Windows 10 und die early Business-Adoptors

Microsoft zielt mit Windows 10 ja auch auf den Unternehmenseinsatz. Hier im Blog habe ich das Umfeld ja häufiger thematisiert. Heute mal ein Blick, wie sich die Situation in Unternehmen darstellt und was den Early-Adoptors droht bzw. drohen kann. Das Webcam-Gate ist ein schönes Lehrbeispiel dafür.


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Rückblick auf das Thema

Zur Erinnerung, ich hatte hier im Blog den Beitrag Gartner: 50% der Unternehmen wechseln zu Windows 10 und in einer kompletten Artikelreihe den Einsatz von Windows 10 im Unternehmen mit Pros und Contras beleuchtet:

Pro Windows 10 im Unternehmen – Teil 1
Contra Windows 10 im Unternehmen – Teil 2
Umsteigen auf Windows 10 – eine Bewertung aus Unternehmenssicht – Teil 3

Meine persönliche Gefühlslage bzgl. Windows 10 wird ganz gut durch die nachfolgende Hype-Kurve dargestellt.

Hype-Zyklus

Die Kritikpunkte hatte ich ja im Artikel Windows 10 – das stört mich – Teil 4 dargelegt. Unter anderem hatte ich mein Unwohlsein bezüglich vieler Microsoft Marketing-Entscheidungen sowie hinsichtlich der Datenerfassung ausgedrückt. Interessant fand ich daher den Betanews-Artikel mit dem Titel More than 60 percent of Windows users would switch to Mac for more privacy. Nicht dass ich Apple im Hinblick auf Privatphäre für einen Musterknaben halte. Aber wenn die Windows-Nutzer bei den Amis angeben, zu 60% auf Macs wechseln zu wollen, um mehr Datenschutz zu erhalten, sollten bei Microsoft alle Alarmglocken klingeln. Unberücksichtigt blieben bisher die täglichen Bugs und Flops im Umfeld des Windows 10 Anniversary Update.

Wie sieht die Wechselwilligkeit in Unternehmen aus?

Der zweite Artikel, der mir bei Betanews unter die Augen kam und mich aufmerken ließ, trägt den Titel Windows 10 Anniversary update is not driving enterprises to switch. Obwohl 64 % der Unternehmen angeblich im nächsten Jahr einen Einsatz von Windows 10 planen, hat das Anniversary Update keine Wechselwelle ausgelöst. Eine Befragung durch Adaptiva ergab, dass das Anniversary Update kein Grund sei, sofort zu Windows 10 zu wechseln.

Gründe, sich mit der Windows 10-Migration zu befassen, seien nach der Adaptiva-Studie, dessen neue Funktionen wie Enterprise Data Protection, Device Guard, Credential Guard und Security Auditing. Was mir auffällt: Ein eklatantes Missverhältnis zu dem, was das Microsoft-Marketing als Neuerungen für das Anniversary Update hervorhebt.

Windows 7 ist in Unternehmen im kommen …


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Aber die obigen Ausführungen sind quasi Schnee von gestern, getätigt vor der Verfügbarkeit des Anniversary Update. Der Betanews-Artikel North American businesses reluctant to adopt Windows 10 ist deutlich nach der Freigabe von Windows 10 Anniversary Update erschienen. Die Untersuchung stammt von Softchoice und erstreckt sich auf die Auswertung von 400.000 Geräten, die in den USA und Kanada mit Windows laufen und in 169 Unternehmen stehen. Diese Kunden setzen die TechCheck-Software (u.a. zur Lizenzverwaltung) ein. Nach dem Ende von Windows XP ist die Mehrheit der Kunden auf Windows 7 gewechselt, steht aber noch vor einer Migration auf Windows 10.

Laut Softchoice sind die Unternehmen wohl mit Windows 7 zufrieden und scheuen momentan den erneuten Migrationsaufwand für Windows 10. Aktuell laufen 91 % der Maschinen mit Windows 7 (eine Steigerung um 18% gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2015). Ganze 5 % arbeiten noch mit Windows XP und 4 % hängen auf Windows 8.

Dumm gelaufen: Mit Windows 10 aufs falsche Pferd gesetzt?

Mir sind nun Stimmen im Zusammenhang mit dem Webcam-Gate aufgefallen, welches ich im Artikel Windows 10 Anniversary Update macht Webcam unbrauchbar thematisiert hatte. Hier im Forum geht die Post ab und Business-Anwender, die auf Windows 10 gesetzt haben, sind sauer und melden sich zu Wort.

  • Ein Support-Techniker, der im Forum aufgeschlagen ist, erwähnt eine Software dartfish zur Gang bzw. Laufanalyse. Dummerweise scheinen die Entwickler bereits auf Windows 10 gesetzt zu haben und wurden nun vom Webcam-Bug im Anniversary Update kalt erwischt. Die Nutzer bekamen die Fehlermeldung, dass die Kameraverbindung getrennt sei und dachten, dass die Kamera kaputt sei. Die Jungs haben nun einen Blog-Beitrag veröffentlicht, wie Kunden (in W10 Pro) das Update auf Version 1607 zurückstellen können.
  • Ein anderer Nutzer outet sich, dass seine Firma Roboter mit Windows 10 an Kunden ausliefert. Und durch das Kamera-Fiasko beim Anniversary Update können die eigentlich ihre Produkte einstampfen und sind auf die Reaktion von Microsoft angewiesen.
  • Ganz doof ist es für einen Benutzer gelaufen, der Systeme mit Kameras an Kunden ausliefert, die auf das Videomaterial mit Bayer-Format setzen. Für diesen Anwendungsfall hat Microsoft keine Lösung in der Pipeline. Wenn da nix kommt, dürfte die Windows 10-Plattform für diese Entwickler gestorben sein.
  • Dann gibt es die IVD Vision LLC, die sich auf die Entwicklung von visuellen Kontrollen im Bereich Analytik (speziell für medizinische Diagnostik) fokussiert haben. Die Entwicklung für Windows 10 können die Leute in die Tonne klopfen, weil die Lösung auf das Y16-Format setzt.

Ich beschreibe es mal so: Die Kunden, die Windows 10 im Business-Umfeld einsetzen, sind heftig angepisst. Das bedeutet für die Betroffenen teilweise eine Katastrophe.

Risiko Windows 10 und die einsamen Microsoft-Entscheidungen

Die Entwickler stecken in einer Technologiefalle. Windows 10 hätte ja ein riesiger Erfolg werden können. Dann wären die Entwickler gescholten worden, wenn sie nichts für diese Plattform bereithalten. Andererseits, stürzen Firmen, die auf Windows 10 gesetzt haben, jetzt aber heftig ab.

Leider sind es von Microsoft hausgemachte Gründe (eine Sammlung von Dilettantismus und Arroganz – Monopole sind nie gut). Für mein Gefühl zieht Microsoft den Leuten mit jedem Feature-Update und auch zwischendurch per Update den Boden unter den Füßen weg. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Funktionen, die mal eben geschlachtet werden, wie die diversen Gruppenrichtlinien in Windows 10 Pro, oder Sticky Notes (Windows Journal),
  • die Fehler in den Feature-Update wie der Kamera-Bug,
  • die Netzwerkprobleme in den Versionen 1511 und 1607,
  • oder auch die Bugs nach Updates (Beispiele sind PDF-Druck geht nach Update nicht mehr, Drucken ist seit dem letzten Patchday gestört), 
  • die Dramen bei jedem Feature-Upgrade und bei der Verteilung von Updates,

machen Windows 10-Nutzern das Leben schwer. Die obige Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Klar, Fehler können immer passieren. Aber im Business-Umfeld müssen die Systeme einfach laufen. Hinzu kommen (zumindest von mir gefühlt) eine Zunahme der Aktivierungsprobleme (Windows, Office), habe noch nicht drüber gebloggt, aber nach dem Anniversary Update hänge ich mit einem Office 2016 Professional in einer Aktivierungsschleife. Möglicherweise trügt mein Eindruck, aber die Häufung der Probleme ist schon auffällig.

Eine Arzt- oder Rechtsanwaltspraxis, wo das Netzwerk ständig zickt – eine Fertigungsumgebung, wo plötzlich zur Analyse genutzte Kamerafunktionen für einen Monat ausfallen, ein Steuerberaterbüro, wo Datev-Software plötzlich nicht mehr korrekt drucken kann, das ist in meinen Augen ein No-Go.

Für Entwickler, die oft viel Zeit in ein Produkt investieren, ist Windows 10 in meinen Augen kein Fundament, auf dem mal solide aufsetzen kann. Wenn es doof läuft, trifft das Microsoft Marketing mal kurz eine Entscheidung und eine Firma kann ein Produkt einstampfen. Die Fokussierung auf Apps, weil es Microsoft ein wenig Kohle im Store einbringt, ist für Business-Ansätze eine Schnapsidee – das funktioniert nicht.

Kürzlich habe ich über die Connect-App gebloggt, die den AirServer-Entwicklern vor die Füße pisst. Glücklicherweise ist die Verbinden-App von Microsoft so grottenschlecht, dass jeder, der die Funktion benötigt, sich den AirServer Universal holen dürfte. Lässt bei den Entwicklern aber keine Begeisterung aufkommen. Und das kann Jeden treffen.

Die Idee, auf Windows 10 Enterprise LTBS für “mission critical” Einsätze zu setzen, ist für OEMs meines Erachtens nicht gangbar. Sofern ich nicht falsch informiert bin, kann ein OEM keine Windows 10 Enterprise LTBS-Kopien lizenzieren und dann an Kunden weiter untervermieten. Der Endkunde müsste schon einen Volumenlizenzvertrag abschließen, was aber in vielen Szenarien unerwünscht oder schlicht unmöglich ist.

Ich sage es mal so: ich möchte nicht in der Haut der Firmen stecken, die ihren Kunden Windows 10-Hardware mit selbstgestrickten Lösungen verkauft haben. Momentan unternimmt Microsoft, zumindest in meinen Augen, alles, um Nutzer und Kunden von Windows 10 zu vergraulen. Wenn das Management da nicht um 180 Grad umsteuert, wird das in Zukunft noch lustig werden – und als Blogger werde ich noch eine Zeit gut zu tun haben. Aufregende Zeiten, in denen wir leben. Oder wie seht ihr das so?

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12 Responses to Windows 10 und die early Business-Adoptors

  1. Ingo sagt:

    Die interessante Frage ist in der ganzen Webcam-Geschichte ja noch gar nicht gestellt worden (oder ich habs überlesen): warum hat Microsoft denn überhaupt die anderen Formate rausgeworfen? Gibts da einen nachvollziehbaren Grund? Eine Marketing-Entscheidung wird es wohl nicht gewesen sein.

    Ansonsten ist jetzt aber auch nicht nachvollziehbar, warum irgendein Feature-Update für Windows 10 die Firmenkunden zum plötzlichen Upgrade bringen sollte. Da wird meist ja etwas langfristiger geplant und nicht spontan “oh, jetzt müssen wir aber!” gesagt.

    Für Firmen dürfte aber tatsächlich ein Thema werden, wie das in Zukunft mit den Feature-Updates läuft. Wer auf Drittanbieter-Antivirensoftware setzt, dem werden diese Updates regelmäßig um die Ohren fliegen. Und ich wüsste nicht, wie man das sinnvoll verbessern könnte. Der normale Privatanwender fährt mit den Bordmitteln eh besser und spart auch noch Geld. Da ist “deinstallier den AV-Mist und lass in Zukunft die Finger davon” eine Lösung. Aber bei Firmen hängen da ja noch ganz andere Sicherheitskonzepte dran – je größer die Firma, desto mehr.

    Gerade was Steuerungen und Embedded angeht, wird ja auch viel auf Linux gesetzt. Da dürfte das Problem dann anderweitig umgangen werden: man liefert einmal einen Kernel, mit dem alles läuft und ändert dann nie, nie, nie wieder irgendwas dran. Deswegen kauft man heute noch aktuelle Security Appliances, auf denen irgendein Kernel 2.6.wasweißich aus anno dazumal läuft. Kann auch nicht die Lösung sein.

    • Ingo sagt:

      Okay, die Sache wird ja doch nachvollziehbar in dem MSDN Forumsthread erklärt. Von den Firmen, die mit ihren Produkten auf Windows 10 setzen, hat dann keine einzige mal mit Insider Previews getestet, in denen das schon acht Monate lang so umgesetzt wurde. Das wundert dann doch etwas. Da hätten dann doch schon seit Monaten bei Microsoft die Rückmeldungen eingehen müssen, dass das so nicht klappt. Warum fällt den Firmen das erst nach dem Release auf?

    • Zu den Gründen, warum man die Komprimierung rausgeworfen hat, gab es in meinem verlinkten Artikel einen Hinweis: Man wollte eine Performance-Reduzierung vermeiden.

      Die Implementierung der MJPG- und H.265 als Komprimierungsstandards beim Streaming soll angeblich dazu führen, dass das Material mehrfach encodiert werden müsste. Das geht auf die Performance, weshalb man die beiden Encodierungsstandards einfach rausgeworfen hat.

      Hintergrund: Die Kamera hätte die Daten komprimiert an den Dienst “Windows Camera Frame Server” geliefert, worauf die Apps die Daten decomprimieren und ggf. in ein anderes Format hätten umsetzen müssen. Die Entscheidung ist losgelöst von der bisherigen Technik nachvollziehbar. Doof nur: Bei hochauflösenden Videobildern braucht man eine Komprimierungstechnik, um die Videoframes mit hoher Framerate (30 P/s) über die meist verwendete USB 2.0-Schnittstelle übertragen zu können.

      Erklärung für die sinkenden Frame/Raten bei 720 P und 1024 P.

      Hintergrund: Es ist halt immer ungeschickt, etwas abzuschneiden, was viele Jahre funktionierte. Bei der WIA-Schnittstelle für Kamera und Scanner hatten die Entwickler m.W. 3 Jahre (Server 2003 bis Vista-Release) Zeit, zu bemerken, dass die alten WIA-Treiber wegen geänderter Sicherheitsmerkmale in den Diensten nicht mehr funktionieren. Passiert ist nix – Du weißt, wie viele Leute mit “mein Scanner funktioniert nicht mehr” in den MS Foren aufschlagen.

      Der Umstand, dass die Entwickler jetzt eine Lösung für zwei Kompromierungsstandards nachliefern wollen, zeigt, dass die Hütte am Brennen ist.

      Zum “hat keine einzige mal mit Insider Previews getestet” und “hätten … schon seit Monaten Rückmeldungen … eingehen müssen”:

      a) Woher weißt Du, dass keine mal getestet hat?
      b) Warum soll ich meine Produkte testen, wenn die Insider Previews alle paar Tage mit neuen Bugs rausgekippt werden, ich aber ganz andere Baustellen habe?
      c) Woher weißt Du, dass keine Rückmeldungen kamen?

      Zu b: Microsofts Strategen blasen und Trillionen Unicode-Zeichen mit verschwurbelten Texten, was für dolle Feature diese und jene Insider Preview nun kann und was kommt und was gefixt wurde und was noch nicht geht, ins Internetz zum Nachlesen. Ist wunderbares Füllmaterial für diesen Blog hier, aber letztendlich für die Tonne!

      Der springende Punkt: Eine so wichtige Design-Entscheidung hätte mit einem Bulletin verkündet werden müssen – dann hätte man das wissen können. Und Insider Previews sind (meiner Meinung nach, gebildet nach den bisherigen Erfahrungen) ziemlich für die Katz. Als Unternehmen kann ich mich nur auf die Releases der Feature Updates verlassen und stützen.

      Zu c): Meine Recherchen haben ergeben, dass die Änderung an der Kamera-Schnittstelle im Insider Preview Feedback mehrfach gemeldet wurde. Läuft unter “bestenfalls gelesen, gelocht, gelacht und abgeheftet” – oder anders gesagt: Die werden von den “Millionen” gelegentlichen Windows Insider-Testern mit Bug-Reports zugemüllt und finden die Nadel im Heuhaufen nicht mehr – aber das MS-Management ist stolz, dass der Heuhaufen immer größer wird. Ist im Text des Beitrag imho am Rande erwähnt – aber imho im MS Answers-Tread oder bei Paul Thurrot in den Kommentaren nachlesbar.

      Am generellen Modell Windows as a service ändert das spezielle Beispiel, was ich zur Verdeutlichung, auf welchen Schlitten sich Firmen setzen, verwendet habe, nichts. Ich hätte auch das Miracast-Thema nehmen können, darf aus Gründen des Quellenschutzes (NDA) nichts öffentlich machen.

      OK, ist etwas länglich geworden. Der Artikel soll zur Diskussion und zum Nachdenken anregen, mehr kann ich als Blogger eh nicht leisten. Und der Text des obigen Beitrags wurde 3 x überarbeitet und entschärft (staubt hier gewaltig, angesichts der Kreidemengen, die ich gefressen habe ;-) ).

    • Ralf Lindemann sagt:

      Anmerkung zu „Windows as a service“. – Der Begriff stammt ja von Microsoft und ist meiner Ansicht nach Marketing-Sprech in Reinkultur, weil er mit positiven Konnotationen („service“ hört sich immer gut an) verschleiert, um was es eigentlich geht: Tatsächlich fährt Microsoft Windows 10 als „work in progress“: Das Betriebssystem wird auch in Zukunft ständig verändert, insbesondere auch funktionell verändert werden. Es wird nie fertig werden. Wenn man böse ist, könnte man vor dem Hintergrund der aktuellen Berichterstattung auch sagen: Windows 10 wird immer ein bisschen kaputt sein. Einen definierten stabilen Betriebszustand, mit dem man mehrere Jahre verlässlich arbeiten kann, wie es etwa bei Windows 7 seit SP 1 der Fall ist, wird es bei Windows 10 nicht geben. Wenn Ingo sagt: „ich wüsste nicht, wie man das sinnvoll verbessern könnte“, dann löst das bei mir Achselzucken aus. „Windows as a service“ ist kein Naturgesetz. Das war und ist eine unternehmensstrategische Entscheidung der Microsoft-Verantwortlichen. Kein Mensch hindert sie daran, die Entscheidung zu revidieren, wenn sie sich in der Praxis als nicht praktikable erweist. Wenn also andere Blog-Leser mit der Faust in der Tasche vor dem Computer sitzen und sich ärgern, dass schon wieder irgendwas in Windows 10 nicht funktioniert – zum Beispiel, weil sie sich aus nachvollziehbaren Gründen für eine Drittanbieter-Antivirensoftware entschieden haben (etwa für einen der beiden Testsieger bei Stiftung Warentest): Eure Wut ist berechtigt. Microsoft will das so, die lassen eure Systeme mit Absicht und Vorankündigung crashen: Wer eine Drittanbieter-Antivirensoftware nutzt, ist selber schuld. So einfach machen die sich das.

  2. riedenthied sagt:

    Ist es eigentlich schon irgendwem gelungen, das Update 1607 über den WSUS herunterzuladen? Auf die paar Windows 10 Rechner, die wir haben, würde das “Funktinosupdate für Windows 10 Pro, Version 1607, [Langcode], Einzelhandel” und das “Funktionsupdate für Windows 10 Pro, Version [Release], [Sprachencode]” (man beachte die Original-Rechtschreibung und Bezeichnung) ausgerollt werden. Gemeldet wird aber seit einer Woche, dass das Update nicht heruntergeladen wurde und jedes neue Anstoßen des Downloads scheitert.

    Ist das bei euch auch so?

    • JohnRipper sagt:

      Nein ich habe selbiges bzw. Ein ähnliches Problem:
      1. Die Schreibweise ist genau so besch** wie bei dir, was es unmöglich macht die korrekte SprachVersion zu finden.
      2. Bisher hat noch kein Client die Updates als erforderlich angezeigt wie dies idR der Fall ist. Ich gebe die Updates immer nur selektiv nach Anfrage durch den Client frei.

      Ach und das notwendige KB3159706 (inkl Postinstallation) für den WSUS ist installiert.

      • riedenthied sagt:

        Der Client zeigt das Update ja erst an, wenn er es beim WSUS angefordert und der WSUS es heruntergeladen hat. Aber der lädt es halt nicht runter, vielleicht kommt Microsoft mit ihrer eigenen verkrüppelten Bezeichnung nicht klar. Wobei die vermutlich eher mit eindeutigen IDs arbeiten dürften.

        • JohnRipper sagt:

          Nicht zwangsläufig.

          1. Der WSUS lädt über den Katalog das Update als mögliches Update.
          2. Der Client prüft den Katalog und fordert das Update beim WSUS an. Jetzt sieht man es als “erforderlich”, auf dem WSUS. Der Client sieht natürlich noch nichts.
          3. Nach der Genehmigung lädt der Client das Update vom WSUS oder Windows Update je nach WSUs Einstellungen.

          Zu 3)
          Ich speichere die Updates nicht auf dem WSUS, sondern lasse die Clients diese von MS laden. So spare ich mir den Platz und den Transfer durch die die VPN Verbindung. Da alle Standorte gute Netzwerkverbindungen haben kein Problem.

          Anyway: zu Schritt 2 passiert nicht. Lt dem TechNet kann das an der Delivery Optimzation liegen bzw. andere haben ähnliche Probleme.

          • riedenthied sagt:

            Ach so. Schritt 2 funktioniert hier. Schritt 3 aber nicht, weil der WSUS es nicht bei MS runterlädt (bei uns sollen die Clients sich die Updates direkt vom WSUS beziehen).

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  4. deo sagt:

    Für Unternehmen vielleicht nicht unwichtig
    Update für Windows 10 legt PowerShell-Funktionen lahm
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Update-fuer-Windows-10-legt-PowerShell-Funktionen-lahm-3304943.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.rdf

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