Kritik an Googles Pixel Smartphone

Anfang der Woche hat Google ja seine Smartphones Pixel und Pixel XL vorgestellt (siehe Google Neuvorstellungen: Pixel Phones, VR-Brille und mehr). Die Teile sind teuer und so richtig begeistert bin ich nicht. Nun formuliert sich erste Kritik am Pixel-Konzept von Google und im Internet macht man sich Gedanken, ob Google nicht Fehler begeht.


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Pixel – Updates nur über den Provider …

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte: Google hat mit Android ja ein riesiges Problem, wegen fehlender Updates. OEMs und Provider verschleppen in schöner Regelmäßigkeit Betriebssystem-Updates oder bieten erst gar nichts an.

Mit Android 7.1 sollte ja eigentlich ein von Google gesteuerter Update-Mechanismus (seamless update) Einzug halten. heise.de hat den dahinter steckenden Mechanismus beispielsweise im Artikel Google I/O: Hintergrund-Updates von Android N beheben nicht die Update-Problematik (und bei Android Central) beschrieben. Ab Android 7 werden Updates automatisch heruntergeladen und im Hintergrund installiert. Dazu verwendet Android 7 zwei Partitionen, um von der jeweils aktuelleren booten zu können.

Aber bereits heise.de erklärt, dass das Android-Update-Problem nicht behoben werde. Es muss jemand die Updates bereitstellen. Und bei den Pixel-Smartphones, die mit Android 7.1 ausgeliefert werden, welches seamless update unterstützt, kommen die Updates über Google. In den USA wird Verizon das Pixel ebenfalls anbieten (in Deutschland ist die Telekom mit im Boot). Wie diverse Medien wie 9to5Google.com berichten, liefert Google zwar monatliche Sicherheits-Updates. Aber Verizon wird System-Updates für Android in Eigenregie ausrollen – oder auch nicht. Und t3n.de berichtet hier, dass auch die von der Telekom ausgelieferten Pixel-Smartphones die Updates nicht direkt von Google erhalten. Mit anderen Worten: Es wird sich möglicherweise nicht viel in Bezug auf Android-Updates ändern.

Weitere Kritikpunkte

Der hohe Preis der Pixel-Smartphones führt nach Marktbeobachtern dazu, dass wohl nur geringe Absatzmengen zu erwarten sind. Dies wird in diesem winfuture.de-Artikel thematisiert. Bei connect.de stellt man auf Benchmarks ab, in denen das Google Pixel deutlich gegenüber einem iPhone 7 schwächelt. Dass die Pixel kein wechselbares Akku und keinen microSD-Kartenslot haben und nur 2 Jahre Support garantiert ist, hält manchen Interessenten vom Kauf ab.

Ein anderes Damokoles-Schwert hat sich Google möglicherweise selbst aufgehängt. Aktuell hat Google noch nicht entschieden, was mit dem Google Assistant passiert. Wie es ausschaut, wird der Google Assistant vorerst nur auf den Pixel zur Verfügung stehen. Damit stellt Goole den anderen Android-Geräteanbietern ein Bein, denn dort fehlt der Google Assistant. Bleibt die Frage, ob sich Leute ein Pixel holen, nur um den Google Assistant zu bekommen. Ich hege da meine Zweifel – und für Android dürfte es auch nicht gut sein, wenn Android 7-Geräte quasi in der “zweiten Reihe” segeln müssen. Auch die Cloud-Integration (hochladen von Fotos) erfordert schnelle Datenverbindungen, die in Deutschland und in anderen Teilen der Welt nicht wirklich problemlos zur Verfügung stehen. Irgendwie erscheint mir das alles nicht so richtig durchdacht.


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1 Response to Kritik an Googles Pixel Smartphone

  1. Harald L. sagt:

    Ich habe auch gelesen (ob es stimmt sieht man wohl erst wenn die Geräte da sind) daß bei den Provider-Pixels, also auch bei denen der Telekom, der Bootloader nicht mehr entsperrt werden kann. Also kein Rooten, kein CyanogenMod als Alternative wenn der Provider keine Updates liefert. Wäre neben dem hohen Preis ein zweites No-Go.

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