Windows 10 Intune for Education als Chromebook-Killer?

Noch ein kleiner Nachtrag zu einem Thema, welches hierzulande noch wenig Relevanz hat, aber schön als Reibfläche dienen kann. Microsoft hat gerade sein Programm “Windows 10 Intune for Education” vorgestellt, welches den Google Chromebooks im Bildungsbereich Paroli bieten soll.


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Googles Chromebooks werden als Cloud-ready mit Chrome OS ausgeliefert und auch über die Cloud aktuell gehalten. Der Support für ein Modell geht zwar nur über 5 Jahre, aber das Konzept der Geräte hat im US-Bildungsbereich ziemlich eingeschlagen. Microsoft schwimmen im wahrsten Sinne des Wortes “die Felle weg”. Chromebooks sind günstig, einfach in der Administration und leisten das, was die Kids in der Schule benötigen.

Windows 10 Intune for Education

Gestern (24.1.2017) hat Microsoft in diesem Blog-Beitrag nun Windows 10 Intune for Education vorgestellt. OEMs (HP, Acer, Lenovo, JP.IK etc.) sollen günstige Windows 10-PCs für den Bildungsbereich anbieten. Hier findet sich ein Artikel zum JP.IK für Entwicklungsländer, der in diese Kategorie fällt (4 GB RAM, 128 GByte SSD). Dort fehlt noch ein Preis – bei Microsoft gibt man für die Geräte aber mal eine Hausnummer von 189 US $ an. Ausgestattet mit Touch, Windows Ink, abgestimmt auf den Einsatz im Klassenzimmer und als Gegenentwurf zu Googles Chromebooks.

Und Microsoft stellt dann Intune for Education bereit. Dieses soll die Installation und Verwaltung der Windows 10 Geräte vereinfachen. System- und Sicherheitseinstellungen können zentral verwaltet werden, Software wird ebenfalls zentral verteilt. Die Anmeldung erfolgt über ein Office 365-Konto – und es soll sich spezielle Schulsoftware nutzen lassen. Zudem kann man Android- und iOS-Geräte in Intune for Education einbinden.

Intune for Education soll in den kommenden Wochen als Preview erscheinen und dann im Frühjahr allgemein verfügbar sein. Lizenzkosten pro Gerät $ 30 über Volumenlizenzvertrag (ist wohl als Einmalzahlung” pro Gerät zu sehen – hoffe nicht, dass es pro Jahr ist) . Die Windows 10-Lizenz selbst dürfte bei den Geräten gratis sein.

Meine 2 Cents

Der US-Markt ist etwas anders gestrickt, für Deutschland sehe ich da noch wenig Marktpotential. Ob die neuen Geräte mit Intune for Education wirklich Chromebooks paroli bieten können, wird man abwarten müssen.Die Verwaltungslösung Intune ist ja ok, aber mit Windows 10 habe ich so meine Probleme. Der Fußabdruck von Chrome OS ist einfach schlanker als das, was das fette Windows 10 auf die Wage bringt. Und gerade ist man ja dabei, das Tier mit dem Creators Update noch weiter zu mästen. Das Abspecken der Hardware führt – nach meinen Beobachtungen – nur zu Frust beim Nutzer. Mir steht gerade ein Bild vor Augen: Ein 120 Kilo-Mann möchte gerne in der 70 kg-Liga mithalten und will jetzt kleidermäßig abspecken, um leichter zu werden. Das wird nicht klappen – aber ich mag mich auch täuschen. Warten wir es ab, wie sich das Ganze entwickelt.

BTW: Interessant sind manchmal auch Rückblicke. Hier ein Beitrag (wohl aus 2015), wo billige Windows 10-Geräte die Chromebooks hinweg fegen werden. Und 2014 hatte ich einen Beitrag WPC 2014: Bombastisches Windows 9, billige Chromebook-Killer, wo die Chromebooks auch chancenlos schienen. Irgend etwas machen die bei Google wohl falsch Zwinkerndes Smiley. (via)


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5 Responses to Windows 10 Intune for Education als Chromebook-Killer?

  1. Holger K. sagt:

    Dass Windows 10 “bloated” ist, dürfte kein Wunder sein bei der eierlegenden Wollmilchsau und bei der Entwicklungshistorie von Windows NT 3.1 bis Windows 10. Das sind 25 Jahre, in denen sich ein Haufen Ballast angehäuft hat. Dass da die Chancen für einen Wettbewerb gegen einen Konkurrenten schlecht stehen, der wesentlich jünger ist und zudem noch deutlich skalierbarer, dürfte klar sein. Zusätzlich kommen dann noch die Windows 10-typischen Nachteile dazu.

    Ich stelle mir die Gesichter der Verantwortlichen in einer US-amerikanischen Schule vor, die Windows 10 den Vorzug gegeben haben, wenn nach einem der halbjährlichen Upgradetermine die ach so teure Lernsoftware nicht mehr funktioniert, weil niemand daran gedacht hat, das vorher über das Insiderprogramm abzuprüfen.

  2. Al CiD sagt:

    MS hätte vielleicht mit “Singularity” (https://www.microsoft.com/en-us/research/project/singularity/) weiter entwickeln sollen… oder Ähnliches.

    Die Versteifung auf Windows-Plattform ist MS zum Verhängnis geworden, MS hat es nur noch nicht gemerkt, bzw. will es nicht einsehen.

    Die Zukunft liegt im mobilen/kabellosen Bereich und im IoT/Mikrocomputer mit der Vernetzung zu einem Server (sei es lokal oder Internet)… und dafür ist Windows einfach zu … kaum zu gebrauchen und unflexibel.

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  4. Thürk Maschke sagt:

    “Und gerade ist man ja dabei, das Tier mit dem Creators Update noch weiter zu mästen.”

    Ha Ha^^

    Am Besten sie “stopfen”, wie in der Gänsemast:

    Bis das zickige “PatchMeMonster” donnernd detoniert ;-)

    Urknall aus Redmond :-)

    Neuer Anfang. Neues Glück!

    Hereinspaziert ins Zirkuszelt:

    Das beste Windows auf der Welt!

    “Windows Phoenix professional”

    “Aus der Asche unserer Fehler” ;-)

  5. Tim sagt:

    “Der US-Markt ist etwas anders gestrickt, für Deutschland sehe ich da noch wenig Marktpotential.”

    …ich stand gerade erst im Computerraum in der Schule meines Sohnes und konnte da, wie im Museum, allerlei tolles aus der Geschichte von Microsoft und der Hardware betrachten.
    2000 war aber leider nicht mehr dabei um mein Herz zu erwärmen… wohl aber sogar schon Windows 10.

    Lobend schallte es aus mir heraus, das es ja toll wäre, das Microsoft der Schule so viele Minecraft Lizenzen schenkte, bis ich die roten Köpfe sah…
    Hat wohl nen Schüler mitgebracht…

    Education 2017, oder lerne direkt an deiner Schule auf Lizenzrechte zu scheißen…

    Mir tun Lehrer echt leid, die mit dem Elektroschrott Unterreicht gestalten sollen und ich bin erstaunt, das die das in Eigenregie irgendwie am laufen halten.
    Da werden Klassen zusammengelegt, um Kosten zu sparen und das Thema Computer an Schulen ist nach Jahrzehnten noch immer so jämmerlich wie es schon am beginn gewesen ist.

    Solche Meldungen, wie hier von Microsoft verzerren irgendwie die Wirklichkeit, zumindest hierzulande. Als wäre etwas vorhanden, was es so gar nicht gibt.

    • Al CiD sagt:

      Das liegt aber am deutschen System, da wird lieber für teures Geld irgend welche Gutachten erhoben, dessen Ausgang im Vorfeld ersichtlich ist und wenn nicht, dann für noch teureres Geld “pressegerecht aufgearbeitet” wird, anstatt spätestens mit dem Steuereinnahmensüberschuss endlich mal etwas für die Zukunft der Nation zu machen, z.B. die Schulen sanieren (Asbest, Sanitäranlagen), durchgängig Internetzugang und entsprechende Ausstattung…

      Man darf sich von der Kanzlerin “Neuland” nicht einreden lassen, die Politik hat ihre “digitale Unfähigkeit und Unverständnis” schon des Öfteren gezeigt.

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