Windows 10: Build 15019: Edge-Probleme, Windows 10 Cloud, Treiber-Updates

Nachdem die Build 15019 der Windows 10 Insider Preview nun draußen ist, werden die ersten Details bekannt, was sonst noch neu ist, was weggefallen ist und wo es klemmt. So haben manche Nutzer Probleme mit Google Diensten in Edge, die Option zum Blocken von Treiber-Updates fehlt und es gibt “Spuren” zur neuen “Windows 10 Cloud”.


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Die Neuerungen zur Build 15019 der Windows 10 Insider Preview hatte ich ja grob im Beitrag Windows 10 Build 15019 Insider Preview für PC verfügbar vorgestellt. Gestern hatte ich erst einmal gut zu tun, diese Build überhaupt auf meine Testmaschine zu bekommen. Die Winkelzüge und Fixes sind im Beitrag Windows 10 Build 15019 Insider Preview: Installationsprobleme beschrieben. Nachdem die Build bei einigen Leuten und mir läuft, kann man den einen oder anderen Blick auf deren Funktionen werfen. Dabei offenbaren sich einige neue Erkenntnisse.

Noch klemmt es mit der Unified Update Platform (UUP)

Eine erste, vage, Erkenntnis ist, dass es offenbar noch heftig mit der Unified Update Platform (UUP) klemmt. Ich hatte im Blog-Beitrag Windows 10: Microsofts Update-Tuning-Pläne von diesem Feature berichtet. Kurz gefasst, ist UUP Microsofts Ansatz, der Versuch, das Ausrollen von Haupt-Updates (Feature Updates) nicht mehr monolithisch, sondern in differentiellen Blöcken vorzunehmen. Soll die Updategröße um 35% reduzieren.

In meinem Blog-Beitrag hatte ich geschrieben “Die letzte Insider Build bringt UUP bereits für Windows 10 Mobile, die Variante für den Desktop soll bald folgen.” Offenbar ist das jetzt bei der Build 15019 passiert, denn bei meiner Suche nach der Ursache für die Update-Blockade, wo der Vorgang bei “Initializing update” hängt, bin ich darauf gestoßen, dass Windows eine Reihe Dateien und Ordner unter SoftwareDistribution/Download während der Initialisierung anlegt.

Mir ging Freitag Nacht die Idee durch den Kopf, UUP mal versuchsweise über einen Registrierungseingriff abzuschalten. Dazu muss man den Registrierungsschlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\WindowsUpdate

aufsuchen und den DWORD 32-Bit-Wert SupportsUUP auf 0 setzen. Weiterhin ist im Schlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\
WindowsUpdate\Orchestrator


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der 32-Bit-DWORD-Wert EnableUUPScan auf 0 zu stellen. Sind die Werte nicht vorhanden, legt man sie entsprechend an. Dann sollte, spätestens nach einem Neustart UUP abgeschaltet sein. Sowohl die Kollegen von Deskmodder haben es hier als auch das Team von tenforums.com haben es hier beschrieben. Blog-Leser Alfie hat es gestern in diesem Kommentar bestätigt, das Deaktivieren von UUP kann helfen. Da wird Microsoft noch nachbessern müssen.

Im englischsprachigen Blog-Beitrag hat ein Benutzer einen Kommentar hinterlassen, in dem er vermutet, dass sich UUP mit der Update Delivery Optimization beißt.

Treiber-Update blocken wieder ausgebaut

Es ist jetzt kein wirklicher Beinbruch, aber erstaunt hat es mich schon. Die in den letzten Builds verfügbare Option, um Treiber-Updates per Windows Update zu blocken, ist wieder entfallen. Blog-Leser Janami25 hatte es hier angedeutet – und ich habe mal nachgesehen.

Einstellungen

Es ist in der Tat so, dass diese Option aus der Build 15019 entfernt wurde. Das Ganze ist aber noch arg Baustelle, da gab es in den vorherigen Build noch Probleme mit den Optionen, Updates im Current Branch for Business (CBB) zurückzustellen. Die Darstellung sprang auf meinen Testsystemen zwischen Updates aussetzen und den CBB-Optionen um. Wir werden abwarten müssen, ob das Feature bis zum Feature-Upgrade auf Version 1704 wieder rein kommt.

Ergänzung: Die Update von Treibern kann man ja individuell über einen Assistenten blocken (siehe Windows 10-Tipp: Updates blocken). Zudem könnte man folgende Zeilen in eine Reg-Datei eintragen.

Windows Registry Editor Version 5.00

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\DriverSearching]
"SearchOrderConfig"=dword:00000000

Wird diese per Doppelklick importiert, sollte die Suche nach Treiber-Updates unterbleiben (siehe).

Es klemmt bei Google-Diensten im Edge

Ich selbst nutze den Microsoft Edge-Browser auf meinen Testmaschinen nicht oder äußerst ungerne – es dauert ewig, bis ich was tun kann. Der Chrome Browser ist sofort arbeitsbereit.

Bei MSPowerUser.com lese ich hier, dass sich Nutzer von Insider Previews arg über den Edge-Browser beklagen, wenn es um die Nutzung von Google-Diensten wie GMail, YouTube etc. geht. Manche Benutzer können keine YouTube-Video abrufen, anderen kommen nicht an ihre Google-Daten. Microsoft untersucht das Thema – hier funktioniert es in der Build 15019, ist aber alles irre langsam.

Verweise auf die “Windows 10 Cloud” in Build 15019

Es ging die Tage bereits durchs Internet (ich habe es nicht gebracht), das Gerücht, dass Microsoft an einer Cloud-Shell für Windows 10 arbeite. Schaut euch den Beitrag Cloud Shell – Microsoft arbeitet an einem „modernen Look“ bei deskmodder.de oder den Beitrag von Martin Geuß bei Dr. Windows an.

Win10 Cloud
(Quelle: petri.com)

Jetzt haben Leute erste Verweise (in Keys) auf diese “Windows 10 Cloud”-Inhalte in der Build 15019 gefunden, wie Petri.net hier berichtet. Bei Dr. Windows hat Martin diesen Beitrag zum Thema publiziert. Aber nix genaues weiß man halt nicht.

Nachtrag: Ein paar Informationen zu “Windows 10 Cloud” finden sich zwischenzeitlich im Blog-Beitrag Windows 10 Cloud – Windows RT reloaded?. Die Kollegen bei deskmodder.de haben in diesem Beitrag diverse Änderungen der neuen Build dokumentiert.

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16 Antworten zu Windows 10: Build 15019: Edge-Probleme, Windows 10 Cloud, Treiber-Updates

  1. Janami25 sagt:

    Natürlich ist nichts “ein Beinbruch”…für viele wie einschliesslich meiner Person war das blocken der Treiber Updates aber essentiell. Ich benötige für meine Videobearbeitung und Transkodierung bestimmte Grafiktreiber, und nicht die, die Microsoft mir spendieren möchte. Von daher war diese Option für mich entscheidend, ob Ich überhaupt Windows 10 in Zukunft einsetzen sollte, oder nicht. Ausserdem möchte Ich bestimmen, welcher Treiber auf meinem System landet. Da wurde bei meinem HP Drucker der funktionelle bessere Druckertreiber auch mal durch einen propetiären von Microsoft ersetzt, dem viele Funktionen fehlten.

    Je näher man jetzt der Final kommt, und Funktionen wieder sperrt, desto wahrscheinlicher wird es, das es dabei bleibt. Und dann heisst es für mich “Adios” Window 10.

  2. Nils sagt:

    @Janami25: Ich frage mich ja ohnehin schon lange, warum sich so viele Anwender über Windows 10 aufregen, aber trotzdem nicht einfach zu irgend einem anderen Betriebssystem wechseln. Auswahl gibt es doch genügend….

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  4. Janami25 sagt:

    Ist doch ganz einfach zu verstehen… Fast sämtliche Software, die ich teuer gekauft gabe, läuft nur unter Windows. Und ich bin nicht bereit, darauf zu verzichten. Zumal es was die Videobearbeitung und Kodierung absolut mau aussieht, und nur Frickellösungen gibt, sobald man Linux einsetzen will. Kommerzielle Software gibts so gut wie gar nicht, und wenn dann mit weitaus weniger Funktionen.

    So ist das halt, wenn es nur einen Monopolisten gibt. Man macht sich abhängig. Aber solange es so ist, hat man durchaus das Recht, diverse Dinge fordern zu dürfen. Immerhin hat man jahrelang das Unternehmen unterstützt, und Microsoft hat nicht unwesentlich davon profitiert. Es ist also nicht nur recht, sondern auch billig auf kundenfreundliche Massnahmen zu pochen, und nicht jedem Blödsinn freien Lauf zu lassen.

    Wäre ja noch schöner, die “Friss oder Stirb” Mentalität. Dann können wir ja gleich die demokratischen Grundsätze ohne jegliche Diskussion abschaffen.

    • Nils sagt:

      Gibt auch noch Windows 7…. wobei sich da bei den Updates auch vieles in die falsche Richtung bewegt.

      • Janami25 sagt:

        Das ist ja das Problem. Ich habe trotzdem Windows 7 und 8.1 noch drauf. Aber zZ ohne Updates, aus besagten Gründen.

        • Winfried Sonntag sagt:

          Bei W7 und W8.1 kann ich sämtliche Updates noch abhaken bzw. deaktivieren. Läuft IMO genauso flüssig wie W10, wenn nicht sogar etwas flüssiger. Es gibt für dich eigentlich keinen Grund auf W10 umzusteigen.

    • Thürk Maschke sagt:

      “Kommerzielle Software gibts so gut wie gar nicht, und wenn dann mit weitaus weniger Funktionen.”

      Das wundert mich nicht, schließlich ist der Kunde das “Produkt” und nicht die Software.

      Mit Windows 8 begann die Konsum-Plattform:

      Modern Apps und Store dienen doch nur Microsofts Geschäftsinteressen.

      Musik- oder Video App sind nicht nur für den User Mittel zum Zweck;
      Erst recht für Microsoft:

      Durch sie gelangt der Kunde wie gewünscht, in den Musik Store.

      “Windows as a servie” treibt dieses Geschäftsmodell konsequent voran.

      “Marktkormer Grundsatz” schlägt “demokratischen Grundsatz”.

      Friss oder Stirb oder

      “Get up, stand up, stand up for your right”. :-)

  5. TorstenJ sagt:

    Es gibt bei Microsoft durchaus noch eine Alternative zu Windows 10: Windows 8.1! Warum? Windows 8.1 ist fertig entwickelt und läuft inzwischen absolut stabil, davon ist Windows 10 immer noch weit entfernt. Windows 8.1 ist unter der Haube funktionell immer noch relativ nah an Windows 7, wurde aber in vielen Details verbessert. Man hat (noch) die volle Kontrolle darüber, was man sich an Updates und Treibern installiert. Und gegen die Kacheln gibt es das Tool “Classic Shell”, das ein besseres Startmenü als Windows 7 selbst nachrüstet. Der Support für Windows 8.1 läuft noch bis 2023.

    Ich selbst habe meine drei PCs seit Ende Dezember 2015 nach und nach von Windows 7 auf 8.1 umgestellt und bin seit dem zufrieden damit. Dabei war Windows 8 bei seiner Veröffentlichung für mich ein absolutes NoGo wegen der für mich völlig vermurksten Kacheloberfläche. Dann kam Windows 10 heraus, ich hatte es vom ersten Tag an in einer VM zum Testen. Aber je mehr ich es mir angesehen hatte, desto weniger gefiel mir das Konzept. Und irgendwann fand ich Windows 8.1 im Vergleich dazu gar nicht mehr schlecht, so dass ich schließlich doch darauf gewechselt bin.

    • Thürk Maschke sagt:

      “Und irgendwann fand ich Windows 8.1 im Vergleich dazu gar nicht mehr schlecht, so dass ich schließlich doch darauf gewechselt bin.”

      Volle Zustimmung, Thorsten :-)

      Ich bin auch zufrieden mit Windows Blue.

      Mein Windows Acht-Rodeo dauerte ein paar Monate aber dann war der anfangs ungeliebte Gaul zugeritten.

      Inzwischen wiehert er mir freudig entgegen und scharrt ungeduldig “mit die Hufe” wenn ick ihn rufe ;-)

      Und erzogen wird Zart/Bitter:

      Zuckerbrot und Peitsche!

      Grüße :-)

  6. Mein Gott Leute das ist doch nur eine Insider Preview, ob das tatsächlich alles so kommt oder noch mal komplett über den Haufen geschmissen wird ist doch echt fraglich, ich mach mir darüber momentan noch keinerlei Gedanken darüber ob und was im April nun passieren mag mit dem Redstone 2 Upgrade, ich warte es einfach ab.

    Im übrigen habt ihr alle wahrscheinlich die Insider Preview Build 15019 online installiert was ja auch recht praktisch sein kann, wenn ihr die Preview aber Offline und mit einem Lokalem Konto installiert sehen die Möglichkeiten zum installieren anderer Treiber ganz anders aus.

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