Kaspersky versus Microsoft: Schlägt Russland zurück?

Momentan beklagt sich der russische Sicherheitsanbieter Kaspersky über Microsofts Geschäftspraktiken. Gleichzeitig wurde Kaspersky in den USA mit einem Bann für Regierungsbehörden belegt. Nun könnte die russische Wettbewerbsbehörde zurückschlagen.


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Die EU-Beschwerde

Bereits im November 2016 behauptete Kaspersky, dass Microsoft andere Antivirushersteller unter Windows 10 austrickst (siehe Kaspersky: Microsoft trickst andere Antivirushersteller aus): Dann folgte im April 2017 die Ankündigung der Beschwerde durch Kaspersky (Kaspersky: EU-Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft). Und Anfang Juni 2017 reichte Kaspersky bei der EU eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Microsoft wegen Behinderung von Fremdanwendern ein. Ich hatte dies im Blog-Beitrag Kaspersky reicht EU-Beschwerde ein thematisiert.

Bann bei US-Behörden

Microsofts Position ist, dass kein Drittanbieter behindert werde. Das EU-Verfahren ist aktuell noch offen und keiner weiß, wie das ausgeht. Aber Kaspersky kommt noch von einer anderen Seite stark unter Druck. In den USA wird gegen das Unternehmen politisch opponiert. Es gibt den Vorwurf, dass Kaspersky mit den russischen Behörden und Geheimdiensten zusammen arbeite. Ich hatte das Thema im Blog-Beitrag Kaspersky geht gegen Spionage-Vorwürfe in die Offensive behandelt. Mein letzter Stand ist, dass Kasperky bei US-Behörden nicht mehr eingesetzt werden darf.

Russisches Wettbewerbsverfahren

Neben der EU-Beschwerde hat Kaspersky auch eine Beschwerde bei der russischen Wettbewerbsbehörde eingereicht. Und diese will, nach diesem Bericht am 15. August 2017 ihre Entscheidung im Fall Kaspersky gegen Microsoft bekannt geben. Da die USA gerade wieder neue Sanktionen gegen Russland beschlossen haben, könnte die russische Wettbewerbsbehörde jetzt zurückschlagen und Microsoft an die Kandare nehmen.


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13 Antworten zu Kaspersky versus Microsoft: Schlägt Russland zurück?

  1. Es ist ja nun mal kein Geheimnis mehr das Amerikanische Geheimdienste den Zugriff auf Nutzerdaten fordern und auch mit druck erhalten, wenn ich mir im Gegensatz das Russische Regime anschaue wird das dort nicht anders laufen und ich glaube kaum das sich Kaspersky davon frei kaufen kann, aber darum gehts ja auch gar nicht.

    Das Microsoft mit diversen Methoden versucht Dritthersteller den Zugang zu seinen Betriebssystemen zu verhindern ist auch auch bekannt, insofern auch nix neues. Mich würde es auch ankotzen wenn eine Firma meine Software versuchen würde meine Software auszusperren.

    • Tim sagt:

      „Geheimnis mehr das Amerikanische Geheimdienste“

      Ich habe eher das Gefühl das Du hier nicht einer Regierung wirklich trauen kannst, die wirtschaftliche Interessen verfolgt und seine Bürger unter Kontrolle halten muss… Zumal einige ja auch wunderbar miteinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen, oder sich gegenseitig auch hier über den Tisch ziehen…

      Bei den Schweden hätte ich nun noch ein einigermaßen gutes Gefühl… aber ansonsten…

      Grad große Unternehmen in den USA sind viel zu verbunden mit ihrer Regierung, deshalb würde ich nicht einen Cent darauf wetten, das die tatsächlich auch nur irgendwas zu verhindern versuchen. Die wissen einfach, das Zusammenarbeit mit der Regierung eben auch Geld und Aufträge mitbringt. Das ist einfach ein klebriger Haufen und offen darüber reden tut und darf doch eh keiner. Ideale Vorraussetzungen für leere Versprechen um Kunden zu beruhigen.

      Selbst die rechtlichen Absicherungen von Daten-Treuhändern in Deutschland sind praktisch auch nur das. Absicherungen der Treuhänder.

      • Ja klar, die großen Unternehmen in den USA haben auch erst versucht den Kopf vor ihren Nutzern aus der Schlinge zu ziehen als bekannt wurde das sie fast freiwillig mit den Geheimdiensten zusammen gearbeitet haben. Hat man ja auch zwischen den Zeilen bei Lavit (oder wie hieß dieser Email dienst) lesen können mit welchen schmutzigen Tricks die Geheimdienste versucht haben an Daten zu gelangen die nichts mit einer Bedrohung von außen zu tun hatte.

        Und ich kann mir nicht vorstellen das die Russen das nicht auch so machen bzw. auch die Staaten die zu den 5 Eyes zählen.

        Wie im vorliegenden Fall http://www.borncity.com/blog/2017/08/01/datendiebstahl-durch-cloud-gesttzte-antivirensoftware/ kann natürlich auch ein Antiviren Programm zum Datensammeln und weitergeben aktiv genutzt werden auch wenn ich das für sehr weit hergeholt empfinde.

  2. Herr IngoW sagt:

    Hoffentlich sperrt MS dann alle russischen Windows-PCs und andere Lizenzen von MS, dann gibt es schon mal ein paar weniger Angriffe auf unsere PCs und andere Geräte.
    Kasperski braucht e‘ kein Normalnutzer.

  3. Wolfgang sagt:

    Wen ich die Antworten lese,ist ja alles OK was hier geschrieben sowie beantwortet wird.Nur meine Frage stellt sich,,wen wollen wir unser vertrauen schenken?Dem Russen oder dem Ami?
    Alles tendiert jetzt seit W10 zum W-Defender,Aussage: Andere Virensoftware braucht niemand!
    Was weiß ich wer mir einen unterjubelt oder meine Daten abfasst bei deren Installations Dateien die ich auf den Rechner bekomme oder schon drauf habe?

    • Am besten keinen von beiden ich traue weder den Amis den Staaten die den 5 Eyes angehören noch den Russen, keine Wichtigen Dokumente und Dateien auf dem PC liegen lassen (soviel Wichtige Dateien habe ich nicht) und das meiste was wichtig ist auf Externen Datenträgern ausgelagert.

  4. Pasinger sagt:

    Eugene Kaspersky wurde vom russischen Geheimdienst FSB ausgebildet und er verkehrt regelmäßig mit den Spitzen des Geheimdienstes. Eine der Quellen:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Eugene_Kaspersky#Alleged_affiliations_with_Russian_intelligence

    Wer glaubt, dass der US-Geheimdienst eventuell auf Windows-Rechner zugreifen könnte, der kann sicher sein, dass der FSB auf alle Fälle mittels Kaspersky Antivir Zugriff auf Rechner hat. Dass Russland den Internet-Verkehr weitgehend überwacht ist schließlich dokumentiert.

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