Kann Gaming-Hardware die PC-Industrie retten?

Wie kann sich die PC-Industrie dem Abwärtsstrudel der schwindenden PC-Absätze entziehen? Kann Gaming-Hardware als rettender Strohhalm dienen, oder ist das eine falsche Hoffnung?


Anzeige

Der PC-Markt leidet seit vielen Jahren unter Schwindsucht, auch wenn einige Protagonisten das nicht wahr haben wollen. Die Marktforscher von Gartner haben für 2016 einen Rückgang um 6,2% ausgerechnet. Da interpretiert man den Umstand, dass der Rückgang im 4. Quartal 2016 nur bei 3,7% lag, bereits als Hoffnungsschimmer.

Aber Fakt ist, in diesem Bereich ändert sich der Markt fundamental. Konsumenten kaufen keinen PC mehr, sondern holen sich ein Phablet oder ein Tablet, um zu Surfen zu Mailen oder Medien zu konsumieren. Microsofts Markt für Windows 10 ist also am erodieren. Für 2017 sehen die Analysten von Gartner keine Änderung oder Erholung des PC-Markts. Zitat: "Der weltweite Markt für Endgeräte stagniert. Die Verkaufszahlen für Mobiltelefone steigen nur in den aufstrebenden Asia/Pazifik-Märkten und der PC-Markt erreichte unlängst den Tiefpunkt seines Rückgangs!.

Kann der Gaming-Markt die Branche retten? Laut Jon Peddie Research erreichte der Umsatz im PC Gaming-Bereich in 2016 den Wert von 30 Milliarden US $. 13 Milliarden $ wurden im High-End-Markt für Spiele gemacht (43 % des Gesamtmarkts für Spiele-Hardware). 10,6 Milliarden (35%) gehen in den mittleren Preisbereich und 6,6 Milliarden (22 %) entfallen auf den unteren Preisbereich im Gaming-Hardware-Markt. In Asien ist das Wachstum am höchsten, aber Europa und Nord Amerika führt in den High-Ende-Hardware-Umsätzen.

Kein Wunder, dass die Branche auf die Gamer als Käufergruppe schielt. Die PC-Hersteller versuchen Gamer durch neue Produkte im PC-Bereich als Käufer zu gewinnen. MSPowerUser hat sich des Themas in diesem Artikel angenommen. Es könnte also sein, dass Microsoft mit Windows 10 Creators Update und dessen Neuerungen (Game Modus etc.) da in einen offenen Markt vorstößt.


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Dieser Beitrag wurde unter Geräte abgelegt und mit Geräte, Spiele, Umsatz verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Kann Gaming-Hardware die PC-Industrie retten?

  1. Nils sagt:

    Wenn überhaupt, kann der Gaming Markt die Verluste ausgleichen. einen Trend nach oben sehe ich nicht.

    Klar, die Gaming Leute brauchen immer das neuste und mehr Leistung. Aber gleichzeitig sinkt der Absatz in den anderen Bereich eben rasant. Das liegt aber aus meiner Sicht nicht nur an den Tablets oder anderen mobilen Geräten, sondern einfach an der Tatsache, dass die Leistungssprünge bei der Hardware nicht mehr so groß sind wie früher und damit auch die Notwendigkeit für einen Wechsel bei nicht Gamern nicht mehr in dem Maß vorhanden ist.

    Wenn du dir vor 10 der 15 Jahren nach einem Jahr einen neuen Rechner gekauft hast, dann war der gefühlt doppelt so schnell. Wenn du dir heute nach einem Jahr einen neuen Rechner kaufst, dann ist da gefühlt so gut wie kein Leistungsunterschied.

    Mit anderen Worten…. der Otto-Normalanwender behält seinen Rechner deutlich länger und das macht eben zusammen mit Tablet usw. dem PC Markt zu schaffen.

  2. Das sehe ich ganz genauso, schau dir doch bloß mal die Leistungssprünge bei den Grafikkarten an, GTX 770, GTX 970 und GTX 1070 da braucht man nicht jedes Jahr eine Neue Grafikkarte zu kaufen sondern eher alle 2 – 3 Jahre.
    Setzt man gleich auch auf einen guten i7 Prozessor kann man sich das auch Sparen jedes Jahr einen neuen Prozessor zu kaufen.

  3. janil sagt:

    Die Spieler vielleicht nicht in erster Linie. Es sind zu wenige, obwohl es gefühlt immer mehr werden…. Aber die kommenden KI's brauchen Leistung und die werden wohl einiges rausreißen. Denn da, wo nicht alles in der Cloud oder auf einem Online-Server verarbeitet werden kann, muss es stationär geschehen. Soll heißen, gibt halt zu wenig schnelle Glasfaserleitungen, um das zu gewährleisten. Also müssen leistungsfähige, stationäre Systeme her, um die KI's auch zügig arbeiten zu lassen. Außerdem werden TV, Internet, Telefon in kürzester Zeit verschmelzen, siehe Foliendisplays oder neuste TV-Modelle.
    Naja, warten wir es ab. Ist eben alles Kaffeesatzleserei.

    Allen einen guten Start in die Woche!

    • Nils sagt:

      Die Frage ist, ob KI Systeme oder auch das 3D Zeug ein Massenmarkt werden.
      Ich glaube es eher nicht. Und damit gibt es auch dort keine großen Umsatz Sprünge.

  4. Patrick sagt:

    Ich glaube nicht das die Rechnung aufgehen wird, denn die Gamer kaufen sich ja bereits "regelmäßig" neue Hardware, wieviel mehr sollen sie kaufen so um ein Wachstum zu erreichen? Hinzu kommt, dass der PC Gamingtechnisch mittlerweile oft nur als Mitläufer gesehen wird. Spiele die nur für den PC gedacht sind und die seine Möglichkeiten ausreizen werden kaum Entwickelt, da sie immer auch für Konsolen erscheinen. Und die haben nunmal eine gleichbleibende Hardware bis zur nächsten Generation. Aber wer weiß, eventuell ist die Nachricht ja auch gut, da wieder mehr Innovativion einzug halten könnte. Man wird ja noch Träumen dürfen :)

  5. Tim sagt:

    Da die Spieleindustrie selbst, zusammen mit Microsoft, den technischen Fortschritt gebremst hat, (Konsolen und praktisch nur Portierungen auf dem PC) und man heute auch noch mit einem 10 Jahre alten PC spielen kann, funktioniert der Gedanke erst dann wieder, wenn Microsoft mit einem "neuen" Windows ganz neue Rahmenbedingungen schaffen würde und DX12 ist nun nicht der Schlüssel, sondern Fortsetzung der Bremse. Meinetwegen sollen die Hersteller auch mit Linux was ganz neues schaffen und mal ordentliche Treiber zusammenschrauben.
    Anstelle des App Mülls, gabe es dort auch die Möglichkeit neue Kundenkreise aufzubauen und Windows langsam zu beerdigen. MS zeigt ja eh keinen Elan mehr bei Windows und "überredet" nur noch zwangsweise.

    Zugegeben man spielt auf einem 10 Jahre alten PC manchmal eher schlecht als recht und manche Titel laufen auch gar nicht mehr, andere aber erstaunlich flüssig, das man sich fragt, warum man eigentlich den neuen stehen hat.
    Beispielsweise eine GTX 275 von NVidia war erst wirklich an ihrer Grenze als Spiele OpenGL 3.1 nutzten, Battlefields schaffte sie aber noch. Sowas wie der Early Access Titel Scrap Mechanic, auf Steam 2016 erschienen, bricht ihr aber das Genick, weil sie es einfach nicht kann…

    Da Apps und mobile Spiele jetzt so gepusht und erfolgreich werden, sehe ich für den klassischen Spielemarkt auch Einbrüche kommen, der sich selbst mit Early Access und Wiederholungen langsam ins aus schießt, weils es nicht mehr voran geht.
    Passieren tut nur noch etwas im Indie Bereich, wechselt dann zu Early Access und nach gewisser Zeit erfolgt ein Release, der aber keiner ist, weil die Entwicklung weiter geht. Kurze Zeit später erscheint dann ein DLC zum Vollpreis des ursprünglichen Titels… Ark, Terraria mit mittlerweile X Clones, Don't Starve und The Binding Of Isaac sind da noch die besten Beispiele, die trotzdem Spaß machen.
    Titel wie Elite Dangerous/ Horizons einer der schlechtesten Auswüchse… Bohemias Arma III sorgte dafür das mit jedem DLC für Waffen und Fahrzeuge Leute ohne den DLC nicht mehr auf Server spielen konnten… Der DLC. Bei Elite landen die einen auf Planeten und haben weitere Vorteile und die ursprünglichen Unterstützer und Erstkäufer wurden eiskalt verarscht…

    Warum sollte man sich diese Scheiße weiter antun? Ein World of Tanks läuft überall seit Jahren ohne komische Aktionen und die freuen sich, wenn ein Kunde mal 50 Euro für nen Panzer ausgibt…
    Bzw, der Spielemarkt wird in Zukunft halt einfach aus dem Kram bestehen, Microtransaktionen und DLC Verkäufe, allways Online und mobil verträglich. Das musste so kommen. Wozu braucht man da denn auch noch einen leistungsstarken PC, wenns ein ChinaKracherPhoneTablet auch packt?

    VR und Co sind genau die Strohhalme, die in solcher Zeit gegriffen werden und auch wenn es interessant klingt… solange Kabel, Schwindel und Riesenbrillenkonstrukte benötigt werden und problematisch sind, ist das nix für die Masse.
    Wer das toll findet und gekauft hat, wird vermutlich bald feststellen, mit Zitronen gehandelt zu haben, weil er als Kunde einfach fallen gelassen wird.

    Viel der verkauften PC Hardware in den letzten Jahren, war kein wirklich großer Sprung, oder gewinn. In Punkten von Benchmarks vielleicht, aber praktisch?
    Sogar die Notebooks haben in breiter Masse mittlerweile die gleiche Leistung, wie ein PC, wenns um Spieleunterhaltung geht. Das hatten wir noch nie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.