Stiftung Warentest: Kritik an App-Datensendeverhalten

Die Stiftung Warentest hat sich Apps für diverse Plattformen vorgenommen und untersucht. Im Ergebnis kritisieren die Tester das Datensendeverhalten vieler Apps.


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Man kennt es: Du installierst eine App und diese will (unter Android) Zugriffsrechte als alles Mögliche, von der Position bis zu den Kontakten. Auch unter iOS oder Windows ist dies bekannt, wenn auch die explizite Nachfrage nach Berechtigungen nicht angezeigt wird. Führt dazu, dass ich viele Apps unter Android einfach nicht installiere oder Updates verweigere. Unter Windows 10 nutze ich keine Apps und unter iOS 9 kommt auch nur das Notwendigste auf meine iPads.

Die Stiftung Warentest hat im Zeitraum Juni 2012 bis Dezember 2016 das Datensammelverhalten von 500 Apps näher untersucht und ist zu alarmierenden Erkenntnissen gelangt. Vor allem wollte man wissen, ob vertrauliche Daten abfließen und ob das für die App-Funktion erforderlich ist. Gut 40 % der getesteten Apps leiten Nutzerdaten weiter, ohne dass eine Notwendigkeit dazu besteht. Im Umkehrschluss bezeichnen die Prüfer nur knapp 50 % der App diesbezüglich als unkritisch.

Die Studie kommt zum Schluss, dass die Apps zur Digitalen Überwachung des Alltags ihrer Nutzer führen. Verbraucher schätzen die Vielseitig­keit der Apps, die Information, Services und Kommunikation bieten. Unklar bleibt den Nutzern aber meist, welche Daten von der App weiter gegeben werden. Apps greifen viele Daten ab, aus denen der Empfänger Persönlichkeitsprofile erstellen und an professionelle Datensammler weiter geben kann. Mit dem Verkauf von Nutzer­daten verdienen globale Daten­händler, laut Warentest, sehr viel Geld, das Ganze sei mitt­lerweile ein Milliarden­geschäft.

Daten sind, laut Bundeskanzlerin Merkel, ja das neue Gold des 21. Jahrhunderts und die Regierung will den Datenschutz ja schleifen.

Die Tester kommen zum Schluss, dass datenhungrige Apps keine Ausnahme, sondern fast der Normalfall seien. Jede dritte App wird unter diesem Gesichtspunkt als kritisch eingestuft. Abgerufene Daten können den verwendeten Mobil­funkanbieter des Nutzers, die Identifikations­nummern seines Geräts (IMEI) oder die Stand­ortdaten des Geräts sein. Auf Basis solcher Daten lassen sich vom App-Entwickler, -Anbieter und -Stores sowie von Dritt­anbietern Rück­schlüsse auf das Konsumverhalten, das Alter und den Gesund­heits­zustand ziehen. Ziel ist es, den Nutzern gezielt Werbung zusenden oder Bewegungs­profile erstellen.

Die Fastenzeit ist zwar gerade vorbei – aber es empfiehlt sich einfach mal wieder App-Abstinenz. Details lassen sich in dieser Studie von Test.de nachlesen. (via)


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