Wird Immmr der neue WhatsApp-Killer?

Die Deutsche Telekom hat einen neuen Messenger mit dem sperrigen Namen Immmr entwickeln lassen und schickt diesen als WhatsApp-Konkurrent ins Rennen. Totgeburt oder WhatsApp-Killer?


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Na ja, die Deutsche Telekom, mit Sitz in Bonn, ist immerhin das größte Telekommunikationsunternehmen Europas. Da werde ich schon mal hellhörig, wenn ich etwas über neue Entwicklungen vernehme – obwohl den meisten Menschen beim Namen Telekom in erster Linie die Telekom Handytarife sowie die Festnetztarife und Internetangebote einfallen. Aber neuerdings will das deutsche Unternehmen ein weiteres Gebiet erobern und dem Platzhirsch WhatsApp mit einem eigenen Messenger Konkurrenz machen.

Immmr, sperriger Name aber große Pläne …

Der eigene Messenger, den die Telekom ins Rennen schickt, trägt den etwas sperrigen Namen Immmr. Ich habe beim Schreiben schon das Problem, dass ich gerne zwei statt drei m verwende. Aber die Telekom hat Großes mit Immmr vor – ein globales Produkt soll der Messenger werden. So sagte Telekom-Vorstand Claudia Nemat in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“: „Immmr ist ein globales Produkt, mit dem wir weltweit Telekom-Dienste anbieten können“. Doch was kann die Messenger-App überhaupt und gehören WhatsApp und Co. nun bald der Vergangenheit an?

Was kann die Messenger-App Immmr?

Immmr wurde vor längerer Zeit angekündigt und dann passierte eine ganze Zeit nichts. Aber jetzt ist es soweit, Immmr ist startklar und wird bald auf die Nutzer losgelassen. Entwickelt wurde der Telekom-Messenger in Berlin. In Kürze soll mit Immmr zunächst einmal der Markt in der Slowakei erobert werden. Wird die Zusammenarbeit mit Slovak Telekom erfolgreich sein, soll als nächstes der kroatische Markt in Angriff genommen werden. Der Termin für den deutschlandweiten Start ist noch nicht bekannt.

Mit Immmr sollen Nutzer die Möglichkeit haben, zu telefonieren, Nachrichten zu versenden und Videogespräche zu führen – und das per Smartphone, Tablet und PC. Eine Besonderheit in diesem Zusammenhang stellt die Tatsache dar, dass die Kommunikation über Immmr auch mit einem Nutzer möglich ist, der diesen Messenger gar nicht besitzt. Auch können alle Kommunikationswege genutzt werden, selbst wenn der Immmr-Nutzer nicht über das eigene Gerät auf den Messenger zugreift. Das klingt schon mal gut, zwingen die anderen Messenger wie WhatsApp ja die Nutzer in die betreffenden Gruppen.

Mobilfunknummern losgelöst von Devices

Immmr soll durch diese Funktionsweise die Mobilfunknummern virtualisieren – d.h. diese nicht mehr von einem bestimmten Gerät oder einer SIM-Karte abhängig machen. Hierzu hat Claudia Nemat eine weitere Aussage parat: ein „unabhängiger, offener Kommunikationsdienst für Sprache, Messaging und Videotelefonie“ soll Immmr sein.

Will sich der Nutzer bei Immmr registrieren, meldet er sich mit der eigenen Mobilfunknummer an. Wer noch keine Mobilfunknummer hat, bekommt auf Wunsch einen Telekom-Tarif mit neuer Nummer. Ist der Benutzer angemeldet, kann er die Mobilfunknummer überall mittels gesichertem Weblink nutzen. So entfällt die Geräteabhängigkeit werden und die Kommunikation mit Nicht-Immmr-Nutzern wird auf diese Weise ermöglicht.

Kosten für Immmr Nutzer

Auch wenn die Kommunikation unabhängig davon ist, ob der Kommunikationspartner den Telekom-Messenger besitzt, so heißt es nicht automatisch, dass das Kommunizieren auch kostenlos ist. Hierfür hat der Telekom-Vorstand ebenfalls die passende Idee. So seien „günstige Telefontarife zu Rufnummern weltweit“ denkbar. Auch sollen in einigen Ländern Angebote für Telekom-Kunden entwickelt werden, bei denen “Immmr in ausgewählten Mobilfunktarifen integriert sein wird“. Dieses Konzept hat bereits bei den Handytarifen Schule gemacht. Kunden der Telekom erhalten angepasste und perfekt auf die Bedürfnisse abgestimmte Tarife wenn sie ein LTE Handy günstig kaufen oder einen Vertrag abschließen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich dies auch auf Immmr anwenden lässt.

Die Zukunft des Messengers steht in den Sternen


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Es wird schnell klar: Immmr steckt noch immer in Kinderschuhen. Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Testphase und es ist nicht klar, ob es der Dienst überhaupt bis nach Deutschland schafft, geschweige denn die ganze Welt erobert. Inwieweit Immmr tatsächlich eine Konkurrenz für WhatsApp darstellen kann, bleibt zweifelhaft. Bei Statista lassen sich Daten zur WhatsApp-Nutzung abrufen (Link leider nur für Premium-Abonnenten). WhatsApp hatte im März 2013 in Deutschland eine Nutzerbasis von 13,7 Millionen. Im Januar 2015 nutzten weltweit rund 700 Millionen Menschen WhatsApp. Seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook wird der Messenger gepusht – auch wenn das Gespann WhatsApp-Facebook im Fokus der deutschen Datenschützer ist. Trotzdem wird deutlich, dass die Telekom noch einiges zu tun hat.

Die Idee eines Telekom-Messengers, der von einem Gerät entkoppelt ist und nichts mit Facebook, Skype oder Google zu tun hat, klingt als solche für mich erst einmal gut. Aber ob sie auch in der Realität funktioniert und bei Kunden Anklang findet, wird nur die Zeit zeigen können. Die Telekom ist zumindest schon mal sehr optimistisch. Und was haltet ihr von Immmr und dem Optimismus der Telekom?


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3 Antworten zu Wird Immmr der neue WhatsApp-Killer?


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  2. ein-leser sagt:

    Es gibt genug Messenger und wenn dieser nicht mindestens komplett OpenSource ist, beste Verschlüsselung anbietet und für die User – statt auf Datenklau – entwickelt ist, dann kann es nix werden.

    Schon bei dem Messenger Kosten Absatz braucht man garnicht weiterlesen.

  3. Tim sagt:

    “Hierfür hat der Telekom-Vorstand ebenfalls die passende Idee. So seien „günstige Telefontarife zu Rufnummern weltweit“ denkbar. Auch sollen in einigen Ländern Angebote für Telekom-Kunden entwickelt werden, bei denen „Immmr in ausgewählten Mobilfunktarifen integriert sein wird “.”

    Ja eben… die “passenden Ideen” grade dieses Vorstandes sind das Problem.

    Warum sollten Nutzer von WhatsApp, oder von irgendeinem anderen Dienst, plötzlich bezahlen wollen? Selbst bei Skype ist mir niemand bekannt, der dort das bezahlangebot nutzt…

    WhatsApp Killer?
    Wohl kaum… aber noch ist das “Wunder” ja nicht bekannt. Wer weiß.
    Riecht aber für mich eher nach Skype Konkurrenz bzw einer Zusammenarbeit mit Microsoft. Da war doch was?

    …ja, riecht doch stark nach simpler Zusammenarbeit. Ob nun Skype oder Immmr draufsteht, klingt doch eher nach Skype, als WhatApp…

    • Also, ich gestehe, ich habe Skype-Guthaben. Sollte bei meinem Klinikaufenthalt vor einem Jahr für Anrufe auf normale Telefonanschlüsse herhalten. Wurde auch einige Male genutzt – aber momentan ist das Guthaben von MS eingefroren, weil ich Skype weder kostenlos noch kostenpflichtig nutze. Kann es aber jederzeit mit ein paar Mausklicks wieder aktivieren.

      Zum Rest: Man muss abwarten, was “immmr” dabei raus kommt ;-)

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