Apricity OS, eine erste Einschätzung

Apricity OS ist eine auf Arch Linux basierende Distribution, von der kürzlich eine erste stabile Version veröffentlicht wurde. Blog-Leser Malte M. hat sich diese Distribution angesehen und mir bereits vor ein paar Tagen einige Informationen zukommen lassen.


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Zum Hintergrund: Die Redaktion von heise.de hat sich des Themas Apricity OS vor einigen Tagen angenommen und diesen Artikel veröffentlicht. Der Desktop erinnert in der Gnome-Variante an Mac OS, es gibt aber auch eine Cinnamon-Ausgabe im Windows-Look. heise.de bescheinigt den Entwicklern, dass sich das System auch von Einsteigern installieren ließe.


(Quelle: heise.de)

Bei Interesse lassen sich einige Eindrücke der heise-Redaktion im verlinkten Artikel nachlesen. In den Nutzerkommentaren ist mir aufgefallen, dass dort keine wirkliche Begeisterung aufkam – noch eine sinnlose Distribution, die irgendwie Entwicklerkapazitäten bindet. Aber das ist – zumindest in meinen Augen – das Problem von Linux, seit ich 1993 die erste Variante von Linus Thorvalds ausprobierte.

Aber lassen wir Malte M. nun zu Wort kommen. Er hat das System einem Kurztest unterzogen und ein schnelles Fazit gezogen.

Heute gab es bei mir Apricity OS zum Frühstück. Es sieht nett aus, ist leider noch nicht verwendbar. So war es nicht möglich, eine Netzwerkverbindung herzustellen – egal ob auf einem realen System oder in einer VM (Kabelverbindung).


(Quelle: Malte M.)

Schade, ich dachte eigentlich, das würde funktionieren. Denn von der Usability ist das System echt nicht schlecht. Was mir noch aufgefallen ist: dass die Tastatur nicht stimmt – das Layout bleibt trotz Einstellung (Deutsch) auf Englisch. Der Rest der Oberfläche ist sehr gut in Deutsch übersetzt.


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Die vorinstallierten Programme starteten sehr schnell im Vergleich zu anderen Linux (Editionen). Wenn die kleinen Bugs nicht wären, dann wäre das OS, trotz erster stabiler Version, auch etwas für den Produktiveinsatz. Ich habe folgende Version ausprobiert:

Hier ist der Download


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12 Antworten zu Apricity OS, eine erste Einschätzung


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  2. Malte sagt:

    !!Ergänzung!!

    Die Internet Verbindung funktioniert bei mir wieder, ich konnte das technische Problem beheben (Treiber Update).
    Apricity OS lässt sich per Kommandozeile auch Updaten/Upgraden.
    Befehl zum Update/Upgrade: sudo pacman –Syu
    Bei meinem Versuch waren es gleich mal etwas über 400MB an Update.
    Die Installation des Systems ist ein Kinderspiel.
    Ich finde nicht dass dort sinnlos Entwickler beschäftigt werden, ich bin der Meinung dass dieses System genau richtig ist wenn man gerade mit Linux anfangen möchte (ich habe schon verschiedenes getestet, und verwende Linux schon länger).
    Und Das System hat noch einen für mich wichtigen Vorteil es läuft bis jetzt auf fast allen meinen alten Rechnern (ich habe nur alte Rechner).

    • scheuch sagt:

      Danke Malte für den kurzen Test und vor allem für den ergänzenden Kommentar. Selber nutze ich auf meinen Rechnern, bis auf einen (Windows 8.1, Spiele PC), Ubuntu. Ich werde Apricity OS auf meinen Acer Veriton ausprobieren. Win10 ist da erst vor ein paar Tagen runter geflogen und ich hatte es durch Ubuntu ersetzt. Da sollte der Aufwand nicht so groß sein.

    • scheuch sagt:

      Apricity läuft jetzt auf meinem Veriton. Installation ist sehr einfach, ähnlich Ubuntu. Das Keyboard Layout kann man einfach umschalten: Nach der Installation und dem Neustart des Systems erscheint oben rechts in der Taskleiste “en”. Einfach anklicken und “de” auswählen. Was nicht so schön ist, aber Malte glücklicherweise schon in seinen Kommentar schrieb: der Update-Manager funzt nicht auf Anhieb und produziert eine Fehlermeldung. durch öffnen der Kommandozeile und “sudo pacman -Syu” werden dann aber alle Updates runtergeladen und installiert. Ich schreibe im übrigen gerade diesen Kommentar auf den Veriton. Ging also alles recht flott.

    • entwirrt sagt:

      Dafür, dass Apricity OS ausschließlich auf 64Bit-Rechnern laufen soll (da es laut Entwicklern nur für 64Bit konzipiert ist), kann es nicht auf allzu vielen alten Rechnern laufen. Ansonsten liegt da etwas schwer im argen an der ganzen Geschichte.

      Ansonsten hat der Author des Artikels völlig recht. Verschwendung von Ressourcen.

  3. Malte sagt:

    #scheuch Nach dem Update sollte das Keyboard Layout nun richtig sein in den Einstallungen kann man alles so anpassen wie man es gerne möchte.
    Einstellungen > Tastatur > Tastenbelegung, dort kann man das Keyboard Layout wählen.

    • scheuch sagt:

      Funktioniert alles soweit recht gut. Es kamen inzwischen weitere Updates. Die konnten mit dem Update Manager installiert werden. Die Konsole musste nicht bemüht werden.

      • Ralf sagt:

        Die Updates werden auch ständig weiter kommen. Die Basis, auf der diese Distribution beruht, ist ARCH. Und beruht auf dem Modell des rolling release. Was bedeutet, dass es keine größeren Updates mit neuen Versionsständen gibt. Sondern dass die Distribution ständig auf dem aktuellen Stand gehalten wird und damit auch täglich Updates erscheinen. Kann auf der einen Seite etwas nervig werden, auf der anderen Seite hat man immer ein aktuelles System. (Das nicht in Gefahr ist, bei größeren Versionswechseln Schaden zu nehmen.)

        • scheuch sagt:

          Wer sagt denn das keine Updates kommen? Der “Update Manager” funktionierte nur nicht auf Anhieb. Da ohne weiteres zutun kein Anmelden am Desktop mehr möglich war und zuvor das System auch schon einfror (beim streamen von Videos via Chrome Browser), bin ich wieder auf Ubuntu gewechselt, erstmal.
          Apricity hat aber sicher Potential.

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  5. Ralf sagt:

    Ich mag ARCH mit dem Rolling Release Modell. Und während man bei ARCH in den Foren als Anfänger einen fast ständig gereizten Unterton erleben muss, ist man bei abgeleiteten Distributionen da eher besser aufgehoben. (RTFM finde ich als Anfänger immer wenig zielführend, wenn auch meistens berechtigt ;-) )

    Ich würde allerdings als Neuumsteiger eher eine Distribution wählen, die auch einen deutschen Userkreis und ein deutsches Forum hat. Manchmal ist es als Anfänger etwas schwierig, unbekannte Sachverhalte/Fehler in einer Fremdsprache (Englisch) so präzise zu beschreiben, dass Andere damit klar kommen und einem zielgerichtet helfen können.

    In der LinuxUser Community-Edition Ausgabe 01/2016, die man kostenlos auf der Website linux-user.de herunterladen kann, ist ein schöner Einsteigerartikel über Distributionen, die auf ARCH basieren.

  6. Malte sagt:

    #Ralf danke für den Tipp mit linux-user.de das kannte ich noch nicht, nun habe ich wieder kiloweise Lesestoff.
    linux-user.de steht ab sofort auf meiner lesen Liste.
    Wenn ich ein Problem hatte habe ich bis jetzt immer den Google befragt und er gab immer fleißig Antwort.
    Mit dem Dauer Update kann man nichts falschmachen es läuft eigentlich immer.
    Nur wenn wie bei mir die (Alt)Hardware streikt dann ist es meistens ärgerlich.
    Bis auf Android x86 und Remix OS habe ich derzeit nicht viel an Linux im Einsatz.
    Ab und zu verwende ich auch mal macOS oder BSD je nach dem wo rauf ich gerade Lust habe.
    Mit Englisch habe ich kein Problem obwohl ich kein Englisch kann am Computer ist es ja immer gefühlt gleich.

  7. Ernst sagt:

    Hi zusammen!

    Ich hatte auch mir vor kurzem das z.Zt. aktuelle ApriCity-Linux, Verion OS-09.2016 (oder so) installiert, weil hier das Spiel “warsow” mit bei den Spielen quasi “Serienmäßig” mit dabei ist und auch problemlos funktioniert, was mit dem aktuellen Linux-Mint oder Ubuntu eben nicht mehr der Fall ist…

    Wie auch immer, jedenfalls das größte Problem bei ApriCity-OS war die Installation des DRUCKER-TREIBERs… der Hersteller Brother (für HL-2140) hat zwar funktionierende Treiber als RPM und DEB-Pakete, nicht aber für Arch … auch einige Tips im Arch-Forum hatten nichts gebracht, da die Infos hier wohl schon wieder veraltet sind… und ohne ein funktionierenden Drucker, kann ich das OS leider nicht gebrauchen (Bei Linux-Mint ist die Installation des Druckers kein Problem…)

    Des weiteren kam es beim o.g. ApriCity-OS auch bei meinem Acer i3-Prozessor PC auch öfters zu Abstürzen, was ich unter aktuellem Linux-Mint (Mate) überhaupt nicht habe… schade, so muss ich halt mit Linux-Mint weiter arbeiten und kann mein Spiel “Warsow” halt nur darunter eingeschränkt spielen… ABER, ich behalte ApriCity-OS weiter im Auge und hoffe, daß hier noch anständig nachgebessert wird, weil sonst so, fand ich das schon richtig klasse aufgemacht! ;-)

    • Gerhard sagt:

      Ich verwende Aprilcity-OS schon seit es aufgekommen ist und bin hin längst zufrieden. Was den Druckertreiber anbelangt, solltest du Dir gutenprint aus der Software installieren und dann findet er deinen Drucker von ganz alleine, zumindest hat es bei meinem Canon funktioniert. Wegen den Abstürzen kann ich leider nichts dazu sagen, da mein System stabil läuft.

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