Microsoft und die Cloud: Copyright-Verstöße sanktionieren

Noch eine kleine Nachricht zum Thema Cloud und wie sicher sind meine Daten. Microsoft hat ein Patent eingereicht, um Copyright-Verstöße in der Cloud aufzuspüren und zu sanktionieren.


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Wer Daten in der Cloud ablegt, möchte eigentlich nicht, das Dritte da dran gehen. Bei Microsoft sollte man sich (wie bei anderen Anbietern) aber klar sein, dass diese die Daten scannen. Microsoft hat jetzt ein Patent angemeldet, welches ein Verfahren beschreibt, um Cloud-Inhalte auf Copyright-Verstöße zu scannen.

Verstöße sollen gleich protokolliert werden. Zudem soll der Cloud-Anbieter diese Dateien markieren und löschen oder den Zugriff unterbinden können. Auch kann der Nutzer gesperrt werden. Das Ganze ist nur ein Patentantrag, zeigt aber, wohin die Reise gehen könnte.

In den USA ist das Verfahren durchaus denkbar. In Europa stehen Datenschutzvorschriften (sofern diese nicht geschleift werden) diesem Ansatz entgegen. Der Vorgang zeigt aber, auf welch unsicheren Grund man sich mit dem ganze Cloud-Geraffel begibt. Copyright-Verstöße hören sich zwar gut an. Aber wer definiert das denn? Es ist nicht das erste Mal, dass Material unberechtigt gesperrt oder gelöscht wurde, und der Nutzer das Nachsehen hatte.

Damit gelangt das Ganze Thema Cloud in die Nähe des Ansatzes: Du speicherst deine Daten auf eine SSD, deren Lebensdauer Du nicht kennst. Russisches Datenroulette mit der Cloud – könnt ihr euch das vorstellen bzw. würdet ihr das nutzen wollen? (via)


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23 Antworten zu Microsoft und die Cloud: Copyright-Verstöße sanktionieren

  1. 44Fove sagt:

    Der Hinweis „Russisches Datenroulette“ im letzten Abschnitt sagt alles.
    Ich wundere mich immer wieder, wie viel unbegrenztes Vertrauen die Kunden einschließlich Wirtschaft und Öffentlicher Dienst in Cloud Computing setzen. Die Zukunft wird es zeigen. Dazu passt, dass das BSI Mindeststandards für Cloud-Nutzung festgelegt hat.

    • Tim sagt:

      „Ich wundere mich immer wieder, wie viel unbegrenztes Vertrauen“… „Dazu passt, dass das BSI Mindeststandards“

      Zitat BSI:

      „In Abhängigkeit vom Schutzbedarf der zu verarbeitenden Daten ist dabei ein hohes Maß an Vertrauen in den Cloud-Anbieter erforderlich, sodass der Informationssicherheit hier eine bedeutsame Rolle zukommt.“

      Cloud ohne blindes Vertrauen würde nicht funktionieren, so einfach.
      Wenns nicht der reine praktische Nutzen der Cloud ist, wegen der man sich auf das Eis begibt, mit der offensichtlichen Gefahr, eben auch mit Pech mal Daten zu verlieren und im Eis einzubrechen, muss es reine Blindheit sein.

      Die BSi Mindestanforderungen gelten nebenbei nur für den Bund. Als normale Firma, oder Privatmann wirst Du niemals einen Vertrag mit ähnlichen Rechten und Forderungen mit einem Cloudanbieter eingehen können, wie es der Bund schafft.

  2. Tim sagt:

    Mich interessieren Copyright-Verstöße eher weniger, sondern die Tatsache, das eben alles ausgewertet wird, egal ob verboten, oder schlicht und einfach privat oder vertraulich. Es muss ja alles ausgewertet werden, um Copyright-Verstöße überhaupt festzustellen. Wenn es denn nur um Copyright-Verstöße geht. Was mit den Daten passiert weiß ja niemand. Besonders spannende landen dann wohl auf Wikileaks…

    In meinen Augen dürften solche scans nur erfolgen, wenn ich Daten offen anderen zur Verfügung stelle. In dem Falle wäre es in meinen Augen ok und vielleicht berechtigt vom Cloudanbieter, entsprechende Daten gewissermaßen rechtlich zu durchleuchten.
    Auch um eventuell nicht legales Filesharing zu unterbinden.
    Jeder sonstige Zugriff hat bei normalsterblichen zu unterbleiben. Weils aber nicht so ist, ist auch egal ob Daten in USA oder in D in der Cloud liegen, trotz aller Werbeversprechen und angeblicher tollen Verträge zwischen Firmen. Der Vertrag mit dem Kunden ist da interessanter und diese geben halt eine Generalerlaubnis durch Zustimmung der AGBs und mit der Nutzung.

    Für mich ist die Cloud damit unbrauchbar und ich warte auf den Tag an dem stinknormale Familienfotos als Kinderpornografie eingeordnet werden, oder was weiß ich. Irgendwann wird da mal eine Fehleinschätzung passieren, neben anderen Datengaus… Es geht einfach nichts mehr verloren, wir verlieren nur die Kontrolle.

    Bei den Möglichkeiten von heute bekommen Ex Stasi Heinis bestimmt feuchte Augen. So einfach hätte es sein können… ;D

    • Gibts Legales Filesharing?

      „Für mich ist die Cloud damit unbrauchbar und ich warte auf den Tag an dem stinknormale Familienfotos als Kinderpornografie eingeordnet werden“

      Auch das ist bereits bei Microsoft Passiert, da wird ohne mit der Wimper zu zucken der gesamte Account stillgelegt selbst die gekauften Apps sind nicht mehr zu gebrauchen, die über Jahre hinweg hoch geladenen Familienfotos weg, nur weil ein stinknormales Familienfoto mit Tochter in der Badewanne als Kinderpornografie eingeordnet wurde.

      Für mich ist jede Cloud Speicherung ein No Go!

      • RPMX sagt:

        > Gibts Legales Filesharing?

        Selbstverständlich. Open-Source (Software, Musik, Bilder, Videos) zum Beispiel. So werden die meisten Linux Distributionen und vieles andere optional – und selbstverständlich legal – auch über Bittorrent verteilt. Simpel und einfach, um Serverkapazitäten zu sparen.

        Als Musiker habe ich mit ein paar Kollegen auch ein kleines privates (also nicht öffentliches) Filesharing-Netzwerk, über das wir die aufgenommenen Instrumenten- und Gesangsspuren verteilen, so das alle daran Beteiligten die Daten zur Verfügung haben, schnell, einfach und selbstverständlich ebenfalls legal.

        Diverse (externe) Cloud-Angebote dagegen würden wir NIEMALS nutzen. Schon gar nicht von Microsoft.

      • Tim sagt:

        „Auch das ist bereits bei Microsoft Passiert“

        Ja, Hammer…

        Das ist halt der Unterschied den ich meinte mit Privat oder Öffentlich geteilt.

        Für die Familie ist das „Töpfchen-Foto“ harmlos, für nen Perversen ne Vorlage… Zu welcher Partei Microsoft gehört, wissen wir dann ja nun und eben auch, das die Cloud eh nicht privat zu gebrauchen ist… Wenn die entscheiden was gut oder schlecht ist, ist es Microsfts Cloud ganz allein und sollte es wohl auch bleiben. Dafür soll man also als Kunde Geld bezahlen?
        Never!

        Filesharing an sich war einfach eine gute und legale Idee die Schlaumeier für Blödsinn ausgenutzt haben. Klar gibt es beide Seiten. Selbst so böse Dienste wie MEGA beinhalten neben illegalem auch legales…

        Meines Wissens wurde nie aufgeklärt, ob es seinerzeit bei Megaupload mehr legale als illegale Daten gab, die Show wurde ja einfach durchgezogen. Man weiß halt nur, das es auch legale Daten von Kunden erwischt hat, die verloren gingen…
        Auch das ist ein Grund gegen die Cloud, auch wenn jemand wie Microsoft wohl nicht von der Filmindustrie gejagt und exekutiert wird. MS spielt ja auch brav mit.

        http://www.blick.ch/news/ausland/nach-verhaftung-megaupload-daten-werden-geloescht-auch-legale-id1746062.html

  3. Blupp sagt:

    Klare Frage – eindeutige Antwort:
    Nein, kann ich mir nicht vorstellen und nutze das nicht.

    Die einzig sichere Cloud ist die, die in den eigenen 4 Wänden steht und selbst das ist nicht absolut. Mag sein, dass es nette und sinnvolle Anwendungen gibt die nicht mit den Daten der Nutzer spielen, außer eventuell ein Log auszuwerten. Eigene echte Daten bleiben im eigenen System, Backups in den eigenen 4 Wänden.

    @Tim
    Ja die „gute alte Stasi“ Stimmt die hätten feuchte Augen bekommen.
    Die IT zeigt heute immer wieder, dass die Stasi bestenfalls nur 3. Reihe war, das Maß der Dinge sind die schon lange nicht mehr. Andere Staaten waren und sind da aber auch nicht besser.

    • Tim sagt:

      „Andere Staaten waren und sind da aber auch nicht besser.“

      Ja das stimmt, und auch wenn wir noch darüber witzeln können und heute sogar die Stasi beschmunzeln, die ja durchaus Menschen Probleme bereitete, muss man sich Fragen, wann der kritische Punkt erreicht ist, der uns dann Probleme macht. Ab wann wird aus Spaß ernst?

      Nur weils woanders schlimmer ist, ist es hier gleich viel besser? Oder passen wir uns an die negativen Beispiele an?

      • Blupp sagt:

        „Ab wann wird aus Spaß ernst?“

        Diese Frage stellt sich IMHO eigentlich nicht mehr. Es ist schon lange ernst. Nutzer von PC’s und anderer Technik werden mehr und mehr in die Cloud gedrängt. MS zeigt mit 10 sehr gut wie der Hase läuft und steht dabei nicht allein.

        Die relevantere Frage könnte sein: Wem dient es und wozu dient es?
        Mögliche Antworten wären Kontrolle und Gewinnmaximierung und noch einige mehr.
        Herr Born scheint nicht der Einzige mit Aluhut zu sein, vielleicht liefert er hier auch in Zukunft interessante Ansätze zu diesem Thema…

        • Tim sagt:

          …spätestens seit Snoden sehen Aluhüte doch auch gar nicht mehr ganz so blöd aus… ;)

          „Wem dient es und wozu dient es?“

          Sparern, Arbeitern… und ne Handvoll kassiert halt größer ab. Das ist schlicht Wirtschaft mit der Idee Cloud und was man, also wir alle, daraus machen.
          Deshalb wirds ja auch nicht besser… ;)

          Und alle beten jeden Tag zum Frühstück, das kein böser russischer Hacker vorbei geschaut hat…
          Können die nicht mal ein Betriebssystem entwickeln, wenn die angeblich so fit sind?

          • Blupp sagt:

            – Was wir daraus machen…

            Eine Mehrzahl macht daraus Das, was wenige wünschen, das sie Das daraus machen. Oder anders ausgedrückt, wer z.B. von dem Großteil der FB- oder G+ etc. Nutzer ist sich drüber im Klaren was er da tut?
            Nur reicht die ‚freiwillige‘ Sammelei offenbar nicht aus, es muss auch noch im OS geschnüffelt werden. Dazu noch der Druck die Cloud zu füttern und man ist gläsern.
            Das ist durchaus beängstigend, da die Werbeindustrie schon vor längerer Zeit den Nutzen der Psychologie in der Werbung entdeckt hat. Damit läuft Werbung letztlich auf Manipulation hinaus, keine schöne Vorstellung.

            Zusätzlich könnte es in Zukunft passieren das man, im Urlaubsland angekommen, gleich wieder in den Flieger zurück gesetzt wird weil man irgendwo mal einen Gedanken niedergeschrieben hat oder weil man vielleicht zu wenig Profil hat. Wenn das dann gängige Praxis ist werden vielleicht einige aufwachen, aber sicher ist das leider nicht.

      • Das hat ja leider nichts mehr mit Staaten zu tun da ich mich drauf verlassen muss das die Daten in Deutschland bleiben müssen. Dann kann ich mir auch gleich bei irgendeinem einen Rootserver mieten und dort hin meine Daten auslagern und Brauche keine Cloud.

        Ursprünglich war die Cloud mal so gedacht die Daten verschlüsselt auf möglichst vielen Servern zu speichern um ausfälle und Verlust vorzubeugen, mittlerweile muss man sicherstellen das die Cloud im eigenen Land bleibt und auch hier in Deutschland kann man sich ja nicht sicher sein wer alles noch zugriff auf die Daten erhält, BND Inland,- und Auslandsgeheimdienst schnüffeln in unseren Netzen herum und geben die Daten an andere Länder einfach so weiter, daneben schnüffelt noch das Betriebssystem und Diverse Apps auf eigene Rechnung.
        Die sicherste stelle ist nach wie vor die Externe Festplatte für die Elektronische Datenverarbeitung.

        • Tim sagt:

          Ja… hilft im Brandfall aber auch nicht und passt auch nicht zur mobilen Welt der Computer…

          Theoretisch bräuchte man eine Cloud auf die man sich verlassen kann, auf die niemand anderes zugreifen kann, sprichwörtlich so sicher wie ein Tresor… das wär ne dolle Idee ;)

          Verschlüsseln hilft ja auch nicht, wenn die anderen dann bloß den Schlüssel knacken müssen. Das ist Augenwischerei. Hat schon bei der Enigma nicht funktioniert und ist immer nur eine Frage von Zeit und Aufwand.

          • Ralph sagt:

            „Theoretisch bräuchte man eine Cloud auf die man sich verlassen kann, auf die niemand anderes zugreifen kann, sprichwörtlich so sicher wie ein Tresor… das wär ne dolle Idee“
            Es gibt genug Cloud-Lösungen, die man selbst und nur für sich einsetzen kann. Dazu muss man sich allerdings mit dem Thema befassen, einen Server mieten, die Installation aus der Ferne beherrschen und bei der Einrichtung nicht schlampen. Dann passt das ganz wunderbar.

            „Verschlüsseln hilft ja auch nicht, wenn die anderen dann bloß den Schlüssel knacken müssen.“
            Ich will den sehen, der einen 2048er GPG-Schlüssel mit entsprechendem Mantra knackt. Und zwar in adäquater Zeit mit adäquatem Aufwand.

  4. HansS sagt:

    Ich nutze OneDrive zur Datensicherung, aber nur in Verbindung mit dem Verschlüsselungstool Boxcryptor. Unverschlüsselte Daten würde ich da nie ablegen.

  5. Oli sagt:

    Cloud? … Never ever!

  6. Gaga sagt:

    Cloud ja, aber nur die eigene.
    Nie und nimmer würde ich meine Daten in einer externen Cloud ablegen.

  7. Dieter Schmitz sagt:

    Super-schnelles Internet, Cloud bis zum abwinken, dann noch Festplatten verbieten,

    UND schon kann so mancher seine mp3-Sammlung VERGESSEN…

    Und hoffen, dass er keine teure Abmahnung bekommt.

  8. bekanntermaßen kann man die Microsoft Cloud bzw. Office 365 auch auf deutschen Servern buchen, ob via Telekom Dienst oder jetzt neu bei 1&1, sodass die Daten dann eindeutig deutschen bzw. EU Regeln unterliegen und Microsoft auch nicht direkt Zugriff hat. Ob man dann aber den deutschen Anbietern traut, muss jeder für sich entscheiden.

    Wer bestimmte Trends und Entwicklungen mitmachen und nutzen möchte, der wird um Cloud-Dienste in der Regel nicht herumkommen. Gezwungen wird keiner, aber gerade im geschäftlichen Einsatz wird man oft keine Wahl haben.

    Datenschutz und Sicherheit wird aber ein zentraler Verkaufspunkt werden, sodass ich Wildwuchs beim Missbrauch bezweifle, denn das werden Anbieter sich nicht leisten können.

    • Tim sagt:

      Das mit der deutschen Cloud ist ja ganz nett gedacht… aber was ändert das an den AGBs und den Befugnissen, die ein Nutzer von Windows 10 mit MS durch die Nutzung eingeht, oder denen dieser zustimmt?

      Der Treuhänder ist abgesichert und die Daten dort vielleicht auch… das mag stimmen! Hilft nur nix… sobald du damit von deinem Gerät aus arbeitest, gilt

      https://privacy.microsoft.com/de-de/privacystatement

      Sehr schön zu lesen hier sowas:

      „Gründe, Warum Wir Persönliche Daten Teilen

      Wir teilen Ihre persönlichen Daten mit Ihrer Zustimmung oder nach Bedarf“

      schon geil die Aussage… und wir wären wieder beim Grundproblem, was Windows nun alles sammelt und meldet… steht ja drin.
      Deutsche Cloud hin oder her, spielt keine Geige!

      Die Verbraucherschützer klagen doch noch fleißig… soviel zu eindeutig deutschen bzw. EU Regeln…

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