“Gesendet von meinem iPhone” im Wandel der Zeit … vom Angebertum zur “Entschuldigung für Unfähigkeit”

Heute noch ein Beitrag aus der Rubrik unnützes Wissen: Es geht um die “Gesendet von meinem iPhone”-Signatur im Wandel der Zeit – vom Angebertum der Apple-Gerätebesitzer zur “Entschuldigung, ich kriege es nicht besser hin” sozusagen.


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Es gab, glaube ich, mal eine Zeit, da sind Leute, die sich den Hipster zurechnen wollten, mit weißen Ohrhörern an ihren Smartphones herumgelaufen. Suggerierte “man gehört dazu, zum ‘exklusiven’ Kreis der Apple iPhone-Besitzer”. Nun, der Lack ist ab, iPhones gibt es in Plastik und Ohrhörer werden in allen Farben vertickt.

Signatur für Angeber

Szenenwechsel: Ich glaube, fast jeder Blog-Leser kennt auch die Signatur “Gesendet von meinem iPhone” (oder vom iPad), die unter so mancher E-Mail steht. Ähnlich wie mit weißen Kopfhörern war das mal ein Zeichen für Angeber, die mit einem iOS-Gerät prahlen wollten.

Gut, wer sich auskennt, passt die Signatur über die Einstellungen-App unter der Mail-App an und gut ist. Nun scheint die Signatur eine Art Comeback zu feiern – diesmal aber wohl nicht als “Angebersignatur” für Herr oder Fraulein Wichtig. Sondern aus einem ganz anderen Grund – als ich den gelesen habe, habe ich mich beäumelt vor Lachen.

Meine persönliche Erfahrung

Ich selbst habe gar kein iPhone – und die beiden iPads, die ich im Haushalt habe, verwende ich nicht zur Beantwortung oder zum Schreiben von E-Mails. Das hat mehrere Gründe.

  • Mir ist es zu fehlerträchtig und zu aufwändig, da über die Bildschirmtastatur einen Mail-Text zu verfassen. Ständige Tippfehler, die Mail-Texte werden oft kürzer als gewünscht und ich empfinde das Eintippen als Qual. Meine Frau nutzt das schon eher – hängt aber oft daran, dass sich Anhänge nicht öffnen lassen. Irgendwas stört halt immer und so werden die Mails am Ende des Tages oft doch in Outlook (von meiner Frau) oder im Thunderbird (bei meinen Mail-Accounts) beantwortet.
  • Bei meiner Frau habe ich die Apple-Signatur gegen eine Info mit Geschäftsdaten ersetzt. Dabei ist mir aufgefallen, wie kaputt der App-Ansatz ist. Ich kann zwar mehrere E-Mail-Postfächer in der iMail-App einrichten. Wenn ich nicht zu blöd bin: Zumindest beim iPad 1 habe ich keine Möglichkeit gefunden, in der iMail-App mehr als eine Signatur einzubinden. Also unterschiedliche Signaturen für private oder geschäftliche E-Mails geht nicht.

Das war die Stelle, wo ich mich vom iPad als Basis für Bürotätigkeiten persönlich verabschiedet habe. Zum Surfen verwende ich eher ein Smartphone oder ein 7-Zoll-Android-Tablet.

Bestätigung durch die “Forschung”

Doch zurück zur Frage, warum die Angeber-Signatur “Gesendet von meinem iPhone” ein Revival erlebt. Gut, meine Erfahrungen können ja von “Born-iertheit” geprägt sein, oder meine Wurstfinder sind nicht iPad-kompatibel. Komisch ist aber: Die Mails, die ich von iOS-Gerätebesitzern (mit der erwähnten Signatur versehen) bekomme, sind oft voller Tippfehler, Groß-/Kleinschreibung wird nicht genutzt und die Texte sind immer erstaunlich kurz. Bei mir im Hinterkopf klingelt dann immer was – ach kuck, noch einer, der das nicht gebacken bekommt.

Jetzt lese ich bei redmondpie.com, dass meine Beobachtungen von der “Forschung” bestätigt werden. Die Signatur wird bei den Amerikanern an die Mails angehängt, quasi als Entschuldigung für Tippfehler, grammatikalische Schnitzer oder extrem kurze Mailinhalte. Das Kalkül: Wer einmal mit einem iPhone oder iPad Mails bearbeitet hat, der kennt das und hegt Sympathie (bzw. die Mitleidstour zieht immer “die arme Sau kann sich nur ein iPhone leisten”). Tja, und ich dachte immer, die Dinger wurden als seriöses Arbeitsinstrument für das obere Management angeschafft. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder schreibt ihr sogar Reiseführer, wie mir mal ein Blog-Leser auf meinen Rant zum iPad 1 gekontert hat?

Nachtzug: Geschrieben von meinem iPad – unter Beteiligung von Nackbars Katze …


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10 Antworten zu “Gesendet von meinem iPhone” im Wandel der Zeit … vom Angebertum zur “Entschuldigung für Unfähigkeit”

  1. Thomas sagt:

    „…meine Wurstfinder sind nicht iPad-kompatibel.“

    Echter Brüller, Günter. :-) Wurstfinder…

  2. 1ei sagt:

    Herrlich – DANKE !

  3. Herr IngoW sagt:

    „Wurstfinger“. haben wir die nicht alle?
    Aber OK
    Diese Tablet’s, egal von wem sin zum schreiben (für richtige Arbeit) nicht wirklich zu gebrauchen, außer man kann eine Tastatur anschließen, ansonsten meist nur zum surfen zu gebrauchen. Bei iPhone, iPad und anderen Gerätschaften von Apple kann wohl von Geräten für die Arbeit keine rede sein, die sind halt nur für die, wie oben beschriebenen Leute.

  4. Remo sagt:

    Fantastisch! Danke.

    „von meiner Super-Mega-DAW gesendet“ ;-))

  5. Sam sagt:

    SUPER! Einfach köstlich dieser Artikel :-)

    Ich bin aber der Meinung, daß es in erster Linie einfach nur Angebertum ist.

    Ein Angebertum, welches ich (nach neugierigem und gründlichen Ausprobieren solch eines gnadenlos überteuerten Lifestyle-Angeber-Produkts) überhaupt nicht nachvollziehen kann. iOS ist, meiner Meinung nach, einfach nur grotten-hässlich und schlecht…

  6. Ralph sagt:

    Der Artikel ist einfach herrlich. Vor allem deshalb, weil ich mich nun durchgerungen habe, mir ein Telefon zu holen, dass man simpel mit „propretäres Fallobst“ umschreiben kann. Es ist nicht einmal möglich, einer App (in diesem Fall WhatsApp) einen bliebigen Klingelton zu verpassen, der von den Standardtönen abweicht.
    Sei es drum,, dass dicke-Finger-Syndrom trifft mich mitunter auch am PC, und ich nutze das Telefon für das, wofür es angeschafft wurde: rausfinden, wie genau was unter iOS wo zu finden, einzustellen oder zu verändern ist, denn dummerweise tauchen immer mehr Kunden mit einem Apfel auf dem Cover ihrer Geräte auf. Mails schreibe ich am PC, und selbst WhatsApp nutze ich über das Browser AddOn (weil es keine Desktop-Anwendung für das von mir bevorzugte Betrübssystem (Linux) gibt). Diese friemelige Tastatur auf einem Schmierscheibengerät ist nämlich nicht für mich.

  7. Mi.T sagt:

    Auch wenn ich die Einstellung zu korrekter Recht- sowie Groß- und Kleinschreibung teile:

    bei einer Office-Fortbildung wurde ich einmal darauf hingewiesen, dass es für die E-Mail keine Formvorschriften gibt wie beispielsweise für den Brief. Eine E-Mail kann per se vollständig nur kleingeschrieben werden. Das ist wohl aber auch etwas Geschmacksache, genau wie oft E-Mail ohne Andrede oder Grußformel geschrieben wird.

    Wobei das wiederrum nachvollziehbar ist, allerdings abhängig vom Kontext. Manchmal ist E-Mail auch das ungeeignete Mittel und Kurznachrichten würden besser via Messenger ausgetauscht.

    Tatsächlich teile ich die Meinung des Autors (obwohl überzeugter Apple-User, allerdings aus technischer Sicht und nicht wegen eines Statussymbols, nutze meine Produkte daher auch länger als der It-Apple-User) bezüglich des Schreibens von E-Mails an Tablets oder Smartphones. Das mache ich tatsächlich nur, wenn gerade nicht anders möglich. Und da freue ich mich auch jedes Mal über die Rechtschreibprüfung.

  8. Jellyfish sagt:

    Kenne das mit der Signatur hier in Deutschland auch bei geschäftsmäßiger E-Mail Korrespondenz als Signal von „bin unterwegs und hab mal schnell geantwortet“.
    Diese E-Mails kommen dann ohne Anrede und Grußformel, sind sehr kurz gehalten, jedoch mit Groß- und Kleinschreibung und Punkt und Komma.

    Für mich als Empfänger solcher E-Mails ist dieses Signal in Form dieser Signatur vollkommen in Ordnung und ein Zeichen für mich, dass, wenn ich dann vom iPhone aus darauf antworte, ebenfalls kurz&knackig sein darf.

    Angebermäßig empfinde ich diese Signatur bei privaten E-Mails.

  9. Paul Brusewitz sagt:

    @ mi.T

    > bei einer Office-Fortbildung wurde ich einmal darauf hingewiesen, dass es für
    > die E-Mail keine Formvorschriften gibt wie beispielsweise für den Brief. Eine
    > E-Mail kann per se vollständig nur kleingeschrieben werden.

    Es gibt aber auch keine Vorschrift auf so eine E-Mail antworten zu müssen.

    MfG P.B.

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