Windows 10: Datenschutz-Infosplitter …

Heute noch zwei Infos rund um das Thema Datenschutz und Privatsphäre unter Windows 10. Die französische Datenschutzbehörde ist umgefallen und findet Microsoft samt Windows 10 nun klasse. Und Microsoft wird damit beginnen, Nutzer von Windows 10 zur Überprüfung der Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen aufzufordern. Zudem ist das Supportende von Windows 10 RTM nochmals thematisiert worden.


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Rückzieher der französische Datenschutzbehörde CNIL

Vor fast einem Jahr, gab sich die oberste französische Datenschutzbehörde CNIL (Chair of the National Data Protection Commission) martialisch. Sie hatte Microsoft damals ein formales Schreiben zukommen lassen, in dem die Datenerfassung durch Windows 10 als Bruch nationaler und EU-Datenschutzgesetze moniert und die Einstellung der Erfassung ultimativ gefordert wurde. Ich hatte im Blog-Beitrag Französische CNIiL fordert von Microsoft Stopp der Windows 10-Datenerfassung darüber berichtet. Kern- und Angelpunkt war der in Windows 10 enthaltene Telemetriedienst, dessen excessive Datensammlung ohne Nutzerzustimmung der CNIL ein Dorn im Auge war.

Daher habe ich mir etwas verwundert die Augen gerieben, als ich diesen Artikel bei heise.de las. Plötzlich gibt sich die CNIL handzahm – wie aus dieser Info hervorgeht. Die Antworten Microsofts haben wohl einen Sinneswandel bewirkt. Der CNIL-Info entnehme ich folgendes:

  • Microsoft habe die Datensammlung durch den Telemetriedienst um fast die Hälfte reduziert. Die noch erhobenen Daten sind streng auf das beschränkt, was zur Identifizierung von Fehlfunktionen und Sicherheit erforderlich sei.
  • Die Benutzer werden nun klar darüber informiert, dass eine Werbe-ID zur Überwachung der Internetaktivitäten eingerichtet werde, die für zielgerichtete Werbung genutzt werden kann.
  • Darüber hinaus wurde der Ablauf bei der Installation von Windows 10 so geändert, dass Benutzer vor deren Abschluss die Aktivierung oder Deaktivierung diverser Datenschutzeinstellungen zu oder abschalten können.

Unter dem Strich reichten diese Aussagen und Änderungen der CNIL aus, um den Fall mit einer Entscheidung zum 30. Juni 2017 zu schließen. Angesichts der ursprünglichen Position der CNIL möge sich jeder selbst so seine Gedanken machen.

Microsoft benachrichtigt Windows 10 Benutzer

In einem Blog-Beitrag vom 30. Juni 2017 informiert Microsoft über eine weitere Neuerung. Nutzer sollen das neueste Funktionsupdate von Windows 10 (aktuell das Creators Update) und das aktuellste monatliche ‘Qualitäts’-Update installiert haben, um richtig abgesichert zu sein.

In jedem dieser monatliche ‘Qualitäts’-Updates, gibt Microsoft an, ziehe man einen neuen Schutzwall  (security layer) ein, um auf geänderte Malware-Trends zu reagieren. Ein aktuelles System sei daher essentiell für die Sicherheit.

Im April 2017 hat Microsoft bereits diese Ankündigung zum Umstieg auf das Creators Update veröffentlicht. Mit dem Creators Update kam ja auch der geänderte Installationsvorgang zum Tragen, der die Überprüfung der Privatsphäreneinstellungen erzwingt.

Wer noch nicht auf dem aktuellen Windows 10 Creators Update unterwegs ist und die Privatsphäreneinstellungen noch nicht überprüft hat, der erhält wohl ab diese Woche eine Benachrichtigung, dies zu tun.


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Windows 10 Benachrichtigung
(Quelle: Microsoft)

Der Benutzer kann diese Benachrichtigung bis zu 5 Mal über einen Hyperlink zurückstellen, bevor er zur betreffenden Einstellungsseite weitergeleitet wird. Nur mit dieser Überprüfung der Privatsphäreneinstellungen sind die Systeme wohl für ein Featureupdate qualifiziert. (via)

Supportende für Windows 10 RTM

Gleichzeitig erinnert Microsoft daran, dass Windows 10 RTM (Version 1507) jetzt aus dem Support herausgefallen sei. Diese Version funktioniert zwar weiterhin, erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr. Ausnahme ist wohl die LTSB-Version von Windows 10 Enterprise, die ja 10 Jahre Support erhält, aber nur in Unternehmen verfügbar ist. Ob sich die Patches für diese Version auf Windows 10 Home und Pro V1507 installieren lassen oder eher als ‘nicht für diese Version geeignet’ abgelehnt werden, wird man sehen müssen.

Ähnliche Artikel:
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Pro Windows 10 im Unternehmen – Teil 1
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