Cortana und die Erinnerung an “E-Mail-Zusagen”

Microsoft hat mal wieder “Milch gegeben” und die neueste Wundertat von Cortana offen gelegt. Die Sprachassistentin kann nur auch an Zusagen, die in einer E-Mail gemacht wurden, erinnern. Zum Wochenabschluss meine “2 Senf”.


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Darum geht es konkret

Die in Windows 10 enthaltene Sprachassistentin Cortana kann ja auf Sprachbefehle reagieren und auch Termine verwalten und Erinnerungen im Benachrichtigungscenter anzeigen. Persönlich nervt mich das Ganze in der Testumgebung eigentlich nur noch (gut, kann man irgendwo deaktivieren).

In einem neuen Blog-Beitrag hat Microsoft stolz die nächste Neuerung verkündet. Cortana kann die Erinnerungen nun noch “intelligenter” handhaben, um zu verhindern, dass man zu Erledigendes oder Termine vergisst.

(Quelle: YouTube)

Laut Microsoft vergessen Nutzer ja häufig in E-Mails gemachte Zusagen oder Termine oder irgend welche Anliegen. Microsoft hat sich da Gedanken drum gemacht und Cortana so aufgerüstet, dass diese Funktion die E-Mails durchsuchen kann. In Zusammenarbeit mit Microsoft Research erkennt Cortana nun, wenn in der Mail Termine genannt werden. Die Informationen extrahiert die Sprachassistentin und trägt sie in die Erinnerungslisten ein.

Cortana reminds you of the important stuff – even when you forget to ask
(Quelle: Microsoft)

Dann werden Erinnerungen im Benachrichtigungscenter eingeblendet, die den Benutzer an die zu erledigenden Aufgaben oder Termine erinnern. Alles das soll Cortana im Hintergrund erledigen. Natürlich ist diese Funktion in den Eingeweiden von Windows 10 in den Cortana-Einstellungen konfigurierbar.

Die Funktionalität, die momentan nur in den USA verfügbar ist und in den kommenden Wochen auf Android sowie iOS ausgedehnt werden soll, wird von Blogs und Websites enthusiastisch gefeiert. Aktuell steht das Ganze nur für Outlook.com und für E-Mail-Adressen unter Office 365 (Work und School) zur Verfügung. Eine Ausdehnung auf andere E-Mail-Dienste ist geplant.

Merkt noch jemand was?


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Als ich die Nachricht las – und in deutschsprachigen Sites die Frage “wen sehe ich zum Aluhut greifen” las, konnte ich nur ungläubig stauen. Das muss jeder halten wie er meint, aber ich behaupte mal, ein Großteil der privaten Anwender ist mit dem beim Windows 10-Setup eingerichteten Outlook.com-Konto unterwegs und nutzt auch dessen E-Mail-Funktion. Selbst im “semiprofessionellen Bereich” nutzen die Leute solche E-Mail-Dienste. Der Hack der Demokratischen Partei war nur möglich, weil ein Strategie-Manager der Wahlkampagne einen GMail-Mail-Zugang nutzte. Wir haben uns vor Jahren über die NSA-Spionage aufgeregt und holen uns den Mitleser freiwillig ins Haus? Wer weiß, was da noch alles rausgezogen werden kann und wer Zugriff auf die Daten hat?

Klar, die Funktion zur Aktivierung von Cortana bzw. zur Aktivierung des E-Mail-Scans ist zu- oder abschaltbar, klappt zur Zeit nur in den USA und ist auf Outlook.com begrenzt. Alles halb so wild, und Warnungen vor diesem Feature sind Panikmache? Gelegentlich sollte man den Aluhut aufsetzen, schärft den Blick voraus. Es gilt: Wehret den Anfängen und schaut, wo die Reise hin geht.

Der normale Nutzer hat keine Ahnung, wie er das Zeugs deaktiviert oder konfiguriert! Er hofft, dass es irgendwie funktioniert. Und der gewieftere Anwender? Dürfte in Zukunft heillos überfordert sein, nach jedem Windows 10 Feature-Upgrade zu überprüfen, welche der Einstellungen noch wie gedacht funktionieren. Das Ganze läuft imho auf folgendes hinaus: Schlafmaske aufsetzen und blind mit einem Schlitten in Schussfahrt einen Berg runter fahren, in der Hoffnung, dass es schon gut geht.

Wenn Microsoft Windows 10 so angelegt hätte, dass ich Cortana in allen Versionen explizit über Features hinzufügen und dann aktivieren muss, und auch sonst im Handeln der letzten 10 Jahre eine solide Vertrauensbasis erarbeitet hätte, würde ich mir diesen Absatz hier ersparen. Aber aktuell sieht es so aus, dass Cortana nur auf Windows Enterprise (LTSB) mit Sicherheit in den kommenden Jahren außen vor bleibt. Bei allen anderen Windows 10 SKUs bin ich von den Winkelzügen Microsofts abhängig. Wenn ein Marketingstratege auf die Idee kommt “das ist cool für die Märkte a, b und c” und wenn die Technik das kann, wird das in irgend einem Feature-Upgrade ausgerollt. Klar, könnte die Funktion standardmäßig deaktiviert sein. Aber wie häufig haben wir bereits von Microsoft gehört “sorry, da ist uns ein Fehler passiert”?

Unter diesem Blickwinkel stelle ich mich auf den Standpunkt: Geht gar nicht – und Windows 10 kann keine Plattform für ernsthafte Geschäftsanwendungen sein. Es gilt der alte Werbespruch “Beton, es kommt darauf an, was man daraus macht”. Und was ich so sehe, gefällt mir gar nicht. Oder wie seht ihr das so?

BTW: Im Sinne dumme KI gibt es aktuell einen ganz lesenswerten Artikel bei heise.

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33 Antworten zu Cortana und die Erinnerung an “E-Mail-Zusagen”


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  2. Tim sagt:

    “Laut Microsoft vergessen Nutzer ja häufig in E-Mails gemachte Zusagen oder Termine oder irgend welche Anliegen.”

    Genau… und oft mit voller Absicht! ;)

    Hat mal wer getestet ob Cortana eigentlich auch im eingebauten Administrator Konto so Vorlaut sein darf? Der Edge wird dort ja auch aufgrund Sicherheitsbedenken von Haus aus verhindert.

    Sicherheit bedeutet heute offenbar ja mit einem nicht eingeschränkten Konto unterwegs zu sein… wenn ich die Edge Meldung richtig verstehe…

  3. Ralph sagt:

    “(gut, kann man irgendwo deaktivieren)”
    Ja. Einstellungen, System, Benachrichtigungen, rechts ganz runter scrollen. Da kann man dann nicht nur Cortana zum schweigen bringen.

    “Die Funktionalität, die momentan nur in den USA verfügbar ist und in den kommenden Wochen auf Android sowie iOS ausgedehnt werden soll,”
    Ich glaube Dir vieles, Günter, aber ich glaube Dir nicht, dass Cortanas Funktionen auf Android und iOS ausgeweitet werden sollen. Erst recht nicht durch Microsoft.

    Ansonstren hast Du meine Zustimmung. Schon allein der Vergleich mit dem Werbespruch trifft den Nagel auf den Kopf.

    • Tim sagt:

      “Ich glaube Dir vieles, Günter, aber ich glaube Dir nicht, dass Cortanas Funktionen auf Android und iOS ausgeweitet werden sollen. Erst recht nicht durch Microsoft.”

      Wer produziert denn dann diese Apps?

      https://itunes.apple.com/us/app/cortana/id1054501703?mt=8

      https://play.google.com/store/apps/details?id=com.microsoft.cortana&hl=en

      …der Rest ist dann eine Frage der Rechte, die eine App einfordern darf und kann…

    • Günter Born sagt:

      Ich beziehe mich auf den Blog-Post “Cortana’s suggested reminders are available in the U.S. on Windows 10 with support coming to iOS and Android in the coming weeks. ” und das Wissen, dass OEMs Microsoft-Apps vorinstalliert in Android mit ausliefern werden. Der Rest ist einfache Interpolation “wenn etwas geht, wird es irgendwann gemacht”.

      • Ralph sagt:

        Okay, jetzt kriege ich langsam Angst. Da werden doch nicht irgendwelche Nutzer wirklich so dämlich sein, sich sowas auf Android und/oder iOS anzutun? Wobei das bei iOS wegen des Aufbau des Betriebssystems an sich wohl eher schwieriger werden würde, ohne, dass der Nutzer Cortana die Zugangsdaten zum Mailkonto reicht.

        Danke für die detailliertere Information, Günter!

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  5. 44Fove sagt:

    Ich persönlich habe Cortana bei der Installation von Windows 10 sofort deaktiviert und anschließend deinstalliert. Ganz nach dem Motto “es gilt: Wehret den Anfängen und schaut, wo die Reise hin geht”. Ich hole mir freiwillig keinen “Mitleser ins Haus”. Ich möchte gerne selbst entscheiden welche Programme ich benutze und mich nicht durch MS bevormunden lassen. Der Hinweis von einigen Befürwortern, dass man gewisse Funktionen ja abschalten kann, ist nicht wirklich hilfreich.

    • Tim sagt:

      Wie bist Du Cortana losgeworden, ohne die Suche zu killen?

      Is ja doch schon nen bissel verstrickt im System, die Gute.

      • ist eigentlich relativ simpel Cortana den Mund und die Websuche zu verbieten https://www.deskmodder.de/wiki/index.php?title=Cortana_deaktivieren_Windows_10

        Mit jeder News wird mir Microsoft unsympathischer
        1. Automatische Treiber Updates nicht mehr Blockierbar
        2. Windows 10 Cloud
        3. Cortana durchsucht alles

        • Tim sagt:

          Simpel ist gut… gibt aber verschiedene Wege.

          Bei deinem bleibt Cortana als Dienst aktiv und macht was weiß ich was.
          Man kann sie aber aber auch ganz raushauen, verliert dann aber auch z.B. die Suche im Startmenü, an die ich mich seit 7 gewöhnt hab…

          Ja, alles irgendwie ärgerlich was MS grad macht und Hauptsache fleißig am optischen Design schrauben…
          Warum verzichtet man nicht eigentlich darauf, so lange die Vorgänger noch laufen und gibt MS statt dessen immer wieder Chancen, weils vielleicht doch mal laufen könnte, wie versprochen? Anders ist halt nicht immer besser…

  6. Christian sagt:

    Also ich kenne einen riesigen Konzern der vergessen hat, das beste Windows
    aller Zeiten zu entwickeln…

    C-O-R-T-A-N-A… C-O-R-T-A-N-AAAAAAAA!
    (wo bleibt denn dieses Miststück schon wieder, wenn man’s mal wirklich braucht?!)

    Gruss, Christian

  7. Blupp sagt:

    “Laut Microsoft vergessen Nutzer ja häufig in E-Mails gemachte Zusagen oder Termine oder irgend welche Anliegen.”
    Dieser Satz steckt mir wie ein Kolß im Hals.
    Woher will Microsoft wissen wer wann welche Termine verpasst? Oder anders gefragt, wie weit geht die Bespitzelung?
    Einer von gefühlten 1000 guten Gründen dieses 10 nicht auf die Platte zu lassen und von Microsoft generell sehr viel Abstand zu nehmen.
    Was kommt als Nächstes, vielleicht eine Empfehlung zum besten künstlichem Hüftgelenk oder für blaue Pillen weil man ja schon so alt ist?
    Ich finde die privaten Lebensumstände der PC-Nutzer gehen Microsoft einen feuchten … an.

  8. Gaga sagt:

    Zunächst einmal: Bin neu hier und finde diesen Blog sehr informativ und klasse gemacht. Mein Kompliment an Herr Born! Lese seit ein paar Wochen mit und bin begeistert über die vielen Finger, die Herr Born in die Wunden legt!

    Ich bin nun 50 und arbeite seit meiner Zeit nach der Bundeswehr (da war ich 22) in der IT, mit Studium zwischen drin bis September 16. Habe meinen Job nun hingeschmissen und will auch nicht mehr zurück in die EDV/IT. Was da heute abgeht ist mir persönlich eine Spur zu blöd und teils bin ich vielleicht (das gebe ich gerne zu) auch überfordert. Bin außerdem leidenschaftlicher Programmierer (MS Produkte) und dabei werde ich (mit Schmerzen was die Werkzeuge von MS betrifft) auch bleiben. Evtl. tue ich mir noch Android an, mal sehen…

    Die Virtualisierungswelle habe ich noch gut weg gepackt und m. M. nach auch gut gemeistert. Aber spätestens seit der erzwungenen Umstellung seitens Ex-Arbeitgeber auf Windows 10 war für mich klar, Junge, hier ist das Ende der Fahnenstange erreicht – diese Scheiß tust du dir nicht mehr an.

    Für mich ist Windows 10 im betrieblichen Alltag (und nicht nur da) eine einzige Katastrophe. Die Update Politik mit all den Probleme (defekte Treiber usw.) eine einzige Sauerei! Wir waren nur noch am rumflicken und das natürlich in der Nacht und an den Wochenenden… Leider bin ich Besitzer eines Surface und habe den Mist auch privat am Hals…

    Ein gesondertes (und besonderes) Problem sind die hier und in anderen Beiträgen geschilderten „Grundeinstellungen“ was die Schnüffelei betrifft. Was sich MS hier erlaubt ist m. M. nach schon strafrelevant. Da werden permanent benutzerdefinierte Parameter ohne Ankündigung wieder überschrieben, gesetzt Einstellungen rückgängig gemacht usw… Was soll das?

    Wer hätte das gedacht, dass nach Windows 8.1 die Katastrophe noch größer wird.

    Gute Nacht, wenn das die Zukunft ist!

    Ich bin kein Nostalgiker, sicherlich nicht. Aber das beste MS OS ist für mich persönlich (und ich habe alle MS Produkte durch) ein gut optimiertes Windows 7 Pro. Windows 7 ist schnell, übersichtlich (auch und insbesondere für den Anwender), sehr gut zu administrieren und relativ genügsam was die Ressourcen betrifft.

    Entschuldigt dass mein Beitrag am Thema vorbei geht aber das musste ich jetzt einfach loswerden…

    Meine ganz persönliche Meinung zu Windows 10: Komplett unbrauchbar, ein Flickwerk ohne gleichen! Himmelschreiend inkonsistent (wie schon bei Windows 8) in der Benutzerführung und Administration. Nach Schulnoten eine glatte 6 mit *

    • Nobody sagt:

      “Wir waren nur noch am rumficken und das natürlich in der Nacht und an den Wochenenden…”
      Kein Wunder, dass ihr mit Windows 10 nichts mehr am Hut hattet. :-)

      • Dietmar sagt:

        Ich habe privat ein Surface 4 Pro mit Windows 10 und bin echt begeistert. Würde das nie wieder gegen ein Windows 7 tauschen. Die Settings den Datenschutz betreffend sind Großteils auf einer Seite in den Einstellungen zusammengefasst. Und nach einem großen Feature-Update schaue ich sowieso überall drüber. Und im Unternehmen sollten eh Gruppenrichtlinien diese Einstellungen zentral steuern. Da wird sich ja hoffentlich ein guter Admin rechtzeitig damit beschäftigen. Natürlich gibt es viele Stellen, über die man sich bei Windows 10 ärgern kann und muss, aber im Großen und Ganzen gefällt es mir auch im Unternehmen sehr gut.

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  10. Dietmar sagt:

    Ich lese hauptsächlich Blogs in denen es über Microsoft und deren Dienste geht. Ist halt mein Beruf. Wie schaut es eigentlich bei Android und Apple aus? Wird in deren Blogs und den Kommentaren darin über Siri und Google Now oder wie das Zeug dort heißt eigentlich ähnlich geschimpft wie hier? “Von Microsoft und Windows 10 Abstand halten…” Mit was? Mit Macs und der iCloud oder vom Datensammler schlecht hin Google’s Andriod? Bei Ubuntu und Kollegen sieht es auch nicht mehr viel anders aus. Und intuitiv finde ich diese Systeme auch nicht gerade. Der “normale” Benutzer versteht Linux (das weiß ich aus Erfahrung) noch viel weniger als Windows. Und auch dort werden Telemetrie-Daten gesammelt. Der Zug ist sowieso schon lange abgefahren. Auch wenn ich jetzt hier wieder eins auf die Mütze bekommen werde…

    • Günter Born sagt:

      Du bekommst keines auf die Mütze. Aber ich werde auch weiterhin die Sachen benennen. Und wenn Apple oder Google patzen, kommt das auch im Blog (wenn in letzter Zeit auch seltener – deren neueste Ergüsse kann ich mangels Hardware nicht mehr in Realiter testen).

      Zu Abstand zu Windows 10 halten: Wie wäre es mit Windows 7? Hält noch 3 Jahre. Und bei Linux muss es nicht unbedingt Ubuntu sein …

      • Dietmar sagt:

        Die Zeit von Windows 7 wird trotzdem kommen. Und dann? Ich habe bei mehereren “unerfahrenen” Benutzern probiert, Linux zu verwenden (ein Betriebssystem darf ja nix kosten…). Lange hat es nicht gedauert und alle -ohne Ausnahme- wollten wieder ein Windows haben. Ist das mit der Umstellung auf Linux jetzt nicht schon in so mancher Regierung gescheitert? Dachte ich hab’ da mal was gelesen… Lange Rede kurzer Sinn: Es bleibt auch im Consumer-Bereich nicht viel übrig, wenn man sich die Apfel-Preise nicht leisten will.

    • Ralph sagt:

      Bei Linux werden keine Telemetriedaten seitens des Betriebssystems gesammelt, wenn Du die bei der Installation aufkommende Frage mit “nein” beantwortest. Und verstehen muss ein “normaler Benutzer” Linux auch gar nicht, er muss es bedienen. Und das funktioniert im GUI nicht anders als auch bei allen anderen Mausschubseroberflächen. Und bevor das Gegenargument kommt: ein Benutzer (Betonung auf diesem Wort) führt keinerlei administrative Arbeiten aus. Und dazu gehört die Installation von irgendwas, egal, ob Hardware (Drucker, Scanner) oder Software (was auch immer an Software, inklusive des betriebssystems selbst).

      Und glaube mir: das ist auch gut so. Es gibt zu viele dedicated Server draußen im Feld, die von Ahnungslosen betrieben werden und die entsprechend zu einem Großteil für all den unbrauchbaren Traffic (Spam, Viren, Malware) verantwortlich sind. Wie groß die Menge der Virenschleudern unter den Windows Clients ist, kann man ja nachlesen. Das sind tatsächlich immer Maschinen von Benutzern, die glauben, bei administrativen Arbeiten keine Hilfe zu brauchen.

      • Dietmar sagt:

        “wenn Du die bei der Installation aufkommende Frage mit „nein“ beantwortest” – Wenn du bei Windows die richtigen Einstellungen triffst ist das ja (fast) genauso. Die Sache mit dem Benutzer habe ich bewusst geschrieben, weil es im Beitrag explizit erwähnt worden ist. Das mit der Datenklauberei ist doch schon lange nichts neues mehr. Denkt mal an den Real Player, der das vor Jahren schon gemacht hat. Über den Windows Media Player hat man das unter XP schon kritisiert. Fehler-Reports mit allen möglichen Daten sendet Windows ebenfalls schon ewig durch die Gegend. Ich will gar nicht wissen, was iTunes alles nach Hause meldet. Gerade habe ich gelesen, dass Apple die Browserdaten in der iCloud behält, nachdem der Benutzer diese gelöscht hat. Google’s Android? Die wissen sicher auch alles, was der Benutzer mit seinem Pixel so anstellt. Da sind angeblich Fernseher, die über die Sprachsteuerung die Gewohnheiten der Fersehenden einsammeln. Jeder Kauf bei Amazon wird genauestens registriert, damit man jaaaa die richtige Werbung einblendet bekommt. Und, und, und…
        Wer glaubt, dass auch nur ein Unternehmen dabei ist, welches keine Daten sammelt – wenn auch nur die E-Mail-Adresse um diese zu verkaufen – der ist ein unverbesserlicher Romantiker.
        Da soll ich mich über eine Cortana in Windows 10 aufregen?

  11. Gaga sagt:

    Ich habe ein Surface 3 Pro und bin prinzipiell auch begeistert. Was mir zu schaffen machet ist eben das rumgemurkse mit Windows 10. Hatte leider schon viele Probleme nach Updates (bootet nicht mehr, kommt nicht mehr aus dem Energiesparmodus – hilft nur ein erzwungener Neustart…) und Treiberprobleme.

    Hallo! Ich würde das Gerät gerne als Arbeitsgerät, nicht als Bastelgerät nutzen!

    Es kann doch nicht Sinn und Zweck der Übung sein dass ich ständig Settings prüfen muss, ggf. Treiber neu einspiele (wenn‘s denn fehlerfreie gibt) usw.

    Und nein, mein Surface ist nicht vermurkst. Windows 10 Pro clean, ansonsten nur VM Workstation in der mein Windows 7 Pro fürs Development läuft. Eigentlich eine ganze einfache Sache ohne viel Schnickschnack.

    Mir tut das echt leid, dass wir heute nicht mehr in der Lage sind unsere Geräte mit einem überschaubaren Aufwand unter Kontrolle zu halten. Klar, die Anforderungen sind heute andere als noch vor 10 Jahren. Aber da stellt sich mir die Frage, wie das z.B. die vielen millionen unbedarfte Privatanwender noch hin bekommen sollen (in Bezug auf die Schnüffel-Einstellungen z.B. usw.).

    Die Entwicklung geht leider in eine ganz fatale Richtung… Schade schade…

  12. Gaga sagt:

    Ja klar, genau das Problem. Cloud, Miet-Software, Facebook & Co., und in den OS die Entmündigung der Nutzer durch Maßregelung und aufgezwungener Funktionen. Optional wäre das Zauberwort!

    Ich habe ja nichts gegen geschlossene System, wenn sie denn vertrauensvoll sind. Aber das ist eben nicht (mehr) der Fall. Fatal!

    • Dietmar sagt:

      Optional wäre das Zauberwort!

      Aber du kannst OneDrive deaktivieren, Cortana kann man deaktivieren, du musst weder den IE noch Edge verwenden, weil es den sicherlich nicht nach Hause telefonierenden Chrome Browser oder den Firefox gibt. In den Datenschutzeinstellungen kann man genau einstellen, welche App was darf. In Wahrheit sind es eigentlich “nur” die nicht mehr deaktivierbaren Updates über die sich jeder aufregt. Also ich kenne in meinem Bekanntenkreis keinen einzigen, der sich unter XP oder 7 jemals Gedanken über die automatischen Updates gemacht hätte. Und da waren die Updates überall aktiviert.

      Also was gehörte denn bei Windows noch mehr optional. Ich habe echt eine Zeit lang darüber nachgedacht, mir fällt nichts ein. Ich finde diese Fülle an möglichen Einstellungen teilweise echt schon übertrieben. DAS überfordert die Consumer.

      • Günter Born sagt:

        Optional als Feature zufügbar
        OneDrive
        Cortana
        Telemetriedatenerfassung
        Apps samt Store …

        Bei etwas Nachdenken fällt mir bestimmt noch was ein.

        • Andreas B. sagt:

          … Xbox, … :-(

        • Dietmar sagt:

          Also geht es bei der ganzen Diskussion nur darum, dass nach einem neu aufgesetzten Windows 10 die Funktionen vorerst mal zur Verfügung stehen und ich deaktivieren muss, was ich nicht will. Und nicht ein “nacktes” Windows, wo man alles aktivieren muss was man gerne hätte. Black- oder Whitelisting. Tja, da kann man als Hersteller – so glaube ich – auch machen was man will, da kann man nur daneben liegen. Dem einen gefällts, der andere regt sich über den Aufwand auf, jedesmal nach dem Aufsetzen alles aktivieren zu müssen. Dem einen kann nicht alles automatisch genug sein, weil er sich mit nichts beschäftigen will, der andere nennt es Entmündigung. Damit kämpfe ich jeden Tag bei unseren 9000 Benutzern.

          Ich finde es gut wie es ist. Nach dem Aufsetzen brauche ich 3 Minuten die Einstellungen zu treffen. Sooft mache das ja nicht. Viel nerviger ist, wie lange Microsoft braucht, trotz Feedback Hub, die eingebauten Funktionionen wirklich gut werden zu lassen. Siehe Terminsuche in der Kalender-App.

  13. Andreas B. sagt:

    Mit diesem “coolen Feature” stelle ich mir die Future für Siggi Sorglos dann echt lustig vor.
    Schreibt also etwa Autohaus XY irgendwo versteckt in ‘ner Mail über die letzte Inspektion: “Am […] um […] Uhr laden wir Sie gerne zu einer Probefahrt mit unserem neuen Modell Brauchtkeinmensch-GTI ein…” – Und dann grölt Cortana los: “Föttere mäch, föttere mäch!”
    Little Shop of Windows-Horrors.

  14. Paule21 sagt:

    Ich bin in solchen Sachen ja schon ziemlich schmerzfrei oder vielleicht auch naiv, aber beim Gedanke, dass Microsoft meine Mails abscannt, bekomme selbst ich ein mulmiges Gefühl. Nein, das will ich ganz sicher nicht.

    • Was du nicht haben willst kannst du ja deaktivieren, da ich weder die Mail App noch Outlook benutze, finde ich das ganze nun ein paar Tage später nicht mehr so hoch Dramatisch.

      Der User musste sich bisher auch immer Entscheiden was er haben will und was nicht, wir haben ja dazu gelernt das immer nur mit “OK” abnicken auch nicht immer gleich die beste Entscheidung ist.
      Es ist auch vorteilhaft mal das kleingedruckte durchzulesen.

      Ja sicher ich fände das auch nicht so rosig wenn Microsoft meine ganzen Mail mit liest, ich muss ja auch auf die Verschwiegenheit meines Providers vertrauen, aber wenn ich kein vertrauen habe Verschlüssele ich eben schon gleich auf meinem Email Client meine Emails bevor sie zum Provider übertragen werden und nutze eben nicht Outlook und die Mail App.

  15. Addi sagt:

    Bei mir mom Win8.1 (imho das bessere Windows 7, halt mit Kachelzeug). Meine ganze Entwicklung geht aber in Richtung Linux. Windows 10 – für mich ‘the pain in the ass’!

    • Ich weiß zwar nicht was an dem Kachelzeug besser sein soll als sein soll als bei dem Klassischen Startmenü, ist mir leider bis dato ein Rätsel.
      Vielleicht liegt es ja auch daran das Herr Gates etwas älter geworden ist und sich größere Button wünschte.

      Aber es ist immer Vorteilhaft wenn man sich mit mehren Sachen beschäftigt und nicht eingleisig fährt.

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