Samsung will Galaxy Note 7-Ladung in GB auf 30% begrenzen

Wegen der Akku-Brandgefahr hat Samsung das Galaxy Note 7 ja weltweit aus dem Markt genommen und die Geräte zurückgerufen. Leider “kleben” einige Käufer an dem Teil und haben es noch nicht zurückgegeben. Daher sinnt Samsung, wie man der Rückgabe Nachdruck verleihen könnte. Heute die neueste Volte.


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Die Ursache für die Akku-Brände hatte ich im Blog-Beitrag Samsung Galaxy Note 7-Debakel durch aggressives Design benannt – Samsung hat wohl zu viel gewollt. Und die Geschichte zum Rückruf ist in den nachfolgende verlinkten Beiträgen zu verfolgen.

Um die Nutzer der noch nicht zurückgegebenen Geräte unter Druck zu setzen, hat Samsung bereits ein Software-Update für den Akku-Ladevorgang ausgerollt, welches diesen auf ca. 60% der Kapazität begrenzt. Und Samsung kappt den Internetzugang über Mobilfunkprovider (siehe Samsung kappt Galaxy Note 7 in Australien das Netz).

Vorige Woche gab es dann die Meldung, dass Samsung über Mobilfunkprovider den Mobilzugang per Update kappen wolle. Ich hatte die verwirrenden Nachrichten, Samsung plant ein Update, US-Provider Verizon sagt, dass man das Update nicht verteilen werde, im Blog-Beitrag Samsung Galaxy Note 7: Verwirrung um “Abschalt”-Update thematisiert. Nachvollziehbare Begründung von Verizon – man werde Besitzer eines Galaxy Note 7 nicht von der Möglichkeit, Notrufe abzusetzen oder kurz der Familie per Anruf Bescheid zu geben, durch so ein Update abschneiden.

Akku-Ladung weiter begrenzen

Nun gibt es eine neue Volte in der unendlichen Geschichte (für die man als Blogger dankbar sein kann, gibt immer was zu berichten). Wie macht man ein Gerät unbrauchbar, ohne das Teil für den Kunden direkt zu bricken?

In Großbritannien plant Samsung ein Software-Update des Galaxy Note 7, welches das Laden des Akkus auf 30 % begrenzt. Hier die Ankündigung von Samsung UK vom 9. Dezember 2016.

Update, 9th December

On October 10 we took the decision to stop sales and shipments of Galaxy Note7 devices as part of our commitment to customer safety.

We have asked everyone with a Galaxy Note7 to back up your data (click here for details of how) and switch off your device.
Once you have done that please replace your device following the steps below.

We are truly sorry that we have not met the high standard that you expect from Samsung.
We thank you for your patience during this time, and apologise for the inconvenience we have caused.

We would like to reassure you and all our Samsung customers that the Galaxy Note7 is the only device affected.

Battery Software Update

As part of our absolute focus on customer safety, from 15th December, all Galaxy Note7 devices will receive a new battery software update that will limit the maximum charging capacity to 30 percent. This software update is designed to further minimise customer risk and reinforce to customers to replace their device through the Galaxy Note7 Replacement Programme as soon as possible.

Ich finde das eigentlich einen cleveren Schachzug von Samsung (im Gegensatz zum Abschalten des Mobilfunkzugangs). Denn damit schlägt man gleich drei Fliegen mit einer Klatsche:

  • Kein Kunde muss befürchten, dass er plötzlich (z.B. in Notfällen) mit seinem herumliegenden Galaxy Note 7 nicht mehr telefonieren kann.
  • Die Brandgefahr des Akkus wird durch den noch geringeren Ladezustand weiter reduziert. Selbst wenn es zu einem Kurzschluss kommt, ist die verbliebene Restenergie im Akku recht gering und möglicherweise kommt es zu weniger Schäden.
  • Der Kunde stellt genervt fest, dass das Galaxy Note 7 im regulären Betrieb nicht mehr zu gebrauchen ist – das Akku ist ja sofort leer.

Es könnte also sein, dass diese Maßnahme die hartnäckigen “ich will mein Samsung Galaxy Note 7 behalten”-Woller doch noch dazu bringt, das Smartphone zurück zu geben (der Kaufpreis wird ja erstattet). Weitere Infos finden sich im englischsprachigen Beitrag von Android Central.


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5 Responses to Samsung will Galaxy Note 7-Ladung in GB auf 30% begrenzen

  1. Tim sagt:

    Ja macht schon Sinn, die Besitzer der Geräte dazu zu bewegen, diese noch häufiger zu laden… War nicht genau dieser Vorgang das Problem?

    Wenn die Besitzer der Geräte diese nicht umtauschen wollen, obwohl es ja nun wirklich jeder mitbekommen haben muss, übernehmen diese auch die Verantwortung.

    Ich finde es mittlerweile schon fast bedenklich, das Samsung in den verschiedenen Ländern so handeln kann und praktisch Aufgaben von Gesetzeshütern übernimmt.
    Wenns so kritisch sein soll, wäre eigentlich doch der Gesetzgeber in der Pflicht…

  2. Ralph sagt:

    Ich kann jeden verstehen, der sein Note 7 nicht wieder zurückgeben will. Auf der anderen Seite verstehe ich Samsung nicht. Die Ursache für das Problem ist doch klar. Wieso also konzipiert man nicht einen Akku, der durch seine Abmessungen mehr Platz hat, um sich entsprechend ausdehnen zu können, verbaut den im Note 7 und tauscht die Geräte dann aus?
    Nebenbei, Günter: Ein Kurzschluss ist ein Kurzschluss. Auch ein nur zu einem Drittel geladener Akku reicht, um Brände zu verursachen.

    Tim: Ich wüsste nicht, dass die Verantwortung eines Herstellers in Bezug auf seine Produkte auch nur irgendwas mit dem Gesetzgeber gleich welchen Landes zu tun hätte. Und der Gesetzeshüter, der mir mein Eigentum wegnehmen will, weil ich es nicht freiwillig zum Hersteller schicke, der soll das mal ohne Beschlagnahmebeschluss auf Antrag des Herstellers tun, wenn er beide Hände verlieren will.

    • Kurzschluss ist das Eine, die verfügbare Energiemenge das andere. Wenn da maximal 30 % Restladung drin ist, kann es sein, dass die freisetzbare Energie zwar für Überhitzung sorgt, aber keine Explosion verursacht. Allerdings gestehe ich, dass mir keine genauen Daten vorliegen, die das belegen.

    • Tim sagt:

      “Ich wüsste nicht, dass die Verantwortung eines Herstellers in Bezug auf seine Produkte auch nur irgendwas mit dem Gesetzgeber gleich welchen Landes zu tun hätte.”

      Medikamente, Dünger und Co, Autos, Elektronik, Spielzeug usw.

      Denk nochmal drüber nach und wozu es Zulassungsgeschichten innerhalb der Länder wohl so gibt…

      Wenn von einem Produkt eine Gefährdung ausgeht, ist der Gesetzgeber in der Pflicht. Nicht unbedingt der Produzent.

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  4. anthropos sagt:

    Der Ego-Trip setzt sich eben bei Vielen verstärkt durch: koste es, was es wolle, wenn man das schicke Teil haben will, dann dürfen Leib und Habe Anderer durchaus in Gefahr dafür schweben.

    Der Staat muss die Freiheit der Einen beschützen gegen die Freiheit der Anderen, denn die Anderen dürfen durch Ihre Lebensweise die Einen nicht gefährden.

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