Googles Probleme: Fake-News und Chrome-Erweiterungen als Werbeschleudern

Google hat ein leichtes bis mittelschweres Problem: Im Rahmen der US-Präsidentschaftswahl hat sich gezeigt, dass Fake-News eine riesige Verbreitung finden und die Urheber dann auch noch mit Werbung Geld verdienen. Zudem mutieren beliebte Chrome-Erweiterungen immer wieder zur “Werbeschleuder”.


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Geld verdienen mit Fake-News soll gestoppt werden

Das Thema “Fake-News” hat ja mit dem US-Wahlkampf kräftig an Fahrt aufgenommen. Speziell Facebook hat eine unrühmliche Rolle mit gefälschten Meldungen aufgenommen. Auch wenn Marc Zuckerberg sich beeilte, zu versichern, dass die Fake-Meldungen die Wahl nicht beeinflusst hätten, gab es wohl intern in Facebook-Teams Kritik. Es gibt wohl ein inoffiziellen Facebook-Team, welches die Rolle des sozialen Netzwerks im US-Wahlkampf klären soll, wenn ich diesen BuzzFeed-Artikel richtig interpretiere.

Und Google sitzt gleich mit im Boot. Denn die Leute, die die Fake-Meldungen absetzten, haben Google Werbung eingebunden und kräftig an Werbeeinnahmen verdient. Es gab Hinweise, dass Jugendliche aus Mazedonien verschiedene Webseiten aufsetzten, um Falschmeldungen zum US-Wahlkampf zu verbreiten. Die Websites waren extrem erfolgreich und haben über Werbeeinblendungen wohl viel Geld eingespielt. Sowohl Business Insider als auch die New York Time widmen sich dieser Thematik und berichten, dass Google und Facebook den Kampf gegen solche Fake-News aufnehmen und die Werbeeinnahmen austrocknen wollen. Bei heise.de lässt einiges in diesem deutschsprachigen Beitrag zum Sachstand nachlesen.

Chrome Browser-Extensions als Werbeschleuder

Browser-Add-Ons sind populär – aber spätestens seit dem Web of Trust-Desaster (siehe WoT: Oh, sorry, wir haben eure Daten unabsichtlich verkauft) sollte jeder Benutzer seine Browser-Erweiterungen auf den Prüfstand gestellt haben. Hier laufen genau Null Extensions in meinen Browsern.

Und nun habe ich erneut schlechte Nachrichten für Fans von Chrome-Erweiterungen. Chris White, ein Webentwickler aus Edinburgh, weist in seinem Blog-Beitrag darauf hin, dass einige populäre Chrome-Erweiterungen Adware enthalten und Werbeeinblendungen anzeigen. Ihm waren plötzlich Werbeanzeigen im Browser aufgefallen, auf die er sich keinen Reim machen konnte. In diesem reddit.com-Thread wurde er partiell fündig und kam nach längerer Recherche zum Schluss, dass die Werbung von Chrome-Extensions kommt.

(Quelle: Chris White)

Nachdem er die Extensions (wie in obigem Screenshot gezeigt) rausgeworfen hatte, war Ruhe mit den Werbeanzeigen. Neben Live HTTP Headers, Inject jQuery, W3School Hider gibt er noch HTTP Headers als betroffene Extensions an. Bei Interesse lässt sich das Ganze in deutsch bei heise.de nachlesen.

Hier hatte ich kürzlich einen Fall, dass mir im Google Chrome portable alle paar Tage eine “Jährliche Besucherumfrage” als neuer Tab eingeblendet wurde (Verweis auf die mittlerweile gesperrte Seite rewards-dot-2709-dot-ws – die Site wurde laut whois über GoDaddy.com für diesen Zweck registriert). Meine erste Vermutung war, dass ich mir durch irgend eine Browsererweiterung was eingefangen hatte – obwohl ich wissentlich nichts installiert hatte. Dieser Beitrag befasst sich mit einem ähnlichen Thema. Die Überprüfung der Chrome-Erweiterungen mittels chrome://extensions ergab, dass keine Erweiterung vorhanden war, also auch nichts heimlich installiert worden war. Auch die Prüfung mit dem Chrome Software Cleaner ergab keinen Hinweis auf Adware. Die Systemsteuerung (Funktion Programme deinstallieren) sowie diverse Virenscanner lieferten nichts und auch mit AdwCleaner ließ sich nichts in Bezug auf per Software installierter Adware reißen – da war einfach nichts. Meine Vermutung, dass es möglicherweise mit der Chrome portable-Version zusammen hängen könnte, konnte ich nicht mehr verifizieren. Die Anzeigen erscheinen plötzlich nicht mehr. Möglicherweise wurde die Anzeige auch über Webseiten, die ich abgerufen habe, getriggert. Aber wie gesagt, ich kann nichts mehr testen, der Google Chrome portable bleibt bisher unauffällig. Momentan arbeite ich zudem bevorzugt mit der, kürzlich im Blog vorgestellten, portablen Version des Slim-Browsers.


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1 Antwort zu Googles Probleme: Fake-News und Chrome-Erweiterungen als Werbeschleudern


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  2. Dekre sagt:

    Das habe ich heute bei Heise auch gelesen und da viel mir was auf:
    Dort heißt es (bei heise.de):
    [Zitat Beginn]
    “…indem sie etwa JavaScript von der folgenden URL in die aufgerufenen Webseiten injizieren: s3.eu-central-1.amazonaws.com/forton/live_http_headers.js…”
    [Zitat Ende]

    Da bin ich nun stutzig geworden, denn Malwarebytes hat den Antiramsonware im Beta-Test und ich habe den installiert, dort gibt es ein Prozess der heißt: “MB3Service.exe” dieser braucht bei mir einmal ca. 1 GB RAM und schaufelt regelmäßig an die Internetadresse “s3.eu-central-1.amazonaws.com” eine nicht gerade geringe Menge permantent (!) rüber. Das kann man u.a. im Ressourcenmonitor nachvollziehen.

    Zur Klarstellung: Bei den fertigen Programmen Malwarebytes-Antimalware und Malwarebytes-Antiexploit gibt es das nicht. Ich muss mich um das Ganze mal in Ruhe kümmern, gegenwärtig etwas Zeitmangel.

    Das was die dort machen und deren Angebote kann an dann hier:
    https://aws.amazon.com/de/s3/
    nachlesen.

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