Dumm gelaufen: “Knall legt Rechenzentrum einer Bank lahm”

Ein Test eines Feuerlöschsystems hat ein Rechenzentrum einer Bank für 10 Stunden lahm gelegt und einen Stopp der Geldauszahlungen verursacht. Kleine Info, was da schief gelaufen ist.


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Unter dem Titel "dumm gelaufen" ist es ein Lehrstück, was alles schief gehen kann, wenn Mc Murphy das so will. Ich nehme es mal im Blog mit auf, dass hier einige Admins aus Firmenumgebungen mitlesen, in der Hoffnung, dass das richtige Bit gesetzt wird.

Worum geht es?

Vorige Woche kam es bei einer rumänische Bank (Ing Bank Rumänien) zu einer gravierende Störung des Zahlungsverkehrs und der Auszahlungen an Geldautomaten. Grund: Das Rechenzentrum in Bukarest war für 10 Stunden offline – und eine Reihe an Festplatten sind beschädigt worden. Und zwar so, dass es dort zu Datenverlusten gekommen ist.

Was war passiert?

Es war eigentlich nur ein Test des Feuerlöschsystems geplant, welches Inertgasen wie Argon, CO2 oder Stickstoff verwendet (wird in Elektroanlagen zur Brandbekämpfung durch Sauerstoffverdrängung eingesetzt). Bei Anlagen auf Inegen-Basis handelt es sich um Gasgemisch aus Stickstoff, Argon und CO2. Das Gas wird in Druckflaschen bei ca. 300 Bar gelagert und im Brandfall in die Rechenzentrumsschränke eingeleitet. Durch Entzug des Sauerstoffverdrängung wird der Brand erstickt.

Bei Motherboard weist man darauf hin, dass laute Geräusche die Festplatten in einem Data-Center beeinflussen können. Das folgende Video bei YouTube zeigt, wie selbst laute Schreie Vibrationen auslösen können.

(Quelle: YouTube)

Im Rechenzentrum von Ing wurde ein Test des Inergen-Systems durchgeführt, bei dem wohl der Inhalt von fünf Flaschen des Gasgemischs in die Rechenzentrumsschränke eingeleitet wurden. Beim Öffnen der Ventile gab es wohl einen extrem lauten Knall (mehr als 130 dBA). Der Knall verursachte Vibrationen in den Schränken des Rechenzentrums, wodurch zahlreiche Festplatten ausfielen und die darauf gespeicherten Daten verloren gingen. Die Notfallpläne der Bank griffen zwar, aber es kam trotzdem zu Beeinflussungen im Zeitraum von 10 Stunden. Nachtrag: Ein paar deutschsprachige Infos finden sich auch bei heise.de. (via, via)


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3 Antworten zu Dumm gelaufen: “Knall legt Rechenzentrum einer Bank lahm”

  1. Ralph sagt:

    Hallo Günter,

    wenn Du uns dann jetzt noch verrätst, mit welchem Bit an welcher Stelle ich verhindern kann, dass Schall Vibrationen auslöst, dann bin ich sicher, dass wir beide in Kürze einen Nobelpreis in Empfang nehmen können. Ich bin nämlich sicher, das lässt sich auch nicht mit einem ganzen Kasten Bit(burger) lösen. ;-)

    • Man fängt immer mit dem Nuller-Bit an – reicht das nicht, erweitert man bitweise. Zum Schluss lässt man das Parity-Bit zum richtigen Zeitpunkt kippen, verhindert zuverlässig einfach alles.

      Mein Problem: Bisher habe ich den optimalen Zeitpunkt zum Kippen den Parity-Bit noch nicht herausgefunden. Grund: Es kommt Schrödingers Katze ins Spiel – und da wird es halt kompliziert. Der Nobelpreis muss noch warten ;-).

  2. Jochem sagt:

    Moin,

    Ironie EIN
    Der Nobelpreis in Chemie scheint in greifbarer Nähe:
    1) welche chemischen Eigenschaften hat das inerte Gas COS2?
    2) wie läuft das ab: "Durch Entzug des Sauerstoffverdrängung wird der Brand erstickt."
    Ironie AUS

    SCNR
    Gruß J :-) chem

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