Windows 10 LTSB: Kein Support für neue Intel CPUs

Wie es momentan ausschaut, wird Microsoft in den Windows 10 LTSB-Versionen (RTM und Version 1607) keine der in Zukunft zu erwartenden neuen Intel CPUs unterstützen.


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Microsoft bietet ja Long Term Servicing Branch Versionen (LTSB) for Windows 10 für Geschäftsanwender mit Volume License-Vertrag an. Die LTSB Versionen enthalten kein Cortana, keinen Windows Store, und es fehlen diverse Apps (siehe Wikipedia und Microsoft Blog). LTSB-Versionen erhalten zudem keine Feature Upgrades und werden 10 Jahre mit Sicherheits-Updates versorgt.

  • Microsoft hat die Long Term Servicing Branch Version (LTSB) von Windows 10 RTM (Version 1507) im Juli 2015 freigegeben (siehe).
  • Die Windows 10 Enterprise Long Term Servicing Branch (LTSB) (Version 1607) ist ab dem 1. Oktober 2016 für Volume License Kunden verfügbar (siehe).

Die nächste Windows 10 LTSB-Build wird erst für 2019 erwartet. Bis zu diesem Zeitpunkt wird Intel aber zwei neue CPU Generationen freigeben. Michael Niehaus von Microsoft Deutschland hat gegenüber heise.de nun bestätigt, dass Windows 10 LTSB (Version 1507) und auch die Windows 10 LTSB (Version 1607) die kommenden neuen Intel CPU-Generationen (Cannonlake, Coffee Lake) nicht unterstützen werde. Niehaus führt gegenüber heise.de aus:

  • dass Windows 10 LTSB zwar Sicherheits-Updates, aber keine Feature Upgrades erhält (siehe obige Hinweise).
  • Das bedeutet aber gleichzeitig, dass neue Hardware in bereits verfügbaren LTSB-Versionen nicht unterstützt wird.

Der Hintergrund ist laut Niehaus, dass neue CPU-Generationen auch neue Chipsätze haben, so dass neue Treiber nicht ausreichen, um diese CPUs samt Chipsätzen zu unterstützen. Vielmehr werde auch optimierter OS-Code erforderlich (wohl um Energiesparoptionen und spezielle Features zu unterstützen). Als Konsequenz fordert Microsoft daher jeweils eine neue Windows 10-Version, um neue Hardware zu unterstützen. Einige Details finden sich in diesem älteren Microsoft Blog-Beitrag von Terry Myerson, der sich mit dem CPU-Support in Windows befasst. In Konsequenz erhalten also nur die Konsumer-Varianten von Windows 10 sowie  Windows 10 Pro/Enterprise über Feature Upgrades zeitnah die Unterstützung für neue CPU-Generationen.

Laut Niehaus gibt es bei Microsoft intern sowie mit Intel zwar Diskussionen über diese Situation. Aber solange noch keine Chipsätze und CPUs vorliegen, kann man nicht sagen, ob es eine zeitnahe Lösung zur Unterstützung in Windows 10 LTSB geben werde.

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16 Antworten zu Windows 10 LTSB: Kein Support für neue Intel CPUs


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  2. Nils sagt:

    “Als Konsequenz fordert Microsoft daher jeweils eine neue Windows 10-Version, um neue Hardware zu unterstützen.” …. von wem fordert Microsoft das denn?

  3. Keyza sagt:

    Es heist LTSB – schreibst es oben noch schoen aus und kuerzt es dann selber falsch ab.

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  5. riedenthied sagt:

    Merken die eigentlich selbst nicht, wie Schei… *hust* kundenunfreundlich sie mittlerweile geworden sind?

    • Ingo sagt:

      Inwiefern ist das kundenunfreundlich? LTSB ist eine Version, die eben gerade keine Veränderungen außer Fehlerbeseitigungen bekommen soll. Das ist der Zweck einer LTSB Version! Deswegen setzen die entsprechenden Kunden sie doch gerade ein.

      Falls (!) eine neue CPU Generation Änderungen am Kernel notwendig machen sollte, um bestimmte neue Funktionen zu nutzen, gibts die halt nicht sofort bei LTSB, sondern erst mit der nächsten Version.

      Kunden, die die LTSB einsetzen, werden sich schon absichtlich dafür entschieden haben und werden halt auch beim Kauf von PC bestimmte Plattformvorgaben haben, die sich über einige Jahre nicht ändern. Wenn ich heute spezielle Systeme aufsetzen will, die möglichst lange nicht angefasst werden und möglichst statisch bleiben, dann nehme ich LTSB Builds. Falls die Hardware kaputt geht, steht Ersatz im Lager. Und nach zehn Jahren wird Hard- und Software ausgetauscht. Das ist z.B. ein Einsatzszenario für diese Versionen.

      • AHE sagt:

        Ganz genau!

        Im Business Umfeld setzt man nicht umbedingt die neueste Hardwaregeneration ein, d. h. Skylake kommt zum Beispiel erst gerade auf…

        Bis Cannon Lake oder gar Coffee Lake in Business Rechnern eingebaut werden, gibt es auch eine neue LTSB Version. (die Roadmaps der HW Hersteller führen noch die Skylakes und fangen bei manchen Modellen im nächsten Sommer mit den Kaby-Lakes an)

        Eigentlich sollte ohnehin erst frühestens nächsten Sommer oder sogar 2018 eine neue Version kommen, nun ist sie schon diesen Oktober da…

        Ach ja, für LTSB gibt es einen eigenen App-Store, der zwar nicht so umfangreich ist, wie der normale, dafür kann man darüber aber die Pakete über die Kommandozeile installieren, verteilen und sie sogar für alle Anwender am Rechner direkt zur Verfügung stellen (zumindest die, die mir bislang unter gekommen sind).

        Schönen Abend noch

        • riedenthied sagt:

          Ich weiß ja nicht, in welchem merkwürdigen Business-Umfeld du arbeitest, aber bei uns werden turnusmäßig jedes Jahr neue Rechner ausgeschrieben und ersetzt. Die Hersteller liefern da selbstverständlich immer die neueste Generation Prozessoren, wir haben Skylake schon eine ganze Weile im Programm.

          • AHE sagt:

            Na ja, so merkwürdig ist das nicht… :-)
            Im automotive Umfeld werden Rechner nicht so oft getauscht (>5 Jahre bei PC’s, 3-5 Jahre bei Notebooks). Mein derzeitiges W7 Notebook ist z. B. aus dem Jahre 2010…

            Klar, die HW Hersteller bringen jedes Jahr neue HW heraus, aber wir können nicht mal eben für all Mitarbeiter die Hardware tauschen, oder gar ein neues OS einspielen. Erstens fehlt dafür das Budget, zweitens “können die Anwender keine Minute auf ihren Rechner/Anwendungen/Daten verzichten” und drittens laufen nicht alle derzeit im Unternehmen verwendeten Anwendungen … (meist älteren Datums, deren Umstellung auf neue Versionen 5-6 stellige Summen kosten)

          • riedenthied sagt:

            Es redet niemand davon, für alle Mitarbeiter die Hardware zu tauschen. Allerdings läuft es genau darauf hinaus, wenn ihr nicht z.B. jährlich ein Fünftel der Rechner erneuert, wenn sie nicht älter als 5 Jahre werden sollen. Wenn man das nicht macht, dann ist das administrativer und betriebswirtschaftlicher Wahnsinn. Die gehen irgendwann schlicht kaputt und dann fängt man an, an bereits vollständig abgeschriebener Hardware rumzuschrauben und Netzteile zu wechseln. Dafür gehen dann Arbeitszeit und Ersatzteilkosten drauf, obwohl die Dinger keinen Wert mehr haben.

            All deine Argumente gibt es bei uns auch. Klar behauptet jeder, dass er nicht auf seinen Rechner verzichten kann oder will. Muss auch niemand. Der alte Rechner kommt weg, der neue kommt hin. Die Daten liegen auf den Servern. Ende.

            Und nimm es mir nicht übel, aber “Software älteren Datums” taugt wohl kaum als Rechtfertigung für Windows 10 Enterprise LTSB.

          • riedenthied sagt:

            Ach ja, ich vergaß: Mit dem Automotive-Umfeld hat dein beschriebenes Szenario rein gar nichts zu tun. Sondern einzig und allein damit, dass euer Management offenbar die IT nicht ernst nimmt und entsprechende Mittel einplant.

            Leider sieht man das sehr häufig: Strom und Netzwerk kommt aus der Wand, Festplatten kosten 30 Euro, wozu also neue Switche für 20.000 Euro oder ein Storage für 200.000 Euro kaufen? Funktioniert ja schließlich alles.

      • riedenthied sagt:

        @Ingo
        Über die Motive, eine LTSB zu kaufen, lässt sich kräftig spekulieren. Mir fiele hier in erster Linie ein, dass unsere Mitarbeiter nicht auf Version 1511, 1607 (oder wie sie alle heißen werden) gehoben werden müssen und diese somit stundenlang nicht arbeiten können – falls der Rechner überhaupt noch startet. Dass ich einen Rechner 10 Jahre rumstehen lassen kann und keine Hardwareänderung vornehme, fällt mir dabei erst als Grund Nummer 348 ein.

        Rechner werden turnusmäßig gewechselt und wenn ich eine Enterprise LTSB mit Software Assurance kaufe, dann kann ich die auch auf die neu angeschafften Rechner installieren. Wenn dann nur Skylake unterstützt wird, gibt es in spätestens 6 Monaten ein Problem.

  6. Tim sagt:

    …wie oft hat Microsoft in letzter Zeit doch gleich Pläne und Meinungen über den Haufen geschmissen?

    Warten wir mal ab, was von Intel kommt und was die Kunden wollen… und wie es mit Windows 10 die nächsten 2 Jahre überhaupt weitergeht…

  7. deo sagt:

    Da passt es doch, dass Dell den XPS 13 Developer Edition auch mit Ubuntu 14.04 LTS als Client/Cloud-Lösung für Entwickler ausliefert und mehr Modelle mit Ubuntu dazu kommen werden.

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