Windows 10 Fall Creators Update kommt im Herbst

Aktuell läuft ja die BUILD 2017 Entwicklerkonferenz von Microsoft, auf der diverse Neuerungen bekannt gegeben werden. Am zweiten Tag ist der Name der kommenden Windows 10 Build bekannt geworden.


Anzeige

Kleiner Schlenker: Im Karneval, vor einigen Jahren gab es irgend einen Kalauer über die Runkel-Reuben-Ropp-Maschine – war ein lustiger Zungenbrecher. Das schoss mir spontan durch den Kopf, als ich den neuen Namen vernahm, den sich Microsoft für die kommende Windows 10-Version ausgedacht hat.

Redstone 3 wird Windows 10 Fall Creators Update

Zwei Mal im Jahr plant Microsoft ja ein neues Feature Update für Windows 10. Diese sollen im März und im September herauskommen – ich hatte im Blog-Beitrag Schiefe Ebene für Office 365 ProPlus und Windows 10: Redstone 3 im September 2017, Redstone 4 im März 2018 darauf hingewiesen.

Die aktuell unter dem Codenamen Redstone 3 laufende Entwicklung wird also im September 2017 in Windows 10 Version 1709 münden. So viel war bereits bekannt. Nun hat Microsoft den Namen für diese neue Version bekannt gegeben. Nach Windows 10 Creators Update gibt es nun Windows 10 Fall Creators Update.

Eine spitze Zunge kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen. Einen internationalen Stilberater hätte sich Microsoft leisten können und hätte dem Projekt wohl auch gut getan. So mancher Name klingt halt in in fremden Ohren gar nicht mal so cool.

Es gab mal einen britischen Automobilhersteller, der sein Modell ‘Mist’ (Nebel) nannte – aber mit dem Begriff ‘english Mist’ in Deutschland so gar keine Verkaufserfolge einfahren konnte.

Und bei Fall fällt mir so auch irgend ein dummer Spruch wie ‘Hochmut kommt vor dem Frühling’ oder so ähnlich ein. Ist übrigens nicht nur mit aufgefallen, sondern auch Yogimax bei den neowin.net-Kommentaren: The word Fall for the season of autumn is only used / relevant in North America – the rest of the world doesn’t use the term so why ostracise them!

Aber egal – das Kind hat einen Namen und soll im September auf die Menschheit losgelassen werden.

Noch ein wenig Spekulation: Bei neowin.net hat man in den Kalender geschaut. Der Herbst (englisch Fall) beginnt am 22. September 2017. Wenn Microsoft auch den Kalender kennt, wird man so irgendwann in der letzten Septemberwoche das Feature Upgrade freigeben.


Anzeige

Noch ein paar Irrungen und Wirrungen – Stift braucht der Mensch

Ich vermute mal, die älteren unter meinen Blog-Lesern werden sich noch erinnern. So ganz früher, in grauer Vorzeit, da pflegten wir unsere Computer mit Tastatur und Maus zu bedienen. Ist lange her – und dann kam Microsoft auf den Trichter, dass das ja gar nicht dem natürlichen Verlangen des Homo Fenestram entspräche. Diese würde lieber alles anfassen. Folgerichtig hat man ein Windows 8 entworfen, welches man per Finger bedient – hieß Touchbedienung – und sollte bis 2017 überall zu finden sein.

Aber der Usor (lateinisch für Benutzer) zeigte sich davon wenig beeindruckt und hat sich dem Touchgedöns unter Windows (lateinisch Fenestram) ziemlich verweigert – wenn auch noch die ganze Software-Entwicklung aktuell (selbst bei Windows 10) in Richtung Optimierung für Touchbedienung läuft.

Bei Microsoft ist man aber einen Schritt weiter – die Nutzer sollen künftig alles und jedes mit einem Stift bedienen – Windows Ink lässt grüßen. Zumindest interpretiert The Verge die aktuellen Präsentationen auf der Build 2017 und titelt Microsoft wants you to use a pen everywhere in Windows. Wie findet ihr das denn so?

OneDrive: Platzhalter kommen als Files On-Demand zurück

Es gab die Platzhalter bereits in OneDrive unter Windows 8.1 – sprich: Im lokalen Ordner lagen alle Dateien des OneDrive-Laufwerks als Platzhalter. Griff der Benutzer auf eine lokale OneDrive-Kopie zu, wurde diese mit dem Online-Speicher synchronisiert. Das Feature fiel bei Windows 10 in OneDrive weg – hat sich laut damaliger Microsoft-Aussage nicht bewährt bzw. machte Probleme.

Nun hat Joe Belfiore wohl so etwas wie Platzhalter als Files On-Demand in OneDrive demonstriert und angekündigt, dass das in Windows 10 Fall Creators Update komme. Details zu diesem Feature finden sich z.B. in diesem neowin.net-Beitrag. Man wird schauen müssen, was da konkret von übrig bleibt

Und sonst so? Fluent Design kommt

Über das Projekt Neon hatte ich im Blog bereits berichtet. Die Oberfläche von Apps wird da besonders optisch gestaltet. Das Gimmick wurde nun offiziell auf den Namen Fluent Design getauft und soll bei Windows 10 Fall Creators Update kommen. Ein paar Informationen finden sich in diesem neowin.net-Artikel. Was sich dahinter verbirgt, versucht folgendes Video zu vermitteln.

(Quelle: YouTube)

Aus der Microsoft-Pressemitteilung: Microsoft Fluent Design System – Eine modernisierte Designsprache. Diese erlaubt Nutzern zukünftig eine noch intuitivere Bedienung über Windows 10 Geräte und Anwendungen hinweg. Entwicklern ermöglicht das durchgängige Design, zukünftig noch effizientere Anwendungen zu programmieren. Verfügbar wird die Designsprache für Windows Devices mit dem Windows 10 Fall Creators Update später in diesem Jahr.

Nachtrag: Einen groben Überblick über die Neuerungen findet sich auch in diesem The Verge-Beitrag. Die Kollegen von deskmodder.de haben hier auch noch ein wenig zusammen getragen.

Ergänzungen: Timeline, Cloud-Clipboard etc.

Microsoft Graph ist eine intelligente Schnittstelle, welche Daten von Kontakten, Gesprächen, Projekten und Inhalten über die Microsoft Cloud in Verbindung setzen kann. Das soll Kunden plattformübergreifend eine einheitliche Nutzererfahrung ermöglichen. So erlaubt Microsoft Graph eine nahtlose Verwendung von Anwendungen über alle Geräte mit den Betriebssystemen Windows, iOS und Android hinweg – unter anderem durch folgende Schlüsselfunktionen:

  • Timeline: Über eine Zeitleiste können Anwender ganz einfach auf Dateien, Anwendungen oder Webseiten aus der Vergangenheit zugreifen. Hierfür visualisiert die Leiste Nutzern unterschiedliche Stadien von Dateien, die erstellt oder bearbeitet wurden, sowie genutzte Anwendungen und besuchte Webseiten, und erlaubt eine einfache Rückkehr zu den jeweiligen Elementen.Fand ich spontan interessant. Bin aber skeptisch, dass das jemals vernünftig funktionieren wird. Grund: Microsoft hat mal Backup in Windows integriert – hat nie wirklich funktioniert. Dann kam die Systemwiederherstellung, die ist nur noch kaputt. Und nun kommt Windows Timeline – dass soll sogar plattformübergreifend klappen. Aber ich lasse mich gerne etwas anderen belehren.
  • Auch Cortana funktioniert plattformübergreifend über Windows, iOS sowie Android und bleibt geräteunabhängig auf dem aktuellsten Stand. So können Anwender mit ihrer Arbeit auf einem Gerät starten und diese auf einem anderen Device einfach weiterführen.
  • Clipboard erlaubt Inhalte durch „Kopieren und Einfügen“ zwischen verbundenen Geräten auszutauschen. So ist es durch Clipboard zum Beispiel möglich, eine Datei auf dem PC zu kopieren und diese anschließend auf einem Phone einzufügen. Bei heise.de könnt Ihr euch auch noch über das “Cloud-powered” Clipboard informieren. Das Clipboard in Windows und Office wird zu diesem Zweck komplett neu entwickelt.

Noch zwei Splitter: Ubuntu und Apples iTunes soll im Windows Store erhältlich sein. iTunes soll bis zum Ende des Jahres verfügbar sein. Windows Nutzer erhalten künftig Zugriff auf die gewohnten Vorteile von iTunes über ihren Windows 10 und Windows 10 S PC – inklusive Apple Music, den iTunes Store sowie Support für ihr iPhone und andere Apple Geräte. Zudem arbeitet Microsoft mit SUSE Linux und Fedora Linux zusammen, um diese ebenfalls in den Windows Store zu bringen. Damit ist Windows heute die einzige Plattform, auf der Windows- und Linux-Anwendungen nebeneinander ausgeführt werden können.

Und es gibt eine Videobearbeitungs-App Story Remix, mit dem man Fotos und Videos veröffentlichen können soll. Die Universal Windows App Windows Story Remix läuft auf Basis von .NET und nutzt künstliche Intelligenz sowie Deep Learning, um Fotos sowie Videos unterschiedlicher Plattformen zu organisieren und diese zu einer Geschichte zusammenzufügen. Heißt: Anbindung an Microsofts Server. Hierfür können Fotos und Videos mit musikalischen, thematischen und cineastischen Elementen unterlegt werden. Anwender haben zudem die Möglichkeit, durch das Hinzufügen von 3D-Objekten in Fotos und Videos, die Mixed Reality Technologie zu nutzen. Auch durch die Verwendung der der digitalen Stifteingabe via Windows Ink lassen sich über Windows Story Remix Erinnerungen und Geschichten auf völlig neue Weise erzählen.

Irgendwie klingt mir dieses Windows 10 immer mehr nach Tante Emmas Kolonialwarenladen, wo Du alles, vom Nähgarn bis zur Muskatnuss kaufen konntest. Nur: Was hat das noch mit einem Betriebssystem zu tun? Aber als Blogger ist das gut – da wird mir der Stoff nicht ausgehen.


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Windows 10 abgelegt und mit Fluent Design, Windows 10 Fall Creators Update verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Windows 10 Fall Creators Update kommt im Herbst

  1. deo sagt:

    Die hätten es auch „Los fallos“ (Ausfälle) nennen können.
    Da jedes Jahr im Herbst ein Update kommt, haben sie aber noch Gelegenheiten für neue Fettnäpfchen.

  2. Ralf Lindemann sagt:

    Die eine Sau ist nicht ganz durchs Dorf gejagt, da kommt schon die nächste. Gut, dass ich als tiefenentspannter Windows 7-Nutzer von dieser Bill-Murray-Und-täglich-grüßt-das-Murmeltier-Windows-as-a-service-Update-Strategie nicht betroffen bin. Im Ernst, als Windows 10-Nutzer käme ich mir vor wie im falschen Film, weil Microsoft durch so eine Presse- und Entwicklungsstrategie Endanwendern permanent den Eindruck vermittelt, dass sie auf veralteten Maschinen sitzen, selbst wenn sie alle Update-Orgien mitgemacht haben. Es gibt halt immer was, was man nicht hat und erst kommen wird … So lässt man die Anwender schön im Hamsterrad für Murmeltiere laufen … Ok, diese Metapher ist ein bisschen schief. Bleibt die Frage: Wann werden Windows 10-Nutzer an diesem überdrehten Innovationszyklus den Spaß verlieren?

    • Tim sagt:

      „Endanwendern permanent den Eindruck vermittelt, dass sie auf veralteten Maschinen sitzen, selbst wenn sie alle Update-Orgien mitgemacht haben“

      Och nö, kann man so nicht sagen.
      a) ist ja nie was fertig und neues wie altes funktioniert mal und mal nicht so ganz, und
      b) gibts ständig tolle optische Veränderungen und Suchspiele was Einstellungen betrifft.

      Mit Schokolade wär das ein richtiges Ü-Ei, ständig voller Spannung, Spiel und Spaß… und man ist beschäftigt.

  3. Teletom sagt:

    Windows 10 Fail Creators Update, scnr.

  4. Micha sagt:

    Wenn ich mir das so durchlese dann brauch ich kein Windows 10.
    Am 14. Oktober 2025 ist es dann mit Windows 10 endlich vorbei.

    Windows 8.1 läuft noch bis 10. Januar 2023. Bis dahin sollte es dann wieder ein Windows geben das Stabiel läuft. (Bin mit Windows 8.1 64bit + Classic Shell zufrieden)

    Microsoft soll wieder ein Betriebssystem entwickeln. Eine Mischung aus Windows XP und Windows 7 wäre gut.

    Die Darauf laufende Software sollte von anderen Softwareanbietern kommen und nicht von Microsoft selbst. Microsoft sollte nur die Grundlage zum ausführen von Software (das Betriebssystem) bereitstellen. Wenn sie sowas wieder herstellen würde ich auch eine Vollpreislizenz kaufen.

  5. Blupp sagt:

    „Fall Creators Update“ wäre dann passender vielleicht Fallout.
    Anders kann ich den Müll, den MS zur Zeit produziert, nicht mehr erklären.

  6. Andreas K. sagt:

    Innovation ist ja nicht schlecht und das Video hat interessante Elemente. Aber warum wird man gezwungen, diese Sachen anzuwenden? Wieso nicht als nachrüstbare Funktionen einführen? Installieren, was ich will. Das Thema Datenschutz kommt noch dazu. Wenn diese beiden Dinge nicht erfüllt sind, hat Microsoft mich privat verloren.

    • Gaga sagt:

      Als optionale Moduls einführen geht deswegen nicht, weil Microsoft dann keine Beta Tester mehr hätte. Sinn und Zweck der Zwangsbeglückung ist doch, dass die breite Masse den Schmarn testen soll.
      Windows 10 + Tools sind ein groß angelegtes Beta Programm.

  7. 44Fove sagt:

    „Irgendwie klingt mir dieses Windows 10 immer mehr nach Tante Emmas Kolonialwarenladen, wo Du alles, vom Nähgarn bis zur Muskatnuss kaufen konntest. Nur: Was hat das noch mit einem Betriebssystem zu tun? “
    Das ist auch mein Eindruck. Das BS wird ímmer umfangreicher und mit Funktionen angereichert, die der Standard-User in dieser Breite sicher so nicht benötigt. Ich brauche ein BS, welches die Systemressourcen des Computers den Anwendungsprogrammen zur Verfügung stellt. Inzwischen überwiegen „gefühlt“ die Gimmicks, die ja vielleicht ganz nett sind, aber nicht wirklich ein Betriebssystem definieren.
    PS „Ein Gimmick ist eine lustige oder sonst attraktive Zugabe, manchmal auch ein Werbegeschenk (in diesem Fall auch: Give-away) von geringem materiellen Wert.“

  8. Andreas F. sagt:

    Never get a running system.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.