Datenschutzgrundverordnung: Firma löscht E-Mail-Datenbank

Die EU-Datenschutzgrundverordnung wirft ihre Schatten voraus. Der Anbieter Wetherspoon hat im Vorgriff auf die neue EU-Rechtslage seine gesamte E-Mail-Datenbank mit Kundendaten gelöscht.


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EU-Datenschutzgrundverordnung

Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU General Data Protection Regulation, GDPR) gilt ab dem 25. Mai 2018. Die GDPR hat das Ziel, EU-weit die Datenschutzstandards für personenbezogene Daten zu vereinheitlichen. Die neue Regelung legt dabei strenge Anforderungen für alle Unternehmen und Organisationen fest, die personenbezogene Daten von Kunden oder Mitarbeitern in EU-Mitgliedsstaaten verwalten. Unter die Regelung fallen damit nicht nur ansässige Unternehmen, sondern auch Firmen aus Ländern wie der Schweiz oder den USA, die innerhalb der EU tätig sind. Das Thema ist in diversen Blog-Beiträgen (siehe Linkliste am Artikelende) behandelt.

Wetherspoon löscht die E-Mail-Datenbank

Wetherspoon (auch Wetherspoons genannt), ist eine 1979 gegründete britische Pub-Kette, zu der auch Hotels gehören (siehe). Die Kette ist auch in Irland vertreten und wird, unabhängig vom Brexit, dem EU-Recht unterworfen.

Wie die Site Wired hier berichtet, hat das Unternehmen Kunden in einer Rund-Mail darüber informiert, dass es seine E-Mail-Datenbank für eine Newsletter löschen wird. Das Unternehmen begründet dies damit, dass die Speicherung der Daten zu riskant sei.

2015 kam es bei der Firma zu einem Datenleck, bei dem wohl 656.723 Datensätze öffentlich wurden. Das könnte unter der kommenden  EU-Datenschutzgrundverordnung zu einem Problem werden. Aktuell gibt es wohl zudem Strafen gegen britische Firmen wegen E-Mail-Aussendungen, bei denen die Empfänger keine Einwilligung gegeben haben.

Bisher wurden Kunden in einer monatlichen E-Mail per Newsletter über Angebote informiert. Jetzt will das Unternehmen Aktionen nur noch über seine Webseite sowie über soziale Medien wie Facebook und Twitter ankündigen. Wired spekuliert, dass das Unternehmen die Kontrolle verloren habe, welche Kunden eine Einwilligung zum E-Mail-Versand gegeben haben. Ich vermute aber, dass das Unternehmen auf die kommende Europäische Datenschutzgrundverordnung reagiert. Weired deutet dies ebenfalls an, denn eine Studie gibt an, dass die Strafen für Verstöße gegen das Datenschutzrecht, die die britische ICO verhängt, von 880.500 Pfund, nach Einführung der Datenschutzgrundverordnung, auf 68 Millionen Pfund steigen dürfte.

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4 Antworten zu Datenschutzgrundverordnung: Firma löscht E-Mail-Datenbank

  1. saghaar sagt:

    Britens sind doch raus, was haben die dann mit der ab 2018 geltenden „EU“-Datenschutzgrundverordnung am Hut?

    • Aleku sagt:

      Die DSGVO gilt für alle Nicht-EU Firmen, die in der EU Kunden haben. Ausserdem müssen sie ab 2018 einen Ansprechpartner in der EU stellen.

  2. Al CiD sagt:

    So weit ich informiert bin gehört Irland nicht zu den Briten, nur Nord-Irland.
    Da Irland wohl weiterhin in der EU bleibt…

  3. Das wird leider noch mehr Firmen treffen. Wie eine mittlere Firma den Arbeitsaufwand bewältigen will ist mir nicht klar. Da können schon kleinere Versäumnisse zu hohen Geldbußen führen.

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