Wie Firmen auf der Fitnesswelle mitsurfen

Über Fitness-Apps und –tracker (Wearables) habe ich hier im Blog ja bereits häufiger berichtet. Heute daher mal ein Blick auf das Thema Fitnesstrends im Fokus von Firmen und wie diese auf der Fitness-Welle mitsurfen.


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Dass Unternehmen stets auch den Zeitgeist im Blick haben und versuchen, jede Mode und jeden Trend für sich auszunutzen, ist bekannt. Oft treiben Firmen den jeweiligen Trend dabei erst recht voran – oder aber beerdigen ihn gleich wieder. Für Verbraucher hat das teils positive und teils negative Auswirkungen. Zwar ist es schön, dass zu angesagten Themen vielfältige Produkte und Dienstleistungen entstehen bzw. angeboten werden. Doch Räume für Verwirklichungen – jenseits des Profits – sind rar.

Läufer

Der derzeitige Fitness-Trend wird jedenfalls von allen Seiten befeuert, ganze Unternehmen entstehen neu, und das mit dem Ziel “mit der Lust an der Bewegung” Geld zu machen – was an sich ja an sich nicht einmal schlecht sein muss.

Den Trend erkannt und mitgemacht

Ob es tatsächlich gesundheitliche Gründe hat, dass so viele Menschen in den letzten Jahren wieder vermehrt auf körperliche Fitness setzen, oder ob es vornehmlich um ästhetische Belange geht, sei einmal dahingestellt. Sicher ist aber: Fit sein ist in. Daran hat sicher auch die Politik ihren Anteil, denn die Belastung von Staat und Krankenkassen wächst auch durch die demographische Entwicklung stetig an.

Wer Sport treibt, der bleibt aber oft länger gesund – so die einfache Rechnung vieler Gesundheitsforscher und Experten der Krankenkassen. Nicht umsonst werden manche Geräte zur sportlichen Betätigung – etwa die Fitness Tracker – mittlerweile von den Krankenkassen bezuschusst. Es dürfte klar sein, dass die Privatwirtschaft hier nicht hinterherhinkt. Angebote rund um Fitness und Health sind allgegenwärtig, und das Geschäft mit dem Körper boomt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neues Fitnessprogramm, ein neues Gerät oder eine App, die beim Joggen hilft, durch die Medien geistert.

Mit sportlichen Werbegeschenken im Gedächtnis bleiben

Neulich bin ich durch Zufall noch auf einen weiteren, etwas subtileren Weg gestoßen, den Fitness-Boom kommerziell zu nutzen. Viele Unternehmen versehen nämlich Fitness- und Sport-Artikel mit ihrem Logo und verschenken diese Artikel an Kunden und Geschäftspartner. Was früher der bedruckte Kugelschreiber oder Zollstock war, ist heute die Trinkflasche fürs Gym oder das Sportarmband mit Schritt- und Kalorienzähler sowie dem dezenten Aufdruck des schenkenden Unternehmens.

Ein Sportkollege überreichte mir ganz stolz eine Trinkflasche mit der Aufschrift BORN – hatte er bei irgend einem Marathon-Lauf bekommen. Stammt wohl von Born Sports Care und ist u.a. bei eBay erhältlich.

Es existieren im Internet spezialisierte Anbieter für individualisierte Sportartikel, bei denen man bedruckte Fitness-Gadgets im Hunderterpack bestellen kann. Man mag zu diesem Trend stehen wie man will, aber ich denke, es gibt Sinnfreieres als ein Werbegeschenk, welches den Beschenkten zur sportlichen Betätigung anhält. Mir persönlich wäre jedenfalls ein Fitness Tracker lieber als ein Kugelschreiber.

Start Ups aus der Fitness-Szene


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Es gibt zahlreiche neue Firmen, die mit Hilfe der Fitnesswelle ein Geschäft aufbauen. Der mithin bekannteste Name, der mir im Zuge der neuen Fitnessbewegung untergekommen ist, ist der Anbieter Runtastic. Dieses österreichische Unternehmen begann vor einigen Jahren mit einer App, die bei sportlicher Betätigung – vorzugsweise Jogging – verschiedene Daten sammelt und Ergebnisse errechnet, anhand derer sich die Nutzer Trainingspläne erstellen oder ihre Leistung auswerten können. Mittlerweile gibt es auch andere Funktionen, wie etwa das gegenseitige Anfeuern über eine Community-Seite oder auch Hardware wie Armbänder und Brustgurte. Wer nicht so auf das Laufen steht, dem sei vielleicht Freeletics empfohlen, bei dem es eher um Fitnesstraining mit dem eigenen Körpergewicht geht. Pfiffig und im Trend ist auch das Start Up eGym, welches sich als ‘Hightech-Fitnessunternehmen’ bezeichnet. Das Unternehmen vertreibt Fitnessgeräte, die an die Cloud angebunden sind und die sich quasi automatisch auf den jeweiligen Nutzer einstellen.

Obacht: Daten sind das wertvollste Gut

Alle diese Geschäftsmodelle haben einen großen Kritikpunkt gemeinsam: Den zweifelhaften Umgang mit Daten. Jede schrittzählende Uhr, jede App und sicher auch die tollen Cloud-Geräte von eGym sammeln Daten über die Nutzer und schicken sie wer-weiß-wohin. Es ist kein Geheimnis, dass andere Unternehmen gut für solche Informationen bezahlen und die Reichweite des Datenschutzes ist in der Praxis doch begrenzt. Es stellt sich also die Frage, ob wir den Fitnesstrend in all seinen Facetten und mit all seinen Hilfsmitteln ausleben wollen, dafür aber unsere sportlichen Leistungen preisgeben, oder ob wir lieber nur ein Handtuch nehmen und das tun, was sportliche Menschen schon vor Erfindung des Smartphones gemacht haben?

PS: Ich muss mal schauen, nachdem Google die App ‘Meine Tracks’ eingestellt und ‘Google Fit’ kräftig überarbeitet und in meinen Augen verschlimmbessert hat, bin ich auf der Suche nach Open Source-Tracker-Apps gegangen.  Vielleicht schreibe ich die Tage mal einen Beitrag zu diesem Thema.


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2 Antworten zu Wie Firmen auf der Fitnesswelle mitsurfen


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  2. Pingback: Über den Tellerrand geschaut – News vom 24.07.16 | zlatavip

  3. Thürk Maschke sagt:

    Hallo Herr Born,
    erst einmal einen schönen Sonntag.
    Zum Thema:

    Ich persönlich bevorzuge lieber das Handtuch;
    das brauche ich nur zu werfen,
    falls ich untertwegs mal schlapp mach’.
    Ohne dass mir meine Krankenkasse oder
    Lebensversicherung gleich die Prämie
    anhebt wg erhöhtem Risikos;-)

    Alles Gute Ihrem Rücken
    Thürk Maschke

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