Windows 10 1607 im Current Branch for Business (CBB)

Windows 10 Anniversary Update (Version 1607) ist seit gestern im Current Branch for Business (CBB) verfügbar. Das beeinflusst, welche Version in Unternehmen eingesetzt werden kann.


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Die Meldung findet sich im Microsoft-Blog-Beitrag Windows 10 1607 is now a Current Branch for Business (CBB) release vom 29.11.2016. Die Verteilung erfolgt über KB 3200970 (oder jedes andere Update für Windows 10, welches nach diesem Paket freigegeben wird). Das Update hebt Windows 10 auf die Build 14393.447.

Windows 10 Feature-Upgrades kommen nach 4 Monaten in den CBB

Für Microsoft bedeutet dies, dass Premium-Kunden, OEMs und Partner diese Version “validiert hätten”. Das Unternehmen ist wohl zuversichtlich, die fiesesten Bugs des Anniversary Update ausgemerzt zu haben. Auf die Wiedergabe der Lobeshymen aus dem Microsoft-Text verzichtet ich an dieser Stelle.

Traditionell wird die aktuelle Windows 10 Version vier Monate nach ihrem öffentlichen Release im Zweig Current Branch for Business (CBB) freigegeben. Windows 10 Anniversary Update wurde Anfang August 2016 freigegeben, aber in Wellen verteilt. Auf Konsumersystemen sollte das Update bis Anfang November 2016 eingetroffen werden.

Was bedeutet das für Firmen?

Für Firmen bedeutet dies, dass die Option Updates zurückstellen in der Einstellungen-App unter Windows 10 Pro und Windows 10 Enterprise die Installation der Version 1607 nicht mehr verhindert. Lediglich Unternehmen, die das Update über WSUS verteilen, sollten das Feature-Upgrade um weitere 8 Monate verzögern können. Ich hatte u.a. im Artikel Windows 10: 8 Monate Zeit zur Update-Installation in Firmen auf diesen Ansatz hingewiesen. Hier nochmals eine Übersicht über die einzelnen Zweige:

  • Current Branch (CB): Maschinen, die in diesem Zweig sind, bekommen, wie Endverbraucher, immer die neuesten Builds, die außerhalb des Insider Preview-Programms freigegeben werden. Unternehmen sollen diesen Zweig zur Evaluierung neuer Windows-Versionen verwenden.
  • Current Branch for Business (CBB): Hier werden Updates auf neuere Windows 10-Versionen so lange zurückgehalten, bis Microsoft diese für einen breiten Einsatz als “reif” erachtet. Dies ist der oben aufgeführte 4-Monats-Zeitraum.
  • Long-Term Servicing Branch (LTSB): Dieser Zweig wird für unternehmenskritische Einsätze angeboten, und dort werden keine Updates ausgerollt. Die Unternehmen müssen selbst auf neuere LTSB-Versionen aktualisieren.

Die meisten Kunden brauchen übrigens nichts zu machen, um das Feature-Upgrade zu bekommen. Sobald das letzte kumulative Update installiert ist, wird Windows 10 per Feature-Upgrade innerhalb der kommenden Wochen auf das Anniversary Update gehoben. Wer die neue Build als Installationsmedium benötigt, wird dieses “bald” bekommen. Microsoft plant, aktualisierte Medien im Volume Licensing Service Center sowie ab Januar 2017 per Windows Server Update Services (WSUS) bereitzustellen.

Nachtrag: Es gibt in den Kommentaren noch den Hinweis, dass der Support für die RTM endet. Über die Kommentare bei Dr. Windows bin ich noch auf diesen Technet-Beitrag gestoßen.

In Windows 10 version 1511, Windows Update for Business can be used to defer feature updates for up to 8 months and quality updates for up to 4 weeks. Also, these deferment options were available only to clients in the CBB servicing branch. In Windows 10 version 1607 and later, Windows Update for Business can be used to defer feature updates for up to 180 days and quality updates for up to 30 days.

In Version 1607 hat man das Ganze also auf 6 Monate verkürzt. Und es gibt den folgenden Passus:

Microsoft will support two CBB builds at a time, plus a 60 day grace period. Each feature update release will be supported and updated for a minimum of 18 months.


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Wenn also Windows 10 Creators Update im März/April 2017 erscheint, wird es zwei weitere Monate Support für die RTM geben.

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8 Responses to Windows 10 1607 im Current Branch for Business (CBB)

  1. Torsten sagt:

    Damit endet im März der Support für Windows 10 RTM (1507) , da nur 2 CBB-Versionen supported werden: https://blogs.technet.microsoft.com/windowsitpro/2016/11/29/windows-10-1607-is-now-a-current-branch-for-business-cbb-release/#comment-24435

    Außgenommen ist die LTSB-Variante.

    • Ok, danke für die Ergänzung, das hatte ich nicht auf dem Radar. Wobei – genau genommen – die obige Aussage so auch nicht ganz stimmen kann. Die Windows 10 Enterprise LTSB RTM (1507) hat 10 Jahre Support – Sicherheits-Updates dürften dann also auch noch für für den ersten Windows 10 CBB rauskommen – oder sehe ich das falsch?

      Bleibt jedenfalls spannend, zu verfolgen, was Microsoft da zurecht schnitzt. Einfacher wird das für Administratoren und Supporter nicht – zumindest mein Eindruck.

      • JohnRipper sagt:

        Genau ausgedrückt: im März der Support für Windows 10 Pro (1507) und Windows 10 Enterprise (1507).

        Windows 10 LTSB ist eine gesonderte Variante und hat eine abweichende Supportdauer.

        Was mir noch nicht ganz klar ist, wie das Zeug über WSUS verteilt wird. Die bisherigen Updates auf 1607 habe ich ja abgelehnt.

        • Torsten sagt:

          Beim Patchen mit WSUS sind die Begriffe CB und CBB uninteressant, weil man selbst die Kontrolle über die Updatefreigabe hat.
          Wenn man auf eine neues Verison upgraden will, muss man nur das entsprechende Upgrade freigeben.

          • JohnRipper sagt:

            Ja schon klar. Ich musste nur den englischen Blogeintrag nochmal lesen un zu verstehen was sie im Januar 2017 im WSUS einstellen.
            Quasi eine Version auf dem letzten Patchsstand.

            Entweder als Revision oder als ersetzendes Update für die das bishere Feature Upgrate.

            Im Feb/März kann man dann mal überlegen ob man auf 1607 geht — hab Angst :/

      • OlliD@IRQ8 sagt:

        Wenn man bei der Windows 10 RTM (Build 10240) bleibt (mit welchen technischen Möglichkeiten auch immer) kann man diese mit (ganz) hoher Wahrscheinlichkeit per Microsoft Update-Katalog auch bis zu 10 Jahren mit Sicherheits-Updates versorgen.

  2. Jo es wird sehr unterschiedlich verteilt, ne Welle ist ja auch nicht immer gleich hoch oder lang.
    Hatte neulich auf zwei Laptops die Windows 10 LTSB v1511 bei dem einen kam das Upgrade auf die v1607 sofort beim zweiten 2 Tage später, irgendwie eine sehr seltsame Verteilungsmethode bei ich noch nicht ganz durchsteige welche Abhängigkeiten es gibt.

    • JohnRipper sagt:

      Jope das ist leicht nervig, weil jeder Client selbst entscheidet.

      Auch am WSUS fragen nicht alle gleichzeitig, was blöd ist wenn man in einem geößeren Umfeld das Zeug mehr oder weniger parallel ausrollen will.

      Wenn man dann noch eine Mischumgebung mit Volumen und Einzelhandelslizenzen hat, dann ist ganz vorbei.

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