Google schießt sich mit Kontensperre selbst ins Knie

Google hat sich mal wieder mit einer einsamen Aktion, Benutzerkonten wegen Verstoßes gegen eine Geschäftsbedingung, selbst ziemlich ins Knie geschossen.


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Worum geht es?

Google bietet in den USA einen eigenen Mobilfunkdienst unter dem Namen Project Fi an (siehe auch). Spiegel Online berichtet in diesem Artikel, dass sich einige US-Nutzer neue Pixel-Smartphones über das Projekt Fi gekauft hätten, diese aber an einen Wiederverkäufer weiter gegeben haben. Spiegel Online führt aus, dass die Geräte direkt von Google an den Händler verschickt wurden (die Besteller hatten dessen Adresse als Lieferadresse angegeben).

Spiegel Online schreibt, dass man offenbar ein Steuerschlupfloch ausnutzen wollte, weil in New Hampshire keine Verkaufssteuern anfielen. Plötzlich stellten die Nutzer fest, dass Google alle ihre Benutzerkonten gesperrt hatte. Die Geschichte ist bei Dans Deals nachzulesen. Nachdem die Geschichte bei Associated Press öffentlich wurde und dann viral ging, scheint Google die Konten aber wieder freigeschaltet zu haben.

Ziemlich doof gelaufen …

Kristian Köhntopp weist in diesem Google+-Posting auf das tiefergehende Problem hin. Die über Google Fi ausgelieferten Geräte sind an die Google-Konten der Besteller gebunden. Also schaltet Google die Geräte automatisch für dieses Konto frei (Pre-Authorisierung). Wenn nun jemand Drittes die Geräte in die Finger bekommt, ist das Google-Konto kompromittiert (weil das Pixel ja auf das Konto zugreifen kann). Also sperrte Google die betreffenden Konten, um Schaden abzuwenden. Doof nur, dass damit keine Kommunikation mit den Betroffenen mehr möglich war – denn über das Konto wurde ja die Bestellung ausgeliefert und nach der Sperre kam der Betroffene nicht mehr an seine Konten.

Niemals auf einen Anbieter bauen

Und damit kommen wir zum Kernproblem: Durch die always on-Masche, die von US-Firmen wie Apple, Google, Microsoft etc. geritten wird, begibt sich der Anwender in eine fatale Abhängigkeit von diesen Konzernen. Schließen diese ein Benutzerkonto, kann dies existenzbedrohende Ausmaße annehmen, wie François Simond hier ausführt. Sein Ratschlag, niemals alle Eier in einen Korb legen, und sich nicht abhängig von Apple, Google & Co. machen. So gesehen, dürfte der Schuss für Google nach hinten los gegangen sein – obwohl die Amerikaner ein Kurzzeitgedächtnis wie eine Eintagsfliege zu haben scheinen.


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