft halted its appeal to avoid the expense of further litigation.

hingewiesen und angemerkt, dass Microsoft den Schuss immer noch nicht gehört habe. Koinzidenz oder nicht, gestern verbreitete sich die Meldung im Internet, dass Microsoft das GWX-Dialogfeld zum Upgrade auf Windows 10 “überarbeiten will” (Mary Foley bei ZDNet.com, Tom Warren bei TheVerge.com – Quelle ist wohl siliconbeat.com). In kurz führt Lisa Gurry, Microsoft’s senior director for Windows, folgendes aus:

“We’re working really hard to address it, We’re working hard to deliver a Windows that everyone will really love.”

Im Web wird dazu folgender Screenshot herumgereicht, der das neue Get Windows 10-Dialogfeld zeigen soll.

Das GWX-Update soll später “die Woche” für Windows 7 SP1 und Windows 8.1 ausgerollt werden. Und es gibt im siliconbeat.com-Artikel folgende Aussagen:

  • Die Schließen-Schaltfläche bei Anwahl nicht nur das Dialogfeld ausblendet, sondern auch den Upgrade-Vorgang “nicht automatisch einleitet” – was genau passiert, geht aber nicht aus dem siliconbeat.com-Artikel hervor. Mary Foley schreibt, dass das GWX-Dialogfeld mehrfach neu eingeblendet werde.
  • Zudem gibt es die Ankündigung von Lisa Gurry, dass Microsoft allen Kunden, die Probleme nach dem Upgrade auf Windows 10 haben, vom Support Unterstützung erhalten, um auf die vorherige Windows-Version zurück zu kehren.

Die letzte Aussage liest sich dann bei siliconbeat.com folgendermaßen:

In addition to changing how the Windows upgrade prompts work, Microsoft is offering free tech support to all customers who are having trouble with Windows 10, Gurry said. If users whose PCs were upgraded to Windows 10 want to return them to their previous operating system, Microsoft’s customer support staff will walk them through the process free of charge, she said.


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Mary Foley hat im ZDNet.com-Beitrag sogar ein Statement von Terry Myerson, to Executive Vice President of Windows, veröffentlicht.

“We started our journey with Windows 10 with a clear goal to move people from needing Windows to choosing Windows to loving Windows. Towards this goal, this week we’ll launch a new upgrade experience for millions of PCs around the world. The new experience has clearer options to upgrade now, choose a time, or decline the free offer. If the red-x is selected on this new dialog, it will dismiss the dialog box and we will notify the device again in a few days. We continue to recommend all of our customers upgrade to Windows 10 before the free upgrade offer expires on July 29. Thousands of engineers have been working on making Windows 10 the most secure version of Windows, helping to protect people from viruses, phishing, identity theft and more. We’d like our customers to upgrade and improve their experience with Windows and Microsoft.”

Das “Web” schmilzt nun nur so dahin, dass Microsoft die Upgrade-Meldung vereinfache und klarer gestalte.

Noch ein paar Anmerkungen …

Der Schuss ist imho immer noch nicht gehört worden – oder die können es einfach nicht. Mal auf den Punkt gebracht:

  • Warum hat man diesen Ansatz nicht gleich zu Anfang gewählt?
  • Warum kommt die Upgrade-Aufforderung überhaupt noch?

Wer Windows 10 haben will, hat es längst. Und für den Rest ist das Ganze nur noch nervig! Im Klartext: Die haben mit dem oben verlinkten Urteil einen auf die Mütze bekommen und leiten nun minimale Änderungen ein. Die Aussage “der Support hilft bei der Rückkehr auf die frühere Windows-Version?” ist reines Bullshit-Bingo, Opium fürs Volk, oder die Microsoft-Leute im oberen Management haben davon so viel Ahnung wie die Kuh vom Eierlegen. Ich übersetze mal in Klartext:

  • Mir ist eine Produktänderung reingedrückt worden, die ich i.d.R. nicht gewünscht habe oder deren Folgen ich nicht absehen konnte. Und nun soll ich meine Arbeitszeit opfern, und bei Microsoft anrufen, um hoffentlich auf die vorherige Version von Windows zurück zu kommen. Stell dir vor, es gibt in der Autoindustrie einen Rückruf der Art “rufe bei uns an, wir erklären dir, wie Du Teil xyz ausbaust und das neue Teil, welches Du bei uns im Lager abholen musst, einbauen kannst”. Undenkbar!
  • Wer sich in Foren herumtreibt, kennt genügend Fälle, wo der Rechner nach dem Zwangs-Upgrade nicht mehr hoch fährt oder unbenutzbar ist. Ich bin ja mal gespannt auf den Telefon-Support, der das Problem lösen will. Momentan fällt mir eher auf, dass man den Support (hier geht es um Forenmoderatoren) in Richtung “Billig-Länder” auslagert, um Kosten zu sparen. Entsprechend sind die Folgen.
  • Wer in Foren unterwegs ist, trifft auch auf Fälle, wo das Rollback zwar durchgelaufen ist, die frühere Windows-Version aber arge Probleme zeigt (Zugriffsberechtigungen, Peripherie geht nicht mehr etc.). 

Ich fürchte, Microsoft hat nicht wirklich einen Plan – und die werden noch häufiger bluten. Keine Ahnung, ob “der VW-Effekt” demnächst in den USA einsetzt. We will see …

Ach, noch etwas. Im Artikel Design-Hell at it’s best … typisch Microsoft? hatte ich ja provokant aufgespießt, dass Microsoft es einfach nicht kann (oder nicht können will). Die Bestätigung folgt stante pede mit dem neuen Dialogfeld, wenn es denn so daher kommt.

Offenbar ist die Webgemeinde bereits so weich gespült, dass die Erwartungen unterirdisch sind. Im Rahmen eines guten und klaren GUI-Designs: Es gibt eine Schaltfäche Upgrade now. aber wo ist die Schaltfläche Decline Upgrade? Da wird ganz dünn “Choose time” und “Decline free offer” im Dialogfeld untergebracht. Das ist also der Standard einer Firma, die dem Kunden den Umstieg auf das “beste Windows aller Zeiten” verkaufen will? Aber ich bin einfach zu kritisch oder habe die Aussagen von Terry Myerson und Lisa Gurry, weiter oben, einfach falsch verstanden. Ich weiß jetzt nicht, warum mich das “Microsoft-Sprech” an Frühstücksdirektoren erinnert, die ich in Deutschland, aber auch in Japan (Watanabe San – der “Frühstücksdirektor”) vor Jahrzehnten so kennen gelernt habe.

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12 Antworten zu Windows 10 Upgrade-Dialog wird überarbeitet


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  2. sandy sagt:

    Was kann man denn tun, damit einem dieses Update nicht auf die Maschinen gespült wird, und wie lange geht dieser Zirkus noch? Gibt Microsoft denn nie Ruhe? Also, ich möchte dieses Update definitiv nicht haben! Ich hoffe, die bauen das nicht dreisterweise in irgendein Rollup mit ein! Verliere allmählich die Geduld mit denen!

  3. 1ei sagt:

    Hi, ich glaube, dass ein ungewolltes Upgrade bei dir, mir und anderen Stammlesern hier kaum passieren wird – ich zB mach vor jedem ! Update extra ein Image meines Systems – schon seit Jahren……..und das kommt auf externe Platte und kann bei Bedarf ( falls alle hier empfohlenen Massnahmen nicht greifen oder sonst ein Murks geliefert wurde) dann einfach und ohne grossen Aufwand wieder eingespielt werden. Allerdings sind Leute wie Lieschen Müller entweder angeschmiert oder haben schon längst beigeistert ihr Win 10………nur ruhig Blut Schwester ( darf ich das sagen – ich glaub, wir sind etwas gleiche Altersstufe und beide weiblich…..was mich freut – ich freu mich immer über deine Beiträge!)

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  5. Kleines Beispiel aus der Praxis, welches mir gerade zugespült wurde. POS steht für Point of Sale – also ein Kassenterminal.


    Ich hatte jetzt einen Fall, wo sich aufgrund der GWX Nagware (x=später installieren) ein Kunde sein POS-System zerschossen hatte. Das System lief über eine normale Windows 7 Pro Maschine – der Zuständige hatte die letzte Wartung noch Mitte 2015 durchgeführt, aufgrund dessen fehlten Abwehrmaßnahmen gegen WinX.
    Resultat: halber Tag Geschäftsausfall mit einigen 1.000 Euro Schaden! 


    So viel zu “macht doch endlich das Update”, wie allerorten zu lesen …

  6. Holger K. sagt:

    Die geplante Maßnahme von Microsoft klingt in meinen Ohren wie Whitewashing, indem man kurz vor Auslaufen der Aktion (falls Microsoft nicht doch noch im letzten Augenblick verlängert, was in meinen Augen viel mehr Sinn ergeben würde) die Spuren des eigenen Über-die-Stränge-Schlagens ein wenig verwischt.

    • sandy sagt:

      Recht hast Du! Ich hätt´s nicht besser sagen können!

      Aber ich halte nicht wirklich was davon, wenn die die Aktion noch einmal verlängern bzw. man dann noch länger von denen terrorisiert wird. Die scheinen ja wirklich NICHTS zu lernen!

      Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Born für die vielen tollen Beiträge hier im Blog!

  7. Janami25 sagt:

    Damit ändert man überhaupt nichts. Seit einem 3/4 Jahr wird man mit dem Upgrade auf Windows 10 terrorisiert, das überhaupt gar nichts in den Updates zu einem bestehenden OS zu suchen hat. Wenn man tatsächlich auf Kundenwünsche hätte eingehen wollen, hätte man diese “Option” schon vor einem halben Jahr aus den Updates entfernen müssen. Und nicht diese “kosmetische” Optische Änderung, die von Anfang an selbstverständlich gewesen wäre.

  8. Andreas B, sagt:

    Also mich erinnert das ganze Geschwafel über “User experience” sowieso schon lange an den Neusprech einer bekannten Psycho-Sekte, die ihre Knüppelmethoden ja auch “Ethics” nennt …
    Ich will weder “Erfahrung” noch “Erlebnisse” dieser Art, sondern einfach nur noch Ruhe!!! – Himmel, Gesäß und Nähgarn.

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  10. Markus sagt:

    Ich muß doch nochmal was schreiben.
    Sicherlich muß man trennen, was bei solchen Diskussionen immer am schwersten ist.

    Zur Kasse, da hat also jemand eine Kassensystem das Pro Tag 2000 Euro kostet, wenn es ausfällt. Das System ist mit dem Internet verbunden, hat aber über ein Jahr keinen Admin mehr gesehen. Da kann der ja nur von Glück reden, wenn in der ganzen Zeit nichts passiert ist. Und wieso gibt es keinen Alternativplan, für ein so essentielles System.

    Ist die Kasse dann einer der Bots die uns die Viren und Spam Mails schicken?

    Und spätestens Wenn ich das 50 mal den Nagscreen vom schönen neuen Windows Leben sehe hole ich doch den Admin, oder?

    Ich glaube man sollte seinen eigenen Ärger über ein Betriebssystem Upgrade nicht mit all den genannten Vorfällen vermischen. Die meisten Leute die ich kenne sehen Hinweise auf dem Bildschirm nur als Reaktionstest.

    Sie gehen oft absolut unverantwortlich mit ihren Daten um und wollen auch nicht unbedingt für professionelle Hilfe zahlen.
    Ist das nun Schlecht, wenn Sie ein kostenlosen Upgrade auf ein Betriebssystem mit eingebautem Anti-Virus bekommen, oder wie wirkt sich das aus?

    Hilft man Leuten die keine Ahnung von PCs haben mit einem BS den Updates für BS und AV Selbstständig holt oder ist das schlecht. Und was ist die Alternative?

    Ich denke da gibt es noch eine Menge mehr zu zu denken als nur Windows XP war für genug. Damit hätte Microsoft Schluß machen sollen. Bill macht eh was anders und rettet die Welt und wer braucht schon mehr als 640 KB.

    Ach und stell Dir mal vor es gäbe keinen TÜV mehr, oder es gäbe den auch für PCs.

    Ich bin auch immer um meine Kunden besorgt und gucke ob Windows 10 was kaputt machen würde, Ich finde nur des man nicht jede Meldung so hin nehmen sollte.

    Windows 10 macht vieles besser. Alleine schon der vorhandene AV ist für uns alle eine gute Sache.

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